Von iranischen Raketen zerstörtes Wohnhaus in Tel Aviv
Von iranischen Raketen zerstörtes Wohnhaus in Tel Aviv / picture alliance / ZUMAPRESS.com | Paulina Patimer

Iran - Teheran will nicht mit den USA verhandeln

Die verbliebene iranische Führung will nicht mit den USA über das Atomprogramm sprechen. Derweil beschießen Teheran und die libanesische Hisbollah Israel mit Raketen.

Grafik: Zwei verschränkte Hände, eine mit SPD-Logo, die andere mit Gebetskette, roter Hintergrund.

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Einer der ranghöchsten Vertreter der iranischen Führung hat Verhandlungen mit den USA ausgeschlossen. Teheran werde nicht mit Washington verhandeln, schrieb der Generalsekretär des Sicherheitsrats, Ali Laridschani, auf der Plattform X. Er reagierte damit auf einen Medienbericht, wonach er sich über den Vermittler Oman trotz der laufenden Angriffe um neue Gespräche mit den USA bemüht haben soll. US-Präsident Donald Trump habe den Nahen Osten ins Chaos gestürzt, schrieb Laridschani weiter. Der Iran habe den Krieg nicht begonnen und werde sich weiter verteidigen.

Laridschani gilt nach der Tötung von Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei als eine der Schlüsselfiguren im iranischen Machtgefüge. Das Wall Street Journal hatte berichtet, er habe sich mit Blick auf Teherans umstrittenes Atomprogramm an den bisherigen Vermittler Oman gewandt, um neue Gespräche mit den USA anzubahnen.  

Trump warf dem Iran vor, zu lange gezögert zu haben

Trump hatte sich am Sonntag gegenüber dem Iran gesprächsbereit gezeigt. „Sie wollen reden, und ich habe zugesagt, also werde ich mit ihnen sprechen“, zitierte ihn die Zeitschrift The Atlantic nach einem Telefoninterview. Dabei warf Trump den Iranern vor, zu lange gezögert zu haben. Er nannte keine Details zu möglichen Gesprächen.  

Trump und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu haben das iranische Atomprogramm als einen der Gründe für den gemeinsamen Angriff auf das Land genannt. Teheran bestreitet den Vorwurf, mit seinem Programm Atomwaffen entwickeln zu wollen.

Hisbollah greift wieder an

Am Morgen hat der Iran erneut Raketen auf Israel abgefeuert. Die Verteidigungssysteme seien im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren, teilte die israelische Armee mit. Unter anderem in Tel Aviv gab es Raketenalarm. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, den Anweisungen des Heimatschutzes zu folgen. In der Stadt Beit Shemesh zwischen Tel Aviv und Jerusalem kamen neun Menschen durch einen iranischen Raketenangriff ums Leben. Mehr als 40 wurden verletzt. Bereits am Samstag wurde die 32-jährige Philippinin Mary Anne Velasquez de Vera durch einen iranischen Raketenangriff in Tel Aviv getötet.

Die mit dem Iran verbündete libanesische Terrormiliz Hisbollah feuerte in der Nacht mehrere Raketen auf Israel ab. Eine wurde laut Israels Militär abgefangen, mehrere weitere Geschosse seien auf offenem Gelände niedergegangen. Die Hisbollah begründete den Angriff mit der Tötung des obersten Führers des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, bei einem israelischen Luftangriff am Samstag in der iranischen Hauptstadt Teheran. Die israelische Armee begann als Reaktion auf den Angriff der Hisbollah mit Bombardements in der libanesischen Hauptstadt Beirut sowie anderen Gebieten des Landes. Ziel waren Stellungen der Hisbollah, teilte die Armee am Morgen mit. Dazu gehörten Waffenlager sowie weitere Infrastruktur der Schiiten-Miliz in mehreren Gebieten des nördlichen Nachbarlandes. Dabei seien ranghohe Mitglieder der Miliz getroffen worden, ein weiterer im Süden.

