Freizeitsoldat beim Manöver
Koordiniert wird die Strategie der Freizeitsoldaten von Dachvereinen, größeren Netzwerken und Think­tanks / Patrick Tombola

Krieg der Zivilisten - Die Hobby-Soldaten

Immer mehr Polen üben in ihrer Freizeit den Krieg. Ob Studenten, Ärzte oder Bauarbeiter, fast 80 000 Zivilisten trainieren in paramilitärischen Gruppen für den Ernstfall. Als Bedrohung Nummer eins gilt Russland

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Patrick Witte lebt als Reporter in Berlin.

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An einem Sonntagmorgen um 9.53 Uhr steigt Aleksander Dybiec aus seinem dunkelgrünen Mercedes Benz 230 auf eine Kuhwiese im südpolnischen Nirgendwo und probt den Krieg. Dybiec – ein sportlicher Mann mit dunklem, kurzem Haar, den nur sein Bartschatten 32 Jahre alt aussehen lässt – ist im normalen Leben Ehemann, frischgebackener Vater einer Tochter und Händler von Autoteilen. Doch zweimal im Monat wird er zum Kämpfer in Camouflage. Dybiec stapft durch das nasse Gras zum Kofferraum, räumt eine Wolldecke und einen Rucksack zur Seite und greift nach seiner Pistole und der AK47 mit braunem Holzschaft. Er wäre so weit.

Leichtinfanterie in der Landidylle

Hügelige Weiden ziehen sich bis zum Horizont, braun-weiß gescheckte Kühe grasen vor altersschwachen Fichten. Polnische Landidylle. Auf der einzigen Straße rollen im Minutentakt weitere Autos durch das 800-Seelen-Dorf Trybsz in Richtung Dybiec. Die Kameraden sind pünktlich. Dybiec, Anführer der Lekka Piechota Obrony Terytorialnej, der Leichtinfanterie-Landesverteidigungsgruppe, mag Pünktlichkeit. Der Krieg kann beginnen.

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