Ein Soldat mit Gewehr geht im Grünen neben einer schwarzen Barriere, unsicherer Vorschlag. Foto.
Iranische Raketen sind nicht nur für Israel eine Gefahr, sondern auch für Europa / picture alliance/dpa/AP | Ohad Zwigenberg

Iran-Krieg - Wie Deutschland seine Glaubwürdigkeit am Persischen Golf verspielt

Die Straße von Hormus ist blockiert, die Energiepreise explodieren – und Berlin zögert. Während der Konflikt im Persischen Golf längst globale Folgen hat, ringt die Bundesregierung um Haltung und Strategie. Dabei ist das längst auch „unser Krieg“. Deutschland muss mehr Verantwortung übernehmen.

Autoreninfo

Oliver Rolofs ist Sicherheits- und Kommunikationsexperte, Direktor des Österreichischen Instituts für strategische Studien und internationale Zusammenarbeit (AISSIC) in Wien und Mitgründer der Munich Cybersecurity Conference (MCSC). Zuvor war er Kommunikationschef der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC), wo er zudem das Cyber- und Energiesicherheitspolitik verantwortete.

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Während im Persischen Golf Tanker festliegen, die Straße von Hormus faktisch blockiert ist und die Energiepreise weltweit explodieren, ringt die Bundesregierung um eine Antwort. Seit Wochen dominiert ein Krieg die globale Sicherheitslage, dessen wirtschaftliche und strategische Folgen Europa längst erreicht haben. Doch in Berlin wirkt man unentschlossen, fast abwesend. Dabei wäre genau jetzt der Moment, in dem Deutschland außen- und sicherheitspolitische Führungsfähigkeit beweisen müsste.

Ein Blick zurück zeigt, dass es auch anders ging. Deutsche Minenjagdboote im Einsatz am Persischen Golf – was heute für die Bundesregierung wie ein gewagtes Gedankenspiel erscheint, war bereits Realität. Als die USA 1990 im zweiten Golfkrieg, ausgestattet mit einem Mandat des UN-Sicherheitsrats und der mächtigsten Streitmacht der Welt, eine internationale Koalition zur Befreiung Kuwaits vom irakischen Diktator Saddam Hussein formieren, macht Deutschland zunächst nicht mit. Unter großem internationalem Druck beteiligt sich die Bundesregierung damals nur finanziell und mit Sachleistungen. Der Vorwurf aus Washington folgt prompt: Deutschland betreibe „checkbook diplomacy“.

Für den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl ist das ein politischer Tiefschlag. Gegen den Willen seines Außenministers Hans-Dietrich Genscher entscheidet er nach Ende der Kampfhandlungen, deutsche Minenjagdboote in den Persischen Golf zu entsenden. Im Rahmen der „Operation Südflanke“ räumen sie ab August 1991 für fast ein Jahr irakische Seeminen. Es ist ein spätes, aber klares Signal: Deutschland ist bereit, Verantwortung zu übernehmen, auch militärisch. Der Beitrag kommt nicht von ungefähr. Die deutschen Minenjäger gelten damals als weltweit führend im Räumen von Seeminen. Mit politischem Mut konnte Helmut Kohl auch militärisch Geschichte schreiben und dem wichtigsten Verbündeten, den USA, zur Seite stehen.  

Der Iran will den Druck der Weltgemeinschaft auf die USA herbeizwingen

Heute, circa 35 Jahre später, ist die Welt eine andere. Doch der Persische Golf (von den arabischen Anrainern auch als Arabischer Golf bezeichnet) ist eine Kriegsregion geblieben. Mit den neuerlichen Angriffen auf Iran seit Ende Februar dieses Jahres haben Israel und die USA den Nahen Osten geopolitisch neu sortiert. Ob sie ihn mittelfristig sicherer gemacht haben, wird sich zeigen. Sie schalteten nicht nur den Führer des theokratischen Mullah-Regimes aus, sondern beseitigen nach und nach die überregionale Bedrohung durch den Gottesstaat. Die iranische Armee und die Revolutionsgarden (IRGC) versuchen ihrerseits, mit Raketen und Drohnensalven nicht nur Israel, sondern die ganze Region ins Chaos zu stürzen. Doch das reicht ihnen nicht. Sie wollen den Druck der Weltgemeinschaft auf die USA herbeizwingen und setzen auf ihre stärkste Waffe: die Abhängigkeit der Weltwirtschaft von Rohöl und Flüssiggas aus dem Nahen Osten.  

