Kurden-Krise - Warum die Niederlage der Kurden auch unsere ist

Die Kurden passen nicht nur auf keine Weltkarte, schreibt Matthias Heitmann, für das postnationale und opferzentrierte Denken des Westens sind sie zudem ein Fremdkörper. Das zu ändern, wäre auch gut für unsere Demokratie

Polizeibeamte stoppen am 27.01.2018 in Köln (Nordrhein-Westfalen) eine Kurden-Demo gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien.
Großes Polizeiaufgebot bei einer Kurden-Großdemo in Köln / picture alliance

Autoreninfo

Matthias Heitmann ist freier Publizist und Autor des Buches „Zeitgeisterjagd. Auf Safari durch das Dickicht des modernen politischen Denkens“ (TvR Medienverlag Jena 2015). Im Januar 2017 ist sein neues E-Book „Zeitgeisterjagd SPEZIAL: Essays gegen enges Denken“ erschienen. Infos zum Download unter www.zeitgeisterjagd.de.

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Matthias Heitmann

Im Spätsommer 2017 sah es noch recht gut aus für die Kurden: Unter der Führung der syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) und mit militärischer Unterstützung aus den USA war es gelungen, die Terrormiliz Islamischer Staat aus ihrer Hauptstadt Rakka zu vertreiben. Basis dieses Erfolges war die Kooperation von YPG-Kämpfern mit den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF). Der gemeinsame Feind einte diese arabisch-kurdische Koalition: Zuvor hatten rund 2.000 US-Soldaten die Truppen für die Schlacht gegen die Dschihadisten ausgebildet und ausgerüstet. 

Doch seit der IS in Syrien und im Irak quasi von der Bildfläche verschwunden ist, hat sich das Blatt gewendet – zuungunsten der Kurden. In der Hochphase des Krieges waren sie nicht nur militärisch und logistisch eingebunden, sondern hofften auch auf Unterstützung für ihre eigenen politischen Belange. So kämpften sie im Auftrag und mit den Waffen der westlichen Welt an vorderster Front einen verlustreichen und blutigen Krieg, in dem es ihnen aber nicht nur um die Vernichtung des IS ging, sondern letztlich auch um ihr bislang unverwirklichtes Ziel: einen eigenen Staat. 

Verheizt, verraten und vergessen

Spätestens seit Beginn der türkischen Militäroffensive gegen Stellungen der YPG in Nordost-Syrien im Januar dieses Jahres haben die Kurden jedoch den Boden unter den Füßen sowie auch fast jede Unterstützung und Perspektive verloren. Als der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ankündigte, er werde kurdisch kontrollierte Städte systematisch „von Terroristen befreien“, konnte kein Zweifel daran bestehen, dass er dieser Ankündigung Taten folgen lassen werde: Bereits seit 2015 geht die türkische Armee gegen kurdische Stellungen in Nordost-Syrien vor, obwohl diese sich dort – im Auftrag des Westens – den Kämpfern des IS entgegenstellten. 

Die Lage ist verworren und beschämend zugleich. Aber überraschend ist sie nicht. Weder Syrien, noch der Irak, noch der Iran oder die Türkei hatte jemals die Absicht, den Kurden entgegenzukommen. Deren Aufwertung hätte sofort die ohnehin labile Machtbalance sowie die territoriale Integrität der Regionalmächte gefährdet. Die einzigen, die den Kurden Sympathie vorheuchelten, waren westliche Politiker. Noch im Dezember signalisierte ihnen US-Außenminister Rex Tillerson, dass man auf sie baue. Seine Ankündigung, den Aufbau einer nordsyrischen Grenztruppe aus kurdischen und arabischen Kämpfern voranzutreiben mit dem Ziel, künftig das Wiedererstarken des IS eigenständig verhindern zu können, mussten die Kurden als ermutigendes Signal deuten. 

In der Türkei wurde das hingegen nicht als Anti-Terror-Maßnahme gesehen. Schließlich gilt die YPG aufgrund ihrer Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK dort selbst als „Terrormiliz“. Eine von Terroristen befehligte und von den USA ausgestattete Armee in Nordsyrien werde, so die Interpretation Ankaras, die Schaffung eines Kurdenstaats in Nordost-Syrien realistischer erscheinen lassen, was wiederum die Kurden in der Türkei weiter anstacheln werde. Als Erdogan daraufhin – ebenfalls wenig überraschend – eine Offensive gegen die Kurden startete, war plötzlich im Westen von der nordsyrischen Grenzarmee nicht mehr die Rede. Stattdessen äußerte man nur die verhaltene Hoffnung, die türkischen Anti-Terror-Operationen des Nato-Partners mögen doch so schonend, zeitlich limitiert und gnädig gegenüber Zivilisten ablaufen wie möglich. 

Schon immer zerrieben zwischen den Fronten

Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Kurden: Ihre Bereitschaft, für ihre Selbstbestimmung zu kämpfen, lässt sie immer wieder zwischen die Fronten geraten. Immer wieder sahen sie sich gezwungen, fremden Mächten zu trauen und das eigene Schicksal mit Konfliktzielen anderer zu verknüpfen – stets mit demselben Resultat: Ein unabhängiger kurdischer Staat geriet in immer weitere Ferne. Wie fern, veranschaulicht die internationale Ächtung der PKK als Terrororganisation. In deren Bekämpfung kann sich die Türkei der moralischen Unterstützung fast der ganzen Welt sicher sein. Umso absurder ist es daher, dass gleichzeitig eine mit der PKK kooperierende Organisation wie die YPG als Anti-IS-Armee vom Westen gerüstet und damit legitimiert wird – wohlwissend, dass die Türkei das nicht einfach so akzeptieren werde. 

