Maybrit Illner mit Gästen
Maybrit Illner mit Gästen / Screenshot ZDF

Irankrieg - Die europäische Ratlosigkeit

Waffenruhe im Iran, Ratlosigkeit in Europa: Bei Maybrit Illner zeigt sich, wie wenig Europa Trumps Kurs versteht – und wie sehr es ihm dennoch ausgeliefert ist. Zwischen Moral und Machtpolitik droht Europa endgültig in die Rolle eines Statisten zu rutschen.

Autoreninfo

Mia Kilian hat Umweltsystem- wissenschaften und Volkswirtschaftslehre studiert. Derzeit absolviert sie ein Praktikum bei Cicero.

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Im Iran schweigen die Waffen zumindest seit wenigen Tagen, und in Deutschland läuft das große Rätselraten über eine undurchdringliche Lage und einen zunehmend ambivalenten Verbündeten. Auch gestern Abend versuchte man sich in der Diskussionsrunde von Maybrit Illner an einer Bestandsanalyse: Was will Trump? Was fordert er von Deutschland? Und was bedeutet das alles für einen Westen, der sich in einem Dilemma aus Moral und strategischer Positionierung aufzureiben droht?

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Hans Jürgen Wienroth | Fr., 10. April 2026 - 11:04

Europa ist nur noch Zuschauer auf der Weltbühne und nimmt den eigenen Untergang gelassen hin, so als sei alles unabwendbar und keine Gefahr für den Kontinent. Warum soll man als unbeteiligter Europäer nicht den islamistischen Terroristen im Iran nach der Kontrolle der Straße von Bab al-Mandab durch die Verbündeten Huthi auch noch die Kontrolle über die Straße von Hormus, demnächst vielleicht sogar über den gesamten Welthandel überlassen?

Nein das ist nicht unser Krieg, weil er weit weg ist. Aber dessen Terror ist schon hier bei jedem Fest und auf jedem Weihnachtsmarkt zu beobachten.

Dass unsere Politiker die eigenen Werte wehrlos zur Disposition stellen, weil ihnen jedes strategische Denken zu fremd oder zu anstrengend ist, ist bedauerlich. Aber noch wird man damit wiedergewählt. Derweil warten wir ruhig ab, bis die Mullahs im Iran mit ihrer Atombombe bis nach Washington reichen und die „Weltherrschaft des Islam“, ihr großes Ziel, umsetzen können.

Nun, neben der sozialistischen Ideologie die von vorn herein scheitern würde weil eine Wirtschaft die „niemanden gehört“ und noch von meist unfähigen linientreuen Parteikadern geführt wurde, zum Scheitern verurteilt ist war vielen klar.
Jedoch der letzte Schuss, für den K.O. des Ostblocks war, das Wettrüsten was schlicht die ökonomischen Grenzen Russlands, und seiner Vasallen vorrangig der ehemaligen DDR, einfach überstieg und letztlich zum ökonomischen und folgerichtig zum politischen Kollaps beider Staaten führte.
MfG a d Erfurter Republik

Fehlt allerdings noch ein Gedanke den Sie auch bedeuteten.
Die ökonomische Überlegenheit des Westens geht allerdings immer weiter rasant den Bach hinunter.
Warum ? Ich sehe die Hauptursache in einem alten Sprichwort was m M den Punkt trifft. „Wenn es dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis tanzen“
Ich glaube vor lauter Überfluss des immer weiter ansteigenden Wohlstandes, haben die SPD und die entstandenen Linken Grünen vergessen das Whlstand nicht vom Himmel fällt, sondern erarbeitet werden muss. Die letzten die gegen diesen Strom schwammen waren Kohl und Schröder.
Mit Merkelscher alternativloser Beruhigungspolitik stieg die Staatquote und der Sozialstaat. Scholz u n d Merz getrieben von der SPD und den Grünen befeuern weiter diese Entwicklung hin zum Staatsbankrott. Das das nicht endlos funktioniert dürfte wohl mittlerweile dem letzten deutschen Deppen einleuchten. Kriegen die Kartellparteien nicht in kurzer Zeit die Wende hin, sehe ich nicht schwarz sondern blau.
MfG a d E Rep.

Karl-Heinz Weiß | Fr., 10. April 2026 - 11:30

Der TV-Abend illustrierte das momentan größte Problem Europas: die immer gleichen "Experten". Hauptbetroffene des Konflikts sind die asiatischen Länder. Und die kommen in den Diskussionen kaum vor. Die Golfstaaten legen seit Jahren besonderen Wert darauf, dass es keinen persischen Golf gibt, sondern dass dieser Bereich den arabischen und den persischen Golf umfasst. Trump hat für solche Feinheiten keinen Sinn, aber "Experten" sollten präzise argumentieren, wenn sie auch der politischen Methusalem-Generation angehören.

IngoFrank | Fr., 10. April 2026 - 11:32

Ist für mich die unheilsbringende Symbiose überhaupt in der Politik.
Es ist die Idee die m M mit einem Namen verbunden ist, und der ist Merkel.
Nich, das Sie damit nur Deutschland den Niedergang bescherte, nein auch dem europäischen Gedanken als sie im Hinterzimmer der Macht mit dem „schönen Franzosen“ eine schon als Ministerin „keinesfalls glänzende und fähige“ Person and die Spitzer der EU setzte und auf den Stuhl der EZB, eine ebenso etwas zwielichtige Person gezeichnet ebenfalls von Skandalen als Ministerin setzten.
Machtklüngel in höchster Potenz in beiden ehemals führenden Staaten Europas aus Moral und Machtgierigkeit genau diese auf „ewig“ zu erhalten. Scholz & Merz lassen von Deutschland aus, & der schöne Franzose aus Frankreich grüßen ……
Mit freundlichen Grüßen a d Erfurter Republik

Thomas Veit | Fr., 10. April 2026 - 11:32

ihre originären Interessen auf globaler Ebene und ihre Zukunftsvisionen diesbezüglich klar und weitestgehend unabhängig von den USA deutlich öffentlich formulieren..., und daraus abgeleitet eine unzweideutige Doktrin für die nächsten 10-40 Jahre ableiten, ähnlich wie es die Chinesen gemacht haben.

