Israel - Warum der Konflikt am Tempelberg keineswegs gelöst ist

Israel hat in der Krise um die Sicherheitskontrollen zum Tempelberg eingelenkt. Doch für die Palästinenser ist die Stätte längst zum Symbol ihrer Hilflosigkeit gegenüber den israelischen Besatzern geworden

Israelische Soldaten lassen einen muslimischen Besucher der Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg passieren
Israelische Soldaten lassen einen muslimischen Besucher der Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg passieren / picture alliance

Autoreninfo

Werner Sonne, langjähriger ARD-Korrespondent in Washington, ist der Autor mehrerer Bücher zu diesem Thema, u.a.  „Leben mit der Bombe“, sowie des jüngst erschienenen Romans „Die Rache des Falken“. 

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Wenn man es sich einfach machen wollte, dann könnte man es so zusammenfassen: Die Vernunft hat gesiegt. Die Metalldetektoren am Tempelberg werden abgebaut und damit das Haupthindernis für die Beseitigung dieser neuerlichen Krise rund um die heiligen Stätten für Juden und Muslime. Die Metalldetektoren waren zum Symbol geworden, weit über ihre eigentliche Funktion hinaus. Sie sollten verhindern, dass radikale Gläubige Waffen auf den von den Muslimen kontrollierten oberen Teil des Tempelberges schmuggeln und von dort die jüdischen Betenden an der darunter liegenden Klagemauer angreifen.

Die Muslime jedoch sahen darin den erneuten Versuch der Israelis, die Kontrolle über ihre Heiligtümer, die Al-Aqsa-Moschee und den Felsendom, auszubauen. Wer dort beten will, muss ohnehin über israelisch kontrolliertes Gebiet den Aufstieg zu den Moscheen machen.

Israels sunnitische Verbündete

Jeder Versuch, den äußerst labilen Status Quo am Tempelberg zu ändern, wird deshalb in der gesamten muslimischen Welt mit großem Argwohn beobachtet. Das vor allem dürfte ein entscheidender Grund für Benjamin Netanjahu gewesen sein, nun doch auf die Metalldetektoren zu verzichten. Vor allem sein nächster Nachbar und enger Verbündeter, der jordanische König Abdullah, hat ihm das klargemacht. Netanjahu hätte damit einen der größten Erfolge seiner Außenpolitik aufs Spiel gesetzt: die rasante Annäherung an die sunnitisch dominierte arabische Welt.

Von Ägypten bis zu Saudi-Arabien und den Golfstaaten hat Israel, in Europa kaum zur Kenntnis genommen, intensive und tragfähige Kontakte entwickelt, eigentlich eine der erstaunlichsten Entwicklungen der vergangenen Jahre. Der einstige zionistische Erbfeind ist für viele arabische Länder längst zum geschätzten Partner im Kampf gegen den großen schiitischen Dämonen geworden: Iran, den Israel und die sunnitisch dominierten arabischen Regime als die eigentliche Bedrohung im Mittleren Osten ansehen. 

Die gemeinsamen Feinde

Das ist der gemeinsame Gegner, und die Allianz funktioniert nach dem archaischen Prinzip: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Wie gerne hätte es Saudi-Arabien gesehen, wenn Israel die Drecksarbeit gemacht und das iranische Atomwaffen-Programm mit Bombenangriffen in Schutt und Asche gelegt hätte, statt es mit einem internationalen Abkommen erst einmal auf Eis zu legen!

Dazu kommt der Kampf gegen die radikalen Muslimbrüder. Die sind historisch gesehen die eigentlichen geistigen Brandstifter für den Islamischen Staat, für Hamas und verwandte radikal-islamistische Strömungen. Diese gelten zunehmend auch bei den Monarchen auf der arabischen Halbinsel und bei den ägyptischen Machthabern als tödliche Bedrohung. Auch hier vereinen Israel und diesen Teil der arabischen Welt gemeinsame Interessen.

Sehnsuchtsort der Palästinenser

Es war deshalb auffallend, wie sehr sich diese Länder bei den Protesten in der Tempelberg-Krise zurückgehalten haben, wie sehr darauf verzichtet wurde, die „Straße“ gegen Israel aufzuheizen. Nach wie vor müssen die arabischen Potentaten darauf achten, dass ihre Bevölkerung bei diesem sensiblen Thema nicht den Eindruck gewinnt, ihre heiligen Stätten würden von den Juden in Jerusalem unter ihre Kontrolle gebracht – was die Metalldetektoren symbolisch zu suggerieren schienen.

