F-35
F-35-Kampfflugzeug / picture alliance / Flashpic | Jens Krick

Eine Waffe, die uns abhängig macht - Deutschland sollte keine weiteren F-35-Flugzeuge in den USA kaufen

Das Kampfflugzeug, das die Bundeswehr in Amerika einkaufen will, ist nicht kampffähig, wenn die US-Regierung es verhindern will. Waffen ohne souveräne Verfügungsgewalt sind im Ernstfall wertlos. Das darf nicht passieren, erst recht nicht in der Ära Trump.

Autoreninfo

Richard Drexl ist Oberst außer Dienst der Luftwaffe mit unter anderem langjährigen Erfahrungen im Bundesministerium der Verteidigung

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Das Bundesministerium der Verteidigung plant Presseberichten zufolge die Beschaffung zusätzlicher amerikanischer F-35-Kampfflugzeuge für weitere Einsatzaufgaben. Die bereits 2022 bestellten 35 Exemplare dieses modernen Tarnkappenfliegers sollen das Waffensystem Tornado in der sogenannten „nuklearen Teilhabe“ ersetzen. Angesichts der politischen Großwetterlage ist jedoch kein Vorbeigehen mehr an der grundlegenden Fragestellung: Kann – und darf – Deutschland militärische Systeme beschaffen, deren Einsatzfähigkeit faktisch nicht in eigenen Händen liegt? Die politischen Entwicklungen in den USA und die offen zur Schau gestellte Machtpolitik Donald Trumps verlangen nach eigener Hoheit. Oder besteht die politische Idee – koste es, was es wolle – darin, Trump mit weiteren Rüstungsmilliarden bei Laune zu halten?

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Dr. Armin Schmid | Sa., 24. Januar 2026 - 16:40

heutiger Name der Bundesoberbehörde: Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, haben schon zu meiner Wehrpflichtzeit völlig unbeinflusst geprüft, welche Bleistifte beispielsweise die Einsatztauglichkeitskriterien erfüllen und entsprechend nur sie zur Beschaffung freigegeben. Bei einem ohnehin unvergleichlichen Waffensystem wie der F-104G "Starfighter" von Lockheed entfallen solche Tauglichkeitsüberlegungen natürlich. Solche Beschaffungsvorhaben werden traditionell auf dem Golfplatz oder auf der Jagd entschieden. Die F-104 hatte damals einen (1) USP, die immense Steigleistung, alle anderen Eigenschaften waren unterdurchschnittlich. Klingt sehr ähnlich wie bei der F-35 von Lockheed-Martin. Wie lange der USP Stealth der F-35 Bestand haben wird, bleibt abzuwarten. Vielleicht könnte man mal bei Hensoldt nachfragen, ist aber kein Muss. Wichtiger wäre eine Runde Golf von Donald und Friedrich, nach dem Motto: "Entscheidend ist aufm Platz."

Konstantin Richter | Sa., 24. Januar 2026 - 17:13

Wir haben uns offenbar einmal im Kreis gedreht. Da wo wir jetzt stehen haben wir schon einmal gestanden. Ganz sicher bedeutet der Betrieb der F-35 eine Abhängigkeit von den USA. Und ich rede hier nur von Deutschland und nicht von Europa. Aber wir sind doch ohnehin inzwischen bei fast allem abhängig von Hinz und Kunz. Und jetzt soll eine Abwendung von den USA erfolgen - bloß wohin? Nach China? Die Abhängigkeiten in die wir uns hier begeben haben sind die blanke Idiotie. Das wirkliche Problem sind die Heerscharen von brunnzdummen Politikern, die nicht wissen, wie herum man ein Geschichtsbuch halten soll. Geschweige denn wie man es lesen und interpretieren soll. Und die daher nicht begreifen können, was wirkliche Macht, sowohl wirtschaftlich als auch militärisch, bedeutet. Deutschland ist zu Phantasialand verkommen. Und aus der Nummer kämen wir, wenn überhaupt, nur sehr schwer wieder heraus.

Hans v. Weissensand | Sa., 24. Januar 2026 - 19:30

... könnten wir erst festlegen welches Waffensystem die Alternative ist oder gehen wir den gleichen Weg wie bei der Energieversorgung. Erst alles abschalten und dann schauen wo wir Strom und Wärme herbekommen... wahrscheinlich eh wurscht..

