Anas al-Sharif
Anti-israelische Demonstranten in Kapstadt, 13.08.2025 / picture alliance / Matrix Images | Nic Bothma

Nach dem Tod von Anas al-Sharif - Journalist? Hamas-Kämpfer? Beides?

Nach dem Tod des palästinensischen Journalisten und nach israelischen Angaben mutmaßlichen Terroristen Anas al-Sharif kriselt es wieder zwischen Israel und Teilen der westlichen Welt. Was über den Mann bekannt ist und was nicht.

Autoreninfo

Mirjam Epstein studiert Soziologie und hat redaktionelle Stationen an der Axel Springer Akademy (Welt), dem österreichischen Exxpress und bei Cicero absolviert.

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Am 10. August 2025 schlug eine israelische Rakete auf ein Medienzelt vor dem al-Schifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt ein. Mehrere Journalisten kamen dabei um. Unter den Toten: Anas al-Sharif, palästinensischer Reporter des arabischen Senders Al-Jazeera. Über die Zahl der Opfer gibt es widersprüchliche Angaben – einige Berichte sprechen von vier getöteten Al-Jazeera-Mitarbeitern, andere von mehreren Dutzend Toten. Auf dem Schild am Zelt stand in großen schwarzen Lettern: PRESS. Das Krankenhausgelände war seit Monaten ein Sammelpunkt für internationale wie lokale Berichterstattung.

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Christian van der Ploeg | Mi., 13. August 2025 - 18:55

Wer auf Al-Jazeera, das seit dem Vorfall im 24/7 Modus in einem riesigen roten Block „Israel murders Journalist“ zu jedem nicht-Israel Bericht (ca. 20%, alles andere dreht sich um Israel) zeigt, und dann sieht, wie die Palästinenser in Gaza die Toten Journalisten in Palästina-Fahnen hüllen und laut schreiend und weinend diese umher tragen, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese Journalisten zumindest nicht sonderlich objektiv berichtet haben. Was an Israels Vorwürfen dran ist, ist schwer zu beurteilen.

Ernst-Günther Konrad | Do., 14. August 2025 - 09:03

Wenn nicht mal Journalisten selber verbindliche Fakten benennen können. Das soll kein Vorwurf sein. Auch unter Journalisten gibt es nicht wenige, die längst den Pfad des neutralen Beobachters und Berichterstatters verlassen haben und behaupten, man sei Journalist und ist es gar nicht, ist auch nicht sonderlich schwer. Ich selber habe im Dienst mehrfach Leute erlebt und festgenommen, die sich an Tatorten als von der Presse ausgaben und es nicht waren, sondern nur sensationslüstern Bilder und Stimmen einfangen wollten. Und eine Schussweste und Helm mit Journalist oder Press kann jeder tragen. Nein, das sagt nichts darüber aus, wie es in diesem Fall war. Aber eines ist auch klar. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.

DerStefan | Do., 14. August 2025 - 17:03

Ein militärisch legitimes Ziel ist nicht allein der Soldat in Uniform an der Front (schon gar nicht bei einer Kriegspartei, die es mit Uniformen so gar nicht hält und sich hinter Zivikisten verschanzt). Ein legitmes Ziel ist auch z. B. der Drohnenproduzent im russischen Hinterland. Und ebenso sehe ich das bezüglich sogenannter "Journalisten", die uns ein krankes Kind als Beweis für eine Hungersnot in Gaza andrehen wollen. Die betreiben nämlich keinen Journalismus, sondern sind Teil der Kriegspropaganda und damit nehmen sie auch aktiv am Konflikt teil.
Oder hat der Mann etwa auch kritisch über das Schicksal der von der Hamas gefangen gehaltenen Geiseln berichtet?