Benjamin Netanjahu hat dies verstanden und eingelenkt. Ob damit tatsächlich ein hoch brisanter Konfliktherd zumindest eingedämmt wurde, muss sich noch zeigen. Der nächste Freitag, der muslimische Tag des Gebetes, wird dafür ein wichtiger Indikator sein.

Beseitigt worden ist dieses Dauerthema damit nicht. Die Konflikte um den Tempelberg sind ja keineswegs neu. Er hat grundsätzliche Bedeutung für die muslimische Welt insgesamt, aber er hat eben auch einen direkten lokalen Bezug für die Palästinenser. Sie sehen in den heiligen Stätten einen Sehnsuchtsort, eine Heimat in Jerusalem für ihre nationale Identität. 

Tempelberg-Krise als Hintergrund für Attentat

In kaum einem palästinensischen Haus fehlt ein Bild von den beiden Moscheen, so wie in jedem orthodox-jüdischen Haushalt natürlich die darunter liegende Klagemauer im Zentrum der Ansprüche auf die heiligen Stätten steht. Dort, wo jetzt die Muslime ihre drittwichtigsten Gebetshäuser haben, stand dereinst ja der biblische Tempel.

Wie sehr diese beiden kaum zu versöhnenden Ansprüche auch die um ihre Zukunft betrogenen jungen Palästinenser aufstacheln, zeigt der Fall von Omar al-Abed. Er drang in der von Israel besetzten Westbank in eine der Siedlungen ein und erstach drei israelische Siedler. Die Tempelberg-Krise musste dabei als Rechtfertigung herhalten. Aber seine Worte auf Facebook unmittelbar vor seiner blutigen Tat zeigen, dass die Wahrheit dahinter eine andere ist „Ich bin jung, nicht einmal 20. Ich hatte viele Träume und Hoffnungen, aber was ist das für ein Leben, in dem unsere Frauen und Jugendlichen ohne Begründung getötet werden?“

Tiefe Verzweiflung der palästinensischen Jugend

Man mag dies, gemessen an der Realität, für überzogen halten, an der tiefen Verzweiflung der palästinensischen Jugend in den besetzten Gebieten ändert das nichts. Der junge Attentäter spricht für viele seiner Altersgenossen, wenn er erklärt, er mache sich auf, Siedler umzubringen, weil sie „die Al-Aqsa-Moschee entweihen, während wir schlafen“, weil „es eine Schande ist, dass wir einfach nichts tun“. 

Und er gibt seinem tiefen Frust noch stärker mit einem Bekenntnis zur Gewalt Ausdruck. „Ihr, die ihr Waffen habt, die rosten, die ihr nur für Heiraten und Feiern hervorholt, schämt ihr euch nicht? Warum erklärt ihr nicht im Namen Gottes den Krieg? Sie haben die Al-Aqsa geschlossen, und eure Waffen bleiben ruhig.“

Hier zeigt sich, dass die heiligen Stätten auf dem Tempelberg bei den überwiegend jungen Palästinensern zum Symbol ihrer Hilflosigkeit gegenüber den israelischen Besatzern geworden sind. Sie sehen für sich keinerlei Perspektiven mehr, jemals zu einem eigenen Staat zu kommen.

Ursachen der Krise nicht beseitigt

Die Zeitung Haaretz, Israels liberales Gewissen, fasst die Tragödie so zusammen: „Was hättest du Abed gesagt, bevor er auszog, um den Tod zu säen? Dass er anhalten und sich ergeben sollte? Dass die Gerechtigkeit nicht auf seiner Seite ist, sondern auf der Seite der Besatzer?“

Und kommt dann zu dem eigentlichen Problem: „Was könnte ein Israeli einem jungen verzweifelten Palästinenser sagen, der in der Tat keine Zukunft, keine Möglichkeit für einen Wandel, kein hoffnungsvolles Szenario hat, ein Mann, dessen Leben eine lange Erniedrigung ist?“

