Pahlavi-Unterstützer in Houston, Texas
Pahlavi-Unterstützer in Houston, Texas / picture alliance / NurPhoto | Reginald Mathalone

Iran im Umbruch - Reza Pahlavi wird zur Stimme der Massen

Reza Pahlavi ist mehr als ein Symbol der Monarchie: Er verkörpert die Sehnsucht nach Stabilität, Demokratie und nationaler Kontinuität – und gewinnt damit inmitten der Protestbewegung eine neue, breite Legitimation im Land.

Autoreninfo

Ali Bordbar Jahantighi ist deutsch-iranischer Medizinstudent an der Universität Hamburg. Mit 17 Jahren kam er nach Deutschland; derzeit forscht er im Rahmen eines wissenschaftlichen Aufenthalts in New York City.

So erreichen Sie Ali Bordbar Jahantighi:

Am Sonntagabend wurde das iranische Staatsfernsehen gehackt: Für mehrere Minuten übernahmen Unbekannte die Ausstrahlung und verbreiteten Botschaften des im Exil lebenden Kronprinzen Reza Pahlavi. Gezeigt wurden Videos von Protesten im Land sowie Aufrufe, die Bevölkerung zu unterstützen – unter anderem mit der Bitte an die Streitkräfte, die Seiten zu wechseln und sich der Zivilbevölkerung anzuschließen.

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Stefan | Mo., 19. Januar 2026 - 15:11

Möchte so mancher im Iran etwa den Teufel mit dem Beelzebub austreiben ??? Es scheint so.
Der letzte Schah von Persien, Mohammad Reza Pahlavi (regierte 1941–1979), war in den letzten Jahren seiner Herrschaft (besonders ab Mitte der 1970er) beim Großteil der Bevölkerung sehr unbeliebt – und zwar quer durch fast alle gesellschaftlichen Schichten.
Wichtigste Gründe für den massiven Popularitätsverlust
Autoritäre Unterdrückung — SAVAK (Geheimpolizei) war berüchtigt für Folter, Verschwindenlassen, willkürliche Verhaftungen und Zensur. Fast alle Oppositionellen (säkular, links, islamistisch) wurden verfolgt.
Prunksucht & Arroganz — Die legendäre 2.500-Jahr-Feier in Persepolis 1971 (enorme Kosten) und der verschwenderische Lebensstil der königlichen Familie wurden als Hohn empfunden, während viele hungerten oder in Armut lebten.
Hinzu kommt die Wahrnehmung als US-Marionette — Der CIA-gestützte Sturz von Premier Mossadegh 1953 saß tief. Die Iraner sahen den Schah als abhängig von den USA.

ist der Beelzebub? so viel Vorschusslorbeeren... Für mein dafürhalten sind die drei von Pahlavi weit gefassten roten Linien der richtige Ansatz um einen nennenswerte Zahl an Iranern hinter sich zu versammeln um ein Referendum abzuhalten das nachher eine gewisse Tragfähigkeit und Unterstützung in der Bevölkerung erhält.

Ihr Wort in Gottes Ohr.
Der damals 19 jährige ist heute 65 Jahre alt und natürlich stellt er die Politik seines Vaters bis heute nicht maßgeblich als Terrorherrschaft dar. Ich habe jedenfalls davon noch nichts vernommen, daß er sich von den Taten seines Vaters öffentlich distanziert. 🤷
Da gilt es im Iran gleich 2 totalitäre Systeme aufzuarbeiten.
Davon abgesehen wird das meines Erachtens sowieso nichts, siehe Arabischer Frühling, aber die Hoffnung werter Hans v. Weissensand stirbt bekanntlich zuletzt.

Klaus Funke | Mo., 19. Januar 2026 - 15:59

Iran/Persien muss endlich die mittelalterliche Mullah-Diktatur überwinden. Der Iran muss ein moderner Staat werden. Potenzial und natürliche Ressourcen sind ausreichend vorhanden. Wenn der Staat gut verwaltet wird, wird Wohlstand die Ernte sein. Der derzeitige Islam im Iran bietet keine echte Perspektive, dass das Land in der internationalen Oberliga spielen kann, wo es eigentlich hingehört. Der Schah-Sohn könnte die integrative Figur sein. Stellt das Land wieder vom Kopf auf die Füße.

Der Sohn des letzten Schahs, also Reza Pahlavi (der ehemalige Kronprinz und ältester Sohn von Mohammad Reza Pahlavi und Farah Diba), ist 65 Jahre alt.
Ich denke der Schah-Sohn würde statt einer echten demokratischen Gesellschaft wieder eine "Herrschaftliche Diktatur" machen wie sein Vater und die Bevölkerung hätte nichts gewonnen.
Desweiteren glaube ich nicht, daß die regierungstreuen Militärs sich das Zepter aus der Hand nehmen lassen werden bei all den Privilegien.
Es bleibt abzuwarten.
Der arabische Frühling war ja wohl auch eher ein Schuss in den Ofen.

C. Schnörr | Mo., 19. Januar 2026 - 19:55

iranischen Volk wünsche ich den Wechsel. Denn schlimmer als jetzt ist nicht vorstellbar. Die drei formulierten Grundsätze sind eine gute Basis, glaubhaft - mit Blick auf Grundsatz 2 - durch die Ankündigung des Shah-Sohnes, nur den Übergang begleiten zu wollen.