In normalen Zeiten passieren die Straße von Hormus täglich 20 Millionen Barrel Rohöl, rund ein Fünftel des weltweiten Bedarfs. Gleiches gilt für den Handel mit Flüssiggas, LNG. Im Zuge des Krieges hat Iran die Meerenge nun faktisch geschlossen. Vieles deutet auf den Einsatz von Seeminen hin, um die Gewässer für den internationalen Seeverkehr zu sperren.  

Gerade Seeminen gehören zu den einfachsten und kostengünstigsten Waffen in Irans Arsenal – und zugleich zu den wirkungsvollsten. Ihre strategische Logik ist klar: maximale Disruption bei minimalem Mitteleinsatz. Minen legen nicht nur Handelsrouten lahm und treiben die Öl- und Gaspreise nach oben. Sie zwingen die USA und ihre Verbündeten in eine langwierige, riskante und politisch heikle Räumoperation. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern kalkulierte Strategie: Teheran greift damit auf ein Muster zurück, das bereits während der Tankerkriege der 1980er-Jahre erprobt wurde. Mit begrenzten Mitteln Zeit gewinnen, Ressourcen des Gegners binden und die Eskalationskosten gezielt nach außen verlagern.

Krieg im Nahen Osten ist historisch gesehen eher Normalität als Ausnahme

Der Öl- und Gashandel aus der Region ist zum Erliegen gekommen. Die Preise sind explodiert. Das spüren die Menschen weltweit nicht nur an der Zapfsäule. In Indien und Pakistan können Großteile der Bevölkerung ohne Flüssiggas nicht heizen oder kochen. Auch die Wirtschaft wird durch hohe Preise und Verknappung von Ressourcen hart getroffen, bildet Rohöl doch nach wie vor die Grundlage des Lebens, wie wir es heute kennen. In Deutschland rätselt die Bundesregierung jetzt bald einen Monat: Wie können die Menschen hier entlastet und der Nahe Osten wieder stabilisiert werden? Für beides scheint das Kabinett Merz nicht in der Lage, echte Lösungen zu entwickeln.  

Dabei wäre lange Zeit gewesen, entsprechende Szenarien zu entwickeln. Ein Krieg im Nahen Osten ist historisch gesehen eher Normalität als Ausnahme. Seit Jahrzehnten ist die Region im permanenten Krisenmodus. Erst im Sommer 2025 griffen Israel und die USA den Iran mit Luftschlägen an und attackierten die iranischen Atom-Anlagen. Die Gefahr, dass der Iran eine Atombombe bauen könnte, sollte nachhaltig gebannt werden. Nach Jahren gescheiterter Verhandlungen wurde militärisch geklärt, was diplomatisch nicht erreichbar war. In den Händen des Iran wäre eine Atombombe eine existenzielle Gefahr für den israelischen Staat und eine Bedrohung für die gesamte Region. Aber auch für uns. Durch das weit fortgeschrittene ballistische Raketenprogramm wäre Iran in der Lage gewesen, mit nuklearen Interkontinentalraketen Europa zu erreichen. Sogar Berlin. Zu Recht lobte daher Bundeskanzler Merz im vergangenen Jahr die USA und Israel, als er öffentlich einräumte, sie hätten „die Drecksarbeit“ für uns gemacht. Heute ist von dieser Einsicht nicht viel geblieben.

„Das ist nicht unser Krieg“, antwortete jüngst Verteidigungsminister Boris Pistorius markig auf die Frage eines Journalisten nach einer möglichen militärischen Unterstützung der USA. Die hatten Mitte März ausgewählte Alliierte um Unterstützung bei einer möglichen militärischen Sicherung der Straße von Hormus gebeten. Die Antwort aus Berlin kam prompt, und für deutsche Verhältnisse ungewohnt deutlich. Weltweit wurde sie medial aufgegriffen: „This is not our war.“ Die Botschaft dahinter ist eindeutig: Deutschland steht im Krieg gegen Iran nicht an der Seite der USA und Israels. Die Begründung: Berlin sei im Vorfeld nicht einbezogen worden. Fast schon genüsslich fragte Pistorius die internationale Presse weiter, was die Welt von „einer Handvoll europäischer Fregatten“ erwarte, was „die machtvolle amerikanische Navy dort allein nicht hinbekommen kann“?  