Die Metalldetektoren am Tempelberg werden abgebaut, die tieferen Gründe, die zu der Krise geführt haben, jedoch nicht. Omar al-Abed wurde zum blutigen Mörder, er hat drei Menschenleben auf dem Gewissen. Niemand kann das bestreiten, und das biblische „Auge um Auge“ darf nicht zur Rechtfertigung werden. Aber Haaretz mahnt: „Die gesamte West Bank, und der Gaza-Streifen sowieso, werden so wie Omar al-Abed, man kann nur nicht sagen, wann. Jeder, der denkt, es könnte anders kommen, sollte sich die Geschichte anschauen. Das ist es, wie die Besatzung und der Widerstand dagegen aussehen: wie massives, sinnloses Blutvergießen.“

André Oldenburg | Di, 25. Juli 2017 - 16:28

In Israel ist der Ursprung des Judentums und des Christentums, in Saudi Arabien die es Islam.
Warum wird eigentlich jeder Ort, den die Moslems für sich beanspruchen eigentlich anerkannt?
Wenn ich die Humboldt-Religion ausrufe, beanspruche ich halb Süd-Amerika.

Michaela Diederichs | Di, 25. Juli 2017 - 16:44

In reply to by André Oldenburg

Unverständlich auch für mich. Eine sehr erfreuliche Botschaft nehme ich aus diesem Beitrag mit, der mir nämlich bisher gar nicht bekannt war. "Von Ägypten bis zu Saudi-Arabien und den Golfstaaten hat Israel, in Europa kaum zur Kenntnis genommen, intensive und tragfähige Kontakte entwickelt, eigentlich eine der erstaunlichsten Entwicklungen der vergangenen Jahre." Das finde ich äußerst ermutigend.

Manfred Westphal | Di, 25. Juli 2017 - 21:50

In reply to by Michaela Diederichs

Nein.....
ausländische Medien berichteten/berichten darüber.
Leider passt das nicht in die deutsche (Außen)-Politik und so wird in deutschen Medien nur versteckt berichtet. Das Bild der internationalen und arabischen Isolation Israels soll erhalten werden.

Na und? In der "Humboldt-Bibel" (s.o.!) steht, dass Pferde nicht fliegen können.

Das steht nicht im Koran. Wie sollte auch, da dieser zu Mohammeds Lebzeiten entstanden ist. Ich habe gelesen, dass diese Himmelfahrt, analog zum Propheten Elia, erst im 16. oder 17. Jh. erfunden wurde, weiss es nicht , ob es so stimmt.

Hektor Ostersohn | Di, 25. Juli 2017 - 16:59

Es seien an dieser Stelle einige Dinge angemerkt:

1) es gibt keinen "erneuten Versuch" isr. Einflussnahme auf den Tempelberg. Noch 1967 sicherte Israel der Waqf die Verwaltung zu. Israel hat nie Ansprücheauf die Verwaltung des Plateaus

2) die Sicherheit obliegt laut Status quo Israel. Da keinem Muslim das Beten verwehrt worden wäre (es ging nur um Einlasskontrolle), wäre jener auch nicht geändert worden

3)Israels Rückzieher basiert auch auf dem Vorfall in der Botschaft in Amman. Plötzlich lässt Jordanien den fraglichen Wachmann nämlivh ausreisen (=Kompromiss)

4) die Tat al-Abeds ist durch NICHTS zu rechtfertigen. Die Probleme der Palästinenser sind hausgemacht, nicht Israels Schuld.

5) Machen Sie sich nichts vor. Eine Staatswerdung "Palästinas" würde nichts öndern. Gaza ist seit 2005 "judenrein" und immer noch ein Terrornest

6) die Haaretz ist bestenfalls linksliberal. Eher links. Liberal im eigentlichen Sinne ist sie nicht.

