Ukrainische Soldaten inspizieren ein beschädigtes Militärfahrzeug nach Kämpfen in Charkiw / dpa

Klaus Dieter Naumann über den Ukraine-Krieg - „Meine Einschätzung ist: Putin hat sich verzockt“

Seit einer Woche herrscht Krieg in der Ukraine. Klaus Dieter Naumann, General a. D. und ehemaliger Vorsitzender des Nato-Militärausschusses, wirft im Gespräch einen Blick zurück in die Neunziger, als er maßgeblich an der Nato-Russland-Grundakte mitgearbeitet hat, erklärt, warum er die Gefahr eines Atomkrieges derzeit nicht sieht und warum er den Vorwurf der angeblichen Bedrohung Russlands durch die Nato lächerlich findet.

Autoreninfo

Ben Krischke ist Redakteur bei Cicero und lebt in München.

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Klaus Dieter Naumann ist ein deutscher General a.D. des Heeres der Bundeswehr. Naumann war von 1991 bis 1996 der 10. Generalinspekteur der Bundeswehr und von 1996 bis zu seiner Pensionierung 1999 Vorsitzender des Nato-Militärausschusses.

Herr General Naumann, werfen wir zu Beginn einen Blick zurück. Wie groß war der Glaube, wie groß die Hoffnung in den Neunzigern, dass nach dem Kalten Krieg endlich eine lange Phase des Friedens und der Diplomatie in Europa beginnen würde?

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Heidemarie Heim | Do, 3. März 2022 - 18:06

Vielen Dank für die "Nachhilfe" hinsichtlich der ganzen Verträge und Abkommen und Rechtsbrüchen! Im normalen Leben bzw. in rechtlichen Auseinandersetzungen würde man doch das Vertragswerk einfach aus der Schublade holen und den so vergesslichen Mitunterzeichnern einfach unter die Nase halten, oder? Im Fall der Ukraine vor allem den, in dem es um die Abgabe der Atomwaffen ging gegen Garantie staatlicher Souveränität ohne jede Ausnahme. Oder wurden die Dinger mit Bleistift unterschrieben und jeder radiert in seiner Ausgabe hinterher rum und weg was ihm nicht mehr passt. Oder hat`s der Köter gefressen, mit dem Putin unsere Ex-Kanzlerin in Schockstarre versetzte? Egal was passiert, in einem hat er sich 100% verzockt. Unter Garantie werden ihm das die Ukrainer niemals verzeihen! Meine Freundin mit Verwandtschaft in der Ukraine hat mir einmal nur ihr "Familiengeflecht" mit Nationalitäten bzw. den Stammbäumen verklickert. Es findet tatsächlich ein Bruderkrieg/Familienkrieg statt! MfG

Gerhard Lenz | Do, 3. März 2022 - 22:27

gibt es noch immer Unverbesserliche, die Putin in höchsten Tönen verehren und Lobreden auf den durchgeknallten Aggressor halten.

Das sind dann die gleichen Leute, die ständig darüber klagen, in Deutschland gäbe es zunehmend weniger Freiheit, man befände sich auf dem Weg in eine Diktatur. Selbst die Abschaltung von Propagandasendern wie RT oder Sputnik wird als einschneidende "Freiheitsberaubung" beklagt.

Der so gepriesene Putin hat da weniger Probleme, was lange bekannt ist und sich gerade wieder bestätigt. Wer nicht seiner Meinung ist, wird abgestraft:

"7000 russische Wissenschaftler unterzeichnen offenen Brief gegen Putins Krieg - als »militärischen Aggressor« und »Schurkenstaat« kritisieren Tausende russische Akademiker ihr Land..." mit Folgen....Quelle: Spiegel.

Nur nebenbei, weil wahrscheinlich gleich wieder das Relotius-Echo aus dem finsteren Wald erklingt: Der Mann schrieb übrigens auch mehrfach für den Cicero, die NZZ und die rechtskonservative Schweizer Weltwoche...

Selbst wenn ich den Satz wieder 100 Mal schreiben müsste, "wir leben & arbeiten in einem demokratischen Staat mit demo. Regeln".

Macht ist wie Radioaktivität, um so länger ausgesetzt, um so mehr hat DIESE vom Menschen Besitzt ergriffen & Einfluss (Gier, Hochmut, Geltungssucht, Anmaßung, Rechthaberei) gewonnen.

