Israelische Drusen überqueren die Grenze bei Majdal Shams, um die drusische Gemeinde in Hader auf der syrischen Seite zu unterstützen.
Israelische Drusen überqueren die Grenze bei Majdal Shams, um die drusische Gemeinde in Hader auf der syrischen Seite zu unterstützen. / picture alliance/dpa | Ilia Yefimovich

Massaker an Drusen - „Syrien steht am Scheideweg zwischen Staatlichkeit und Zerfall“

Israel führt Luftangriffe auf Damaskus durch, während in der drusischen Stadt Suwaida Gefechte tobten. Nahostexperte Hans-Jakob Schindler erläutert, wie diese Ereignisse zusammenhängen, welche Rolle die fragile Übergangsregierung dabei spielt, und welche strategischen Ziele Israel verfolgt.

Clemens Traub

Autoreninfo

Clemens Traub ist Cicero-Redakteur. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Future For Fridays?“ im Quadriga-Verlag (Bastei Lübbe).

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Hans-Jakob Schindler ist Senior Director des Counter Extremism Project. Außerdem ist er ehemaliger Koordinator des ISIL-, Al-Qaida- und Taliban-Beobachtungsteams des UN-Sicherheitsrats. 

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Prof. Dr. Otto Jastrow | Fr., 18. Juli 2025 - 19:50

Der Artikel erwähnt die Drusen auf den von Israel eroberten Golanhöhen. Es gibt aber auch drusische Gebiete im Inland, die von Anfang an zum Staat Israel gehörten, z.B. eine Reihe großer Orte im Karmelgebirge südlich von Haifa.
Israelische Drusen dienen seit jeher in der Armee, wo sie überproportional vertreten sind.

Christoph Kuhlmann | Sa., 19. Juli 2025 - 06:44

Faktisch hat die syrische Regierung keine Macht in den Drusengebieten. Es böte sich deshalb an eine autonome drusische Region unter den Schutz Israels zu stellen. Man muss die Menschen, mit denen man friedlich zusammenleben kann von denen trennen, die nach der Weltherrschaft streben, wie die Islamisten mit ihren Kalifaten.

Ernst-Günther Konrad | Sa., 19. Juli 2025 - 10:57

Im Volksmund heißt es: "Nach Käs' kommt nichts besseres." Wo immer gerade im arabischen Raum sog. Diktatoren gestürzt wurden, egal wer aus dem Ausland mitgeholfen oder gar das Ganze initiiert hat. Der ersehnte, angestrebte, beabsichtigte Wandel in eine westlicher werdende, nach unseren Wertevorstellungen und sog. demokratischen Werte verbesserte Nation entstand nie. Sondern es trifft das zu, was Sie zurecht schreiben: " Es gibt derzeit leider keinen klaren Pfad zur Stabilität." Mal sind es Drusen, mal andere Religionsgemeinschaften oder Bevölkerungsgruppen. Es finden sich immer welche, die mit den anderen nicht können, ihre Existenzrecht anzweifeln, angeblich ihnen nicht gehörendes Gebiet beanspruchen. Ob sich Israel da einmischt, müssen die entscheiden. Wir sollten uns da raushalten. Und das trifft auf alle Staaten zu, die man glaubte "erfolgreich" von ihren Diktatoren befreit zu haben. Chaos, unkontrollierbare Clans und religiöse Gruppen haben sich solcher Staaten sofort bemächtigt.

Keppelen Juliana | Sa., 19. Juli 2025 - 16:15

Antwort auf von Ernst-Günther Konrad

war oder ist vielleicht genau der Zustand der jetzt da ist. Das Märchen von Demokratie und Rechtsstaat und Menschenrechten das uns immer wieder erzählt wird ist eben ein Märchen und sollte man unter Volksverdummung und betreutem Denken abheften. Es geht um Macht und Einfluß und Geopolitik und sonst nichts und der "Westen" sind dabei nicht die Guten..

G. Fischer | Sa., 19. Juli 2025 - 12:48

"Zugleich wäre eine totale Isolation gefährlich, denn sie öffnet Tür und Tor für Akteure wie Russland, den Iran oder die Türkei, unilateral Einfluss zu nehmen."
Mit dieser Begründung sind natürlich die EU, die Nato oder Israel legitimiert, für das Gute und gegen das Böse aktiv im Nahen Osten zu intervenieren.