Hamas
Hamas-Kämpfer in Gaza; stellv. Chef des Hamas-Politbüros Chalil al-Haja / picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Abed Hajjar; picture alliance/dpa/AP | Khalil Hamra

Israels Angriff auf Hamas-Büro in Doha - Der Krieg gegen die Hamas ist noch lange nicht vorbei

Israels Angriff auf das Hamas-Büro in Katar markiert einen dramatischen Wendepunkt im Gaza-Konflikt. Doch ohne politische Strategie droht Israel nicht nur bei seinen Nachbarn weiter isoliert zu werden. Das Land verpasst so auch die Chance, die Hamas endgültig zu besiegen.

Autoreninfo

Dr. Guido Steinberg ist Islamwissenschaftler und forscht bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin zum Nahen Osten, Islamismus und islamistischem Terrorismus.

 

 

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Am Dienstag griff die israelische Luftwaffe ein Büro der Hamas in der katarischen Hauptstadt Doha an. Zwar gab es einige Opfer, doch scheint es bisher so, als seien keine Führungspersönlichkeiten getötet worden. Wahrscheinlich galt die Attacke Chalil al-Haja, der nach dem gewaltsamen Tod zahlreicher Anführer seit Oktober 2023 zu den wichtigsten Personen in der Hamas gehört und auch ihr Verhandlungsführer in Gesprächen über einen Waffenstillstand und eine Gefangenenaustausch ist.

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Karl-Heinz Weiß | Mi., 10. September 2025 - 19:09

Ministerpräsident Netanjahu hat sich wahrscheinlich durch die widersprüchliche Haltung des US-Präsidenten sowohl im Gaza-als auch im Ukraine-Konflikt bestärkt gefühlt. Zu erwartende Konsequenzen: keine. Und im Westjordanland schaffen die Siedler vollendete Tatsachen. An Verhandlungslösungen sind sowohl Netanjahu als auch Putin nicht interessiert. Und der selbsternannte Dealmaker entpuppt sich ein weiteres Mal als Scheinriese.

Thomas Veit | Do., 11. September 2025 - 13:38

Antwort auf von Karl-Heinz Weiß

fast das gleiche tun..., und nicht an Frieden oder dem Schutz von Menschenleben interessiert sind... ..., der eine ist gut, der andere böse - lt. offizieller Lesart. Sounterschiedlich kann das sein... - den konkreten zivielen Opfern sowohl in der Ukraine als auch im Gazastreifen hilft das herzlich wenig... ...

Und der Dealmaker ist natürlich auch nur 'so groß' wie er un seiner Bubble sein kann, wenn sein gesamtes Umfeld pro-Israel eingestellt sind. Troublemaker Netanjahu weiß das und nutzt es schamlos aus... - um sich sofort danach gleich wieder anzuschleimen... ...

PS: Natürlich weiß ich, dass Ukraine und Gaza nicht das gleiche sind..., aber das konkrete menschenverachtende Agieren der beiden vorgenannten 'Troublemaker' ähnelt sich doch sehr... - der Menschentypus auch, mMn. Was Trump angeht: der ist mEn nicht der 'Feldherrentyp'. Er macht lieber 'Deals' bei denen die Dollars zu ihm fliegen, möglichst viele...

Hans Jürgen Wienroth | Mi., 10. September 2025 - 19:52

Als Laie sehe ich das komplett anders als der Islamwissenschaftler dieser Stiftung. Man muss nur den Vergleich mit dem ziehen, was die Alliierten während und nach dem WKII getan haben. Gab es da schon während des Krieges eine Verwaltung und einen Plan für die Zeit danach?

Das große Problem Israels ist, dass ihm der versammelte Westen (ausn.: USA unter Trump) in seiner übergroßen Menschlichkeit für jeden Barbaren in den Rücken fällt und damit die Terroristen stärkt, wenn nicht sogar hoffähig macht. Selbst die umliegenden Staaten wollen und werden keine Palästinenser aufnehmen, weil ein Großteil den Terroristen der Hamas nahe steht. Ihnen sind noch die negativen Erfahrungen Ägyptens im Gedächtnis, die mit der Aufnahme der Palästinenser auf dem Sinai den Terror gegen die eigene Regierung ins Land holten.

Netanjahu und Israel müssen bis zum Ende kämpfen, wollen sie nicht untergehen. Dafür bemüht sich der Westen, die bereits aufgenommenen „Terroristen“ im eigenen Land groß zu machen.

Verwaltung und einen Plan für die Zeit danach?"

JA: in Jalta festgelegt... ☝, in Potsdam dann endgültig im Detail festgezurrt.

Natürlich muss man wohl auch auf der Siegerstraße bzw. deutlich überlegen sei, was Israel zweifellos ist, damit so etwas überhaupt Sinn macht. Nicht wie im Fall der Ukraine, wo die allseits hocheschätze und legendäre deutsche Außenministerin bereits in 06.2023 eine internationale Wiederaufbaukonferenz initiierte..., und selbiges trotz missglückter 'Sommeroffensive 2023' in 06.2024 wiederholte... ... - wie blind muss man/Frau/Baerbock sein, um so peinlich zu agieren... ...? Aber das nur nebenbei...

