Meyers Blick auf... - ...China im Neuen Kalten Krieg

Unser Cicero-Kolumnist Frank A. Meyer spricht darüber, was China im Neuen Kalten Krieg für uns ist: ein Feind oder ein Handelspartner?

Frank A. Meyer

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 17. Dezember 2020 - 12:27

ich mir das nicht an.
Abgesehen davon, dass es evtl. mehrere Übergriffe seitens kleiner Staaten historisch auf China gab, vielleicht bei Russland nicht anders, aber auch lange Fremdherrschaft russisch-chinesischer "Völker" auf China, jedenfalls käme doch niemand in Europa auf die Idee, ersteinmal England, Polen, Frankreich und die Bundesrepublik "platt" zu machen, damit Bosnien-Herzegowina gedeihe?
Mir wäre lieb, Sie würden einmal von der Vielfalt der Welt ausgehen, die sich in jedem Zusammenschluss erhalten möge.
Weder Russland noch China sind im Kalten Krieg gegen Europa.
Sie kümmern sich jedoch um ihre Bezüglichkeiten und das wäre schon ein Angriff auf Europa?
Etwa ein Angriff auf die USA?
Es wird evtl. noch eine Weile dauern, bis die USA auch noch etwas anderes als sich selbst denken können.
Ich hatte Johnson zugetraut, Europa vor den USA zu "schützen".
Sagen wir Polen, die EU vor Russland et al zu schützen und Ungarn ff, Europa vor der Türkei et al zu "schützen".
ES BRAUCHT ALLE!

Es handelt sich um eine antikommunistische Konvergenz Partei Chinas. Eine Partei der Administration, der Staatsbeamten und Millionäre. Der vorgeblich ideologische Anspruch dient allenfalls der Einbindung der alten Garde und von Teilen der Jugend!

In China gibt es heute 36. Millionen Privatunternehmen. Deren nationale Wertschöpfung liegt bei etwa 85 Prozent. Nur der kleinere Teil der Produktion ist heute noch staatlich.

Es handelt sich um Bourgeois-''Sozialismus chinesischer Prägung'':
►China hat heute die meisten Milliardäre der Welt, bereits deutlich vor den USA!

►Von den rund 92. Millionen Parteimitgliedern sind laut Statistik der Organisationsabteilung weniger als 8. Prozent ''Arbeiter''. Damit gibt es heute mehr Beamte und Unternehmer/Millionäre in der Partei als Arbeiter!

Von den rund 290. Millionen Wanderarbeitern sind lediglich 3. Millionen in der Partei.

Im Vergleich mit den Kleinstparteien: CDU, CSU, AfD, SPD und OlivGrün, gibt es in der KPCh weniger %-Arbeiter!

Herrn Meyers Beitrag NICHT angesehen habe, schreibe ich GEGEN den einzig zu sehenden Satz, China im Kalten Krieg.
Mir wäre lieb, wenn die Personen oder Nationen, denen ich zugeneigt bin auch in der multilateralen Welt ankommen, von der sie immer reden.
Das gilt auch für die USA.
Oh ja, ich schätze auch die Russen und die Chinesen, eigentlich ALLE und ich bin dagegen, wenn die EU auch nur ansatzweise Politik betreibt, die einen Kalten Krieg mit wem auch immer mitbefeuern könnte. Großmachtpolitik der EU wäre NIE meine Zeit gewesen.
Aber da bin ich jetzt wohl aus der Zeit gefallen?
Frohes Fest

Ich sehe das anders als Herr Meyer, aber auch als Frau Sehrt-Irrek. Herr Meyer sieht den Erfolg Chinas ähnlich der alten Sowjetunion, da unterschätzt er China. Er sieht auch nur die Grenzüberschreitungen nach unseren Werten/Zielen Richtung Hongkong, Taiwan etc. Jedes existierende System hat aber starke Beharrungskräfte, sonst würde es nicht exisitieren. Das gilt für unsere Staaten, die Kirche, für alle. Hongkong stellt wahrscheinlich langfristig wirklich eine Gefahr für das jetzige China dar - das muss man aus deren Logik so akzeptieren.

Es ist aber auch nicht so, dass es ALLE BRAUCHT (außer die USA, die nur an sich denken?). Das ist wieder unsere Sicht, die nicht akzeptieren will, das andere anders denken.

Ich sehe es mehr so, dass man immer offen zum Nachdenken ist, aber dass man auch gerade Grenzen mehr pflegt, weil eben andere anders denken und aus ihrer Logik genauso recht haben. "Alles offen" und "alle brauchen" war toll in einer westlich dominierten Welt mit unseren Werten.

