Teheran
Rauchwolken über Teheran / picture alliance / SIPA | Akasbashi

Krieg zwischen USA/Israel und Iran - Angriffe und Gegenangriffe in Nahost

Seit dem Morgen führen Israel und die USA Krieg gegen den Iran. Das iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei soll laut Außenminister die damit einhergegangene Zerstörung seines Amtssitzes überlebt haben. Der Iran reagiert mit Gegenangriffen.

Grafik: Zwei verschränkte Hände, eine mit SPD-Logo, die andere mit Gebetskette, roter Hintergrund.

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Bei den israelisch-amerikanischen Luftangriffen ist Berichten zufolge der Amtssitz von Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei bombardiert worden. Ein vom iranischen Nachrichtenkanal Sabrin-News veröffentlichtes Satellitenfoto zeigte das vollständig zerstörte Areal des als „Beyt“ bekannten Hochsicherheitsbereichs in der Hauptstadt Teheran. Auch Bewohner in Teheran berichteten davon.

Ob sich Chamenei zum Zeitpunkt der Attacke dort aufhielt, ist unklar. Er hatte sich in den vergangenen Wochen angesichts der militärischen Spannungen selten in der Öffentlichkeit gezeigt. Der iranische Staat dürfte seine Sicherheit zur obersten Priorität gemacht haben. Wo er sich zuletzt aufhielt, ist nicht bekannt. Chamenei steht an der politischen und religiösen Spitze des Landes und ist zugleich Oberbefehlshaber der Streitkräfte.

Europäische Kritik und Appell zu Verhandlungen

Nach den Angriffen haben Deutschland, Frankreich und Großbritannien Gegenschläge der Regierung in Teheran kritisiert. „Wir verurteilen die iranischen Angriffe auf Staaten in der Region auf das Schärfste. Iran muss seine willkürlichen Militärschläge unterlassen“, heißt es in einer in Berlin verbreiteten gemeinsamen Erklärung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Großbritanniens Premier Keir Starmer.

Sie erklärten weiter: „Wir rufen zu einer Wiederaufnahme der Verhandlungen auf und fordern die iranische Führung auf, eine Verhandlungslösung zu finden.“ Letztendlich müsse es dem iranischen Volk erlaubt sein, seine eigene Zukunft zu gestalten. Frankreich, Deutschland und Großbritannien hätten wiederholt an den Iran appelliert, sein Nuklearprogramm einzustellen, von destabilisierenden Aktivitäten abzusehen und Gewalt gegen die eigene Bevölkerung zu beenden. Merz, Macron und Starmer erklärten: „Wir waren nicht an den Militärschlägen beteiligt, stehen aber in engem Kontakt mit unseren internationalen Partnern, inklusive den Vereinigten Staaten, Israel und Partnern in der Region.“ 

Neue Angriffe und Raketenalarm

Die kuwaitischen Streitkräfte haben nach Angaben der Regierung derweil mehrere ballistische Raketen abgefangen, die auf den US-Luftwaffenstützpunkt Ali Al-Salem in dem Golfstaat abgefeuert wurden. Der Iran hatte zuvor bestätigt, den Stützpunkt angegriffen zu haben. Wegen der Gegenangriffe wird in Tel Aviv und anderen israelischen Städten weiterhin immer wieder Raketenalarm ausgelöst. Zivilschutzbehörde und Militär riefen die Menschen im Land am Samstag mehrfach auf, Schutzräume aufzusuchen und dort auf Entwarnung zu warten. Die Verteidigung sei „nicht hermetisch“, hieß es in einer Mitteilung des Militärs. Der Iran feuert als Reaktion auf Angriffe Israels und der USA Raketen auf Israel.

Ein Einwohner Tel Avivs sagte, es seien die intensivsten Angriffe auf die Stadt, die er je erlebt habe. Es gebe etwa jede halbe Stunde Luftalarm. Wie aus einer Mitteilung des kuwaitischen Militärs hervorgeht, gingen durch den Abschuss Trümmerteile in der Nähe des Stützpunkts nieder. Die Menschen wurden aufgefordert, sich von möglichen Gefahrenquellen fernzuhalten. In dem kleinen Staat Kuwait am Persischen Golf liegen wichtige Basen der US-Armee und der US-Luftwaffe. Nach US-Angaben sind im Land rund 13.500 US-Truppen stationiert. Kuwait ist dabei ein wichtiges Transport- und Logistikdrehkreuz für das amerikanische Militär.

Angeblich viele Tote bei Angriff auf Mädchenschule

Bei einem Raketenangriff im Süden Irans sind nach iranischen Angaben wiederum mindestens 70 Schülerinnen ums Leben gekommen. Getroffen worden sei eine Grundschule für Mädchen in der Provinz Hormusgan, berichteten Staatsmedien. Rund 90 weitere Schülerinnen seien verletzt worden.

„Diese Schule war ein direktes Ziel dieses Angriffs“, hieß es in einem Bericht der Nachrichtenagentur Tasnim. Die Trümmerbeseitigung sowie die Rettungsmaßnahmen seien im Gange. Der Vorfall ereignete sich demnach im Kreis Minab unweit der Küste am Persischen Golf. Rund 170 Schülerinnen sollen sich zum Zeitpunkt des Angriffs in dem Gebäude aufgehalten haben.

Zu dem gemeldeten Angriff auf die Mädchenschule gab es von Israel und den USA zunächst keine Angaben. Das iranische Außenministerium veröffentlichte ein Foto, das die in Trümmern liegende Schule zeigen soll. „Dies ist ein offenkundiges Verbrechen. Die Welt muss sich dieser großen Ungerechtigkeit entgegenstellen“, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai laut einer Mitteilung seines Ministeriums.

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Pamina | Sa., 28. Februar 2026 - 16:22

„Wir rufen zu einer Wiederaufnahme der Verhandlungen auf ....“

Die 3 (D, F, UK) haben nichts begriffen. Und die VdL ist wieder nur am Mahnen und Besorgtsein.

Thomas Veit | So., 1. März 2026 - 00:20

Antwort auf von Pamina

Moralapelle, Wirtschaftssanktionen zum eigenen Schaden und unerschütterliche Hybris...

Wären sie mal auf eine richtige Diplomatenschule gegangen... - aber soo!?? /😉🤣

Klaus Funke | Sa., 28. Februar 2026 - 16:31

Ist es der Anfang von einem Großisrael wie es Netanjahu erträumt? Wiederholt sich, was vor über 2000 Jahren schon einmal begonnen wurde, und dann von den Römern blutig niedergeschlagen wurde? Nein, natürlich nicht vergleichbar. Aber einzelne Motive von damals sind auch die heutigen. Oder wird daraus noch eine größere Instabilität in der Region? Was, wenn neben dem instabilen Irak, Syrien und Libanon auch noch ein instabiler Iran dazukommt? Wem nützte das? Wer erträgt das namenlose Leid? Und alles nur für die einen wegen des Öls und für die anderen wegen des Machtfaktors? Und die Augen der Welt wenden sich für einen Moment weg von Europa und weg von der Ukraine? Kann dann dort weiter im Trüben gefischt oder die Atombombe heimlich beschafft werden? Auf dass hernach Europa im Inferno eines Atomkrieges untergeht? Und wer profitierte daraus? Die Europäer etwa oder die Russen oder die Ukrainer? Nein, der Profiteur hockt über dem atlantischen Ozean auf seinem halben Kontinent und freut sich