Christoph Kuhlmann | Do., 11. September 2025 - 01:18

Oder unterstützte das Land eine terroristische Vereinigung mit Unterschlupf Geld und Waffen? Es ist absolut legitim Terroristen zu jagen. Das haben die USA mit Osama bin Laden auch getan seinen ehemaligen Gastgebern gleich den Krieg erklärt. Alles was die Hamas am Leben hält ist die Einhaltung des Haager Abkommens durch Israel. Entscheiden ist die Frage, ob Katar Partei wurde in dem Konflikt. Ich vermag es nicht zu beurteilen und die, die vorschnelle Urteile fällen, sind wohl eher selbst Partei.

Thomas Veit | Do., 11. September 2025 - 13:55

Antwort auf von Christoph Kuhlmann

Nutzen bringt derart (destruktiv?) zu agieren, bloß weil es es kann...? Nutzt das ganze zum Schluss Israel? Oder ist es nicht doch eher kontraproduktiv?

Hat z.B. denn der heldenhafte Afganistan-Einsatz irgendjemandem genutzt - außer den Taliban? Oder Irak - außer dem Iran? Nur mal so, als Denkanstöße... 😉

Ernst-Günther Konrad | Do., 11. September 2025 - 10:20

Wie durchbricht man eine Gewaltspirale, die sich schon solange und so intensiv dreht, wie diese in Nahost? Und egal wem man nun die Schuld gibt, irgendwann mal damit angefangen zu haben, so ist Krieg und Vernichtung auf beiden Seiten in den Köpfen der Völker, die über mehrere Generationen entsprechend sozialisiert wurden. Und leider schrecken auch die grausamsten Bilder und Erzählungen nicht vor weiterer Gewalt ab. Im Gegenteil, die unbelehrbaren Geister auf beiden Seiten eskalieren immer weiter. Wo soll das enden? Wie soll Frieden einkehren, wenn beide Seiten dem anderen das Existenzrecht absprechen bzw. vorschreiben wollen, wo sie leben. Ich mag mich nicht mehr zu der Thematik weiter äußern, weil ich als Mensch tief bestürzt bin, wie man sich gegenseitig vernichtet. Und alle diejenigen, die sich da die Finger blutig machen, sie werden in der nächsten Welt dafür zu Rechenschaft gezogen werden und sie werden wieder mit ihren Taten konfrontiert werden.

Klaus Funke | Do., 11. September 2025 - 16:19

Antwort auf von Ernst-Günther Konrad

Dieser Typ, kriminell, bestechlich, fanatisch und zugleich ein großer Feigling, der sich gegen die Rechtsaußen im Kabinett nicht durchzusetzen vermag, wird leider den Weg all dieser Helden gehen. Wiewohl durch Mossad etc. bestens bewacht, wird er nicht in seinem Bett sterben, und wenn, dann gemeuchelt. Ich möchte nicht in ihm stecken. Freilich, ein Gewissen hat er nicht. Das kann er nicht gebrauchen. Und er ist ein blutiger Rassist. Für ihn sind die Palästinenser üble Untermenschen, während seine Juden Gutmenschen mit besonderen Fähigkeiten sind. Ein paranoide Umkehr, als Hitlerdeutschland die Juden zu Abschaum erklärte. Man muss sich abwenden von solchen Kriminellen. Bin indes gespannt, was nach dem Gaza-Krieg passiert. Nein, Putin ist kein Held, aber er ist kein Rassist und kein Faschist wie der Komödiant Selensky. Dieser wird enden - ich sagte es schon einmal - wie Benito Musselini, am Laternenpfahl. Er hat es in der Hand, seinem Land den Frieden zu bringen, er will es nicht

Peter William | Do., 11. September 2025 - 16:16

Wenn eine Sache nach den ganzen Jahrzehnten vollkommen klar sein sollte dann das die Palästinenser durch ihre vorhergehenden Regierungen und Religionsvertreter dermaßen indoktriniert sind, dass eine Selbstverwaltung der Übergabe an den Feind für Israel gleichkommt: "From the River..."

Damit bleibt eine Fremdverwaltung oder die komplette Räumung des Gaza-Streifens.

Eine Fremdverwaltung könnte verschiedene Besatzungsmächte vorsehen, warum nicht neben Israel auch Ägypten, Jemen, Saudi Arabien mit einbeziehen in verschieden miteinander konkurrierenden Zonen.

Die Palästinenser haben eine Sache nicht verstanden und ebenso die UN nicht. "Not Stolen, Conquered". Es war vielleicht irgendwann mal eurer Land, tja ist es jetzt halt nicht mehr, findet euch endlich damit ab und macht das Beste aus dem was euch bleibt. Ganz einfach!