Meyers Blick auf... - Die USA, der liebste Feind der Deutschen

Der Schweizer Journalist, Medienberater und Cicero-Kolumnist Frank A. Meyer spricht mit Cicero-Redakteur Alexander Kissler über die Gründe für die kriselnde Beziehung zwischen Westeuropa und den USA und die Anti-Trump-Psychose der Medien

Dass die Deutschen die USA für gefährlicher als China halten ist absurd, findet Frank A. Meyer

Heidemarie Heim | Fr, 1. März 2019 - 17:17

Tatsächlich absurd. Da haben unsere amerikanischen Freunde,zur Erinnerung die, die uns trotz Rachegelüsten anderer Siegermächte wieder aufgepäppelt und zu einer Demokratie und zu jahrzehntelangem Frieden verholfen haben, einmal einen Präsidenten gewählt der uns und dem Rest der Welt nicht passt, und wir verschwinden in die Schmoll-Ecke und spielen lieber mit den schlimmsten Antidemokraten unseres Vertrauens. Oder schicken ihnen Wünsche zum Jubiläum, aber für den als transatlantisch bescheinigten Fehlgriff gab`s keine präsidialen Glückwünsche zur Wahl. Noch dazu wenn der so gescholtene und bezeichnete Elefant des weltpolitischen Porzellanladens nach diesem ersten zarten Tritt auf den Rüssel unsererseits, auch noch mit so Unverschämtheiten wie die Einhaltung der NATO-Vereinbarungen kommt. Oder schlimme Dinge denkt wie American first!,
gehen bei uns Universalisten die Freundschafts-Lichter aus. Da schmusen wir lieber französisch und überdenken gemeinsam noch mal den Waffenexport! MfG

Es ist mir nicht ganz klar, WEN sie damit meinen.

Der Beitrag ist hochinteressant und absolut hörenswert, allerdings begeht Herr Meyer den Fehler, den institutionalisierten Anti-Amerikanismus der Rechten völlig zu ignorieren.

Am rechten Rand existiert ein gefestigtes USA-Feindbild, da wird die Befreiung Deutschlands noch immer als Besatzung geschmäht - und überhaupt geht ja alles Übel dieser Welt von einer abstrusen jüdisch-israelisch-amerikanischen Verschwörung aus.

Im Übrigen gibt es genug Grund, einen Trump zu kritisieren. Diese mehr als gerechtfertigte Kritik sollte man nicht mit grundsätzlichem Anti-Amerikanismus gleichsetzen.

Ähnliche, wenn auch weniger heftige Kritik gab es auch an Bush, Reagan oder Nixon. Setzt man solche Kritik mit Anti-Amerikanismus gleich, existiert dieser (fast) ununterbrochen seit Ende des 2. Weltkrieges und nicht erst seit Trump im Weissen Haus residiert.

Heidemarie Heim | Mo, 4. März 2019 - 14:03

In reply to by Gerhard Lenz

Damit meine ich alle, die wie beim Beispiel Antisemitismus z.B. Kritik an der Politik Israels meinen, aber ihre sich daraus ergebenen Animositäten auf Juden pauschal und unreflektiert übertragen. Und das ist keine Frage von links oder rechts wie wir wissen. Das gleiche meinte ich bei dem derzeit gepflegten Antiamerikanismus a la Trump auszumachen. Natürlich sind die USA nie ein leichter Freund gewesen, aber diese Freundschaft zugunsten eines höheren "Vertrauens" in die chinesische oder russische aufzukündigen und in Umfragen zu eruieren ist entweder schlicht geschichtsvergessen oder interessengeleitet.Und wenn ich mir den Umgang mit NATO-Partnern wie der Türkei und ihrem Machthaber ansehe, der sich seine nationalistischen Mehrheiten in unserem Land einholt, brauche ich schon ziemliche Chuzpe die demokratische Legitimation eines Präsidenten Trump und seines Staates über die eines wie immer gearteten diktatorischen Regimes zu stellen. Egal aus welcher politischen Positionierung. MfG

Ernst-Günther Konrad | Fr, 1. März 2019 - 17:52

Herrn Meyer zu zuhören. Genauso, wie er es sagt, sehe ich es auch. Trump erlebt im Grunde das gleiche Bashing, wie es die AFD hier in Deutschland erlebt. Alles was Trump macht oder gemacht haben soll wird geradezu empört skandalisiert und es stimmt, mit welchen zum Teil beleidigenden adjektiven versehen, hier gegen einen Präsidenten geschrieben und gesprochen wird, dessen Nation mit Sicherheit nicht immer alles richtig gemacht hat , ist schon ungeheuerlich. Ich schrieb hier oft, das auch ich Trump in seiner Ausstrahlung nicht symphatisch finde. Aber alles angeblich politisch verwerfliche ist nichts, was er vorher nicht auch angekündigt hat und nun auf "seine" Art umsetzt. Ja, er mag einerseits auch viel Porzellan zerschlagen, aber er hat vieles bewegt. Gespräche mit Nordkorea, er läßt sich vom Iran nicht vorführen, er hat eine klare Vorstellung zur Migration. Wie stellt man ihn, mit persönlichen Angriffen, inhaltlich kommt kaum was. Genau, wie bei der AFD machen die Medien nur Meinung.