In dieser widersprüchlichen und kurzsichtigen westlichen Einmischungspolitik werden kurdische Interessen zwischen den Fronten zerrieben. Tatsächlich passen die Kurden nicht nur auf keine Landkarte, ihr Streben nach nationaler Souveränität wirkt in einer Epoche, in der nationales Denken nicht mit Freiheit, sondern mit Absonderung und Chauvinismus in Verbindung gebracht wird, unzeitgemäß und altertümlich. Wahrscheinlich ist es gerade ihre Geschichte als stets verhinderte und aufgeteilte Nation, die dazu geführt hat, dass sich in der kurdischen Gesellschaft ein anderswo kaum noch existierender Glaube konserviert hat: der progressive und befreiende Glaube an die Nation und an nationale Souveränität als Voraussetzung für Volksherrschaft. 

Nationale Selbstbestimmung ist nicht reaktionär

Die Kurden glauben an das, was die westlichen Gesellschaften schon lange verloren haben: an den befreienden Impuls einer auf einem national definierten Territorium basierenden potenziell demokratischen Gesellschaft. Der „kurdische Nationalismus“ wird von einem starken Streben nach Freiheit und vom Traum von Selbstbestimmung getragen. Der Wunsch, dieses Ziel zu erreichen, eint viele Kurden seit Generationen– aller politischen Zerstrittenheit und Polarisierung zum Trotz. Dies macht sie auch zu besonders ambitionierten und opferbereiten Kämpfern für die eigene, kurdische Sache. 

Tragischerweise ist es genau dieses Freiheitsstreben, das die Kurden dazu prädestiniert, immer wieder als Kanonenfutter herzuhalten. Im Krieg gegen den IS machten sie die blutige Drecksarbeit, um anschließend erneut fallengelassen und der brüchigen Solidarität mit dem Nato-Mitgliedsland Türkei geopfert zu werden. Einmal mehr erleben die Kurden am eigenen Leib: Ziel westlicher Politik im Nahen Osten ist nur die Stabilisierung des die Krise immer wieder reproduzierenden Status quo. Eine Neugestaltung, die nötig wäre, um kurdische Interessen zu verwirklichen, hat niemand auf der Agenda. Zusätzlich verstärkt das fortschreitende Abdriften der PKK in obskure, pseudo-revolutionäre und terroristische Gewaltreflexe die Ausweglosigkeit der Lage für die Kurden. 

Kurden passen nicht ins westliche Täter-Opfer-Schema

Aber es ist nicht nur das Streben nach nationaler Souveränität, das die Kurden als wie aus der Zeit gefallen erscheinen lässt. Ihr tragisches Paradoxon besteht darin, dass sie sich entgegen der heutigen politischen Kultur eben nicht als um Freiheit bettelnde Opfer inszenieren, sondern erbittert Widerstand leisten und zu kämpfen bereit sind – und dafür einen hohen Preis zahlen. Denn so sehr die westliche Öffentlichkeit sich auch vom türkischen Präsidenten Erdogan distanzieren mag, für den aktiven Widerstand gegen Unterdrückung kann sie kein Verständnis aufbringen. Die moderne westliche Moral kennt nur Täter und Opfer: Selbstbefreier und Widerständler mit einem auch noch national geprägten Werteverständnis sind dem postnationalen und mutlosen westlichen Denken suspekt und zuwider. 

Die Ablehnung der Idee der nationalen Selbstbestimmung offenbart das Dilemma der westlichen politischen Kultur. Eine offene Unterstützung für den Befreiungskampf der Kurden würde neben den Verwerfungen vor Ort auch die tiefsitzende Verunsicherung des westlichen Politikmodells offen zutage befördern. Denn obwohl die Abneigung alles Nationalen zum Mainstream-Denken gehört: Bis heute ist die nationale Ebene die einzige, in der Demokratie tatsächlich in einer ernstzunehmenden Form funktioniert. Und überall dort, wo post- und transnational Politik betrieben wird, fehlt ihr schlicht die demokratische Legitimation. Postnationales Denken betont dennoch einseitig die Rückschrittlichkeit nationaler Souveränität – und stellt sich somit gegen die bislang einzige Formation tatsächlicher demokratischer Herrschaft.

Krise der Kurden reflektiert unsere Demokratiekrise 

Die Krise der Kurden ist also eine vielschichtige: Sie haben nicht nur keinen eigenen Ort, um ihr Selbstbestimmungsrecht auszuüben, sondern ihr Streben nach einem solchen Ort ist auch kein Bestandteil des heutigen politischen Denkens mehr. In Zeiten politischer Passivität und ausgeprägter Opferorientierung ist der Wunsch nach echter Freiheit häufig mit Skepsis, Misstrauen und Zweifeln durchmischt. Dies führt dazu, dass diese Vision bestenfalls als unrealistisch, schlimmstenfalls als gefährlich abgelehnt wird. Gleichzeitig ist aber die Niederlage der Kurden noch mehr als das: Da sie den Niedergang der westlichen politischen Kultur widerspiegelt, ist sie auch unsere Niederlage. 

