Klimaschutz - Die Arbeit beginnt erst

Umweltministerin Barbara Hendricks drohte beim Weltklimagipfel in Marrakesch eine Blamage. Nun soll doch noch ein Klimaschutzplan 2050 beschlossen werden. Für den weltweiten Klimaschutz reicht das allein jedoch nicht

Der rauchende Schlot eines Kohlekraftwerks neben einem Windrad
Den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern, ist eine Sache. Südliche Länder interessiert jedoch etwas Anderes / picture alliance

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Andreas Sieber ist freier Journalist und schreibt vor allem zu Umwelt- und Klimaschutzthemen.

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Es ist wohl ein Rekord: Am 12. Dezember 2015 beschlossen Staatenlenker aus aller Welt den Pariser Klimavertrag, vergangenen Freitag trat er in Kraft. Nicht mal ein Jahr hat es gedauert. „Noch nie ist ein so wichtiges Abkommen so schnell in Kraft getreten“, sagte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Das Kyoto-Protokoll brauchte dafür acht Jahre. Seit gestern verhandeln in Marrakesch mehr als 190 Staaten die konkrete Umsetzung. Aber die Herausforderungen im Klimaschutz haben gerade erst begonnen.

Ringen um den Klimaschutzplan

Umweltministerin Hendricks gilt als eine der Architektinnen des Pariser Abkommens. In den vergangenen Wochen bekam sie jedoch vor allem im eigenen Land viel Gegenwind. „Manche scheinen immer noch zu glauben, Klimaschutz sei allein das Vergnügen der Umweltministerin“, beschwerte sie sich. Gemeint hat sie damit wohl Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Die hatten alle ehrgeizigen Klimaschutzziele wie den Kohleausstieg und den Stopp von Autos mit Verbrennungsmotoren aus ihrem „Klimaschutzplan 2050“ gestrichen.

Nun aber kann Umweltministerin Barbara Hendricks doch mit einem Konzept zur zweiten Verhandlungswoche nach Marrakesch reisen. Nach monatelangem Ringen haben sich die Staatssekretäre der Ministerien nach Angaben aus Regierungskreisen auf einen gemeinsamen Entwurf geeinigt. Er soll am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden.

Weniger Glamour, mehr Arbeit

Die Pariser Klimakonferenz war voller großer Momente. Leonardo DiCaprio und Arnold Schwarzenegger ließen es sich nicht nehmen, vorbeizuschauen. Mehr als 150 Staatsoberhäupter kamen. In Marrakesch geht es weniger um die großen Entscheidungen als die Details wie soll die Finanzierung von Klimaschutz funktionieren und wie genau sieht die nationale Klimapolitik der einzelnen Länder aus? „Die Ratifizierung war natürlich nichts im Vergleich zu der Arbeit, die jetzt vor uns liegt“, kommentierte ein Verhandler aus Deutschland gegenüber Cicero Online.

Deutschland als Vorreiter

Deutschland gilt in der Klimapolitik weiterhin als Vorbild. Andere Länder, insbesondere China, könnten Deutschland jedoch beim Klimaschutz überholen. Die Volksrepublik kündigte kürzlich an, 30 bereits im Bau befindliche Kohlekraftwerke zu stoppen Sigmar Gabriel ist von so einer Entscheidung weiter entfernt als Berlin von Peking. Diese nationalen Debatten zu führen, bringt die Klimapolitik von der großen Bühne zurück in den Maschinenraum.

Nahezu jedes Land hat für die Klimakonferenz in Paris ein nationales Klimaschutzprogramm eingereicht. Der Klimagipfel in Marokko soll eine Reihe von Partnerschaften zur Umsetzung dieser Pläne ins Leben rufen. Vielen Ländern fehlt es schlicht an Erfahrung und Ressourcen, um zeitnah eine ehrgeizige Energie- und Klimapolitik ins Leben zu rufen. Eine besonders prominente Rolle dabei soll Deutschland einnehmen, das Mitinitiator des Programms ist.