Der Ruf nach Diplomatie, wo es schon lange keine mehr gibt

Die Wahrheit ist: eine Menge. Auch, wenn die europäischen Fregatten militärisch nicht ins Gewicht fallen – politisch tun sie es sehr wohl. Denn die sofortige Absage einer Unterstützung der USA zeigt die pathologische sicherheitspolitische Unmündigkeit deutscher Politiker. Noch immer sitzen sie gemütlich auf dem Trittbrett internationaler Sicherheit. In der Vergangenheit fiel das politisch nicht weiter ins Gewicht. Warum Erwartungen erfüllen, die niemand mehr hatte? In der heutigen Lage aber, in der Deutschland sicherheitspolitisch nicht mehr auf den transatlantischen Schutz vertrauen kann, hat die eigene militärische Verzwergung fatale Auswirkungen. Putin wird die Äußerungen von Pistorius zur militärischen Irrelevanz europäischer Fregatten genau verfolgt haben.

Es zeigt sich: Trotz zweifacher Sondervermögen, trotz Investitionen in die Bundeswehr in schwindelerregender Höhe und trotz potenzstrotzender Berliner Verantwortungs-Rhetorik ist Deutschland nicht in der Lage und Willens, seine Interessen international zur Not auch militärisch zu verteidigen. So bleibt der Ruf nach Diplomatie, wo es schon lange keine mehr gibt, ein Zeichen strategischer Hilflosigkeit. Zu Recht fragen in dieser Lage öffentliche Stimmen, warum das Verteidigungsministerium hunderte Milliarden Euro in eine Bundeswehr investiert, die unsere Interessen nicht verteidigen soll? Denn genau die sind am Persischen Golf betroffen.  

Wirtschaftlich ist die Versorgung unseres Landes mit lebensnotwendigen Ressourcen durch die Blockade der Straße von Hormus konkret gefährdet. Neben Öl und Gas sind beispielsweise auch Düngemittel betroffen. Bereits jetzt warnt die Lebensmittelbranche vor Ernteeinbußen im laufenden Jahr. Die Preise werden sich weltweit erhöhen. Das spüren dann die Krisenregionen, die von Lebensmittelversorgung aus dem Ausland abhängig sind. Das erhöht in der Folge dann auch die irreguläre Migration nach Europa – man erinnere sich an die Flüchtlingskrise von 2015, die ihre Ursachen auch in einer Hungerkrise an der Levante hatte und vor allem zu einem politischen und institutionellen Kontrollverlust in Berlin und Brüssel führten.  

Sollten wir nicht versuchen, mit allen Mitteln Einfluss zu nehmen?

Nicht unser Krieg? Ob wir es wollen oder nicht, die Auswirkungen spüren wir bereits jetzt, und sie stehen erst am Anfang – weltweit. Sollten wir dann nicht versuchen, mit allen Mitteln Einfluss zu nehmen?

Das hat die EU bereits zuvor versucht. Im Roten Meer tritt sie seit über zwei Jahren mit einer eigenen militärischen Operation für die Sicherheit der Seefahrt ein, genannt ASPIDES. Die wird vor dem Jemen durch die Huthis bedroht, vor allem an den strategisch neuralgischen Punkten Bab-al-Mandab und am Zugang zum Suezkanal. Diese mit dem Iran verbündete Terrororganisation, die wiederholt Frachtschiffe mit Raketen und Drohnen angreift, gefährdet seit Jahren die freie Schifffahrt im Roten Meer. Erst massive Luftschläge der USA und Israel gegen Stellungen der Huthis brachte sie an den Verhandlungstisch, natürlich ohne Europa.  

Seitdem hatte der Seeverkehr durch das Rote Meer wieder zugenommen. Die Gefährdung durch die Huthis bleibt zwar bestehen. Ihnen ist aber bewusst, dass sie in diesem Fall mit Vergeltungsmaßnahmen der USA zu rechnen haben. Natürlich nicht seitens der EU. Die versucht weiter, die freie Schifffahrt im Roten Meer durch die rein defensive Mission „ASPIDES“ in der Region zu schützen.  

Das ist nach Ansicht der Bundesregierung sehr wohl unser Krieg. Das Bundestagsmandat wurde erst im Oktober 2025 für ein weiteres Jahr erneuert. Das gleiche Ziel wird gemäß Äußerungen der Bundesregierung jetzt auch am Persischen Golf verfolgt. Hier aber soll die US-Navy allein für Ordnung sorgen, die Bundesregierung, und allen voran ihr Verteidigungsminister, sieht sich nicht betroffen. Man muss wohl Angehöriger einer Partei im innenpolitischen Todeskampf sein, um diese Logik zu verstehen. Gleiches gilt, wenn Pistorius jetzt auf seiner Indopazifik-Reise die Freiheit der Seewege beschwört. Die wird im Indopazifik durch China wiederholt in Frage gestellt. Durch Iran wird sie am Persischen Golf konkret blockiert. Auch unseren Partnern im Indopazifik sollte der Unterschied zwischen Prinzipien fordern und Prinzipien durchsetzen bekannt sein. So wird aus einer Reise der Vergewisserung unserer Partner eine Tour der Unglaubwürdigkeit.  

