- Der große Trek nach Süden
Auf dem amerikanischen Kontinent dreht sich der Flüchtlingsstrom: Seit Trump die Grenzen für Einwanderer dichtgemacht hat, versuchen Hunderttausende zurück in ihre Heimatländer in Mittel- und Südamerika zu gelangen. Welche Folgen hat das für den Kontinent?
Wir sind unterwegs. In 15 Minuten fährt unser Boot weiter nach Kolumbien.“
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31 Einwohner pro qkm, die USA 34.
Chile 25
Argentinien 16
Bolivien 11
Brasilien 24
Ecuador 72
Kolumbien 46 ff.
Man schaue selbst...
Anstatt evtl. nur seine eigenen Interessen in Lateinamerika zu "verteidigen", könnte der Norden sich einmal Aufbauprogramme für den Süden bzw., wenn ich die Antarktis dazuzähle, für "Mittelamerika" überlegen.
Ich habe als Kind mein Schulbrot gegessen, weil es angesichts des Hungers in Afrika eine Sünde war, irgendetwas wegzuwerfen.
Wo ist so ein Verantwortungsgefühl der US-Amerikaner für Lateinamerika?
Stattdessen greift man nach der "Weltmacht"?
Eine* UN-Präsidentin aus Lateinamerika könnte vieles bewirken und warum nicht beginnend für "ihren" Kontinent?
Ja, sicher, das ist nicht verkehrt. Aber ich glaube nicht mehr daran, dass dieser Gedanke zentral ist, oft eher schadet. Die USA sind dazu zu schwach, selber politisch zu instabil (woran auch die ihren Anteil haben, die die Hilfe einfordern). Aber mehr noch will keiner von den USA an die Hand genommen und bevormundet werden.
Wichtiger als die Hilfe aus den USA wäre es, wenn die lateinamerikanischen Gesellschaften ihre eigenen Probleme angingen, die glaube ich auch in den Menschen selber liegen. Ein Teil ist auch immer der Aspekt der "Low-Trust"-Gesellschaften und da kann man nicht alles nach außen abschieben.
Wie man von Misstrauen zu Vertrauen kommt, weiß ich auch nicht, aber wir haben in Asien alle mehrfach gesehen, dass Länder innerhalb einer Generation sich nach vorne katapultieren können, wenn sie das wollen und gut angehen. Der Westen hat das unterstützt, nicht bekriegt.
"Spontan" fielen mir da ein Industriepolitik, Strukturpolitik und Regionalforschung.
Ganz ohne Anstrengungen in diesen Bereichen wird auch internationale Zusammenarbeit evtl. nicht nachhaltig sein.
Ich komme drauf, weil Industriepolitik m.E.n. ein Schwerpunkt der Politik von Sigmar Gabriel war und ich die Anfänge des Instituts für Regionalforschung Göttingen über meinen Ex-Mann mitverfolgen konnte.
Impulse aus aller Welt sind wie das Salz der Suppe und doch plädiere ich immer auch für "Bodenhaftung".
Deshalb meckere ich ja auch nicht über ein mir teils nachvollziehbares Beharren der Hiesigen im Osten.
Die wollen vor Ort bleiben und sie wollen eine Politik auch für ihre Bedürnisse.
Ich bin doch kein Fan von z.B. Atahualpa Yupanqui, Mercedes Sosa und Violeta Parra ff. und verordne Südamerika ausschliesslich Globalisierung.
Die hatten sie dort schon sehr früh.
Ich verstehe also manches im Osten.
Das ist nicht alles DDR-Verklärung, sondern eigenes Wachstum.
Frau Maron gehört auch dazu...
Lange war der Westen demografisch und wirtschaftlich führend. 1900 hatte ganz Schwarzafrika wahrscheinlich nicht viel mehr Einwohner als D und diese lebten so in einer anderen Welt, dass an ein Leben auf Westniveau nicht gedacht wurde.
Seitdem hat sich alles verschoben. Viel mehr Menschen leben jetzt im "Globalen Süden", sie leben zumindest mit dem Kopf auch meist im globalen Internet und erwarten mehr vom Leben als Brunnen und Ziegen. Der Westen ist relativ wirtschaftlich schwächer geworden.
Die "Alte Welt" mit einem führenden Westen und einer Welt, die vom Westen Gerechtigkeit und Entgegenkommen einfordert, scheint vorbei. Der Westen leistet das nicht mehr. Es ist auch wichtig auf die Menschen, Details und Einzelne zu schauen, aber das große Bild wird das nicht wenden.
Weite Teile der Welt werden aus sich heraus mehr Organisation, Verlässlichkeit und Wohlstand schaffen müssen.
@Markus Michaelis, Sie sprechen einen wichtigen Punkt an. Afrika hatte um das Jahr 1900 (grob geschätzt) rund 130 Millionen Einwohner, aktuell rund 1,6 Milliarden. Bisher war Europa auf Asien fixiert und staunte über die dortigen Entwicklungen - mit dem bekannten Ergebnis. China erkannte die künftige Entwicklung in Afrika sehr frühzeitig und hat dort enormen Einfluss - auch weil es mit dem Umgang mit den dortigen Clanstrukturen (mangels "Nationen") keine Probleme hat. Der Abstieg Europas wird sich deshalb in den nächsten Jahren enorm beschleunigen.
