- Orbáns linker Zwilling wird von Brüssel milder behandelt
Brüssel machte Viktor Orbán zum Symbol des demokratischen Verfalls, drohte ihm sogar mit dem Entzug seiner Stimmrechte. Spaniens linker Regierungschef Pedro Sánchez regiert nach ähnlichem Muster. Doch die Konsequenzen bleiben aus.
Als Donald Trump im Frühjahr drohte, jeglichen Handel mit Spanien einzustellen, weil dessen Regierungschef den amerikanischen Streitkräften die Nutzung der Stützpunkte Rota und Morón im Krieg gegen den Iran verweigert hatte, wählte die Financial Times eine Überschrift, die Pedro Sánchez kaum mehr hätte schmeicheln können: „Trumps europäischer Widersacher“. In den Wochen danach verfestigte sich dieses Bild. Im April, kurz bevor er in Barcelona einen international besetzten Gipfel der Linken ausrichtete, bündelte die Nachrichtenagentur AFP die Gründe, weshalb sich Sánchez’ Bild als „linker Held“ so gefestigt hat: Konfrontation mit Trump, Kritik an Israel, Einsatz für Migration. Und vergangene Woche in Ankara wiederholte sich das Muster, als er erneut ins Kreuzfeuer geriet.
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Aus dem Bauch würde ich denken, dass wir auch auf EU-Ebene Tendenzen sehen, dass es verschiedene Lager gibt, die sehr unterschiedliche Vorstellungen haben und sich gegenseitig eher erschüttern als konstruktiv miteinander streiten. Ich glaube nicht, dass das nur an einzelnen Protagonisten wie Orban oder Sanchez liegt. Ich glaube auch nicht, dass eine einfache Rechts-Links-Spaltung oder nur in zwei Lager das angemessen beschreibt. Ich glaube auch nicht, dass es im Wesentlichen nur eine Frage der persönlichen Bereicherung und Korruption ist. Die Vorstellungen und Menschenbilder verschiedener Strömungen sind einfach sehr unterschiedlich bis gegensätzlich. Migration treibt diese Vielfalt eher noch an, würde ich denken.