Christoph Kuhlmann | Do, 17. Dezember 2020 - 12:29

die Chinesen aufstehen oder das Land an der enormen Fehlallokation der Ressourcen durch den Staat und zentral verwaltet Teile der Wirtschaft ökonomisch in Schwierigkeiten kommt. Aber, auch wenn die Verschuldung der Öffentlichen Hand noch so hoch steigt, der Westen macht ja vor wie man es mit der Staatsverschuldung macht. Die Zentralbank zahlt Negativzinsen und flutet das System mit Geld. Die Staatschulden müssen nicht getilgt werden und man kann einfach so weiter wursteln.

Ernst-Günther Konrad | Do, 17. Dezember 2020 - 12:36

Sprachlich klar und deutlich benennen Sie gepaart mit glänzender Rhetorik eine der Hauptgefahren unserer Zeit. Ich habe Nostradamus vor Jahrzehnten gelesen. Er warnte in seinen Vorsagungen immer vor der sog. "gelben Gefahr". Wenn das auch zeitlich nicht eindeutig bestimmt wurde, muss ich sagen, ja da hatte er mal wieder recht. Trump hat das erkannt und hat versucht den Hebel anzusetzen, wo Sie auch einen Hebel sehen. Mittels eines von den Massenmedien als "Wirtschaftskrieg" bezeichneten Sanktionsapperates hielt er dagegen. China muss keine Raketen abfeuern auf uns, es reicht mittels "Virus" soviel Panik zu erzeugen, dass die westliche Welt sich selbst vernichtet. Und ja, Sie haben völlig recht, das Trump-Bashing hat bei vielen "Gutmenschen" zu einer USA-feindlichen Stimmung geführt, obwohl sich manche "Gutmenschen" gerne beim Eis essen in den USA via Twitter in Szene setzten. Ich sehe noch einen weitere gesundheitliche Gefahr. Die Mikrobe der menschlichen Dummheit und der Ignoranz.

Clever, die Chinesen. Schüren mittels eines Virus, das ja angeblich harmlos ist, oder auch schon mal gar nicht existiert, Panik.
Aus einem chinesischen Labor entwichen, oder auch nicht. Die ganze Welt fällt darauf rein.
Ich dachte immer, Bill Gates wäre der große Schurke. Vielleicht ist Gates ja Chinese, hat es nur niemandem verraten?
Aber der Trump, der wusste was abgeht. Und so erfährt man, der hat auf Nostradamus gehört und verstanden, wo die gelbe Gefahr herkommt.
Kritiker meinten zwar, Trump würde nur die wirtschaftliche Dynamik der Chinesischen Volksrepublik fürchten, Menschenrechte usw. wären ihm schnurzegal - aber das war sicher nur das übliche Gutmenschengequatsche.
Und jetzt ist der potentielle Weltenretter, Golfchampion und Elitenbekämpfer auch noch abgewählt..
Trump selbst meint ja, das war alles Betrug. Stecken wahrscheinlich auch die Chinesen dahinter.

Wie ehrenhaft, ehrlich und vetrauenswürdig dagegen doch ein Vladimir Putin auftritt! Auf Russland ist eben verlass....

Ich stimme Ihnen vollkommen zu, Herr Konrad.
Statt Trump zu bekämpfen hätten wir gegen die unfairen Handelspraktiken Chinas an seiner Seite kämpfen sollen. Gemeinsam hätten EU und USA etwas ausrichten können. Aber unsere Regierenden reden liebe und lassen sich dabei über den Tischziehen. Die dabei entstehende Reibungswärme empfinden sie dann vermutlich als Herzenswärme.

Josef Olbrich | Do, 17. Dezember 2020 - 13:33

Herr Meyer eine gute Analyse wie der Kapitalismus Geschäfte machen will, gleich welcher Ideologie sein Gegenüber frönt. Von Lenin wird berichtet, dass er eine Frage, weshalb überhaupt mit dem Kapitalismus gehandelt wird, seine Antwort: Wir brauchen sie, damit sie uns die Stricke liefern, um sie daran auf zuhängen. Erinnerung an die Schulzeit nach 1945 in Dresden.

Romuald Veselic | Do, 17. Dezember 2020 - 17:36

als hypothetischer Aspekt im Raum steht. Denn die Chinesische Neue Seidenstraße, hat einiges mit Festigung des politischen Status quo in China zu tun. Das Quartaldenken der Westler wird in China durch Langzeitstrategien gekontert, die auf zwei fundamentalen Effekten basieren: Die augenblickliche physische/materielle Masse/Menge, gepaart m. Geschwindigkeit. Dagegen hat Westen nichts entgegen zu stellen. Denn; Parlamentarismus/Demokratie ist nur ein Hindernis für Chinas Zielstreben nach absoluter Weltmacht. Und wenn es darum geht, wird jeder auf die Seite geschoben o. verschwindet.
Das Problem m. Uiguren ist exemplarisch dafür. Die Islamländern fallen dadurch auf, dass sie den Uiguren nicht mal symbolisch beistehen. Chinas blumige Sprache ist nichts anderes, als die Sprache von Gaddafi o. Hussein, ohne klerikale Beigabe, in kultivierter Tonlage. Die Rechnung nach KP-Art ist einfach: Lieber 1 Mio. Uiguren im Knast halten, als 1,4 Mld. Chinesen der Terrorgefahr auszusetzen.