Akademischer Eiertanz um die Rechtmäßigkeit des Einsatzes

Stattdessen wird zur Besonnenheit gemahnt. Deutsche Strategen, ob aus Parlament, Ministerien oder Thinktanks, wollen im Angriff auf Iran keine Strategie erkennen. Fast schon schadenfreudig werden die Schachzüge der Amerikaner und Israelis bewertet, die Kosten des Einsatzes kalkuliert und hektisch mit dem Kopf geschüttelt. Ungeachtet dessen, dass weltweit keine andere Nation zu einem solchen Kriegseinsatz fähig wäre. Und ungeachtet der Tatsache, dass die deutsche Sichtweise auf Strategie so wenig alltagstauglich ist wie ihre Streitkräfte. Stattdessen vollführen deutsche Kommentatoren den akademischen Eiertanz um die Rechtmäßigkeit des Einsatzes und fordern die öffentliche Debatte der Kriegspläne ihrer Partner. Doch wer die israelische Militärplanung unter Netanjahu verfolgt, der weiß: Der israelische strategische Ansatz sieht vor, Pläne zu haben für den Fall, dass sich eine Gelegenheit bietet, Ziele zu erreichen.  

Ein window of opportunity braucht keine Grand Strategy, sondern jemanden, der es nutzt. Denn für Israel ist ein Krieg mit Iran eine geringere Bedrohung als ein stabiles Mullah-Regime mit nuklear bewaffneten Interkontinentalraketen. Sollte das iranische Regime weiter bestehen, wird Israel auch in Zukunft militärisch gegen dessen Gewaltpotenzial vorgehen. Ein stabiler Iran ist schlecht für Israel. Diese Logik will in Europa niemand verstehen, obwohl gleiches für unseren Blick auf Russland gelten sollte. Die Zeit, in der zwischenstaatliche Gewalt erst ganz am Ende eines gescheiterten diplomatischen Prozesses steht, gehört der Vergangenheit an. Gewalt ist wieder das Werkzeug der Politik, das sie schon immer war. Das ist die Welt, in der wir leben. Die Bundesregierung muss entscheiden, wie sie sich daran politisch klug anpassen kann, ohne ihre Prinzipien aufzugeben. Die Alternative ist, mit erhobenem Zeigefinger in der geopolitischen Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.  

Dafür scheint sich die Bundesregierung aktuell entschieden zu haben. Mit stumpfem sozialdemokratischen Anti-Amerikanismus und christlich-demokratischen Gratismut wird der militärisch wichtigste Verbündete USA und das historisch verbundene Israel vor den Kopf gestoßen. Wäre hingegen der Vorstoß einer europäischen Mission am Persischen Golf zum Schutz der Handelsschifffahrt und als Beitrag zur regionalen Stabilität nicht aus Paris, sondern aus Berlin gekommen, hätte sie nun einen Platz am Tisch der Entscheidungen. Das wäre ein historisches Signal gewesen.

Es ist noch nicht zu spät, der Trump-Administration anstatt diplomatisch-elitärem Moralismus einen Handschlag des militärischen Realismus anzubieten. Dafür stehen Minenjagdboote, Aufklärungsflugzeuge oder Luftverteidigungsfregatten der Bundeswehr bereit. Tun sie es nicht, muss sich Pistorius fragen, was er in seiner Zeit als Minister eigentlich so getrieben hat. Es ist Zeit, den politischen Schritt aus der militärischen Unmündigkeit heraus zu wagen. Denn, um es mit dem letzten militärisch versierten Sozialdemokraten Peter Struck zu sagen: Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Persischen Golf verteidigt.

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Jens Böhme | Do., 2. April 2026 - 08:38

Hier sollte der Autor seine Definition zu Krieg noch einmal überprüfen. Es gibt keine defensiven Kriege. Dessen Definition soll den offensiven Krieg lediglich rechtfertigen.