7) Die Qâaba in Mekka sowie der Petersdom in Rom sind NUR via Metalldetektoren zu betreten, worüber kaum jemand überhaupt weiss.
8) Der Waqf, d.h. die religiöse Verwaltung des Tempelplateaus, untersteht Jordanien. Nur wenns "brennt" gehen israelische Sicherheitsleute rein, allerdings wird der Zugang bei drohenen Aufständen für junge Musleme gesperrt.
9)Wussten sie, dass der Schlüssel zur Grabeskirche seit ewigen Zeiten bei einer Muslemfamilie ist, die alle Tage dort auf- und zuschliesst? Weil die verschiedenen Christlichen Sekten sich sonst täglich angreifen würden? So tun sies nur an Feiertagen, und nur dann gehen Israels Soldaten rein, um für Ruhe zu sorgen,
Ausser ein paar Fanatikern respektieren Israelis die Heiligen Stätten der anderen Religionen, umgekehrt hätten sies auch gerne.

Heidemarie Heim | Di, 25. Juli 2017 - 17:07

Mit mehr oder weniger Blutzoll wie in all solch`
ewig schwärenden Konflikten zwischen zwei Volksgruppen über Generationen hinweg.
Es gibt für die Palästinenser ähnlich wie für die
Kurden keine akzeptable Lösung,da in beiden Fällen eine Lösung die Forderung nach einem eigenen Staatsgebiet beinhaltet.Und dies ist weder
für den momentanen Platzhalter denkbar,
noch für eventuelle Nachbarstaaten,die dafür
ein Stück ihres momentanen Staatsgebietes opfern
müßten.Angesichts dieser Unlösbarkeit des Ursächlichen (über-)tragen beide Seiten derweil schon ewig ihre Konflikte auf ihre(n) religiösen
Symbolstätten aus.Um so beiderseits fundamentalistisch wie unbarmherzig.Die
Gemässigten oder Reformbefürworter werden
durch die latente Gewaltandrohung,die mit
Regelmäßigkeit in blutigen Taten endet,in ihrem Ansinnen nach Frieden torpediert.Noch dazu in einer arabischen Kultur,in der es für Erniedrigungen kein Vergessen gibt bis die Ehre vom Vater auf den Sohn übertragen wieder hergestellt ist.MfG

Jürgen Althoff | Di, 25. Juli 2017 - 17:50

Warum hat der "junge verzweifelte Palistinenser keine Zukunft"? Etwa weil es den Staat Israel gibt, die einzige funktionierende Demokratie, umgeben von menschenverachtenden islamische Staaten? Es sind die Hamas und die Palästinenserbehörden, die ihrem Ziel der Vernichtung Israels und der Juden alles unterordnen, auch die Zukunft derjenigen, die in ihrem Machtbereich leben. Müssen die das eigentlich? Was hindert die dort von religiösen Fanatikern unterdrückten Menschen daran, auszuwandern?

Reinhard Benditte | Di, 25. Juli 2017 - 20:14

Geht es wirklich um muslimische Heiligtümer, den Sensuchtsort der Palaestinenser und die tiefe Verzweiflung der palestinensichen Jugend? Der Tempelberg, auf dem Muslime eine Moschee auf dem Heiligtum der Juden errichten haben, bietet Konfliktpotential für beide Seiten, die Ursachen für die Morde sind eher auf den gepredigten Hass zurückzuführen.

Was sind die Ursachen?

1. Die al-Aqsa-Moschee wurde um 700 n. Chr. auf dem juedischen Heiligtum errichtet. Der Konflikt schwelt also fast 1400 Jahre.
2. Die Lehre aus den Vernichtungsmaschinerie der Nazis bedeutet fuer Israel ein ständiger Kampf, damit sich die Geschichte nie wiederholt.
3. Bei der Entstehung des israelischenStaates nach dem 2. Weltkrieg wurde viel Unrecht von allen Seiten begangen.

Dabei bleiben die Normalbürger und die jungen Leute auf der Strecke. Der Nahe Osten bleibt deshalb weiterhin ein "Spielball" der Regional- sowie Weltpolitik, da können Journalisten noch soviel Verständnisvolles schreiben!

dass, nach der Zerstörung des zweiten Tempels und der Vertreibung der jüdischen Bevölkerung aus Jerusalem durch die Römer auf dem Tempelberg (zunächst) ein römischer Jupiter-Tempel (und später eine christliche Kirche) errichtet wurden.

Dieter Erkelenz | Mi, 26. Juli 2017 - 07:29

Auch die Palestinenser waren im Laufe ihrer Geschichte "Besatzer" (s.u.a. Michael Wolffsohn: Wem gehört das >Heilige Land>?)