Christa Wallau | Do, 17. Dezember 2020 - 18:19

u n d auf uns, d. h . die Länder Europas, die mit diesem Staat große Geschäfte machen.
Er beschönigt nichts, sondern legt den Finger in die Wunde, welche darin besteht, daß wir dem Streben Chinas nach Ausweitung seiner Macht (mit teilweise übelsten Mitteln!) nicht genügend Widerstand entgegensetzen.

China stellt die größte Gefahr für jede freiheitlich-demokratische Ordnung auf dieser Welt dar;
denn die in diesem Riesenreich weit verbreitete und akzeptierte (!) Ideologie ist gnadenlos materialistisch.
Kaum eine Spur von den Werten, die z. B. im Christentum und in der europäischen Aufklärung verankert sind!

Schon viele Firmen und Immobilien, ja, ganze Häfen (Piräus) wurden in Europa von den Chinesen aufgekauft. Dasselbe gilt in noch höherem Maße für afrikanische Länder. China entwickelt sich zum
Weltbeherrscher, wenn es so weitergeht wie bisher! Das steht für mich unzweifelhaft fest.

Tomas Poth | Do, 17. Dezember 2020 - 19:35

Eine etwas ketzerische Bemerkung:
Die Umschulung dieser Bevölkerungsgruppe zeigt erschreckend was bei uns nicht geht, aber vielleicht auch Beispielhaft wie man mit dem Islam umgehen muß, wenn er die gesetzten Regeln eines Landes nicht akzeptiert?
Warum soll sich ein Land egal ob demokratisch oder totalitär verfasst sich der Subversion des Islams ergeben?

Kai-Oliver Hügle | Fr, 18. Dezember 2020 - 19:29

In reply to by Tomas Poth

Ich bin nicht überrascht, dass Sie Umerziehunglager für Muslime befürworten. Sicher fallen Ihnen auch noch ein paar andere Gruppen ein, denen man eine solche Behandlung zukommen lassen kann.
Ihr Beitrag zeigt, wie wichtig es ist, dass Leute wie Sie nie mehr politische Macht erhalten!

Walter Bühler | Fr, 18. Dezember 2020 - 01:16

... überschätzen Sie sich nicht doch ein wenig, wenn Sie dem chinesischen Drachen mit großer Geste den Fehdehandschuh hinwerfen?

Nun ja, unter Berücksichtigung des eigenen Alters wollen sie natürlich Jüngere in den mehr oder weniger kalten Krieg schicken, Leute aus den USA und der EU. Sie bleiben altersgemäß im Lehnstuhl, der irgendwie immer noch im schönen neutralen Heidi-Land steht.

Ihr rhetorisch-martialisches Getöne erinnert an einen imaginären Kampf gegen Mao, den Sie vielleicht schon seit Ihrer Studentenzeit führen. Sie ärgern sich darüber, dass in Europa die Kritik an einem US-Präsidenten größer ist als an der kommunistischen Regierung Chinas.

Aber rechtfertigt das wirklich den Aufruf zu einem veritablen neuen Krieg, den andere zu führen haben, auch wenn er nur "kalt ist?

Soweit es noch präsentable westliche Werte gibt, werden sie in China meiner bescheidenen Meinung nach nur dann wahrgenommen, wenn sie in der politischen Realität tatsächlich enthalten sind.

Juliana Keppelen | Fr, 18. Dezember 2020 - 14:41

als China noch "Entwicklungsland" war und unsere billige Werkbank hatten die USA an China nichts auszusetzen jetzt wo China sich aufschwingt auf Augenhöhe mit dem "Westen" zu agieren wird es uns als Feind präsentiert das es gilt mit Vorsicht zu genießen und zu bekämpfen. Ich denke mit bekämpfen werden wir nicht weit kommen eher auf Augenhöhe und mit Selbstbewußtsein Handel treiben. Dazu muss man halt Verträge aushandeln zu beiderseitigem Nutzen die eingehalten werden. Die Seidenstraße sehe ich nicht als Problem, es ist doch keine Einbahnstraße sie läuft doch in beide Richtungen.