Thomas Veit | Do., 2. April 2026 - 10:18

Antwort auf von Jens Böhme

passend zu 'neutralisieren' und 'Präzisionsschlag' mit 'minimierten Kollatteralschäden' oder Waffen 'mit erhöhtem Wirkungsgrad'... etc.. /Ironie

PS: auch gut - 'intelligente Kriegsführung', au K'I' bezogen.... ..., top aktuell.

Michael Hüther | Do., 2. April 2026 - 09:14

Ich bin erschüttert über diesen substanzlosen Artikel. Die Straße von Hormuz lässt sich gewaltsam nur öffnen, wenn man mit hunderttausenden Soldaten den iranischen Küstenstreifen besetzt. Der Autor schwebt zwischen symbolischen Aktionen und Solidarität mit Israel und den USA, die wahrscheinlich seine NGO finanzieren. Wenn ein Artikel schon seicht ist, sollte er wenigstens kurz sein.

Stefan | Do., 2. April 2026 - 09:15

Die Bundeswehr wandelt sich dadurch von einer reinen Verteidigungsarmee zu einer Einsatzarmee, die weltweit in „Krisen- und Konfliktbewältigung“ eingreift, wenn sie meint das Land auch im Nahen Osten zu verteidigen.
Siehe Afghanistan.
Langfristig scheiterte das Ziel: Afghanistan wurde nicht zu einem stabilen, demokratischen Staat. Nach dem Abzug der internationalen Truppen übernahmen die Taliban 2021 wieder die Macht. Viele Errungenschaften (besonders Frauen- und Minderheitenrechte) wurden zurückgedreht. Das Land versank erneut in Armut, Unterdrückung und Instabilität. Der „sichere Hafen“ für Terroristen wurde zwar zeitweise unterbunden (Al-Qaida wurde stark geschwächt), aber das Land blieb fragil.
Denselben Fehler nun im Iran ???Da kann ich nur sagen:
Nichts dazugelernt, was auch für die Amerikaner gilt.
Spanien wäre da eher ein Vorbild bezüglich sich aus dem Konflikt heraushalten und diesen nicht zusätzlich zu befeuern.

Ingbert Jüdt | Do., 2. April 2026 - 09:32

Der einunddrölfzigste Propaganda-Artikel, der bei Nichtbeachtung mit Anklage wegen »Antiamerikanismus« droht. Ein sogenannter solcher ist aber das Gebot der Stunde: »Verantwortung« hieße nämlich für Deutschland (und für Europa), auf der Rekonstruktion der Diplomatie als primärem Werkzeug der internationalen Beziehungen zu insistieren.

Es waren aber die USA, die dieses Werkzeug von den 1990er Jahren an (beginnend mit der Wolfowitz-Doktrin) sukzessive zerstört und an seine Stelle eine unilaterale, militärisch unterbaute Politik der globalen Vorherrschaft gesetzt haben. Die Hobbessche Welt von heute ist das Resultat einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung der amerikanischen »Neocons« von damals.

Der Vorwurf an deutsche Politiker, sich als Vasallen der USA zu gebärden, trifft den Punkt! Man muss keine Minenräumer an den Golf schicken, wenn man den Krieg gar nicht erst anfängt, den sich Trump von einem Netanjahu hat aufschwatzen lassen, der 20 Jahre auf einen solchen hingearbeitet hat!

"Die Hobbessche Welt von heute ist das Resultat"

Genau so ist es - seit 1900, wo der alte Fei d verloren gegangen war... ... 🤔

Jetzt haben 'wir/USA' ja wieder reichlich Ersatz - "Gott sei Dank!" (die Rüstungsbranche)

Meiner Meinung nach das klare Ergebnis einer reinen Hegemonialpolitik der USA seit 1990 - KEIN! Zufall oder ähnliches, wer sich die Mühe macht und weiter als drei Jahre zurück denkt. Trifft praktisch für alle größeren nichtregionalen Konflikte seitdem zu.

Wie sagte George H. W. Bush (der Senior) doch 1990 mehrfach: "WIR haben gewonnen!", daraus folgt(e) der Rest - und die Verantwortung! des Siegers mit dem Sieg umzugehen..., mMn!?!

