- Warum die Entwicklungshilfe grundlegend überprüft werden muss
Die Empörung über Trumps Streichung der Entwicklungshilfe verdeckt, dass auch in Deutschland eine grundlegende Überprüfung und Kontrolle der entwicklungspolitischen Aktivitäten angebracht wäre.
Am Sonntag wurde ein neuer Bundestag gewählt. Aufgrund der enttäuschenden Bilanz der Ampelregierung sollte die Entwicklungspolitik in der kommenden Legislaturperiode grundlegend revidiert werden. Nicht nur im Hinblick auf die angespannte Haushaltslage müsste – wie in den USA – die gesamte Tauglichkeit und Zielgenauigkeit der Entwicklungshilfe überprüft werden. Die Kontrolle der entwicklungspolitischen Aktivitäten ist unterentwickelt, weil die beauftragten Organisationen sich zum größten Teil immer noch selbst begutachten und von der Hilfe leben.
Anhand eines „Archivs des Scheiterns“, wie ich es in meinem Buch genannt habe, muss eine Analyse auch dazu führen, dass sich die Methoden ändern, etwa durch nachvollziehbare Zwischenschritte, die jeweils mit festen Zielvorgaben verbunden sind. Und viel zu selten wird gefragt: Hätte ein Projekt auch ohne fremde Hilfe realisiert werden können?
Man hilft den Menschen nicht, wenn man für sie tut, was sie selbst tun könnten. Wenn ich mit Entwicklungspolitikern gesprochen habe, wollten sie niemals die Korruption zum Beispiel in afrikanischen Staaten oder in Armenien wahrhaben. Das hätte dem Bild der Entwicklungshilfe, das vermittelt werden soll, geschadet und womöglich zu Kürzungen geführt. Entscheidend ist die ungeheure moralische Aufladung der Thematik.
Sachliche Auseinandersetzung
Zu einer sachlichen Auseinandersetzung gehört, dass zuerst folgende fünf Fragen ernsthaft untersucht werden.
1) Warum konnten durch die Hilfe nicht die individuellen und gesellschaftlichen Eigenanstrengungen, besonders durch Bildung und bessere Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliche Tätigkeit, gestärkt werden? Es sollte mehr auf Wünsche, Bedürfnisse, Initiativen, Ideen der Bevölkerung eingegangen und diese so gut wie möglich erfüllt werden. Dann könnte man von Zusammenarbeit und nicht von Hilfe sprechen.
2) Warum wurden nicht Infrastrukturprojekte nur in Ländern, in denen bereits früher errichtete Anlagen dauerhaft instandgehalten werden, finanziert, um dadurch möglichst viele Menschen in Arbeit zu bringen? Die aktuelle Situation sorgt für gesellschaftlichen Sprengstoff. Jedes Jahr rücken über 30 Millionen junge Afrikaner neu in den Arbeitsmarkt auf. Kein Wunder, wenn afrikanische Autokraten ihre arbeitslosen jungen Männer Richtung Europa loswerden wollen.
3) Warum wurde die verschwenderische Konkurrenz der EU und ihrer Mitgliedstaaten gegenüber den Entwicklungsländern nicht beendet? An fehlender Unterstützung kann es nicht liegen, dass sich Afrika zum Armenhaus entwickelte.
4) Warum bekommen Länder Entwicklungshilfe, die nicht bereit sind, ihre Einkünfte aus Bodenschätzen offenzulegen? Auch in Afrika wächst der Widerstand gegen die Hilfsgelder und ihre unkontrollierte Ausschüttung.
5) Warum wurde die Hilfe für Länder, die sich selbst helfen können, wie China und Indien, nicht längst beendet?
Hilfe auf verlorenem Posten
Ich bin nicht naiv. Ich fürchte, dass auch bei den kommenden Koalitionsverhandlungen jede Kritik und alle Einwände zu diesem Politikfeld nicht als Chance, sondern als Störung abgetan werden. Auch einflussreiche afrikanische Kritiker wie Moeletsi Mbeki, Wole Soyinka, Dambisa Moto, Teju Cole und José Eduardo Agualusa stehen mit ihren Einwänden gegen die sogenannte Hilfe auf verlorenem Posten. Zu viele verdienen gut daran. Und niemand wird für das Versagen verantwortlich gemacht.
Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.
Merz will jetzt den Trump Imitator geben und macht auf Law an d Order, aber ist er dabei auch ehrlich? Ich sage nein. Warum? Bereits unter Merkel wurden sich die Staaten mittels "Entwicklungshilfe" gefügig gekauft. Die Ampel hat nur auf dem aufgebaut, was vorher bereits vorhanden war. Und was wird die UNION denn genau tun, wenn der Kassensturz offenbart, was Rechnungshöfe in den Ländern und dem Bund schon seit Jahren bemängeln? Und wird man auch an die "Hilfen" gehen, die der UNION dienlich sind? Alles Theater Donner. Ich glaube denen erst, wenn ich verbindlich lese, dass die tatsächlich Milliarden gestrichen haben. Da muss man die Schuldenbremse nicht aufweichen. Man muss nur wollen. Und das glaube ich Merz derzeit nicht. Er hat zwar vernünftige Ansätze, aber er wird, wie wir das alle kennen von ihm, schneller umfallen als ein Brummkreisel.