Pariser Abkommen reicht nicht aus

Pünktlich zum Start der Konferenz lieferte das UN-Umweltprogramm einen eindringlichen Report: Alle Staaten müssen noch vor 2020 ihre Reduktionsziele deutlich ehrgeiziger gestalten, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Die Klimaschutzpläne, die in Paris vorgelegt wurden, würden den globalen Temperaturanstieg bei optimistischen Prognosen auf etwa 2,7 Grad begrenzen. Dies ist jedoch weit entfernt vom 1,5-Grad-Ziel des Pariser Abkommens und würde katastrophale Folgen, insbesondere für südliche Länder, bedeuten.

Bereits 2018 sollen die Staaten deshalb weitreichendere Zusagen beim Klimaschutz machen. Nur wenn Staaten wie Deutschland die eigenen Zusagen einhalten, wird das auch tatsächlich geschehen. Verhandler der Europäischen Union bestätigten vor Ort, dass dies die Priorität Deutschlands und anderer Industrieländer sei. Besonders Ländern, die bereits heute stark vom Klimawandel betroffen sind, reicht das jedoch nicht aus.

Der globale Norden setzt die Prioritäten

Für Länder wie Kenia, die Philippinen oder andere Inselstaaten sind Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel mindestens ebenso wichtig wie die Reduzierung von Treibhausgasen. Ein Damm gegen Überschwemmungen ist für die Menschen dort oft wichtiger als ein Solar-Panel. Für Länder, die den Klimawandel verursachen, aber weniger stark betroffen sind, ist das jedoch keine Priorität.

100 Milliarden Dollar an finanzieller Unterstützung haben die Industriestaaten dem globalen Süden ab 2020 jährlich zugesagt. Demnach soll eine Balance gefunden werden zwischen Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Die vor wenigen Wochen vorlegte Prognose zeigt jedoch, dass nur ein Fünftel der Gelder in Anpassungsmaßnahmen fließen.

Die Zusage von 100 Milliarden Dollar sei „ein Schritt vorwärts“, hieß es aus der Hilfsorganisation Oxfam. Dennoch seien die MIttel für Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel nicht annähernd ausreichend. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind in weniger als 15 Jahren für diese Maßnahmen zwischen 140 und 300 Milliarden Dollar nötig.

Anpassungsmaßnahmen nicht vergessen

Für Schäden sollen weitgehend private Versicherungen aufkommen, ist aus Verhandlerkreisen zu hören. Das funktioniert ironischerweise insbesondere für die verwundbarsten Länder nicht. Denn keine Versicherung kann es sich leisten, ein extrem gefährdetes Haus in einem Inselstaat bezahlbar zu versichern.

Mittelfristig wird Klimaschutz jedoch nur zusammen mit den betroffenen Ländern machbar sein. Dafür sieht es gar nicht so schlecht aus. Damit das auch so bleibt, sollte Marrakesch zumindest Perspektiven für mehr Geld für Anpassungsmaßnahmen an die Folgen des Klimawandels und Entschädigungen liefern.

Yvonne Walden | Di, 8. November 2016 - 12:46

So lange wir als reiches Land in Sachen Klimaschutz nicht Vorbild sind, so lange werden die Schwellenländer nicht mitziehen.
Warum gibt es hier in Deutschland immer noch diese Dreckschleudern, die Braunkohle verfeuern oder gar Steinkohle?
Warum macht der Gesetzgeber nicht endlich den Weg frei für Stromtrassen, die den Nordsee-Windstrom von Nord nach Süd transportieren?
Warum werden überwiegend im Norden Deutschlands Windkraftanlagen gebaut? Auch im Süden Deutschlands weht der Wind. Warum werden dort keine oder nur vereinzelte Windräder installiert?
Klar ist, daß die Energieriesen EoN, EnBW, RWE und Vattenfall derartige Entwicklungen bremsen oder gar verhindern wollen, weil sie mit ihren Großkraftwerken möglichst viel Geld einfahren wollen.
Dem muß endlich ein Riegel vorgeschoben werden.
Warum die Regierung diese Unternehmen nicht längst vergesellschaftet hat, ist unerklärlich.
Man sollte ihnen so schnell wie möglich das Heft des Handelns aus der Hand nehmen, um unser Klima zu retten.

