Abstimmung im UN-Sicherheitsrat
Am 19. September stimmte der UN-Sicherheitsrat über die Fortsetzung der Iran-Sanktionen ab / picture alliance / Pacific Press | Lev Radin

Iran-Sanktionen ohne Wirkung - Weshalb nur ein Regimewechsel Frieden bringen kann

Die Vereinten Nationen setzen auf den „Snapback-Mechanismus“, der neue Sanktionen gegen den Iran ermöglicht. Doch solange das iranische Regime von Moskau und Peking gestützt wird, bleibt der Westen machtlos. Frieden im Nahen Osten setzt politischen Wandel in Teheran voraus.

Autoreninfo

Nasrin Amirsedghi ist Deutsch-Iranerin und Sprachdozentin in Berlin. Sie lebt seit 42 Jahren im Exil in Deutschland.

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Es ist eine bittere Ironie der Diplomatie: Europa erhebt die Feder, trägt in die Acta die volle Schärfe des Völkerrechts – und die Welt schaut zu, wie Papier gegen Praxis verliert. Am 19. September 2025 scheiterte im Sicherheitsrat ein Versuch, die Wiedereinführung der unter der Wiener Nuklearvereinbarung von 2015 (Joint Comprehensive Plan of Action, JCPOA) aufgehobenen UN-Sanktionen gegen den Iran dauerhaft zu verhindern; damit wurde das formale Verfahren für die Wiedereinsetzung der Sanktionen in Gang gesetzt.

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Ernst-Günther Konrad | Mo., 22. September 2025 - 13:46

Auch in Deutschland brauchen wir einen Regierungswechsel. Wann kapiert der sog. Westen endlich, dass sie ihre Vorstellung von Demokratie eben nicht und gerade auch nicht islamischen Staaten vorschreiben kann. Die haben andere Moralvorstellungen, andere Glaubensgrundsätze und andere politische Vorstellungen. Und wohin das führt, wenn westliche Staaten und allen voran die USA versuchen Regierungen zu stürzen und neu einzusetzen, davon gibt es mannigfaltige Beispiele. Und Herr Traub beleuchtet in seinem Artikel den Sohn des Schah, der auch keine Lösungen bieten kann, außer der, dass er sich im Falle einer Einsetzung den USA verpflichtet sein wird. Und wieder fragt keiner, was eigentlich das Volk mehrheitlich will? Nicht wenige leben unter den Mullahs durchaus gut und bequem. Natürlich werden andere dafür unterdrückt und doch eint alle der Glauben an Allah, dem sie blind folgen und dessen Gesetze sie angewendet wissen wollen. Egal wer dann regiert. Also, was machen wir uns da verrückt.

Ich sehe den Frieden auch nicht durch den Iran gefährdet sondern durch die Kriegstreiberei im Westen. Und es gibt unzufriedene Menschen im Iran genau wie in Frankreich, England und bei uns usw. aber das ist Sache der Iraner und nicht der USA oder Europa sich da einzumischen. Afghanistan ist das beste Beispiel da haben wir 20 Jahre Demokratie "verteidigt" und in 3 Tagen war alles weggewischt.

Jürgen Goldack | Mo., 22. September 2025 - 15:16

Sehr geehrte Frau Amirsedghi, ihre Anregungen, wie ein langfristiger Frieden erreicht werden kann, sind vom Ansatz her begrüßenswert und somit richtig. Das Problem, das sich aber stellt ist die Ost-West-Gemengelage mit den Kontrahenten US-Reps-EU (F+BRD+GB) pro Ukraine contra Russland und andererseits Iran-Russland-China contra USA (Reps)-Israel. Solange der Westen (Nato/US-Republikaner) sich am von USA/Biden provozierten Ukraine-Krieg mit der Unterstützung eines „Kriegs- "Präsidenten" Selenskyj" abarbeiten und absolut ungerechtfertigt Russland/Putin die Schuld an dem Debakel geben wird Russland sich zwangsläufig auf die Seite Chinas und somit auch des Mullah-Regimes stellen. m. E. gäbe es einen Weg, dass Problem zu lösen. Selenskyj beendet den sinnlosen Krieg mit Russland (u. a. Verzicht auf Nato-Mitgliedschaft!), die EU/Nato konserviert den Status vor 2008, keine weitere Nato-Osterweiterung und Russland könnte im Fall Iran eine neutrale Position beziehen. Frieden geben und nehmen!

Jürgen Goldack | Mo., 22. September 2025 - 23:21

Berichtigung:Sehr geehrte Frau Amirsedghi, ihre Anregungen, wie ein langfristiger Frieden erreicht werden kann, sind vom Ansatz her begrüßenswert und somit richtig. Das Problem, das sich aber stellt ist die Ost-West-Gemengelage mit den Kontrahenten US-Dems-EU (F+BRD+GB) pro Ukraine contra Russland und andererseits Iran-Russland-China contra USA (Dems)-Israel. Solange der Westen (Nato/US-Demokraten) sich am von USA/Biden provozierten Ukraine-Krieg mit der Unterstützung eines „Kriegs- "Präsidenten" Selenskyj" abarbeiten und absolut ungerechtfertigt Russland/Putin die Schuld an dem Debakel geben wird Russia sich zwangsläufig auf die Seite Chinas und somit auch des Mullah-Regimes stellen. m. E. gäbe es einen Weg, das Problem zu lösen. Selenskyj beendet den sinnlosen Krieg mit Russland (u. a. Verzicht auf Nato-Mitgliedschaft!), die EU/Nato konserviert den Status vor 2008, keine weitere Nato-Osterweiterung und Russland könnte im Fall Iran eine neutrale Position beziehen. Frieden geben/nehmen