Drei Männer bei einem Einschlagskrater auf Gehweg vor einem Gebäude, Foto
Einschlagskrater einer iranischen Rakete im Zentrum von Tel Aviv / picture alliance / Anadolu | Mostafa Alkharouf

Krieg gegen den Iran - „Die Operation läuft absolut nach Plan“

Raketenalarm in Tel Aviv, doch das Leben geht weiter: Der frühere Bundespolizist Jan Solwyn spricht im Interview über die Resilienz der Israelis, die militärische Strategie Israels und der USA – und darüber, warum ein Sturz des Regimes in Teheran das ideale, aber keineswegs sichere Szenario ist.

Ingo Way

Autoreninfo

Ingo Way ist Chef vom Dienst bei Cicero Online.

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Jan Solwyn ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institute for National Security Studies (INSS) an der Universität Tel Aviv. Zuvor war er 15 Jahre lang bei der Bundespolizei tätig. Von 2016 bis 2024 versah er seinen Dienst bei den spezialisierten Kräften der Bundesbereitschaftspolizei für Auslandseinsätze. Er war u.a. für die Europäische Grenzschutzagentur Frontex und die Europäische Union in der Ukraine und im Nahen Osten im Einsatz. 2025 erschien sein Buch „An der Grenze“ über das Versagen der deutschen Migrationspolitik. Das Interview wurde am vergangenen Samstag geführt.

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Michael Kaufmann | Mo., 9. März 2026 - 22:23

Aha, also wieder so ein Plan wie im Irak, Afghanistan, Syrien, Libanon. Chaos oder Islamisten an der Macht.

Trump bezeichnete die atomaren Anlagen 2025 bereits als „komplett zerstört“, unabhängige Einschätzungen (Pentagon, IAEA, Geheimdienste) gehen von einer Verzögerung des iranischen Atomprogramms um Monate bis maximal ca. 2 Jahre aus – eine vollständige Zerstörung wird vielfach bezweifelt.
Soll er doch Bodentruppen senden, wie einst in Vietnam ...
Da geht ihm wahrscheinlich doch etwas die Klammer, oder nicht ??? 🤷

klingt nach Masterplan – aber hier hilft Watzlawicks Allegorie: Ein Kapitän fährt nachts durch eine unbekannte Meeresenge, ohne Seekarten. Schafft er es, weiß er nur, dass sein Kurs gepasst hat – nicht, wie die Enge wirklich beschaffen ist.
Dass ein General einen Plan auf ein Memo schrieb, heißt nicht, dass dieser Plan die Realität abbildet. Irak, Afghanistan, Libyen – überall fuhr der Kapitän auf Klippen, die in keinem Plan standen. Daraus zu schließen, die Klippen seien das Ziel gewesen, verwechselt Scheitern mit Strategie. Wer einen Plan hatte, der grandios scheiterte, hatte einen Schlüssel, der nicht passte – keinen geheimen Zweitschlüssel namens Chaos.

Lars Freudenberg | Di., 10. März 2026 - 10:21

Warum greift man die Ölindustrie an? Damit riskiert man einen Öl-Schock, steigende Energiepreise und im schlimmsten Fall eine weltweite Finanzkrise. Strategisch kann das nach hinten losgehen: Man schwächt nicht nur den Iran, sondern auch den eigenen Rückhalt im Westen. Dazu kommt der innenpolitische Effekt: Äußere Angriffe stärken oft selbst verhasste Regime, weil sich viele Menschen im Land unter einem Banner sammeln. Ein Führungswechsel löst das Problem auch nicht automatisch, wenn der Nachfolger genauso radikal ist. Die Operation mag im Grundsatz richtig sein, aber so umgesetzt wirkt sie unnötig riskant. Auch die USA handeln widersprüchlich: Die Kurden in Syrien lässt man fallen, im Iran setzt man plötzlich auf Widerstand. Das ist keine klare Strategie. Und am Ende profitieren womöglich noch China, was man damit doch besser kontrollieren wollte. Es ergibt einfach keinen Sinn für mich.