Quelle: dpa

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Thomas Veit | Mo., 2. März 2026 - 10:46

"Trump warf dem Iran vor, zu lange gezögert zu haben" - ist klar. Trump unterwirft man sich gleich oder garnicht. Das hätten die Mullahs in Teheran wissen müssen und können. [KEINE Ironie!]

Sie hatten praktisch nur die Wahl zwischen Untergang und Untergang - 'schade' ist es nicht um diese alten menschenverachtenden Männer...

Was aus Trumps 'Quick Fix' am Ende herauskommt ist m.E. vollkommen offen - der strategische Plan wird kurzfristig festgelegt... - von Trump persönlich, vermute ich mal...?, oder einem seiner Günstlinge oder seinem Schwiegersohn... ...? - wir werden sehen... 🤔

Hans Süßenguth-Großmann | Di., 3. März 2026 - 08:23

Über was will man denn verhandeln, wenn in laufenden Verhandlungen der Krieg erklärt wird?
Die internationale Lage ist im Arsch. Für Trump gilt der römische Spruch : Was dem Jupiter erlaubt ist, ist den Ochsen (Plural) nicht erlaubt. Oder ich schlage zu und die anderen haben nicht zu zucken.
Ich warte nur darauf, wann die Chinesen ihren Tanz mit Taiwan anfangen, oder sie sind schlau und warten bis alles Pulver verschossen ist. Und für die Ukraine kann es auch nur bedeuten, die Russen werden eskalieren.

Die Chinesen gucken sich jetzt erstmal das Ganze an..., aus der Ferne... - und analysieren die US-Fähigkeiten so genau wie möglich..., und entscheiden dann.

Sollte sich herausstellen, dass US nicht im vorgegebenen Zeitrahmen 'fertig wird'..., und die Lenkfligkörper knapp werden, nach dem ersten halben Jahr Intensivbombardement im Iran...? - Ja dann könnten die Chinesen auch 'die Gunst der Stunde' direkt nutzen... ...??

Aber viele 'wenn's und könnte eventuell vielleicht...' - rein hypothetisch, alles...

Allerdings sehe ich- ernsthaft - keinen wirklichen Vorteil für Putin in der Ukraine jetzt dadurch..., eher verliert er noch einen strategischen Partner, global.

Hans Süßenguth-Großmann | Di., 3. März 2026 - 08:38

mit der Antike hatte, wie beginnt die Illias? "Singe den Zorn, o Göttin, des Peleiaden Achilleus..." passt doch zu Operation Epic Fury. Wie die Illias endet ist auch nachzulesen, vom epischen Glück des Achill ist leider nichts bekannt.

Klaus Funke | Di., 3. März 2026 - 16:31

Es wird sich in den nächsten Tagen zeigen, ob der Iran den Israelis und Trump widerstehen kann. Die Blitzkriegsvariante ist defacto schon gescheitert. Die nächste Frage ist, unter Beachtung aller Konflikte, in welche die USA verstrickt sind, ob die USA genügend Puste haben, sprich, vor allem geeignete Waffensysteme, um einen längeren Kampf durchzuhalten. Sollte Trump zu einem Waffenstillstand gezwungen sein, hat er verloren, und wahrscheinlich auch die Midterms-Elections. Dann wäre Trump zur "lame duck" geworden und Vance müsste ihn erretten. Ich glaube, Trump hat sich durch den Trickser Netanjahu in eine Lage bringen lassen, die sein politisches Ende bedeuten könnte. Testosteron gesteuerte Außenpolitik klappt eben nicht immer. Nein, ich denke, die Sache geht böse aus vor allem auch für uns alle, die wir die ganze Schoße an der Zapfsäule bezahlen müssen. Ich glaube, die Perser werden für Trump das Zünglein an der Waage sein. Schade, ich hätte ihn trotz allem für klüger gehalten.