Gali Baharav-Miara
Israelische Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara / Illustration: Marco Wagner

Israelische Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara - Netanjahus schärfste Gegnerin

Als Generalstaatsanwältin hat sich Gali Baharav-Miara immer wieder mit der israelischen Regierung angelegt. Im August wurde sie entlassen. Das Vertrauensverhältnis sei zerstört, weil sich Baharav-Miara immer wieder querstelle. Doch das Oberste Gericht erklärte ihre Entlassung für ungültig.

Ingo Way

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Ingo Way ist Chef vom Dienst bei Cicero Online.

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Anfang Juli erhielt Gali Baharav-­Miara eine Vorladung: Sie solle vor einem Komitee aus fünf Ministern erscheinen, das über ihre Entlassung aus dem Amt der Generalstaatsanwältin entscheiden werde. Die Vorladung erreichte sie unmittelbar am Ende der Trauerwoche nach dem Tod ihres Ehemanns Tzion Miara, ein langjähriger Mitarbeiter des israelischen Inlandsgeheimdiensts Schin Bet. Baharav-Miara dachte aber gar nicht daran, vor dem Ministerkomitee zu erscheinen, da sie dessen Einrichtung für gesetzwidrig hält.

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A. Brand | Do., 4. September 2025 - 07:41

Das kommt einem bekannt vor was da abgeht, H-G Maaßen & Co. lassen grüßen. Wir sind allerdings schon einen Schritt weiter, hier wurde die Justiz von ihrer unfehlbaren Heiligkeit A.M. bereits auf Linie gebracht, unsere Justiz beißt den Staat nicht mehr, sie macht was er vorgibt!

Ich wünsche Frau Baharav-Miaras viel Erfolg, denn es ist höchste Zeit, daß der Verbrecher Netanjahu für den Rest seines Lebens hinter Gittern landet!

Das eine Kommission zur Untersuchung des „Versagens“ der Sicherheitskräfte am 7. Oktober 2023 von Netanjahu abgelehnt wird ist klar, denn es würde rauskommen, daß das „Versagen“ politisch angeordnet wurde, um einen Grund für die „Säuberung“ des Gazastreifens zu haben, das wäre der GAU für Israel und seine Regierung. Nicht anders als vor fast 25 Jahren der 11. September in New York, nur das die Welt immer noch an dieses Märchen zu glauben scheint.

Ernst-Günther Konrad | Do., 4. September 2025 - 13:10

Ich habe allerhöchsten Respekt vor dieser Frau, die sehr differenziert zu urteilen scheint und eben sich nicht von der Politik lenken lassen will. Anders als das deutsche BVerG, habe ich bei dem obersten Gericht Israels den Eindruck - nicht zuletzt auch aus eigenem Interesse - das den Regierungsübergriffen standhält. Und so lange die Frau ihre Kritik nur an der Sache orientiert argumentiert und sich von keiner Partei "kaufen" läßt, soll sie eben auch gegen Netanjahu ermitteln und dass das Versagen anlässlich des Hamas Überfalles untersucht gehört, müsste jedem aufrechten Bürger klar sein. Ich habe nur das Gefühl, diese Frau könnte das auf Dauer nicht überleben. Ich traue Netanjahu und seinen Gefolgsleuten durchaus zu, dass sie die Generalstaatsanwältin aus dem Weg räumen. Sie müssen nämlich damit rechnen, dass einige von ihnen angeklagt werden. Von diesem Vorgang hängt aus meiner Sicht ab, ob die Demokratie in Israel weiter besteht oder langsam aufweicht und einer Diktatur weicht.