Und 16Jahre Sabotage ohne Rechenschaft, ohne Erklärung, ohne Einverständnis der breiten Masse eines Volkes - Immer von oben herab & dies im Einklang mit den Medien, der Justiz & allen anderen Säulen aus der Macht -

JA - das ist in meinen Augen DIKTATUR

BEWEISE:
Nicht EINMAL wurde von den ÕR ein Widerspruch von der Opposition geduldet, geschweige gegen über AM angemahnt.

Das gleiche beim BVerfG, den Hütern des Grals

Die unterschiedliche Bewertungen der Justiz 1 € Pfandbon Kassiererin - Mio bei Olaf Scholz & als Sahnehäubchen? - Er darf zum BT-Narren-Kapitän gewählt werden.

H.Schmidt musste wegen Guillaume Tasche nehmen, dabei die geistige £ aller SPD-Abgeordnete <wie H.S.

Ernst-Günther Konrad | Fr, 4. März 2022 - 08:32

Als ich diesen Satz las, habe ich erstmal nicht weiter gelesen, sondern recherchiert. Und siehe da, ich fand auch gleich einen Artikel in der Welt
vom 18.02.22 mit der Überschrift: " Archivfund bestätigt Sicht der Russen bei Nato-Osterweiterung.
https://www.welt.de/politik/ausland/article236986765/Nato-Osterweiterun…
Nein, das rechtfertigt nicht diesen Krieg, aber er kann ihn teilweise erklären.
Las ich hier nicht unlängst einen Artikel in dem stand, dass diese Osterweiterung zumindest mündlich vereinbart worden war?
Ich will Putins Angriffskrieg keineswegs rechtfertigen, das kann man nicht. Ich bin aber ein Freund der Wahrheit und die wird offenbar versucht zu verschleiern, um eigenes Versagen zu vertuschen. Wer also die Wahrheit der Geschichte kennt, die Hintergründe Putins Handeln versteht, findet möglicherweise Wege zum Dialog und zum Ende dieses Krieges. Nur lese ich da in den Msm derzeit gar nichts. Stattdessen verbale Aufrüstung.

Die Wahrheit kann nur sein, dass jedes Land souverän darüber entscheidet, welchem Bündnis, welcher überstaatlichen Organisation es sich anschließt.

Im Übrigen ging es nicht um die Ausdehnung der NATO, sondern um die Stationierung von NATO-Truppen im Osten. Es ist mir auch neu, dass die Ukraine NATO-Mitglied ist. Oder kurz vor der Aufnahme stand.

Es ist einfach ein Witz, zu suggerieren, die West-Orientierung der Ukraine würde eine Bedrohung Russlands darstellen.

Und was hat dieses "Dokument" mit der von Putin betriebenen "Ent-Nazifizierung" der Ukraine zu tun, die wohl die die ganze Bevölkerung umfasst?

Es sei denn, man versucht verzweifelt, für Putins Handlung Verständnis zu fordern.

Oder man ist ein Freund "alternativer" Wahrheit.

Schliesslich hielt man rechtsaußen bis kurzem - auch ganz öffentlich - große Stücke auf den russischen Diktator.

Der Gesichtsverlust ist schon signifikant.

Norbert Heyer | Fr, 4. März 2022 - 10:57

Es gibt für jeden Krieg einen Grund. Dieser Grund kann jahrzehntelang alt sein, irgendwann führt er zum Krieg. Die NATO ist ja angeblich eine Armee die nur auf Verteidigung ihres
Einzugsbereiches ausgerichtet ist. Dann verstehe ich den Krieg im ehemaligen Jugoslawien und in Afghanistan nicht. Dessen ungeachtet-Putin hat einen Krieg angefacht, den er nicht gewinnen kann. Schon jetzt regt sich Unruhe in Russland und die Ukraine zeigt mehr Widerstand als erwartet. Die USA hat ganz bewusst die Frage der Neutralität offengelassen, um immer einen Ansatz für Krisen zu erhalten. Bevor ich hier noch als Putin-Versteher bezeichnet werde: Ich hätte ihm so eine unüberlegte und brutale Handlungsweise nicht zugetraut, aber die Dekadenz des Westens -besonders Deutschland- und die immer größere Abhängigkeit von Gas und Öl haben in ermutigt, diesen Schritt zu gehen. Die scheinbare Einigkeit des Westens zerbricht in dem Moment, wo ein getriebener Putin zu Mitteln greift, die einen Krieg auslösen …

Putin ist der größte Einiger des Westen überhaupt.

