Iranischer Polizist
Iranischer Polizist in Teheran / picture alliance / NurPhoto | Morteza Nikoubazl

Iran und Irak - Wie Washington den Milizen die Tür öffnet

Während Trumps widersprüchliche Diplomatie in Islamabad für Chaos sorgt, gewinnt Teheran Zeit, den Irak zur externen Festung auszubauen. Fällt Bagdad endgültig an die Milizen, hält Iran auch noch die Landbrücke zur Levante in der Hand.

Autoreninfo

Shantanu Patni studiert Osteuropa-Studien an der Freien Universität Berlin. 

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In den Lagerhallen der Federal Reserve Bank in New York ist es leerer geworden, zumindest was die Fracht für den Irak angeht. Seit der Invasion 2003 gehört es zur absurden Routine des Nahen Ostens, dass in regelmäßigen Abständen Transportflugzeuge, beladen mit Paletten voller Bargeld, in Bagdad landen. Es ist das Lebenselixier eines Staates, dessen Öleinnahmen – die 95 Prozent des Staatshaushalts decken – über US-Konten abgewickelt werden. Genau diesen „Luftbrücken-Service“ hat Präsident Donald Trump nun gekappt. Weil weite Teile der irakischen Wirtschaft auf physisches Bargeld angewiesen sind, trifft der Stopp der Bargeldflüge den Staat an einer empfindlichen Stelle.

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Thomas Veit | Sa., 25. April 2026 - 19:44

von besonderer Weitsicht und Realismus geprägt... - Nation-Building geglückt (Irak), oder? 🤔

/Ironie und Sarkasmus

Danke für diesen interessanten Artikel.

Ja, der Irak war durch George W. Bush auf einen guten Weg gebracht worden. Die Anschläge konnten signifikant reduziert werden. Und dann zog Obama die Truppen ab, und die Hölle brach los, weil die Sunniten mit den USA ihre Schutzmacht verloren hatten.

Nicht "die USA", sondern Obama ist schuld. Dieses pauschale Sprechen über die US-Außenpolitik, ohne zu unterscheiden welcher Präsident es denn war, ist ein sicheres Zeichen von Antiamerikanismus.

Im Übrigen: Das Regierungssystem, das von George W. Bush im Irak installiert wurde, existiert bis heute. Es finden sogar Wahlen statt. Immer noch. Im Vergleich zu Libyen oder Afghanisten war der Irak wirklich ein durchschlagender Erfolg.

Thorwald Franke | Sa., 25. April 2026 - 21:55

Interessant, von diesen Bargeldflügen habe ich noch nie etwas gehört. Auch die Darstellung der inneren Strukturen der Miliz-Welt im Irak ist aufschlussreich. Solche Informationen bekommt man sonst nicht. Auch bei Wikipedia findet man das nicht. Ich begrüße die Aufklärung. Das ist eine wirklich nützliche Analyse.

sonst nicht"... - aus dieser prosperierenden weil mit reichlich Ölvorkommen gesegneten Gesellschaft..., sollten Sie mal drüber nachdenken... ...

Aber zum Schluss ist ja nur der eine unfähige Präsident 'schuld'... ... - selten so gelacht, naiv.

Hans Süßenguth-Großmann | So., 26. April 2026 - 10:31

weiter spinnt sieht es auch für die Golfmonarchien nicht gut aus. Einer iranisch- irakischen Bedrohung würden sie, außer Saudi-Arabien, kaum etwas entgegensetzen können.
Die Bemerkung, dass Obama an dem Elend im Irak schuld sei, ist ein bisschen weit hergeholt, denn eine dauerhafte Truppenstationierung kann nicht im Interesse der USA sein. Der jüngere Bush hätte das ganze Irak Abenteuer lieber bleiben lassen sollen.