>> WIE wird das wohl dann aussehen - die 'Verantwortung des Siegers' - im Falle des Iran... ...!? 🤔

... es freut mich SEHR, dass Ihr Beitrag mit dem Hinweis auf die Wolfowitz-Doktrin von 1992 hier erscheint, die lt. Google "eine unipolare Welt unter amerikanischer Führung anstrebte (... und) den USA das Recht auf unilaterale militärische Interventionen zu(sicherte), um die globale Dominanz zu sichern."
Und wenn ich noch auf den letzten Beitrag unten von Frau Lubig eingehen darf: die schreibt so schön naiv amerikafreundlich (damit sind von mir nie DIE Amerikaner gemeint!) zum Thema Straße von Hormuz: "die Amis brauchen und nutzen diesen Weg kaum, aber anders Asien und Europa."
Also wenn DAS kein guter Grund für die Trumpisten sein könnte, diesen beiden Konkurrenten NOCH ein paar Probleme mehr zu machen und die eigene Position zu stärken?
Hier hilft wieder mal nur mein Lieblingsspruch von Franz Beckenbauer: "Jetzt schau ma amal, dann seh´ ma´s schon!"

Thomas Veit | Do., 2. April 2026 - 09:58

"Dabei wäre genau jetzt der Moment, in dem Deutschland außen- und sicherheitspolitische Führungsfähigkeit beweisen müsste."

Diese Option liegt doch überhaupt nicht auf dem Tisch..., absolut NICHT!

Wir -D/Europa- haben höchstens die Option uns der genialen Strategie (ever!) Des zweitgrößten Feldherren aller Zeiten in dessen Popo-Gefolge anzuschließen..., und zu bezahlen. Und mit Feldherr meine ich nicht Netanjahu...

Das ist NICHT unser Krieg - Punkt! Was trotzdem nicht ausschließt, dass wir uns da NACH ERREICHEN DER KRIEGSZIELE (🤔🤪😨🤡🤣 - kennt die jemand...??) am Mienenräumen beteiligen könnte... ...

Seehr seichten unklarer Artikel, ansonsten.

A. Müller | Do., 2. April 2026 - 10:08

Selten so viel Unfug in einem Artikel gelesen!
1. Hier werden Ursache und Wirkung verwechselt. Wer hat den Krieg angefangen?
2. Es ist nicht unser Krieg
3. Eine vollständige "Befreiung"
der Straße von Hormuz ist laut Millitärexperten nur mit dem Einsatz von Bodentruppen in Iran realisierbar.
4. Unabhängig vom Nadelöhr Hormuz wird es noch Monate wenn nicht Jahre dauern, bis beschädigte Öl und Gasfelder am Golf wieder die volle Förderleistung bringen können.
5. Einen großen Teil der Energiekosten hierzulande machen Steuern aus. Hier könnte man ansetzen, um Wirtschaft und Bürger schnell zu entlasten, anstatt sich in millitärische Abenteuer zu begeben.
Und zu guter Letzt: Öl und Gas wieder in Russland kaufen, anstatt europäische Sandkastenspielchen zu spielen.
Dies wäre eine Politik im Sinne der Bürger!

Thomas Veit | Do., 2. April 2026 - 10:48

Der war gut! 👍

Aber darum geht es doch garnicht... - so-oder-so nicht... /😉

Walter Buehler | Do., 2. April 2026 - 10:50

Der erste April war gestern, aber ich glaube auch noch heute morgen, dass es nur einen Weg gibt, um die transatlantische Allianz zu sichern:
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Alle NATO- und EU-Staaten sowie Israel, Kanada und Mexiko stellen geschlossen den Antrag auf Aufnahme in die USA, vielleicht auch sogar das osmanische Reich oder Saudi-Arabien.

Damit in der Zeit der Zusammenfügung dieses neuen Weltreiches Unklarheiten und Wirrnisse in Grenzen gehalten werden können, wird für diese Zeit die Präsidentschaft vertrauensvoll der Dynastie Trump dauerhaft übertragen.

Zur einheitlichen Amtssprache wird die Sprache, die von Sachsen und Angeln gesprochen wurde. Da die Herrscherdynastie deutsche Wurzeln besitzt, dürfte uns das Aufgehen in diesem größeren Ganzen also eigentlich nicht schwer fallen.

Als Zweit-Residenz in Europa kommt eigentlich nur Versailles oder Neuschwanstein in Frage, allenfalls noch Rom oder Hampton Court.
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Dann wäre nicht nur das Problem Grönland aus der Welt.
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Nix für ungut!

