Ralf Hanselle Moritz Gathmann
Ralf Hanselle und Moritz Gathmann im Cicero-Podcast

Moritz Gathmann im Gespräch mit Ralf Hanselle - Cicero Politik Podcast: „Das findet tatsächlich vor unserer Haustür statt“

Die erste Woche des Ukraine-Krieges hatte Cicero-Chefreporter Moritz Gathmann in der Ukraine miterlebt. Im Gespräch mit Ralf Hanselle blickt er zurück, in die Gegenwart und nach vorn: Wie kann man ankommenden Menschen helfen? Wie arbeitet es sich als Journalist in einem Kriegsgebiet? Wie positioniert sich Deutschland? Wie weit und wie lange lassen sich Sanktionen durchsetzen? Wie finanziert sich Russland derzeit? Und schließlich: Wie hängen Napoleon Bonaparte und Putin zusammen?

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„Ich erinnere mich noch gut an den Morgen des 22. Februars“, sagt Ralf Hanselle, Stellvertretender Chefredakteur von Cicero. „Nach einem Tag Urlaub setzte ich mich in die tägliche Redaktionskonferenz, wo man mir mitteilte, dass unser Chefreporter Moritz Gathmann in die Ukraine aufgebrochen sei.“ Es war der Auftakt zu einer nicht ganz ungefährlichen Reise an die Ränder unserer bisherigen Normalität. Zwei Tage später bereits herrschte in der Ukraine Krieg. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte sich wider alle Hoffnungen der internationalen Gemeinschaft dazu entschlossen, einen völkerrechtswidrigen Angriff auf den wesentlich kleineren Nachbarn im Westen zu verüben.

Zehn Tage lang blieb Moritz Gathmann in der Ukraine – eine Zeit, in der er lediglich über Handy und über tägliche Zoom-Interviews Kontakt mit der Redaktion in Berlin hielt. In eindrucksvollen Gesprächen schilderte er in dieser Zeit seine Erlebnisse und Beobachtungen, berichtete von entschlossenen jungen Männern, von Flüchtlingsströmen, von Angst, Verbitterung, Hoffnung. Als Reporter gab er in diesen ersten Kriegstagen all jenen eine Stimme, die unverschuldet in das Fadenkreuz von Putins Kriegspolitik geraten waren.

Zurück in Berlin haben sich Moritz Gathmann und Ralf Hanselle noch einmal zusammengesetzt, um gemeinsam die zurückliegenden ersten Wochen des noch immer andauernden Krieges in der Ukraine zu reflektieren. Die „Zeitenwende“, von der nun überall in Europa die Rede ist, hat dabei wohl kaum jemand so unmittelbar erlebt wie eben Gathmann. Im Podcast berichtet der erfahrene Osteuropa-Berichterstatter von den Hintergründen dieses bewaffneten Konflikts und von all den Merkwürdigkeiten, die Putin zu diesem Krieg motiviert haben mögen: „Die letzten Wochen haben gezeigt, dass Putin offenbar ohne Rücksicht auf Verluste eigener Bürger oder Verluste von Bürgern anderer Länder bereit dazu ist, irgendwelche historischen Missionen durchzuführen. Offenbar begreift er sich als eine Art Napoleon. Als Napoleon kann er auf Wirtschaftswachstum und internationale Kooperationen keine Rücksicht nehmen“, so Gathmann.

Am Ende geht es in dem Gespräch aber auch um die ethische Frage, die wir, die wir hilflos daneben stehen, in der aktuellen Situation beantworten müssen: „Es reicht nicht, dazustehen, unter Schock zu sein und darüber zu reden, wie schrecklich der Krieg ist. Wir können den Menschen, die jetzt ankommen, ganz praktisch helfen. Wir können Sie bei uns aufnehmen.“

Das Gespräch wurde am 15. März in Berlin aufgezeichnet.

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Albert Schultheis | Do, 17. März 2022 - 13:24

Ich fand die Berichterstattung von Herrn Gathmann sehr mutig und beeindruckend. Zu uns: „Es reicht nicht, dazustehen, unter Schock zu sein und darüber zu reden, wie schrecklich der Krieg ist. Wir können den Menschen, die jetzt ankommen, ganz praktisch helfen. Wir können Sie bei uns aufnehmen.“ - Wir können ja in unserem linksgrünversifften, kaputten Land - außer mit Milliarden um uns zu werfen und von der epochalen "Zeitenwende" zu schwadronieren, nicht einmal gewährleisten, dass junge geflüchtete Frauen bei uns nicht an der nächsten Ecke vergewaltigt oder sexuell ausgebeutet werden! Faeser hat Wichtigeres zu tun! Nein, in der Ukraine wird ganz und gar nicht die dekadente und jeglicher Realität entkoppelte "Freiheit und Demokratie" verteidigt, dieses Krebsgeschwür, das wir dafür halten! Dort zählen so elementare Dinge wie Familie, Überleben, Zusammenhalt, Verteidigung, Mut, Hoffnung, Gemeinschaft, Kultur und Volk. Alles Dinge, mit denen wir gelackte Affen nichts mehr anfangen können.

Tomas Poth | Do, 17. März 2022 - 13:25

... der Ukrainekrieg.
Der Satz, dieser Krieg muß sofort ein Ende finden, dem wird sicherlich jeder zustimmen oder!
Putin könnte es durch Befehl zur Beendigung der Kampfhandlungen der russischen Streitkräfte und Selenskij könnte es angesichts der russischen Übermacht die weiße Fahne hissen, um weiteren Tod und Zerstörung zu verhindern.
Oder will er den heldenhaften Untergang seines Landes?
Der Aggressor ist klar im Unrecht, aber will man alles opfern, nur weil man im Recht ist?
Ist Selenskij ein Michael Kohlhaas?

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