Manchmal frage ich mich, auf welchen Planeten manche Menschen leben.
Mit Windstrom kann man kein Industrieland versorgen. Auch in Norddeutschland stehen die Windräder oft still. Warum der Zappelstrom von Nord zum Süden. Zappelstrom haben wir im Süden selbst. 30.000 Windräder haben keine Tonne Steinkohlestrom überflüssig gemacht. Sehr geehrte Yvonne, gehe bitte zurück zur Schule und passe beim Physik ein bisschen mehr auf. Die Energiewende, wie wir sie kennen, hat bei uns keine Change es sei denn, wir wollen zum Mittelalter.
Im Übrigen sind die große Stromversorger wie EON usw. die Firmen, die uns vor 20 Jahre für weniger als 10 Cent je KW/h mit Strom versorgt haben. Wegen dem Vollidioten Tritt Ihn zahlen wir heute das Dreifache und der Strom ist noch dreckiger wie vor 20 Jahren. Der Vertrag von Paris ist im Übrigen eine Absichtserklärung ohne Konsequenzen, es geht dort ausschließlich um geld. Jetzt machen 30,000 Menschen
Urlaub auf unsere Kosten in Marokko

Sie haben nicht das Recht, in meinem Namen das Klima zu retten.

Wenn Sie und andere wirklich klimaschützende Energie-formen anbieten können, dann gründen Sie bitte eine Firma und retten das Klima auf friedlichem Wege.

Aus ökonmischer Sicht sind Kliamabkommen sinnlos, denn es handelt sich hierbei um Planwirtschaft. Es ist wissenschaftlicher erwiesen, dass diese nicht funktioniert. Wenn Sie sich also in den Dienst der Wissenschaft stellen, dann bitte ich dies auch auf dem Feld der Ökonomie zu tun (siehe u.a. Ludwig von Mises).

Aus Gründen der Nachhaltigkeit kann ich Ihnen mitteilen, dass Energie durch Solarpanels oder Windräder nur deshalb teurer als Enerige durch fossile Brennstoffe sind, weil die Herstellung der dazu notwendigen Geräte mehr Energie benötigt. Sie wollen Ressourcen schützen? Dann gehen sie nach den Energiekosten! Also den Kosten! (siehe u.a. Alex Epstein)

Sehr geehrte Frau Walden!
Ihre Empörung mag echt sein, allerdings zeugt sie von wenig bis keiner Kenntnis.
Windräder, die sich drehen, erzeugen noch lange keinen Strom. Dazu bedarf es einer gewissen Windstärke, die aber in Süddeutschland selten erreicht wird. Ja, der Wind weht auch hier, aber die Erdoberfläche sowohl in ihrer Topographie als auch mit ihrem Bewuchs bremsen den Wind gewaltig ab. Windkraftanlagen, z.B. in der Nähe von St. Georgen erzeugen nur an rund 2000 Stunden im Jahr die "Menge" an Energie, die sie eigentlich liefern könnten. Das Jahr hat aber über 8600 Stunden. Die immer wieder verbreitete Lüge, dass mit einer WKA eine bestimmte Anzahl von Haushalten "mit Strom versorgt" werden können, wird erst durch den Zusatz des Wortes "manchmal" wahr. Und in der "windlosen" Zeit brauchen wir die so genannten Dreckschleudern. Bevor Sie wieder solch einen Kommentar schreiben, sollten Sie Sich etwas mit der Materie befassen. MfG: Chr. Bauer

Erreicht ein Windrad im Norden gerade in einem Viertel der Zeit die angegebene Leistung, so ist es im Süden weniger als 20%. Für rechnerische drei Viertel der Zeit, häufig aber tagelang durchgehend, fallen Sonne und Wind vollständig aus. Da brauchen wir sie dann so dringend, die Kohlekraftwerke. Und weil die nicht mal schnell hochgefahren werden können, laufen sie bei Wind und Sonne mal eben so mit - das CO2 freie Kernkraftwerk mussten ja unbedingt abgeschaltet werden. Und wenn weitere Kernkraftwerke abgeschaltet werden, dann sind wir noch stärker von den Kohlekraftwerken abhängig - der CO2 Ausstoss aus Stromerzeugubg sinkt ja seit 7 Jahren nicht mehr, also dient jedes Windrad einzig dem Geld verdienen. Alle Windräder und Solarmodule haben NULL Effekt für das Klima gehabt. Da wird die Regierung nichts "vergesellschaften". Dann ist sie selbst in der Verantwortung für etwas, was sie selbst gegen die Wand gefahren hat - eine Energiewende ohne nennenswerte Ergebnisse mit Billionenkosten.