Einfach eines der probatesten Mittel, insbesondere der Politik und deren Geschäfte bzw. Verbindungen zu NGOs, Hilfswerken usw., um a) sein Gutmenschentum zu pflegen und b) jedwede Kritik am eigenen Vorgehen etc. im Keim zu ersticken. Dabei begnügt man sich seit geraumer Zeit nicht nur mehr mit dem Hinweis auf die "Unangebrachtheit" der jeweiligen Kritik, sondern "doppelt gemoppelt hält besser", erklärt man diese Kritiker empörter Maßen zugleich zu Empathie losen Menschenfeinden o. spielt die Kolonialvergangenheits-Karte aus. Ein absolutes Tabu bei dem Thema Entwicklungshilfe haben auch Sie werter Herr Seitz nur kurz angerissen. Nämlich die Bevölkerungsentwicklung insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent, kurz die Überbevölkerung, die Islamisierung, nicht enden wollende Bürgerkriege, die die früheren Stammeskriege ersetzten, Traditionen, kulturelle Unterschiede, auch geographische Gegebenheiten, die alles mit Geld regeln zu wollen seit Jahrzehnten einem Fass ohne
Boden gleicht. MfG
über das man sich nicht genauer informieren oder nachdenken sollte, wenn man seine gute Laune behalten will. Die Nutznießer dieser organisierten Ineffizienz sind inzwischen viel zu zahlreich und leben viel zu gut von davon, als daß auch nur die leiseste Chance bestünde, daß man sie einvernehmlich abschaffen oder auch nur auf ein evidenzbasiertes Modell ihrer Effektivitätsmessung umstellen könnte. Die Methode Trump ist leider die einzig mögliche, um das Problem anzugehen und in Europa eben nicht machbar. Hässlich, aber wahr ist auch, daß speziell die Bevölkerungsexplosion in Afrika
( 370 Mio im Jahr 1970, heute 1,5 Mrd!) die Folge eben dieser hirnlosen Helferei ist und das Problem vielerorts in eine Dimension hat wachsen lassen, dem tatsächlich nur noch mit Bevölkerungsexport im großen Stil beizukommen ist. Dreimal darf man raten, wohin der gehen wird. In dicht besiedelte Länder Europas, wo ebenso inorante wie liebe Damen immer noch "Wir haben Platz und sind reich" schreien.
Hilfe zur Selbsthilfe-in welchem Umfang kommen die Hilfsgelder tatsächlich bei Projekten "vor Ort" an ? Solange Korruption ein Tabuthema ist, werden Untersuchungen zu diesem Thema weiterhin tunlichst vermieden. In Afrika wurden die Landesgrenzen weitestgehend mit dem Lineal gezogen. Nation Building - eine Illusion. Wie drückt es ein afrikanisches Sprichwort sinngemäß aus: "Wenn Du nicht den Staat hintergehst, hintergehst Du Deinen Familienclan".
von Ministerin Schulze war die Menge des Geldes, das sinnlos zum Fenster hinaus geworfen wurde. Und dann mit wokem Eifer vor der Kamera sinnfrei schwadronieren. Ein schwacher Trost: schlimmer kann dieser Posten nicht wieder besetzt werden.
Entgegen den moralischen Zielen einem Land zu helfen, ist es aus meiner Sicht so, dass der deutschen Wirtschaft geholfen wurde und nicht etwas Länder des globalen Südens entwickelt. Denn dazu hätte man sich mit den Ländern beschäftigen müssen und sehen, was sie brauchen. Das ist aber nie geschehen.
das arme Leute in reichen Ländern an reiche Leute in armen Ländern zahlen.
Zu den fünf Kernpunkten von Herrn Seitz findet man im Evaluierungsbericht des Bundesrechnungshofs (BRH) vom 07.8.2023 unter https://www.bundesrechnungshof.de/SharedDocs/Downloads/DE/Berichte/2023…
so gut wie nichts. Zwar hat das BMZ laut BRH in seinen Leitlinien bestimmte Evaluierungskriterien als „K.o.-Kriterien“ definiert: Effektivität, übergeordnete entwicklungspolitische Wirkungen und Nachhaltigkeit. Der BRH befürchtet, diese Kriterien könnten in Grenzfällen zu knapp positiven Bewertungen („gerade noch zufriedenstellend“) verleiten. Daher solle das BMZ diese „Bewertungspraxis auswerten“ [sic!], „sobald genügend relevante Fälle vorliegen“. Der BRH werde „zu gegebener Zeit nachhalten, was die Auswertung ergeben“ habe. – Nach über 60 Jahren „Entwicklungshilfe“ reichlich spät.