Wenn es es einen Krieg - Gott behütet- mit der Nato gibt, dann wird die Einigkeit des Westen Putin das Genick brechen.

Erst danach - wenn es denn überhaupt noch einen Sieger gibt- werden die Konflikte innerhalb des Westen wieder zu Tage treten.

Es war schon immer so, dass eine Bedrohung von außen, zusammen schweißt.

gabriele bondzio | Fr, 4. März 2022 - 10:58

Deswegen kursieren wohl auch schon Anspielungen auf - Hintern zusammenkneifen und durch-in der Form:

„Was bleibt sind noch härtere Sanktionen. Etwa den Verzicht auf russisches Gas. Die Verantwortung liegt hier nicht nur bei der Regierung. Die Bürger Deutschlands müssen sich fragen: Wie sehr ist jeder einzelne bereit zu verzichten, um Solidarität zu zeigen? Und für wie lange? (Focus/Sara Sievert/ Wie Scholz und die Nato noch helfen können... )

Es war ja jahrelang gang und gäbe, Missstände in der Bundeswehr und im Ministerium auf ihre Vorgänger zu schieben. Eine BW Ministerin hat da besonders großes Geschick, auch in der Ausweitung der Missstände.

In Anbetracht der „jahrelangen Unfähigkeiten im Amt“, die noch dazu geführt haben das diese Leute noch ein Stockwerk höher purzelten. Ist der Bürger nicht die richtige Adresse für „Solidarität im frieren“.

Auch wenn er die Vorgehensweise von Putin verurteilt.

Fritz Elvers | Sa, 5. März 2022 - 00:12

Spätestens hier wurde nicht nur die freie Bündnis wahl bestätigt, sondern auch, dass diese nicht auf Kosten der Sicherheit Dritter gehen durfte. Deshalb wurde ja auch später die Aufnahme der Ukraine von D und F abgelehnt.

Warum vereinfacht der General diesen Zusammenhang?

Klaus Funke | Sa, 5. März 2022 - 15:16

Es ist klar zu erkennen: Die westliche Welt steht unter dem Meinungsdiktat der USA. Es wird zwar als Geschlossenheit verkauft, ist aber pure Unterwerfung. Seltsamerweise in allen Bereichen. mit entsprechenden Sumpfblüten im Bereich von Kunst und Literatur. Wenn Gergiew und Netrebko, Tschaikowsky und Dostojewski auf den Index geraten, ist die Sache für mich "gegessen". Hoffentlich merkt der Westen bald, dass man auf dem falschen Pferd sitzt. Und wenn IKEA seine Zelte in Moskau abbricht, dann ist dies ein Zeichen, dass man Vasallentreue gegen Marktverstand eingetauscht hat. Aber, ich denke, das wird sich wieder ändern. Und wer dann zuerst da ist, fängt den fetten Wurm. Nein, damit ich nicht falsch verstanden werde, ich heiße Putins kriegerisches Abenteuer nicht gut. Es hätte andere und unblutigere Möglichkeiten gegeben, die Ukraine zur Räson zu bringen. Auf die jetzige Weise verspielt er es beim ukrainischen Volk, seinen Brüdern. Und seine Soldaten schießen deshalb nicht gerne.

Soldaten, die man angeblich auf ein Manöver schickt und statt mit Blumen zur Feier der Befreiung mit "Verpisst Euch! "Haut ab!"-Rufen von den wehrlos vor ihren Panzer stehenden Zivilisten begrüßt werden auf der Zufahrtsstraße zum größten Atomkraftwerk Europas. Shit happens? Nicht allzu gern auf die Brüderchen schießen? Wenigstens noch ein (moralischer)Kompass der einigermaßen funktioniert würde ich behaupten! Aber keine Sorge, sie bekommen Verstärkung durch Spezialeinheiten wie den Speznas, die das leise und unblutige killen mit bloßen Händen wie keine Anderen beherrschen, und in deren Wortschatz Begriffe wie Befehlsverweigerung, Skrupel und sonstige Bedenken nach Durchlaufen ihrer Ausbildung nicht mehr vorkommen. Dazu noch ein paar Hilfstruppen tschetschenischer Kämpfer, für ihre Rücksichtnahme besonders bekannt, werden wir diese penetrant sich wehrenden Ukrainer doch wohl noch zur Räson bringen! Am besten zu den Klängen von Tschaikowskys "Nussknacker" um der Kultur willen? OMG!