Arndt Reichstätter | Di, 8. November 2016 - 13:06

Fast der gesamte Text, man mag es dem gutmeinenden Autor nachsehen, ist mit falschen und ideologisch aufgeladenn Worten durchspickt und daher unbrauchbar.

Die gestiftete Verwirrung ist Absicht der Machtelite. Durch diese Strategie soll uns das wahre Ziel des "Klimaschutzes" schöngeredet, bzw. seine persönlichkeitsrechtlichen Implikationen verborgen bleiben.

In Wahrheit geht es nicht um Klimaschutz, sondern um Macht und Geld. Der Klimaschutz ist nur Vorgabe, also Propaganda.

Wollte man das Klima schützen, würde man möglichst viel öffentliches Eigentum privatisieren und freien Handel (ohne politische "Erlaubnis") ermöglichen. Dies ist ökonomisch seit 1923 wissenschaftlich ökonomisch bewiesen. Und dies ist historisch durch die Geschichte des Kommunismus bzw. des Sozialismus bewiesen.

Alle hier genannten Organisationen gehen allerdings den autoritären anstatt dem libertären Weg. Damit sind sie gefährlich. Ihre Agenda ist abzulehnen.

Die These, daß privates Eigentum dem Klimaschutz besser diene als öffentliches Eigentum, ist nicht haltbar.
Im Gegenteil.
Der private Reichtum macht ein ungehemmtes Wirtschaften doch erst möglich. Öffentlicher Reichtum dagegen wird öffentlich kontrolliert, ist also kontrollierbar.
Wenn Herr Reichstätter von "verwirrtem Geist, von verwirrten Handlungen" schreibt, sollte er seine Thesen also zunächst einmal selbstkritisch durchdenken.
Vielleicht führt dies zu neuen Einsichten...

Robert Müller | Di, 8. November 2016 - 13:40

Mich ärgert an der Merkelschen Klimapolitik, dass es dabei weniger ums Klima, dagegen mehr um Wirtschaftspolitik geht. So wird nicht der günstigste Weg in die Energiewende gewählt, sondern der wirtschaftsfreundlichste. Wobei der in der Realität oft nur der einflussreichsten Branche kurzfristig nützt. Beispiel Energiebranche: Die Großen wurden jahrelang gehätschelt und jetzt stehen sie vor dem Aus. Automobilkrise: Auch hier wurde genauso verfahren. Zuletzt wusste man sich nicht anders mehr zu helfen, als die Kunden zu beschummeln. Ich habe noch im Ohr wie die Deutschen die Südeuropäer über den DE-Ansatz in der Wirtschaftspolitik belehrten: Der Staat als neutraler Schiedsrichter. In der Realität versteht man sich als Dienstleister, immerhin ohne Korruption. Übrig bleibt die Frage, warum es hier trotzdem nicht so schlecht wie anderswo läuft. Vielleicht ist es die DE Lust zu meckern, wodurch Fehlentwicklungen korrigiert werden müssen. Früher oder später, ist immer noch besser als nie.

Joachim Walter | Di, 8. November 2016 - 13:53

... denn das wäre die stetig wachsende Bevölkerung der Erde.

Solange in Afrika jeden Tag 70.000 Menschen mehr geboren werden als sterben, und all diese Menschen verständlicherweise nach dem gleichen Wohlstand (und damit Ressourcenverbrauch) streben wie die sog. "entwickelte westliche Welt", sind alle Klimaschutzprogramme nur Augenwischerei.

