Militärparade Paris
Bei der traditionellen Militärparade zum französischen Nationalfeiertag in Paris waren erstmals auch ukrainische Soldaten dabei / picture alliance/dpa/AP | Thomas Padilla

„Koalition der Willigen“ - Prachtparade und Skepsis in Paris

Ukrainische Soldaten auf den Champs-Élysées, Selenskyj auf der Ehrentribüne: Bei der traditionellen Militärparade am französischen Nationalfeiertag inszeniert Paris die Geschlossenheit der „Koalition der Willigen“. Und doch wurden skeptische Stimmen laut.

Thomas Urban

Autoreninfo

Thomas Urban ist Journalist und Sachbuchautor. Er war Korrespondent in Warschau, Moskau und Kiew. Zuletzt von ihm erschienen: „Lexikon für Putin-Versteher“.

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Auf den ersten Blick war es ein weiterer großer Erfolg für die Führung in Kiew: Erstmals marschierten ukrainische Soldaten in der traditionellen Militärparade zum französischen Nationalfeiertag auf den Champs-Élysées mit, ganz vorn in einem 500 Mann starken internationalen Kontingent. Gestellt wurde es von der „Koalition der Willigen“, den 37 Staaten, die das angegriffene Land militärisch und politisch unterstützen. Am Himmel über Paris flogen zwei Mirage mit französisch-ukrainischer Besatzung unmittelbar hinter der Kunstflugstaffel Patrouille de France. Einer der Kampfjets war in den ukrainischen Nationalfarben Blau und Gelb lackiert.

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Klaus Funke | Di., 14. Juli 2026 - 21:53

Das ist der Abgesang des seltsamen Präsidenten Macron, ein Mann mit schwierigen Neigungen. In diesem Sinne passt der Komiker Selensky wunderbar dazu. Was werden die Russen dazu sagen? Ich dachte, Macron wollte mit denen ernsthaft verhandeln? Das wird wohl nix. Ist auch bedeutungslos. Denn Macron wird in Frankreich wie in der Weltpolitik keine Rolle mehr spielen. Es ist jetzt sein großer Kostümumzug mit allem Pomp. Sowas lieben Typen wie er. Warum nimmt er nicht in Frauenkleidern die Parade ab? Den nächsten 14. Juli wird Frau Le Pen abnehmen. Und Macron ist Zuschauer. Ob in Frauenkleidern, das wird man sehen.

zu diesem Thema bin ich gespannt, lieber Herr Veit.
Ich lerne gerne von anderen Menschen, die mir mit überzeugenden Argumenten
belegen können, daß ich mich mit meiner Meinung auf dem Holzweg befinde.
Es tut mir leid, aber bisher kann ich nicht erkennen, was diese Parade in Paris von dem unterscheidet, was in Moskau auf dem Roten Platz als sog. Siegesparade jährlich abläuft - allerdings dort mit dem entsprechenden realen Drohpotential.
Und übrigens: Der "kleine Mann" Macron ist nicht nur von seiner körperlichen Statur her klein, sondern längst auch als Politiker. Die Zeiten stehen auf Sturm! Die Zustände in vielen europäischen Ländern sind zu schlimm geworden, um die Wähler noch dazu zu bringen, Leute wie Macron und Merz, die für die internationale Hochfinanz gearbeitet haben, weiter ernst zu nehmen. Sie verlangen - zu Recht - daß i h r e Politiker in erster Linie i h r e Interessen vertreten und nicht die des weltweiten Kapitals u. der globalen Groß-Mächte.

... auf die gute alte deutscheSprache zurückgegriffen.

Gut so, denn sonst versteht und spricht sein ideologisch-politisches Herz nur noch das aus dem Russischen neu transkribierte Ukrainisch; das eigene Land und seine Bewohner scheint ihn schon lange nicht mehr zu interessieren.

Ja, die "Willigen" und die ihnen angepasster Journalisten (wie Herr Urban) krakeelen immer sehr laut.
Dabei haben die "Willigen", diese kriegsblinden Gröfaze, diese Unterstützer des osteuropäischen Nationalismus, in ihren eigenen Ländern längst die Unterstützung der Bevölkerungverloren und klammern sich nur mit allen möglichen Tricks (eta uaf dem Umweg über die EU) an der Spitze der Staaten fest.

Herr Urban wird, wenn er weiterhin seinen Verstand gebrauchen sollte, sicher auch feststellen, dass der schöne Begriff "erzdumm" auch auf die "willigen" europäischen Politiker passt.

Die Amerikaner sind wesentlich klüger: Sie verwandeln die Dummheit der "Willigen" in klingende Münze für die eigene Bevölkerung.

Erst mal andere ein paar Jahre kämpfen lassen, und danach mit frischer Kraft und mit frischen Kräften selbst einsteigen - das hat sich als Strategie in den beiden Weltkriegen sehr gut bewährt.

Aber in den Zeiten zwischen den Weltkriegen muss auch eine Weltmacht wie die USA immer mal wieder irgendwelchen Zwergen klar machen, wer den Hammer besitzt, und da lässt sich eigener Einsatz schlechter vermeiden. Das ist das, was Trump anders machen will. Und ich finde, er ist da auch ganz konsequent: Simply America first.