... waren im Laufe ihrer Geschichte "Besatzer"

So ist es und, ziemlich salopp ausgedrückt sind sie es noch immer. Warum eigentlich stellt Rom keine Ansprüche auf Palästina? Oder die Türkei, die Griechen, die Briten etc..

Jochen Vogt | Mi, 26. Juli 2017 - 07:39

Metalldetektoren sind an der Westmauer Routine und sie dienen dort der Sicherheit. Mit dem Abbau der Detektoren am Zugang zum Tempelberg hat nicht die Vernunft gesiegt, sondern Israel hat nach dem Motto "der Klügere/Vernünftigere gibt nach" gehandelt. Wir waren dieses Jahr auch schon in Jerusalem und in Bethlehem, wir haben mit Palästinensern gegessen und sogar getanzt. Aber in diesem Punkt kann ich nur sagen: "Wegen meiner Brüder und Freunde / will ich sagen: In dir [Jerusalem] sei Friede." (Ps. 122,8) Und der Friede entsteht nicht dadurch dass man Polizisten totschießt.

Wolfgang Weber | Mi, 26. Juli 2017 - 12:22

Ich bin kein Nahostexperte, aber dieser Artikel gibt genau das wieder, was man in den sogenannten Leitmedien immer wieder liest. Die Palästinenser werden als Opfer dieses Konflikts dargestellt und Israel ist das Problem. Warum wird unser Freund Israel, der er auch laut der Bundesregierung ist, in unserer Presse so negativ dargestellt? In Alternativmedien die oft als rechts bezeichnet werden, wird Israel viel positiver und objektiver dargestellt.

Rolf Pohl | Mi, 26. Juli 2017 - 14:35

... die zuvor zu Recht installierten Sicherheitsmaßnahmen nun rückgängig gemacht zu haben.
Wer zum Beten mit Bomben, Maschinenwaffen und/oder Messern geht, will keinem Glauben nachkommen, er/sie will töten.
Der Tempelberg gehört zum Staate Israel selbst dann wo Muslime einst in von ihnen militärisch erobertem Gebiet Tempel bauten.

Rudolf Bosse | Mi, 26. Juli 2017 - 17:43

Mir scheinen die Äüßerungen von Evelyn Hecht-Galinski jeden Mittwoch zum Thema realistischer als die Meinung eines deutschen Mainstream-Journalisten.
Nachlesenswert sind auch die Gedichte des jüdischen Lyrikers Erich Fried, die er an die Nachgeborenen der Opfer des Holocoust gerichtet hat.

Sylvia Zarnack | Mi, 26. Juli 2017 - 19:06

Warum haben denn die palästinensischen Jugendlichen keine Zukunft? Weil die vielen gelder, die sie seit Jahren von der Weltgemeinschaft, den reichen muslimischa-arabischen Ländern und auch aus Europa bekommen, nicht in Infrastruktur, Häuserbau und Wirtschaft investiert werden, sondern in Waffen. Und statt zeitgemäßer vernünftiger Bildung in islamisch begründeten Hass.
Wenn Israel (und Jordanien) es schaffen, das irgendwie zum Verschwinden zubringen, dann wäre es ein längst überfälliger Sieg der vernunft.

Dr. Roland Mock | Mi, 26. Juli 2017 - 19:13

Ach lieber "Cicero". Ich habe ja eine Schwäche für das Magazin. Bin immerhin Abbonent. Auch für seine online-Redakteure, die tapfer meine mitunter rauhbeinigen (trotzdem immer sachlichen) Kommentare veröffentlichen. Aber manchmal bin ich am Verzweifeln: Was hat denn nun an meinem Kommentar zum Thema Israel die Nettiquette verletzt? Ich habe keinen beleidigt, keine rassistischen Äußerungen getätigt. War es das Bibel-Zitat "Auge um Auge, Zahn um Zahn"? In der Verbindung mit der Feststellung, daß Israel nicht mehr existieren würde, wenn es nicht eine entsprechend auf Härte und Unnachgiebigkeit gegründete Politik betreiben würde? Diese Auffassung ist in Israel selbst Common Sense und Staatsdoktrin. Auch der Vorkommentator hat sich in ähnlicher Form geäußert. Das kann es also eigentlich nicht sein. Ich weiß, Sie haben viel zu tun, aber mich würde ernsthaft interessieren, aus welchem Grund Sie ausgerechnet diesen Kommentar nicht veröffentlicht haben. Zwei Sätze an meine e-Mail reichen. Danke