Daher ist tatsächliche und ernstgemeinte politische Unterstützung für die Kurden angesagt: nicht als Geste des Mitleids, sondern als ein Akt der demokratischen Selbstachtung und als ein Zeichen des Aufbegehrens gegen den zynischen Moralismus westlicher Politik.

Reiner Jornitz | So, 4. Februar 2018 - 07:57

das die Kurden mit ihrem Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung nur der Spiegel von uns selbst ist. Nur das wir meinen oder der Ansicht sind das Freiheit umsonst ist und bei MC.-Donald bestellen kann! Es zeigt auch das der Westen unglaubwürdig ohne Ziele Identität ist. Man hat aufgehört zu denken und lässt der allgemeinen Politik und politischen Medien, die durchsetzt sind von ideologischen Interessen
Meinungsmanipulation betreibt. Oder kommt das Schicksal der Kurden auch eines Tages auf uns zu. Und dann?

Werner Peters | So, 4. Februar 2018 - 08:49

Ganz excellenter Kommentar. Besonders beschämend für unsere "westlichen Werte", für die ja auch die (einst) mächtigste Frau der Welt stehen soll. Zum Thema hier habe von der Dame bisher aber nichts vernommen.

Gerdi Franke | So, 4. Februar 2018 - 09:07

ist nicht meine Niederlage. Da versucht jeder die Probleme seines Heimatlandes nach Deutschland zu importieren und sie zu Problemen aller Deutschen zu machen. Und manche Medien fallen auch noch darauf rein! Das kann und sollte sich Deutschland nicht leisten! Und solche Demonstrationen müssten verboten werden!

Es geht hier nicht nur im in Deutschland lebende Kurden. Ganz abgesehen davon, dass die sich vergleichsweise auch sehr gut integrieren und es allemal besser ist, wenn PKK-Anhänger gegen Erdogan, den IS und die ganze Blase demonstrieren, als wenn selbserklärte Sharia-Polizisten und Koranverteiler dafür sind, sind die Kurden der westlichen Welt insgesamt wesentlich näher als die meisten ihrer Nachbarn.
Das haben sie mit Israel gemeinsam, und es ist kaum verwunderlich, dass sich die postmoderne, postnationale Freiheitsfeindlichkeit auch dahingehend auswirkt, dass die Kurden verraten werden, weil sie für das einstehen, was ursprünglich mal den Westen bzw. die freie Welt ausgemacht hat.
Herr Heitmann hat absolut Recht, und es ist eine Schande, mit anzusehen, wie schamlos Appeasement mit den Verfolgern der Kurden betrieben wird. Aber wie sollten man auch für die Kurden einfordern, was man schon für die eigenen Leute nicht will? Das ist eben merkeldeutsche Postdemokratie in der Praxis.

Genau das war mein 1. Gedanke. Warum sollte es meine Niederlage sein? Die Kurden müssen ihr Problem selbst lösen. Es ist nicht meins, wird aber in unserer verrückten Welt zu meines gemacht, wie die Probleme der ganzen Welt ebenso. Nicht mit mir.

Jörg Meyer | So, 4. Februar 2018 - 09:27

Menschlich haben die Kurden wie alle, die nicht politische und kulturelle Freiheit genießen, wie wir sie für selbstverständlich halten, mein Mitgefühl. Politisch ist mir dieser Konflikt weitgehend egal. Er ist nicht unserer, und auch mit Mühe kann man ihn mal ausnahmsweise nicht unserem Gemeinwesen - Stichwort „geschichtliche Verantwortung“ - anhängen, um das gutmenschliche Herz zu wärmen. Die Welt ist voll von solchen Konflikten, die die jeweiligen Völker allein lösen müssen. Null Verständnis habe ich aber dafür, wenn dieser Krieg auf unsere Straßen getragen wird und unsere Polizisten dafür ihren Kopf hinhalten müssen. Wer nicht friedlich demonstrieren kann, hat hier nichts verloren, egal auf welcher Seite.

Hans Page | So, 4. Februar 2018 - 09:50

Was mit den Kurden getrieben wird ist gegen das Selbstbestimmungsrecht der Völker, das nach Versaille 1919 dazu diente die Vielvölkerstaaten Habsburgisches Reich und Osmanisches Reich aber auch das Deutsche Reich aufzubrechen. Und was unterscheidet die Kurden von den Juden, die letztlich auch Staatlichkeit erlangten? Das kurdische Problem wird nicht verschwinden, sondern Europa/Naher Osten für immer begleiten. Natürlich gibt es so etwas wie Volk und nationale Identität, die Menschheitsgeschichte beweist es. Dass die Deutschen das leugnen, aufgrund ihrer eigenen Geschichte, mag für sie für begrenzte Zeit gültig sein, aber die Franzosen, Italiener oder Spanier haben das deutsche Problem nicht. Die fühlen sich als Franzosen, Italiener oder Spanier; wer es nicht glaubt sollte dort leben, dann versteht er es. Nationalität bedeutet nicht Verneinung von Internationalismus, sondern ist die Voraussetzung dafür.

