Vier Menschen tragen Wasserkanister auf einer sonnigen Straße, bunte Wand im Hintergrund, Foto.
Einwohner von Havanna tragen während eines Stromausfalls Eimer mit Wasser durch die Straßen / picture alliance/dpa/AP | Ramon Espinosa

Lateinamerika - Mit Kuba fällt die letzte linke Ikone

Das Licht geht aus auf der kommunistischen Insel. Linke Sympathisanten wollen das Regime noch retten. Kubaner klagen über „Poverty Porn“. Doch was Washington plant, bleibt noch nebulös.

Marcela Velez Plickert

Autoreninfo

Marcela Vélez-Plickert ist Wirtschaftsjournalistin und hat fünfzehn Jahre in Lateinamerika gearbeitet. Heute schreibt sie von London aus vor allem für die chilenische Zeitung Diario Financiero. Sie hat in Guayaquil, Santiago de Chile und London studiert.

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In fast jeder linken Studenten-WG der Siebzigerjahre hing ein ikonisches Plakat von Ché Guevara. In Berlin, Paris und Madrid war man begeistert von dem charismatischen kubanischen Revolutionär. Das Gesicht des „Ché“ mit trotzigem Blick trugen viele auf T-Shirts. Die meisten dieser Kuba-Begeisterten haben die Insel vermutlich nie betreten. Berichte über Repression und Folter, für die Fidel Castro und Ché Guevara verantwortlich waren, haben sie lieber ausgeblendet.

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Ichwilldasnicht | So., 5. April 2026 - 19:50

Es scheint noch viel Platz auf Kuba zu sein. Macht Euch auf als sozialistische Karawane, nehmt alle von Euch gewählten Jünger:innen ausnahmslos mit, bitte achtet darauf das ihr nur mit Lastenfahrräder & Leiterwagen die Überfahrt organisiert, Heidi lass Deinen Dienstwagen den Audi A 8 hier bei uns, ruft alle Eure Anhänger über TikTok auf Euch schnellstens zu folgen. Und nehmt die gesamte Literatur für das Völkerrecht, sowie alle Völkerrechtliches Personal mit, mit & ohne Diplom, damit eure "Fressefreiheit" auf Kuba voll gelebt werden kann. Nehmt Hühner, Schweine & Kühe zum melken mit, damit Ihr auf der Überfahrt nicht verhungert. Und all Eurer Vermögen in Dollars, damit die jetzige kubanischen Bevölkerung mit Euch „Poverty Porn“ spielen kann. Sehr zum nutzen von denen. Und Donald warte noch ein paar Monate mit "Like Ice in the Sunshine", weil dann erledigt sich der Bevölkerungsaustausch von selbst. Habe ich noch irgend etwas vergessen? Ach ja den Lars, die Bärbel & alle 4,8 % Jünger ;

C. Schnörr | So., 5. April 2026 - 20:08

es dem internationalen Blickwinkel des Beitrags nicht gerecht wird, so kann ich mir beim Lesen von „letzte linke Ikone“ nicht den Kommentar verkneifen: Bitte Berlin nicht übersehen, das auf dem besten Weg zu Klein-Kuba wäre, würde man endlich den unverdienten Länderfinanzausgleich abstellen.

Achim Koester | Mo., 6. April 2026 - 07:39

Antwort auf von C. Schnörr

👍️👍️👍️👍️👍️

Brigitte Miller | Mo., 6. April 2026 - 07:39

ernst gemeinte Frage: wie ist es möglich,dass dieses "Gesellschaftsmodell" Sozialismus
noch immer so vielen erstrebenswert scheint?
Die Realität zeigte/zeigt, dass es nicht funktioniert, nicht funktionieren kann,weil es der Natur des Menschen zuwider läuft.
Und doch "reist eine Karawane europäischer Linkspolitiker" nach Kuba, um gegen die Realität aufzustehen.
Und doch behauptet der CH-Politiker Cedric Wermuth SP:
"Der Sozialismus ist die beste Gesellschaftsform, er ist nur noch nie richtig verwirklicht worden".
Er, der bestens vom verhassten Kapitalismus lebt?

Thomas Veit | Mo., 6. April 2026 - 12:00

Antwort auf von Brigitte Miller

Träumen wird doch wohl noch erlaubt sein...!? 😉

Und 'Träumen' ersetzt Nachdenken - ganz trivial.

A. Müller | Mo., 6. April 2026 - 11:21

Man muss kein Linker sein, um zu erkennen, dass hier mit ungleichen Waffen gekämpft wird. Die sozialistische Planwirtschaft mag ihren Anteil zum wirtschaftlichen Niedergang beigetragen haben, keine Frage. Aber wenn ein Land seit Jahrzehnten mit Sanktionen aller Art belegt wird, ist es kein Wunder, dass die Wirtschaft massiv geschwächt wird. Das ganze dann ausschließlich dem Sozialismus anzulasten, ist schlichtweg falsch und hinterhältig. Ich verstehe nicht, warum sich so viele über Kuba ereifern! Lässt das Land einfach in Ruhe! Jeder so wie er möchte,um die Systemfrage haben sich die Kubaner selbst zu kümmern. Wir haben wahrlich andere Sorgen, wie eine sozialistische Karibikinsel, die keinerlei Bedrohung für die Welt darstellt!

...ist natürlich naiv, weil passt nicht in's US-Hegemonialkonzept... ... 🤔

Trump ist schließlich Immobilien-Mogul - the gratest!!

/Ironie