Michael Sander | Do, 27. Juli 2017 - 13:25

In reply to by Dr. Roland Mock

Leider geht es Ihnen nicht alleine so. Auch von mir werden immer wieder Kommentare nicht veröffentlicht, so auch zu diesem Artikel. Auch ich bin Cicero Abonnement und frage mich allmählich, ob ich dieses wirklich nochmal verlängern möchte.
Zum Thema dieses Artikels ist bei Roland Tichy ein Beitrag von Sharon Oppenheimer erschienen, der die israelische Seite beleuchtet. Ich würde mir wünschen, dass Leser des Cicero wirklich beide Artikel lesen und dann entscheiden, wessen Argumente nachvollziehbarer und einsichtiger sind.

Danke für den Hinweis. Werde den empfohlenen Kommentar mal lesen. Ich habe den Eindruck, daß auch in der Redaktion des "Cicero" manche Themen arg umstritten sind. Doch solange noch Autoren wie Kissler und Grau dort noch veröffentlichen, werde ich ihn weiter lesen. Mein - nicht veröffentlichter- Israel-Kommentar bezog sich übrigens auf die sehr informative Klarstellung des Herrn Ostersohns.

Alexander Mazurek | Mi, 26. Juli 2017 - 23:50

... weil wenn Metalldetektoren der Auslöser sein sollten ... vor der Westwand (Klagemauer) des Tempels gibt es sie schon lange, und es ist nichts dabei.
Worum es geht sind unbequeme Fakten.
Es gab den Tempel, siehe Josephus Flavius, den Jüdischen Krieg und den Titusbogen in Rom, in Stein gemeißelt. Dagegen ist die Legende vom Ritt des "Propheten" von Jerusalem in den Himmel reine Legende, dieser war nie dort.
Die "Palästinenser" sind dagegen eine Arafat'sche Erfindung. Dies rechtfertigt aber sowohl nicht die "Realpolitik" Israels,als auch nicht den islamischen Terror.
Lügen im Heiligen Land, Scholl-Latour hatte Recht.

Ernst Laub | Do, 27. Juli 2017 - 16:44

Schon 1938, anlässlich der Konferenz von Evian, wurden die Juden von der Weltgemeinschaft – einschliesslich der Amerikaner und Briten (!) – schändlich im Stich gelassen, als es darum ging, ihnen Schutz vor der Verfolgung durch die Nazis zu verschaffen: Selbst die Briten weigerten sich, die in der Balfour Declaration enthaltende Verpflichtung für die Schaffung einer jüdischen Heimstätte zu erfüllen. Daher haben die Juden gelernt – als es nötig war – ihre Interessen und ihr Recht auch mit Gewalt durchzusetzen.
Auch heute noch – angesichts des islamistischen Terrorismus – ist Israel nicht bereit, den Bevormundungsversuchen der „Lieben und Netten“ aus der BRD und anderswo nachzugeben. Dem islamistischen Terror kann man – und da haben die Israelis recht - nur mit Festigkeit und wenn nötig mit Gegengewalt begegnen.
Stellen wir uns einmal, vor was passieren würde, wenn Israel von den Kräften des radikalen Islams überrannt würde. Die Grausamkeit der Massaker wäre unvorstellbar.

Michael Lang | Do, 27. Juli 2017 - 18:00

Kaum habe ich den Artikel zu lesen begonnen, schwante mit Übles - das Anlegen zweierlei Standards an die ach so armen und primitiven Palestinänser - die können ja nicht anders - im Gegensatz zu den Israelis, die ja so zivilisiert sein müssen und natürlich die Starken sind. Dann kam das unvermeidliche „Auge um Auge“ und es wurde mir klar - noch ein Artikel des deutschen Mainstream, der ohne Klischees nicht auskommt.
Das entspricht wahrlich nicht dem Standard, den ich von Cicero erwarte und den Sie meisten erfüllen; aber bei Israel, da gehts halt nicht!

SCHADE!!

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