Seit sooo vielen Jahren kenne ich Kurden und fühle und unterstütze deren Drang nach Selbstbestimmung. Ohne sie wäre die IS nicht bezwungen, niemals....dass ein solch frecher Mensch wie E. alles darf, was verboten ist und nun, nach dem Zerschlagen des I S, den er ja unterstützte und zu keiner Zeit bekämpfte, den Spiess dreht wie die Fahne im Wind und mit Assad zusammenspannt gegen die Kurden, das ist unter aller Gürtellinie. Dass der Westen dem zusieht ist eine der grössten Zerfallserscheinungen der Neuzeit. Das schämt mich an. Man erkläre mir, was wir gewinnen, wenn wir den selbsternannten Sultan unterstützen, wie brutal und ungehobelt und gegen jedes Recht verstossend er auch vorgeht. Ja, zuerst noch Gesetze zu seinen Gunsten einführt! Wo leben wir eigentlich, wo sind die Ideale der Aufklärung? Darf ein Regierender alles und wir Fussvolk nichts?

Josef Garnweitner | Di, 6. Februar 2018 - 15:03

In reply to by Elvana Indergand

kennen Sie denn ein Land, in dem das "Fußvolk", wie Sie es nennen, etwas darf? Selbst in der selbsternannten "Musterdemokratie" Deutschland, einem Land in dem die Freiheit angeblich das höchste Gut ist, hat der deutsche Bürger nur Pflichten, aber doch keine Rechte.

Vergleichen Sie das Schicksal der Kurden mal mit dem Schicksal der Polen in Europa im 17., 18. und 19. Jahrhundert. Allerdings ging es dort ständig um "Teilung" und nicht um "Staatsbildung". Karl May hätte das besser hinbekommen als die "Großmächte".

Claudia Martin | So, 4. Februar 2018 - 09:59

der westlichen Welt? Schön formuliert. Das ist ja das Schöne in Multikultiland D. Da bekommst du was geboten für dein Geld. Ich schaue aber lieber dem bunten Treiben zu und konsumiere. Wir können ja eh' nicht alle retten bzw. allen helfen. Oder doch? Schaffen wir das? Setzen sie auf Rot oder Schwarz und lassen die Kugel rollen. Bestenfalls kommt Zero.

Rudolf Stein | So, 4. Februar 2018 - 10:40

Das ist ja alles schön und gut. Aber warum müssen sie ihre Streitigkeiten innerhalb Deutschlands austragen?

Dr. Lothar Sukstorf | Mo, 5. Februar 2018 - 12:47

In reply to by Rudolf Stein

Bravo, richtige Fragestellung. Wiel wir sie millionenfach hier reingelassen haben. Nach heutigen Maßstäben wäre Willy Brandt, mit seiner Fernsehansprache 1973, worin er einen Stop für Ausländer verkündete und begründete, die 'eigenen Leute gehen vor' , ein über Rassist, der von KGE in die Nähe der AfD gerückt worden wäre...

Willy Ehrlich | Mo, 5. Februar 2018 - 16:19

In reply to by Rudolf Stein

weil wir unser Demonstrationsrecht dusseligerweise allen Menschen aller Nationalitäten "gönnen".

Rolf Pohl | Mo, 5. Februar 2018 - 17:21

In reply to by Rudolf Stein

... innerhalb Deutschlands austragen?"

Korrekte Frage Herr Stein. Doch noch tragen sie hier keine Streitigkeiten gewaltsam aus. Das ist noch ein Zustand der demnächst ganz sicher folgen wird. Demonstrieren ist übrigens erlaubt in Deutschland. Sogar Vorschläge seitens arabischer Demonstranten wie, "Juden ins Gas" etc., sind bei uns offensichtlich erlaubt soweit sie von deren Seite kommen.

Dennoch ist eins sicher. Die Kurden in Syrien werden derzeit erstens, völkerrechtswidrig vom türkischen Militär angegriffen. Zweitens waren diese Kurden, solange sie für den Westen den sog. IS bekämpften und erfolgreich zurückdrängten, die Guten. Nun sind sie die Bösen weil das ein Nato-Mitglied so sieht.

Ach ja? Mir standen die Kurden schon 1987 in der Hamburger Landesgeschäftsstelle der FDP "auf den Füßen" und waren erst nach vielen Stunden dazu zu bewegen, unsere Räumlichkeiten zu verlassen. Fällt das unter Demonstrations"recht"?

Und: Natürlich ist es Sache der NATO, dort ganz eindeutig gegen die völkerrechtswidrige Grenzverletzung der Türkei vorzugehen. Streit gibt es nur darüber, wer denn die größten Samthandschuhe hat.

das erste Mal in der Geschichte, Herr Pohl, daß Verbündete nur so lange die Guten sind, so lange man sie braucht. Braucht man sie nicht mehr, werden sie fallen gelassen wie die vielzitierte heiße Kartoffel. Auch die jüngere Geschichte ist voll von solchen Beispielen. Besonders die USA beherrschen dieses Metier ganz hervorragend.

Johannes Luig | So, 4. Februar 2018 - 11:01

Danke Herr Heitmann für diese kluge Analyse. Endlich mal ein Artikel, der auch unsere verweichlichte Irrationalität aufzeigt. Und damit unsere Verantwortung. Nach Merkel wird sich das ändern.
Johannes Luig

Christoph Kuhlmann | So, 4. Februar 2018 - 11:08

Gebt ihnen Flug-undPanzerabwehrraketen und die türkischen Truppen werden zurückgedrängt.Doch was ändert das? Ein Bürgerkrieg onder Türkei ist auch keine Alternative ...

Es bleibt abzuwarten wie die Sache ausgeht.