Bereits heute verbrauchen die 7Mrd Menschen 50% mehr als der Planet Erde zur Verfügung stellt. Die reichen 2,8 Mrd verbrauchen davon 83%, den Rest die übrigen 4,5 Mrd in den ärmeren Ländern.

Nehmen wir nun einmal an, die Reichen würden ihren Ressourcenverbrauch halbieren (von 1,2 Planeten auf 0,6), und die armen würden sich mit wiederum nur mit der Hälfte der Hälfte der reichen Länder zufrieden geben, dann wären wir ohne Bevölkerungswachstum immer noch bei ca. 1,2 Planeten. Berücksichtigt man das zu erwartende Bevölkerungswachstum , so sind wir wieder bei 1,5 Planeten.

Das Bevölkerungswachstum macht jegliche Anstregungen zu Nichte!

Die Bevölkerungsexplosion insbesondere in Afrika, aber auch in Teilen Asiens, ist einer der Hauptgründe, warum alle Anstrengungen zur Rettung des Planeten wirkungslos bleiben. Nehru sagte einmal sinngemäß in bezug auf Indien: Wir müssen rennen, um auf der Stelle zu bleiben.

Dieses rasante Bevölkerungswachstum liegt allerdings in der Verantwortung der afrikanischen/asiatischen Länder selbst. Die müssen aktiv werden und nicht nur Europa/USA mit ständigen Finanzierungen.

Guy Franquinet | Di, 8. November 2016 - 14:38

Was in Marrakesch geboten wird ist ein Affentheater.
Es geht dort ausschließlich um Geld verteilen, was es noch nicht gibt. Greenpeace, WWF und andere kriminelle Organisationen sind dort am stärksten vertreten und deren "Abgesandte" machen dort Urlaub.

Ulrich Bohl | Di, 8. November 2016 - 15:27

Das Gerede über die Notwendigkeit des
Klimaschutzes und konkrete Maßnahmen
dazu wäre lange beendet, wie dieser einfache
Satz es zum Ausdruck bringt.
" Wäre die Erde eine Bank, sie wäre längst
gerettet"
Wurde uns doch schon wiederholt vorgeführt.

Jürgen Lehmann | Di, 8. November 2016 - 16:09

Noch nie ist ein so wichtiges Abkommen so schnell in Kraft getreten“, sagte Umweltministerin Barbara Hendricks.
Diese Feststellung sagt jedoch nichts aus, denn die Trägheit, so ein Abkommen weltweit umzusetzen, ist so groß, dass viel Phantasie dazu gehört an einen positiven Ausgang zu glauben.

Außerdem ist das Thema „Klimawandel mit Beschränkung der Temperaturerhöhung“ so kompliziert, dass Diskussionen an dieser Stelle als sinnlos erscheinen.

Es wäre auch interessant zu erfahren, welche Vergünstigungen z.B. die Golfstaaten wieder erhalten werden.
Im Kyoto-Protokoll (November 2012) galten die Golfstaaten als Entwicklungsländer (darunter auch die Vereinigten Arabischen Emirate) und müssen daher ihren CO2-Ausstoß nicht reduzieren.

Außerdem stellt sich die Frage, weshalb dem „globalen Süden“ - ab 2020 - jährlich 100 Milliarden finanzielle Unterstützung zugesagt wurden. Bedeutet dies, dass der „globale Süden“ nicht in der Lage ist sich selber zu helfen.

Fast alle

Christoph Kuhlmann | Di, 8. November 2016 - 16:18

Durch den Ausstieg aus der Kernenergie ist es nicht zur Verdrängung der Kohlekraftwerke gekommen, die einen Großteil der CO2 Emission verursachen. Im Gegenteil, durch den unregelmäßigen Strom aus Wind- und Sonnenkraft, sind die Kohlekraftwerke wichtiger als zuvor, da die Kerenergie im Grundlastbereich ja schon zu großen Teilen weggefallen ist. So wurden in Deutschland dann auch 366 Mio. Tonnen zur Stromerzeugung emittiert und 2015 315 Mio T. also 8 ca. 86% des Ausstoßes vor 25 Jahren. Dafür wurden aber im Zuge der Ökostromumlage (EEG) allein im Jahre 2013 20.393 Milliarden Euro aufgewendet. Bedenkt man, dass die erneuerbaren Energieen seit 1991 gefördert werden, ist eine exorbitante Summe für die Senkung der CO2 Emissionen um ganze 14% bei der Stromerzeugung aufgewendet worden, die in keinem vernünftigen Verhältnis zum Aufwand steht.