Hans Süßenguth-Großmann | Do., 2. April 2026 - 15:00

wenn Herr Roloff den kurzen Dienstweg in Österreich gegangen wäre und Herrn Oberst Reisner von der Theresianischen .......u.s.w. gefragt hätte. Danach hätte er sich die Mühe für diesen Artikel sparen können. Es geht manches, aber der Preis dafür ..????
Unsere Marine ist in Scapa Flow untergegangen und war im WK II nicht relevant. Das träfe bestimmt auch in Nahost zu.

christoph ernst | Do., 2. April 2026 - 15:22

es einen zuletzt frisst. Das ist die deutsche Strategie. Und die wird von anderen nicht als tugendhafte Friedensliebe gelesen, sondern als Feigheit.
Mitunter ist es klüger, feige zu sein. An dieser Stelle dürfte es sich bitter rächen. Das hat der Autor richtig erfasst.
Iran führt seit 47 Jahren Krieg gegen den Westen. Er wird damit nicht aufhören, sobald er Israel zerstört hat. Dann legt er erst richtig los. Natürlich reibt sich auch Putin die Hände. Denn wenn er demnächst das Baltikum überfällt und die Europäer laut schreien, werden die USA sagen: Das ist nicht unser Krieg.
Und falls Iran künftig mit Hilfe Chinas die arabische Halbinsel kontrolliert und die Europäer zwingt sich kleinzumachen, werden die Europäer wissen, was ihre 'splendid isolation' sie kostet, und sich wünschen, sie hätten an der richtigen Stelle ausnahmsweise mal ihre eigenen Interessen erkannt und vertreten.

und die einen sagen so, und sie anderen so...

All das, was Sie schreiben hat genauso wenig realen 'Hand und Fuß' wie der Artikel selbst... - also: geschenkt!

Den Iran und besetzen ist auf jeden Fall keine erfolgversprechende Option - weder für die USA, noch für Israel, noch für Deutschland oder die NATO, das ist ja wohl offensichtlich...- oder nicht?

Natürlich könnte man/USA/eine 'Koalition der Willigen' Afghanistan einfach noch einmal 'nachspielen'... 😉; unter Trump würden dann aber vermutlich die Amis zuerst abhauen..., und 'den anderen willigen Trotteln' das Aufräumen überlassen... ...

Zwei mal den selben Fehler zu machen - Irak/Afghanistan/Iran == 3x☝ (Vietnam nicht eingeschlossen...)

"Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten." Albert Einstein

aber wenn man Rubel, Dollar und Euro als Vergleich gleichstellt, dann kommt dabei Unsinn heraus.
Der Gipfel dieses Unsinns ist Afghanistan mit Iran zu vergleichen, ob aus Unwissenheit oder anderen Gründen, beispielsweise linkswooken, die den Antiisrealismus und Antiamerikanismus nach Herzenslust fröhnen.

Ehrlich gesagt, inzwischen kann ich die Amis verstehen, das sie die NATO, insbesondere wegen der Haltung Deutschlans und Spaniens, am liebsten verlassen würden, und ihre Dollars lieber in bilaterale Bündnisse investieren würden.

Zitat:
" Der Gipfel dieses Unsinns ist Afghanistan mit Iran zu vergleichen..."
Iran und Afghanistan sind direkte Nachbarn mit einer langen gemeinsamen Grenze (ca. 936 km). Historisch und kulturell gibt es enge Verbindungen (Sprache Dari/Farsi, ethnische Gruppen wie Tadschiken, Hazara). Konflikte in einem Land wirken sich direkt auf das andere aus:
Flüchtlingsströme (Iran beherbergt Millionen afghanischer Flüchtlinge; ein Iran-Krieg könnte weitere Wellen auslösen oder bestehende vertreiben).
Wasserstreitigkeiten (Helmand-Fluss), Drogenhandel und Grenzgefechte zwischen Iran und Taliban.
Beide Konflikte destabilisieren die weitere Region (inkl. Pakistan, das 2026 selbst in Kämpfe mit Afghanistan verwickelt ist).Der aktuelle Iran-Krieg und der parallele Pakistan-Afghanistan-Konflikt verstärken sich gegenseitig und drohen einen regionalen Flächenbrand zu schaffen.
Die aktuelle Lage (2026) zeigt zudem, wie der Iran-Krieg und afghanisch-pakistanische Spannungen die gesamte Region weiter verun

sichern.
Meiner Meinung nach gibt's da lediglich eine Seite der Medaille 🏅

und ballistisch ist es bereits auf dem besten Wege dorthin, und atomarisch mit seinem hochangereicherten Uran möchte er es bald ebenso sein, tja, und das ist der wichtigste Unterschied zu Afghanistan und co.

Übrigens, seine Nachbarn kann man sich nicht aussuchen, beispielsweise Deutschland als Nachbarn zu haben, da hat ein kultureler und sonstiger beidseitiger Austausch über Jahrhunderte ganz gut funktioniert, leider nur bis 1933, wo Deutschland beschloss zu militärischen Macht aufzusteigen, um das jüdische und slavische Leben in Europa zu vernichten. Das diese Gefahr zu lange sträflichst unterschätzt wurde das ist allgemein bekannt.