„Nach eigenen Angaben benutzt die Kurdenmiliz YPG in Syrien keine aus Deutschland gelieferten Waffen in den Kämpfen gegen die Türkei. Trotzdem würden deutsche Waffen eingesetzt, in den Militäraktionen der Türkei.“:
http://www.handelsblatt.com/politik/international/kurdenmiliz-in-syrien…
aber:
Es war damals 2014: „Zur Bekämpfung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) will Deutschland den Peschmerga-Einheiten im Nordirak unter anderem 500 Milan-Raketen, 16.000 Gewehre und mehrere Millionen Schuss Munition zuschicken.“

„Vieles von dem, was schiefläuft, weiß man nicht erst seit gestern bei der Bundeswehr. Aber vielleicht weiß es ja die Ministerin erst seit gestern.“ so sagt ein Soldat noch 2014. Sehr passend.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article132871851/Wenigstens-die…

Hubert Weißenberger | So, 4. Februar 2018 - 11:19

Ich möchte nur zu der dem Argument Stellung nehmen es wäre in der westlichen Welt eine Abkehr von nationalen Identitäten vorhanden.
Das ist zwar eine Idee, die in unserem Land von einem einflussreichen politischen Zirkel (Grün, SPD und Merkel Kreis u.a.) weiterverfolgt wird. Mit sehr großer medialer, journalistischer Unterstützung.
Die mehrheitliche Unterstützung aus dem Volk ist aber auch bei uns dafür nicht da. Ein weiterer Marsch in diese Richtung wird auch in Deutschland die Gesellschaft immer weiter auseinanderreißen.
Ein entschlossenes Handeln gegen diesen neuerlichen kriegerischen Akt, wohlgemerkteines NATO "Partners", in Syrien und wohl auch Irak ist daher dringend geboten, ansonsten haben wir keinerlei moralische Berechtigung mehr kriegerische, terrorristische Gewalt zu kritisieren.
Das ist dann wohl die moralische Bankrotterklärung der Deutschlands.

Markus Michaelis | So, 4. Februar 2018 - 11:25

"dass sich in der kurdischen Gesellschaft ein anderswo kaum noch existierender Glaube konserviert hat: der progressive und befreiende Glaube an die Nation und an nationale Souveränität als Voraussetzung für Volksherrschaft."

Ich sehe das anders: noch ist weltweit die Nation (nach Geld, aber vor Religion und westlich postnationalen Ideen) die stärkste "Zusammenhaltsidee" für Menschen. Afrika ist z.T. noch pränational und wird erstmal auch eher national als postnational. Auch Europa, wenn es eine Chance hat, wird eher ein Nationalstaat auf erweiterten Grenzen, als eine Gemeinschaft auf offenen Grenzen, basierend rein auf einem westlichen Wertekanon - die Schicht, die soetwas vertritt, scheint mir viel zu klein, insbesondere, wenn man zukünftige außereuropäische Migranten dazunimmt.

Postnational als Idee wird eine zunehmende Rolle spielen. Aber die Einschätzung, dass postnationale Ideen weltweit eine bestimmende Rolle spielen werden, scheint mir auf Jahrzehnte realitätsfremd.

Dorothee Sehrt-Irrek | So, 4. Februar 2018 - 11:26

dieser Artikel.
Allerdings habe ich doch einen Vorbehalt hinsichtlich der Rolle der Kurden im Nahen Osten.
Heroisieren möchte ich sie nicht.
Das war in Bezug auf Israel evtl. auch ein Fehler, wie man evtl. an Netanjahus Benehmen den Palästinensern und den USA gegenüber sehen kann.
Wer gab den Kurden die Versprechungen?
Eine US-Aussenministerin Hillary Clinton?
Aber der Westen hat im Nahen Osten schon verloren meines Erachtens mit dem politischen Sieg Erdogans.
Ich bin für einen kurdischen Staat, aber ich glaube nicht an eine Stärkung der westlichen Position durch sie.
Das wären für mich die Kemalisten gewesen, die ganz sicher national genug sind.
Stellvertretend für seine eigene Schwäche der territorialen Bestimmtheit kann der Westen - dazu gehören nicht die USA - den Konflikten im Nahen Osten nichts bereitstellen als diplomatische Unterstützung oder Sanktionen.
Waffenlieferungen sind ein Problem.
Ich `wage nicht´ an eine eigenständige europäische Position zu appellieren

Günter Johannsen | So, 4. Februar 2018 - 12:35

Erdogan schlachtet die Kurden ab und die Welt schaut zu! Warum höre ich keinen Aufschrei der selbsternannten grün-roten Moral-Elite?
Jetzt ist es soweit: auf beiden Seiten stehen sich deutsche Waffen gegenüber ... wie "moralisch- sauber" ist das denn?!
Mit Deutschlands modernsten Waffen (Panzern etc.) werden die Kurden abgeschlachtet, die man zuvor noch für den Krieg gegen diesen mörderischen IS gebraucht hat. Pfui, was ist das für eine verlogene Politik, Genosse Gabriel & Frau Merkel! Genosse Gabriel und Schulz müssen sich auch angesprochen fühlen: die SPD sitzt mit im Lug-und-Trug-Boot!
Ein demokratisches Deutschland und Europa geht nur noch ohne diese „Politiker“ und diese selbsternannte grün-rote EU-Moral-Elite, die klammheimlich hinter dem Rücken des Souverän deutsche Waffen nach Saudi-Arabien, die Türkei und andere kriegsführende Länder liefert (deutsche Waffenfabrik in Sardinen .... ), obwohl etwas Anderes beschlossen war!