Dann geht der CO2 Ausstoss wieder hoch, statt runter. Dunkel-Flaute sei Dank, laufen die Kohlekraftwerke dann an ihrer Kapazitätsgrenze. Stört den Windmüller ja auch nicht, seine Rente "isch sicher", so dass der leistungsstärkere Porsche jetzt schon bestellt werden kann - "Planungssicherheit". Phantastisch, wie der Geldadel die Linke in Schlepptau nimmt. Fazit: Die Grünen allein sabotieren mit ihrer Kernkraft-Phobie die Energiewende und sind allein für den nicht fallenden CO2 Ausstoss aus Stromerzeugung verantwortlich. Da werden sie ihren Kindern aber was zu erzählen haben ("...habt die Welt nur geliehen" und so).

Albert Keller | Di, 8. November 2016 - 16:27

daß die ganze Welt gegen ein unbewiesenes Phänomen kämpft. Dabei gäbe es soviel Nötiges zu tun...

Nicolas Wolf | Di, 8. November 2016 - 17:09

Bleibt die Frage: warum der ganze Zinnober? Globale Durchschnittstemperatur enttäuscht weil die Wärme wohl ihrendwie im Pazifik verschwunden ist, aber an den Modellen die das nicht vorhergesehen haben liegt es nicht. Preise für die Energiewende, bis heute, sind jenseits aller Prognosen (und das kam von den gleichen Leute, die die Story mit der Temperatur auftischen). Wenn man auf die Seite vom UBA schaut, kommt man zu dem Schluss, eine Wirtschaftskrise zur CO2Einsparen wirksamer ist, als alle Windräder, vielleicht logisch aber beides ist nicht erstrebenswert. Also Grundlage, Effiziens und Effektivität des ganzen rechtfertigen recht wenig, schon gar nicht noch mehr vom gleichen. Was fehlt ist eine Neubewertung des Standes der Dinge und da wirds das wohl gewesen sein, mit der Deutschen Vorreiterrolle, höchstens bei der Hybris, die macht uns so schnell keiner streitig.

Bonga Rottanina | Di, 8. November 2016 - 17:18

von Solarzellen auf der Erde neben dem Veranstantungszentrum in Marrakesch gesehen habe! Wie kann so ein armes Land so etwas vollbringen und kaum nördlicher von Andalusien bis Griechenland schaffen unsere Länder diese nicht.
Eine Blamage und Versagen für Europa....

Ernst Laub | Di, 8. November 2016 - 18:49

Im Mittelalter waren die Alpengletscher wesentlich kürzer und die Alpenübergänge, die heute immer noch unter Firneis liegen, für Mensch und Vieh begehbar (z.B. der Theodulpass zwischen Zermatt und dem Aostatal, wo unter dem zurückweichenden Schnee Überresten eines aus dem 13. Jahrhundert stammenden, teilweise gepflasterten Saumweg heute wieder zu sehen sind). Auch gediehen zu dieser Zeit Walnussbäume und Weinreben in höheren und nördlicheren Lagen als heute. Obwohl es grundsätzlich richtig ist, Luft und Wasser sauber zu erhalten, dient der heutige hysterische „Klimaschutz“ in Wirklichkeit der Ablenkung von den wirklichen Problemen (Überbevölkerung, Abholzung der Tropenwälder und Zerstörung der Artenvielfalt) und der Ausplünderung der Steuerzahler und Konsumenten.