Bernhard Marquardt | So., 25. Januar 2026 - 08:51

Die schwedische Rüstungsfirma Saab verfügt mit den Gripen-E-Kampfflugzeugen über eine ausgezeichnete Alternative auf dem neuesten technischen Stand. Saab arbeitet auch intensiv an einem Kampfflugzeug der 6. Generation unter Nutzung der Stealth-Technologie.
Dazu kommt, dass man zum Preis einer F-35 aktuell ein drei Gripen-E-Kampfflugzeuge kaufen kann. Unverständlich, warum dem Autor dies nicht bekannt sein sollte.
Völlig absurd, wie sich vornehmlich Deutschland, Frankreich und Spanien seit Jahren gegenseitig in den Arm fallen bei der Entwicklung eines gemeinsamen „europäischen“ Kampfjets, dessen Einsatzfähigkeit zudem in weiter Ferne liegen dürfte.
Und erfahrungsgemäß wird ein solches Projekt verschiedener Länder massiv überteuert werden.
Nun, da Schweden in der Nato ist, sollte man die naheliegenden Möglichkeiten unbedingt nutzen, auch wenn das den deutschen, französischen und spanischen Lobbyisten und den ehrgeizigen Politikern nicht gefallen dürfte.

Was interessiert den Frankreich ein gerechter Austausch. Frankreich fordert und will dann federführend sein.
Wir dürften doch in der Lage sein, ein Flugzeug der 6 Generation zu bauen. Bei U-Booten und Kampfpanzer u.a. klappt es doch.
Die DDR baute ein Linienflugzeug, musste eingestampft werden.
Die Frage an unsere Regierung ist wohl, will man es überhaupt!

nur ging Scholz unter dem Schock des Angriffs auf die Ukraine seinerzeit davon aus, daß wir dringendst neue Flugzeuge für die sog. 'atomare Teilhabe' an den US-Atomwaffen welche in Europa lagern bräuchten..., und das kann wohl nur die F35, aktuell.

Das daß ganze Konzept der 'atomaren Teilhabe' extrem wackelig um nicht zu sagen nach heutigem Stand der Technik (und der Politik!) de facto mittlerweile obsolet ist hat man im Eifer des (Bestell-) Gefechts übersehen, in Berlin.

Die Amis hat das natürlich gefreut..., Abermilliarden Rüstungsaufträge aus Europa..., mit der Option jederzeit den Stecker ziehen zu können... ...

Der Kauf der F35 ist eindeutig eine (Fehl-) Entscheidung noch auf falschen Gewissheiten der alten Weltordnung beruhend..., und sollte wenn möglich korrigiert werden.

Wirkliche Sicherheit gibt uns/EU nur eine umfängliche eigene europäische Atomstreitmacht - oder was glaubt jemand weshalb Kim noch an der Macht ist... ... (bzw. noch lebt...) ??? Gleiches Russland... 🤔

Dirk Nowotsch | So., 25. Januar 2026 - 13:34

So einfach! Man nehme sich die Zeit und durchleuchte die Karieren unserer Politiker. Ganz schnell werden US amerikanische Einflüsse sichtbar! Abgesehen davon zieht die USA so oder so die Fäden an den Politik-Marionetten im deutschen Bundestag! Die beiden letzten Wahlen stinken zum Himmel nach Einflussnahme von außen. Gegen beide wurde geklagt, bzw. sind Klagen anhängig. Wir wissen aber alle, wie und vor allem von wem das Verfassungsgericht besetzt ist! Was für ein Deal! Ein nicht fertiges, fehlerbehaftetes Flugzeug, mit einer nicht unabhängig zu betreibenden Einsatz Infrastruktur. Der Deal muss eigentlich rückgängig gemacht werden! Das würde Trump und die US Wirtschaft treffen! Aber wie im Falle der "Staatsanleihen", die angeblich von Schweden veräußert werden sollen, wird es eine Schimpftirade von Trump geben! Da braucht man dann den Arsch in der Hose und muss sich endgültig los sagen! Die EU bei den Brics, da kotzen die dann mächtig! Nur eine Frage der Zeit, bis die USA zerbröselt!

Heidemarie Heim | So., 25. Januar 2026 - 18:12

Und ja, die Älteren unter uns erinnern sich noch wie die Entscheidung für die damals genannten "Witwenmacher" zustande kamen. Auch wie hartnäckig und lange, will heißen wie viele Piloten ihr Leben in diesen Maschinen ließen, man die Fakten leugnete oder gar die Verantwortung seitens der Politik zu übernehmen bereit war. Mein Vater war Feuerwehrmann auf einem Militärstützpunkt im Westen Deutschlands und bekam hautnah die teils verzweifelten Versuche von Piloten ihre Einsätze zu einem guten Ende bzw. mit einer sicheren Landung abzuschließen mit. Deshalb auch meine Aversion gegen Politiker, Entscheidungsträger, die wie man sagt von Tuten u. Blasen keine Ahnung haben, was sogar darin gipfelte, dass man militärisch völlig unbeleckte Politikerinnen zu obersten Chefs der Verteidigung machte! Schon da war bei mir "Schicht im Schacht" wie man im Bergbau sagt. Also schauen wir den wahrhaft teuren geschenkten Gäulen aus den USA trotz aller Warnungen auch nicht ins Maul geehrter Herr Oberst! MfG