Rolf B. Greven | So, 4. Februar 2018 - 13:14

Chapeau. Eine ausgesprochen differenzierte Betrachtung, die das ganze Elend einer unreflektierten Aufgabe kultureller Besonderheiten im Zusammenhang mit dem Bestreben nach Autonomie und demokratie offen legt. Katalonien wäre auch ein Beispiel für mangelndes Verständnis bezüglich autonomer Strukturen.

Werner Dieters | So, 4. Februar 2018 - 13:43

Ausgezeichnete Analyse. Natürlich nicht in den Main Fake Medien publizierbar.

Hüseyin Akdag | So, 4. Februar 2018 - 14:34

das die kurden einen eigenen Staat erhalten sollen? Ich sage Nein! Die kurden hatte nie eigenes Land gehabt, welches pseudo-kurdistan hiess. Ich berufe mich auf Peter Scholl-Latour, der selber zugegeben u., dass Kurdistan ein nicht genau begrenztes Gebiet in Vorderasien, das als historisches Siedlungsgebiet von Kurden betrachtet wird,definiert hat. Wie kam man so dreist sein u. noch sagen, die kurden hätten Ihr eigenes Land verdient. Auf welchem Grund u. Boden ? Wenn die westlichen Staaten so human sind, dann sollten Sie ein Stück von Ihrem Land an die kurden geben. Ich denke das machen die bestimmt nicht. Warum soll die Türkei, Irak, Iran und Syrien, was herausgeben, was Sie sich nicht einverleibt haben. Den kurden in Syrien hat man für die grossen Flüchtlingsströme nach Europa zu verdanken. In der Türkei leben bis 4 Mio. Flüchtlinge, welches grösstenteils v. den kurden vertrieben wurden sind. Auch ermöglichte die kurden, die IS-Miliz samt Waffen freies Gleit aus Rakka zu verschaffen

dass Herr Scholl-Latour damit etwas Ähnliches gemeint hat wie Karl May mit seinem Titel "Durchs wilde Kurdistan"?
Wieviel Platz hatten denn die Kurden im osmanischen Reich, einen eigenen Staat zu gründen und dann begann glaube ich auch schon die Kolonialgeschichte für den Nahen Osten.
Übrigens ein Unding, m.E., dass Macron evtl. auch nur die Androhung von Gewalt einfällt?
`Der Herr lässt fliegen...´
Vielleicht gibt es einen Chance, wenn Edogan abgewählt wird und Merkel für Deutschland Geschichte ist.

Bernhard K. Kopp | So, 4. Februar 2018 - 15:11

Weder der Iran, noch der Irak, auch nicht Syrien, und schon garnicht die Türkei sind irgendwie bereit, den Kurden ein eigenes Territorium für einen eigenen Staat einzuräumen. Autoritäre Staaten sind das nie. Wir können, vielleicht, hier oder dort helfen, damit die Kurden in ihren jeweiligen Ländern einen tragfähigen Modus Vivendi finden. Wir brauchen uns aber nicht mit den Problemen der Kurden zu identifizeren, weder moralisch-politisch, noch als Akt der demokratischen Selbstachtung.

Christa Wallau | So, 4. Februar 2018 - 15:45

Sie können es drehen und wenden wie Sie wollen,
sehr geehrter Herr Heitmann: REALISMUS ist immer mit einem gewissen Zynismus verbunden; denn so ist nun mal, diese Welt, und so sind viele Menschen: egoistisch, verlogen und ungerecht.

Was die Kurden anbetrifft, so plädieren Sie in deren Fall für etwas, das gerade in Deutschland heftigst bekämpft und - so weit ich weiß - auch von Ihnen abgelehnt wird: " ... progressiver und befreiender
Glaube an die Nation und an nationale Souveränität als Voraussetzung für Volksherrschaft". Prima!
D a s wollen Sie also den Kurden zugestehen, während wir Deutschen unsere nationale Selbstbestimmung gerade
an eine ominöse EU-Regierung abgeben sollen?
Ist das nicht vollkommen inkonsequent gedacht
von Ihnen?
Oder stimmen Sie etwa auch der AfD-Forderung zu, daß wir Deutschen uns auf keinen Fall unsere Souveränität nehmen lassen dürfen?
In dem Falle wäre Ihr Denken bzgl. der Kurden folgerichtig, und ich könnte mich Ihnen in allem anschließen.

ökonomisch nicht nahestehe, stört mich unter anderem, dass sie sich explizit als Anti-Islam-Partei ausgibt.
Ich stehe dem Islam sehr kritisch gegenüber, aber es reicht, wenn man sagt, dass man für unseren Rechtsstaat ist und dies auch von Hinzukommenden erwartet.
Die Aussage? von Herrn Polenz, der Islam sei mit dem GG kompatibel finde ich etwas abenteuerlich und nicht zielführend.
Er hat es zu sein PUNKT
Aber wie immer, anregend von Ihnen zu lesen, liebe Frau Wallau

wolfgang spremberg | So, 4. Februar 2018 - 17:25

opfern ihr Leben für etwas, was wir haben, aber viele von uns nicht mehr wollen. Unsere Groko duldet Altersarmut / Kinderarmut/ Pflegenotstand etc. und gibt viele Milliarden für die Abschaffung des Nationalstaates aus. Kaum zu glauben aber wahr.