Jochen Römisch | Di, 8. November 2016 - 20:17

"Warum gibt es hier in Deutschland immer noch diese Dreckschleudern, die Braunkohle verfeuern oder gar Steinkohle?"
Zur Zeit stammen mehr als 45% des deutschen Stroms aus Kohlekraftwerken. Das ist auch nicht verwunderlich, schließlich trägt der Wind- und Sonnenstrom über das Jahr gerechnet schon ungefähr soviel bei, wie die bisher abgeschalteten Atomkraftwerke. Allerdings leider nur rechnerisch: Sonne und Wind produzieren nicht verläßlich, sondern sehr ungleich. Bei dem bisherigen geringen Anteil von Sonne und Wind war es bisher möglich, die konventionellen Anlagen herunterzufahren, wenn der regenerativ erzeugte Strom anfiel. Hier sind wir bereits an der Grenze des Machbaren angelangt: Teilweise muss überschüssiger Sonnen- und Windstrom ans Ausland geliefert werden und wir müssen bezahlen, damit er überhaupt abgenommen wird. Kurzum: mit Sonnen- und Windstrom kann man fast überhaupt kein konventionelles Kraftwerk komplett abschalten, weil man die Kapazitäten vorhalten muss.

Wolfgang Seifert | Di, 8. November 2016 - 23:07

Dass es unterschiedliche Interessen gibt, ist Fakt. Aber wollen wir den Entwicklungsländern verbieten irgendwann einen ähnlich hohen Energieverbrauch zu haben wie wir heute? Wir werden auf Dauer deutlich mehr Energie benötigen als jetzt. Diese zu erzeugen kennen wir aktuell nur eine Möglichkeit, die keine fossilen Brennstoffe benötigt und auch kein Atomkraftwerk, das nachweislich zu Katastrophen führen kann. Es sind die Erneuerbare Energien aus Wind, Wasser, Sonnenlicht, Geothermie und Biogas. Aber wir sind weit entfernt davon diese Quellen so auszuschöpfen, dass sie ausreichen, den Energiehunger zu stillen. Wir werden versuchen müssen die Konzentration des Treibhausgases CO2 zu steuern, gefährdete Küstenbereiche zu schützen und mit Extremwetter umzugehen. Z.B. ungeeignet sind Elektroautos: gut für smogverseuchte Städte, aber für den Klimawandel können sie keinen Beitrag leisten. Alles viel zu klein - aber vor allem in die falsche Richtung - gedacht!

Steffen Loos | Mi, 9. November 2016 - 10:48

Was leider immer wieder als gesetzt gilt ist die Behauptung, dass der Mensch für den Klimawandel verantwortlich ist und das wird auch hier mal wieder nicht in Frage gestellt. Die Meteorologen können zwar keine Woche das Wetter vorhersagen, doch hier kann sogar auf das Grad genau festgestellt werden um wie viel sich die Erde erwärmt und genau mit welchen Maßnahmen wir das auf eine festgelegte Gradzahl begrenzen können. Merkt denn keiner wie unwissenschaftlich und weltfremd das ist? Wer wie ich zu den Zweiflern gehört weiß inzwischen genau wie sich Galileo gefühlt hat als er das Geozentrische Weltbild in Frage gestellt hat. Die Mehrheit hat ihm nicht glauben wollen und sogar bedroht und trotzdem hatte er recht. Heute traut sich kaum einer das "Klimahysterische" Weltbild in Frage zu stellen. Denn wenn man die Sache wissenschaftlich betrachten will, dann muss man erst alle anderen Faktoren ausschließen bevor man behaupten kann, dass der Mensch für den Klimawandel verantwortlich ist ...

Steffen Loos | Mi, 9. November 2016 - 11:11

... Der Hauptfaktor beim Klima ist die Sonne. Ihre Energieabgabe ist nicht konstant. Sie durchläuft viele Zyklen, der kürzeste dauert 11 Jahre und ist bekannt durch die Sonnenflecken. Neben der "flackenden" Sonne, spielen beim Klima auch die Neigung der Erdachse, der Abstand zur Sonne, die Form der der Umlaufbahn um die Sonne, das Erdmagnetfeld und sogar auch die kosmische Strahlung eine Erhebliche Rolle. Alle durchlaufen Zyklen von unterschiedlicher Länge und können sich unterschiedlich überlagern und Klimaschwankungen verstärken oder abmildern. So schwankte vor einigen Tausend Jahren die mittlere Jahrestemperatur innerhalb weniger Jahrzehnte um bis zu 10°C. Das war eine wahrliche Klimakatastrophe und ganz ohne menschlichen Einfluss. Ein bekanntes Phänomen des Klimawandels sind die Eiszeiten, die in den letzten 2 mio. Jahren etwa 80% ausmachten im Gegensatz zu den 20% Warmzeiten. In einer solchen Warmzeit leben wir und sollten froh darum sein. Ein kälteres Klima währe schlimmer..