Die Wahrheit ist, der Iran plant und verfolgt ähnliche Schritte, nur halt gegen Israel und die westliche Welt, tja, und halb Europa unterschätzt diese reale Gefahr schon wieder!

Ich habe da so meine Zweifel, denn auch der Nordkoreaner könnte ja schon theoretisch, wenn er wollte oder damals der Irak mit seinen angeblichen
"Giftfabriken".
Nun gut, wenn Israel und die USA das allerdings sagen ...
Ich meine letztes Jahr hat Trump doch schon die Atomfabriken dem Boden gleich gemacht oder nicht. 😉
Und jetzt das Possenstück mit Hormuz, was nicht hätte sein müssen.
Und natürlich haben sie Recht, seine Nachbarn sucht man sich nicht aus.
Wir müssen ja auch mit den Franzosen irgendwo klarkommen ...😀

Dagmar Lubig | Fr., 3. April 2026 - 11:43

Antwort auf von Stefan

glauben Sie weiterhin was Sie wollen, nach dem Motto "was nicht passt, wird passend gemacht", beispielsweise die "Posse" mit Hormus, die geht alleine auf das "Konto" Irans, und nicht der USA, übrigens die Amis brauchen und nutzen diesen Weg kaum, aber anders Asien und Europa. Das Iran damit ernst macht, und künftig regeln wird, wer darf überhaupt durfahren, und dann für welchen Opulus, tja, und wenn dies nicht verhindert wird, dann wird es so klar sein,wie das Amen in der Kirche.
Dann wird Europa um noch ein richtiges Problem reicher!

Thomas Veit | Fr., 3. April 2026 - 13:39

Antwort auf von Dagmar Lubig

...trifft doch eher auf IHRE Argumentationskette zu, sehr geehrte Frau Lubig. Zum Beispiel ist doch die Frage des Vergleichs zwischen Afghanistan und dem Iran nicht auf die vermeintliche 'Gefährlichkeit' bezogen, darüber könnte man sicherlich streiten..., sondern bezieht sich auf die (militärische) Art und Weise WIE die USA/Trump glauben das Problem lösen zu können: Kraft ihrer technologischen Überlegenheit mit begrenzten Präzisions- und Enthauptungsschlägen... ..., und dann wieder 'schnell ab nach Hause'... ... - so der 'Plan', der keiner ist oder je war... ...

Militärisches Hausierertum ist das, nichts anderes. Und es ist bereits jetzt absehbar, dass dieser 'genialste Plan ever' NICHT aufgehen wird, weil er nicht aufgehen kann... ... Afghanistan hat genau so begonnen..., es ging eigentlich nur darum Bin Laden zu fangen... - 20 Jahre lang... /🤔😉🤣

Insofern sind der Afghanistan-Einsatz und der jetzige Iran-Krieg durchaus vergleichbar, wie Stefan oben auch noch inhaltlich unterlegt.

und nicht um nachbarschaftlich - kulturelle Nähe und anderes bla,bla!
Außerdem, am Irak - Krieg war Israel nicht beteiligt, warum auch.
Was Afghanistan betrifft, dort ist 1979 zu erst die Sowjetarmee einmarschiert, um 1989 unverichteter Dinge abzumarschieren, erst dann kamen.........

Wenn für Israel gelten soll "abwarten und Tee trinken" , und erst handeln sollte, wenn der Iran seine Drohung in die Tat umgesetzt hat, dann haben diese so denkenden Europäer ihre Glaubwürdigkeit vollends verspielt. Bin froh. das nicht alle Europäer so denken.

Nach den Aussagen Donald Trumps sind die Fabriken zur Herstellung von Atomwaffen vollständig im letzten Jahr zerstört worden.
Wie schnell die Iraner sie wiederaufgebaut haben ist gigantisch an Leistung, wenn man hierzulande nicht mal ein AKW innerhalb eines Jahres wieder einschalten könnte. 😉
Oder hat der Donald da Lügenmärchen erzählt ???

Donald Trump in seiner kurzen TV-Ansprache an die Nation (21. Juni 2025, ca. 22 Uhr EDT):
„Iran’s key nuclear enrichment facilities have been completely and totally obliterated.“
(„Irans wichtigste Anlagen zur Urananreicherung wurden vollständig und total zerstört.“)