Manfred Steffan | So, 4. Februar 2018 - 17:40

in der Demokratie tatsächlich in einer ernstzunehmenden Form funktioniert. Und überall dort, wo post- und transnational Politik betrieben wird, fehlt ihr schlicht die demokratische Legitimation." Wohl wahr. Allerdings definiert sich diese nationale Ebene juristisch nach Staatbürgerschaft und nicht ethnisch oder als "Kulturnation" und durchschneidet so manchmal Ethnien und Kulturen. Für letztere ein "Selbstbestimmungsrecht der Völker" zu postulieren führt zum Bürgerkrieg. Umgekehrt dem Nationalstaat uneingeschränkte Oberhoheit über die in ihm lebenden Menschen zuzubilligen, auch als demokratische Diktatur einer Mehrheit über eine Minderheit, hat den gleichen Effekt, denn Menschen identifizieren sich mit ethnischen und kulturellen Kollektiven. Ich glaube, wir brauchen eine Fortentwicklung des Völkerrechts, das hier eine Balance schafft, irgendwas mit beschränkter Autonomie innerhalb von Nationalstaaten.

Henning Magirius | So, 4. Februar 2018 - 21:08

und überzeugende Analyse des aktuellen politischen, "postnationalen" Mainstreams in Deutschland und der EU. Der Kampf um das Recht auf nationale, demokratische und freiheitliche Selbstbestimmung ist tatsächlich eines der sogenannten "westlichen Werte", die in Sonntagsreden der politischen EU-Elite hochgehalten, aber niemals so pragmatisch-direkt wie hier geschehen benannt werden. Selbige Analyse gilt im übrigen für unseren schweigenden, demokratisch unsolidarischen Blick auf das Freiheitsstreben Kataloniens.

ali kahraman | So, 4. Februar 2018 - 22:51

die zynische moralhaltung des westens,ist nicht nur am aktuellem geschehen festzumachen,sondern ist ein dauerzustand in der geschichte.stellvertreterkriege haben es in ihrer natur, dass man sich über die resultate keine grossen gedanken machen muss.und gerade aus diesem grunde verlieren nur die,die mittelbar betroffen sind,und nicht der westen,jedenfalls bis jetzt nicht.

Martin Wienand | Mo, 5. Februar 2018 - 00:37

Keine der beteiligten Mächte wollte mit Bodentruppen einmarschieren. Die Kurden haben ein großes Danke und ihren eigenen Staat verdient. Gleichzeitig sind sie auch die fortschrittlichste Kraft in der Gegend dort. Die einzigen, die ihre Frauen achten.

Die fortschrittlichste Kraft in der Gegend?
Ich möchte nicht wissen, welche Kraft sie an den Tag gelegt haben, um z.B. die Kemalisten zu schwächen.
Hatte Erdogan nicht einmal eine Weile Waffenruhe mit der PKK?
Jedenfalls wird man nicht Fortschritt mit internationaler Blindheit im Nahen Osten verwechseln dürfen.
Aber wenn die Kemalisten als nun wirklich fortschrittlichste Macht im Nahen Osten bereit wären, Gebiete an einen Kurdenstaat abzutreten, könnte Erdogan einpacken.
Aber die Kurden sind zu lange hingehalten worden.
Sie haben ein Recht zu sein, ob fortschrittlich oder nicht.

Nico Keller | Mo, 5. Februar 2018 - 09:05

Zu sagen, die Kurden sollen ihren eigenen Staat bekommen ist relativ einfach. Die Fragen die mir da durch den Kopf gehen sind da aber: Wo soll der sein? Kann und darf man anderen Staaten einfach ihr Staatsgebiet wegnehmen und mal eben umverteilen? Was soll mit den Leuten werden, die die Ehre haben im neuen Staatsgebiet zu leben, dass aber vielleicht gar nicht wollen? Bringt eine Staatentrennung wirklich Frieden? Die jüngsten Beispiele beweisen ja eher das Gegenteil (Balkan, Sudan). Ich finde es schon seltsam, auf der einen Seite wollen wir über die EU die "Vereinigten Staaten von Europa", auf der anderen Seite bejubeln wir jede neue Kleinstaatlich bzw. Kleingeistigkeit. Und was ist der Umkehrschluss, würden wir es erstrebenswert find, wenn morgen die Sorben oder die Friesen oder wer auch immer, morgen in Deutschland ihren Staat im Staat ausrufen? Ich stimme dem Autor grundlegend zu, ja die Kurden wurden hier geopfert, aber die Möglichkeit nen Staat aus dem Hut zu ziehen sehe ich nicht.

Herr Keller: "wollen wir über die EU die "Vereinigten Staaten von Europa""? - und wer will das? EU-Funktionäre?- Ja. Und auch ein Paar früheren. Wir? Ich nicht. United States of European Union ... Es läuft in der EU langsam, aber sicher in ganz andere Richtung. Ja,-Leider! Nur EU- Euphorie ist bei mir schon längst vorbei.
Alles Gute.