Danach, nach Vorliegen der neuen Doktrin, muss und kann sich das aktuelle und zukünftige Handel danach ausrichten.

Kernfrage: WAS sind UNSERE INTERESSEN und WIE setzen wir sie durch - heute und zukünftig?

Das fehlt ganz offensichtlich...!? 🤔

Markus Michaelis | Fr., 10. April 2026 - 14:19

nicht der Maßstab sein. Es ist viel zu unklar, was das genau sein soll, UN-Beschlüsse kommen durch alle möglichen Interessen zustande. Die soll man sich anhören, sie natürlich auch berücksichtigen, aber nicht so tun, als sei das irgendeine höhere Wahrheit, die zu einem funktionierenden System führen würde. Oft eher das Gegenteil.

Die europäische Haltung der "Mitte" läuft meist darauf hinaus, dass wir am Ende alle Menschen seien. Man redet miteinander, reicht die Hand, und einigt sich dann friedlich auf einen guten Kompromiss für alle. Die "Wir und Die"-Lagerbildung überwindet die Mitte und bezieht alle Menschen ein. Soweit die Theorie.

In der Praxis gibt es ein klares "Wir". Das zeichnet sich dadurch aus, dass schlechte Akteure in unserem Wir (Trump, AfD, Orban) so klar abzulehnen sind, dass man nicht mit ihnen redet, nicht verhandelt, sondern in jeder Faser gegen sie ist. Mit allen anderen im "Die" wird endlos geredet. Außer Putin, der hat es aus dem "Die" ins Aus geschafft.

Diesen Krieg dem Iran hatte Israel seit vielen JahreIsrael bisher unternommen hat.n vorbereitet, ja provoziert.
Aber wozu soll dieser führen? Über zwei Länder und den religiösen Fundamentalismus dort schreibt der Publizist und jahrelanger Präsident der Knesset "Afrum" .nächste Tag bringt bereits Für ihn ist speziell dieser Konflikt das gefährlichste militärische "Unterfangen", das Israel bisher unternommen hat.
Heute mag Israel einen Moment des Triumphs erleben. Jeder nächste Tag könnte schon die Katastrophe bringen. Und die beiden Völker vor dem Abgrund retten. Auch Deutschland
Was eine Regionalmacht tun kann, wird eine andere es ebenfalls versuchen. Geht es um Irans Atomprogramm? Wie hoch ist der Wahrheitsgehalt?

Schauen wir unser Land an. Unser Staat verlangt von seinen Bürgern die Vernichtung der AfD. In Deutschland übernehmen die Linken mit den Grünen unseren Untergang

Mein Kommentar vom 23.05..2025 im Cicero.

Klaus Funke | Fr., 10. April 2026 - 17:07

Sosehr man Juli Zeh ob Ihrer Nüchternheit und Frische bewundern mag oder sie als Schriftstellerin schätzt, so sehr ist sie in solcher Runde fehl am Platze. Sie sollte aufpassen, sie schadet sich in ihrer Profession als Schriftstellerin. Poeten, die sich allzu sehr in Tagespolitik einmischen, nehmen sich ihre Glaubwürdigkeit als Autoren. Ein Dichter sollte immer drüber stehen und sich nicht "verwursten" lassen. Von Maybrit Illner, dem ehemaligen Sport-DDR-Gewächs, halte ich ohnehin nicht viel. Sie ist zur Beliebigkeitsjournalistin abgestiegen. Ansonsten stimme ich Frau Kilian zu. Ratlosigkeit und Sprechblasen allenthalben. Und dann der Röttgen. Wann will der nochmal beweisen, dass er tatsächlich etwas kann? Er ist zum Talkrundenrumsitzer mutiert. In all seinen Ämtern ist er bekanntlich gescheitert. Welche Kompetenz hat er überhaupt? Freilich ist es schwer, den irrlichternden US-Präsidenten festzunageln. Ich glaube mit diesem Irankrieg hat der sich selber ad absurdum geführt. Fines!

Hans Süßenguth-Großmann | Fr., 10. April 2026 - 19:25

"Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried und Friedenszeiten."
Mit den letzten zwei Zeilen hat es die Runde nicht so, man ist nicht froh und segensreich, sondern besorgt, dass ist aber auch nicht weiter schlimm, weil Deutschland und Europa nicht in der Lage ist etwa Substanzielles zu unternehmen. Ich frage mich auch, ob der israelische Dauerkrieg der richtige Weg zum Frieden ist.

Tja, unser aller Goethe. Er hat´s eben drauf. Es passt wunderbar, dieser Textauszug aus dem Faust. Ich habe diesen Auszug, ein wenig kürzer, neulich ebenfalls verwendet. Aber, was soll´s. Die meisten Leutchen haben Goethe vergessen. Den alten Schulstoff will man nicht mehr. Für mich aber ist der Faust I und II wie die Bibel. Eine Quelle von Weisheit und Feingeistigkeit. Er steht stets griffbereit in meiner Bücherwand. Danke, lieber Herr Süßenguth-Großmann. Es hat mir wohlgetan.