Jürgen Lehmann | Sa, 2. März 2019 - 13:20

Es geht hier nicht allein um Trump, der für mich ein kaum zu ertragender Exzentriker ist,
sondern um die US-amerikanische Politik.
Es ist ziemlich egal wer die USA regiert, da alle versuchen die größte Supermacht zu bleiben und niemand merkt, dass auch für sie andere Zeiten begonnen haben.

Durch Kriegseinsätze und extrem falsches Verhalten gegenüber dem ISLAM (man denke nur an Saudi-Arabien) haben sie viel dazu beigetragen, dass die Welt „um uns“ sehr viel unsicherer geworden ist.

Herr Meyer kann in seiner Argumentation Zustimmung erhalten, aber die Ausführungen sind unvollständig für eine Beurteilung des Verhaltens gegenüber der USA.
Viele meiner Bekannten – und ich - gehören nicht zum LINKEN SPEKTRUM aber zu den Kritikern der Politik der US-Amerikaner.

Christa Wallau | Sa, 2. März 2019 - 18:06

sondern werden geleitet von ihren Gefühlen und Wünschen, welche wiederum stark gesteuert werden von der veröffentlichten Meinung in unserem Land.
Die USA wurden jahrzehntelang hochgejubelt, inzwischen ist es umgekehrt. Dabei war die amerikanische Politik i m m e r so, daß sie in erster Linie die eigenen staatlichen u. wirtschaftlichen Interessen vertrat, eben nur nicht so brutal offen, wie Trump es jetzt tut, in dem man den verkörperten Satan erblickt.
Es gibt sowieso keine klar unterscheidbaren "Guten", "Schlechten" und "Vertrauenswürdigen" im politischen Miteinander, sondern stets nur
Partner mit einem eigenen Interessenshintergrund.
China liegt zudem weit ab von uns. Wenige Deutsche außerhalb der Wirtschaft kennen persönlich einen oder mehrere Chinesen. Und die chinesischen Politiker halten sich mit problematischen Äußerungen zurück. Da läßt es sich dann leicht sagen:
"Wir haben mehr Angst vor den Amerikanern als vor den Chinesen."
Es ist alles ziemlich dummes Geschwätz.

Die Welt hat sich weitergedreht nur wir Europäer oder genauer gesagt EUler klammern uns an das Vergangene. Das erklärt auch dieses krankhafte, hasserfüllte Trump-Bashing. Er hat unverblümt und ohne diplomatisches Gedöns ausgesprochen was eigenlich immer schon die Politik aller Präsidenten vor ihm war "Amerika first". Herr Trump ist Präsident der USA und es ist Sache der USA Bürger ihn zu akeptieren oder auch nicht. Und anstatt Herrn Trump für alles Elend dieser Welt verantwortliche zu machen sollten wir die EU endlich lernen ebenfalls laut und deutlich zu sagen was wir akzeptieren und was nicht. Nicht jedesmal wie Zwergpinscher darauf warten wann wieder Stöckchen aus dem Pentagon geworfen werden und gleich hechelnd losrennen um Stöckchen zu holen und enttäuscht aufjaulen wenns keine Leckerlis und Streicheleinheiten gibt.

Jürgen Keil | So, 3. März 2019 - 15:51

Ich sah am 1.3.19 die Mainzer Karnevalssitzung im "Ersten". Der erste Büttenredner bezeichnete Trump als "Kanalratte aus Washington". Ich habe dies in einer Leserzuschrift an die ARD, mit Hinweis auf den manipulativen Sprachgebrauch der Nationalsozialisten gegenüber den Juden im "Dritten Reich" kritisiert. Die ARD verwies in ihrer Antwort auf die im Grundgesetz verankerte Meinungsfreiheit und belehrte mich über Satire und deren Aufgabe, "durch Überzeichnung auf bestimmte politische und gesellschaftliche Sachverhalte aufmerksam zu machen". Was haben Ratten mit bestimmten politischen Sachverhalten zu tun? Weiters wurde ich darüber in Kenntnis gesetzt, dass in der ARD die "ethischen Empfindungen der ZuschauerInnen auf die Probe gestellt werden." Menschen als Ratten oder Ziegenficker zu bezeichnen, ist, im Deutschland des politisch korrekten Sprachgebrauchs, unter dem Tarnmantel der Satire, heute offenbar wieder opportun.

unter dem Deckmantel der Satire wieder opportun.
Ja aber nur wenn es die vom MS und den ÖR zum Abschuss freigegebenen "Bösewichter" trifft. Nicht auszudenken hätte man solche primitiven, Menschen diskriminierende Wörter sagen wir mal auf beliebtere Personen zum Bsp. also wirklich nur zum Bsp. auf Frau Kramp-Karrenbauer oder Herrn Özdemir angewendet der Aufschrei wäre groß und das ganz zu recht, und die Anwendung des Wortes "Meinungsfreiheit" würde doch ein großes Kontra auslösen.

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