Robert Müller | Mo, 5. Februar 2018 - 09:39

Sorry, aber "die Kurden" gibt es nicht. Im Nordirak gibt es mindestens zwei kurdische Akteure, tatsächlich sind es eher vier. Jedenfalls von denen ich weiß. In Syrien ist es so, dass Afrin nicht zu den vom Westen, sprich den USA, geförderten Kurden gehört. Tatsächlich waren das die Russen gewesen und die haben mit der Türkei eine Vereinbarung getroffen und sind abgezogen. Es waren also die Russen die Afrin an die Türkei verkauft haben. Die andere Frage ist was mit dem anderen Teil der Kurden in Syrien passiert. Was ich gelesen habe, so sind die Amerikaner noch nicht aus Manbij abgezogen. Insofern ist alles türkische Kriegsgeschrei in Bezug auf Manbij bisher noch substanzlos. Und wenn man nach Nordirak guckt, dann hat man dort den Kurden klar gesagt, dass sie keine Unabhängigkeit anstreben sollen, aber dieser eine kurdische Führer meinte es besser zu wissen. Wobei das Interessante war, dass er erwartete, dass seine kurdische Konkurrenz kämpfen sollte, was sie aber nicht tat.

Detlev Flott | Mo, 5. Februar 2018 - 12:35

die Arme(e) des Sultans reich-en(- t) weit; insbesondere in Deutschland, wo er millionen glühender, fanatischer Anhänger hat,von denen wir Naivlinge glauben, dass sie bestens integriert seien!
Am Los der Kurden können wir erkennen, wie es uns im Jahre 2050 in Germanistan ergehen wird.
Im Gegensatz zu den stolzen Kurden, wird sich der feige, empathiebeseelte biodeutsche Michel unterordnen und somit letztendlich versklaven lassen.
Denn wer sich wie ein Wurm verhält, wird wie ein Wurm getreten werden und wer Parteien wählt, die nicht bereit sind das eigene Territorium mit der Waffe in der Hand zu verteidigen, wird aufgerieben werden. So war es und so wird es immer sein; Amen.

Achim Scharelmann | Mo, 5. Februar 2018 - 13:21

Das Problem für uns ist doch nur die falsche Einwanderungspolitik, verbunden mit Querelen zwischen Kurden und Türken hier im Land. Alle Politiker, die uns das in den letzten 50 Jahren eingebrockt haben sollten samt ihrer Parteien geächtet werden, denn mit dieser unverantwortlichen Weichenstellung haben sie uns in eine Situation gebracht, die unverzeihlich ist und hoffentlich gelingt es uns noch, diesen unsäglichen Zustand zu verändern, denn deren Probleme sind nicht unsere und die sollen sie gefälligst in ihrer Heimat austragen und Demonstrationen, die außerhalb der Belange der Bundesrepublik liegen müßten aus Sicherheitsgründen verboten werden denn irgendwqnn artet das mal aus und wir werden im Chaos versinken. Wer Partei ergreift, soll es gefälligst dort tun, wo es stattfindet. Deutschland ist der falsche Platz und deshalb keine politische Betätigung, die sich außerhalb der deutschen Belange stellt.

JakobusSteiner | Mo, 5. Februar 2018 - 14:32

Grandiose Analyse mit messerscharfer These! Endlich wird verbunden was zusammengehört: außenpolitisches Handeln & gelebte Kultur. Nicht genug die Scheinheiligkeit in der westlichen Klimapolitik. Auch kultur-politisch wird hier eine Schande offenbart.
In der Unterstützung der kurdischen Bewegung läge dabei die Möglichkeit die drei Säulen westlichen Lebens: Demokratie, Freiheit und Selbstbestimmung mit einem Mal wieder als erstrebenswertes Angebot in den Raum zu stellen - und zwar gratis (größtenteils bereits gelebte Realität)!
Stattdessen wird enttäuschenderweise billige & berechenbare Interessenpolitik betrieben, bei welcher Kultur keinerlei Bedeutung hat.
Meines Erachtens liegt hier auch der (vermeintlich) populistische Hund begraben!

Rudolf Bosse | Mo, 5. Februar 2018 - 14:55

Irgendwo habe ich gelesen, daß die Kurden, wenn sie eine Volksabstimmung über einen eigenen Staat vorhaben, alle Nichtkurden, die es ja auch in ihrem „Traumgebiet“ gibt, vorher vertreiben, um ein möglichst hohes Ergebnis bei der Abstimmung zu erreichen.

Dr. Lothar Sukstorf | Mi, 7. Februar 2018 - 17:19

Mir sind die Kurden hier, wie auch dort, wo sie leben, ebenso wie die Millionen Türken, hier bei uns, (der türkischen Provinz Alemanya), und in der Türkei herzlich egal - ausser, dass es viel zu viele von denen hier bei uns gibt.

Kian Kurtz | Do, 8. März 2018 - 15:51

Der Autor scheint sich nicht gut mit der Ideologie des kurdischen Freiheitskampfes auszukennen und auch nicht das pol. Programm der syrischen PYD gelesen zu haben.
Zu Letzterem ist zu sagen: Sowohl die Kurden in Syrien als auch die der Türkei verfolgen nicht die Errichtung des eigenen Staates. In der Türkei bereits seit den 90er Jahren nicht mehr. Wer ihre Ziele kennt, weiß, dass sie sich eindringlich um die Demokratisierung und Dezentralisierung der Staaten bemühen, in denen sie leben. Die Kurden im Irak unter Barzani folgen eher dem nationalistischen Kurs. Diese aber sind ideologische Gegner des PKK-Kurses, was bereits zu Krieg zwischen ihnen führte.
Zum Ersteren: Die PKK baut ihre politische Identität gerade auf der Abkehr vom nationalistisch-etatistischen Denken auf. Lieber Herr Heitmann, recherchieren sie genauer. Die PKK kritisiert den Westen für sein starres Denken in nationalistisch-etatistischen Kategorien, die im Nahen Osten immer schon zu Krieg führten.

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