Steffen Loos | Mi, 9. November 2016 - 11:33

... Hauptantreiber der Klimahysterie ist der IPCC, der der UN unterstellt ist. Dieser soll den vom Menschen verursachten Klimawandel erforschen und um nicht überflüssig zu werden und um weitere Finanzierung zu sichern, wird man auch weiterhin nicht davon abrücken, dass der Mensch Schuld hat. Herr Sieber und viele Journalisten wie auch fast alle Politiker stützen sich auf diese Aussagen ohne das Klima verstanden zu haben und ohne überhaupt zu wissen wie der CO2-Kreislauf funktioniert. Wer sich damit objektiv beschäftigt muss nämlich feststellen, dass CO2 ein eher schwaches Treibhausgas ist und vor allem der Anstieg die Folge einer Erwärmung und nicht die Ursache dafür ist. Wir sollten froh sein das es warm bleibt denn dadurch ist der CO2-Gehalt höher, was das Wachstum von Pflanzen begünstigt. Durch die Wärme ist die Luftfeuchtigkeit höher und sind die Wachstumsperioden länger. Nur so können wir über 7 milliarden Menschen ernähren. Andersherum währe schlimmer schaut in die Geschichte.

Steffen Loos | Mi, 9. November 2016 - 11:46

Unternehmen in Deutschland und der EU bekommen die Mengen die sie an CO2 produzieren zugeteilt. Wer darüber liegt muss Strafe zahlen. Bei jeder neuen Handelsperiode werden die zu verteilenden kostenlosen CO2-Zertifikate verknappt und Unternehmen, die mehr produzieren wollen müssen diese hinzukaufen. Das macht unseren Wirtschaftsstandort immer teurer und die Industrie wandert ab. Investiert wird woanders und dort enstehen die neuen Arbeitsplätze. Wir können uns dann auf die Schulter klopfen und sagen, dass wir unseren Ausstoß verringert haben. Produziert wird dann woanders und dabei entsteht noch mehr CO2 denn die Produkte müssen nun weiter transportiert werden. TOLL!!
ALLE WOLLEN ZURÜCK ZUR NATUR ABER KEINER ZU FUSS!

Dirk Badtke | Do, 10. November 2016 - 10:04

3% des deutschen Gesamtenergieverbrauches werden durch "Erneuerbare" simuliert (Nennleistungsangabe). Hierfür werden 25 Mrd. € p.a. an Subventionen bezahlt. Weiter muß man doch nichts sagen, ein totes Pferd. Landlords bekommen 120 000 - 500 000 € Pacht für 150 m² Stellfläche für Windanlagen mal 20 Jahre. Angebliche Lebensdauer 20 Jahre, aber schon nach 5 Jahren ein Mehrfaches an Wartungskosten. Ein Transrapid auf der Wiese und der ist ja Exportschlager im Museum. Eine dumme Etatistennummer, genauso wie das ungewollte Geschwätz von Angela M. alle von Bangladesch bis ins südliche Afrika könnten jetzt ihr Asylrecht überprüfen lassen. Das Problem dieser absurden Schauspieler wie Angela M. ist, sie können Fehler nicht korrigieren, ganz vorn waren Wilhelm II, AH, AM,. Man muss Merkel und ihre Paladine jetzt stoppen! Vor einigen Tagen war ich am Brühl in Leipzig, da hängen die Facharbeiter in den Passagen umher und machen den Leuten das Leben schwer, respektlos und aufdringlich. Willkommen!

Jürgen Winzig | Do, 10. November 2016 - 17:05

Was Herr Morgenthau nicht geschafft hat, schafft der Hosenanzug im Zeichen der Raute. Deutschland schafft sich ab.

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