Internationale Presseschau - „Hat Kim Jong-un sich überhaupt zu etwas verpflichtet?“

Donald Trump und Kim Jong-un traffen sich in Singapur und ununterzeichneten eine gemeinsame Erklärung zur Denuklearisierung von Nordkorea. Wie urteilt die internationale Presse über diese Zusammenkunft?

Zeitungen mit Titeln zur US-Wahl und dem Sieg von Donald Trump liegen am 10.11.2016 in Köln (Nordrhein-Westfalen) auf dem Tisch.
Donald Trump hat den härtesten Diktator unter dieser Sonne salonfähig gemacht / picture alliance

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Hier finden Sie Nachrichten und Berichte der Print- und Onlineredaktion zu außergewöhnlichen Ereignissen.

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Der Standard (Österreich)
„Zunächst das Positive: Es ist gut, dass es Gespräche gibt statt Raketen oder Nukleartests. Und es ist ebenso gut, dass auch rhetorisch deeskaliert wurde. Der Preis, den US-Präsident Trump dafür gezahlt hat, ist allerdings äußerst hoch: Er hat den härtesten Diktator unter dieser Sonne nicht nur salonfähig gemacht, er hat sich dazu in seinen eigenen Worten ‚die Ehre gegeben‘ und Kim auch noch nach Washington eingeladen. Der nordkoreanische Führer dagegen hat für den unerwarteten Glanz auf der Weltbühne wenig gegeben.“

New York Times (USA)
„Während Trump Nordkoreas Denuklearisierung anstrebt, riskiert er, von seiner eigenen Übertreibung ergriffen zu werden. Nach Trumps eigener Logik muss jeder Deal mit dem Norden besser, härter und umfassender sein als der Iran-Vertrag. Selbst wenn der Führer des Nordens, Kim Jong-un, in gutem Glauben handelt, ist dieses Ergebnis höchst unwahrscheinlich. Paradoxerweise wird der beste Deal, den Trump mit Nordkorea erreichen kann, mehr als wahrscheinlich aussehen, wie das, was Barack Obama mit dem Iran erreicht hat.“

NZZ (Schweiz)  
„Bei der Lektüre der Zeilen fällt es schwer, den Optimismus des US-Präsidenten zu teilen. Vielmehr kann sich der nordkoreanische Machthaber nach dem Treffen in Singapur vorerst zurücklehnen und den Gipfel als Erfolg für sich verbuchen. Hat er sich überhaupt zu etwas verpflichtet?“

The Straits Times (Singapur)  
„Angesichts des enormen Medienrummels und der übertriebenen Erwartungen, die den Gipfel von Singapur am Dienstag (12. Juni) begleiteten, war es unvermeidlich, dass der von US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Führer Kim Jong-un unterzeichnete gemeinsame Text als Enttäuschung betrachtet werden würde. Das Dokument sagt wenig, das entweder neu oder bahnbrechend ist, abgesehen von den unvermeidlichen Verweisen auf den historischen Charakter des Treffens.“

Guardian (Großbritannien)  
„Das Leitmotiv für die Führer der Welt ist, wie man mit den Risiken eines amerikanischen Präsidenten umgeht, dem man nicht trauen kann, sein Wort zu halten oder seine Freunde von seinen Feinden zu unterscheiden. Was die Welt auf dem G7-Gipfel entsetzt beobachtet hat, ist die gleiche Dynamik, die sie jetzt in Singapur sieht: eine globale Aufgabe in der Schadensbegrenzung von Donald Trump.“

Piotr Mordel | Di, 12. Juni 2018 - 15:23

Es ist einfach nicht möglich, dass ein Mensch so dumm, narzisstisch, unfähig und böse ist. Laut der Medien ist aber Donald Trump so ein außergewöhnliches Individuum. Wie glaubhaft ist das denn? Es hagelt formlich von Kritik gerade von der Presse und Experten (sowieso Trump Hasser) die komischerweise immer falsch lagen, ob Brexit, die US Wahlen, Ungarn und und und. Währe es vielleicht möglich wieder den Vernunft zu benutzen?

Diesen bösen Menschen, diesen "Hassprediger" (ex Außenminister, jetziger BP Steinmeier.) bezeichnet man bei anderer Gelegenheit als Partner und Freund.
Hat unsere Regierung "Hassprediger" als Partner und Freunde ? Ich bin schockiert....hüstel.

Robert Meister | Di, 12. Juni 2018 - 18:02

Bilder aus zB 2017 zeigen Kim Jong-un mit versteinertem Gesicht, verbissen und steiff. Welch ein Unterschied beim Treffen mit dem Südkoreanischen Präsidenten Moon-Jae und Trump, ein fröhlicher und befreiter Kim! Es scheint als wäre Kim eine riesen Last von den Schultern genommen. Was in den letzten 30 Jahren mit Nordkorea veranstaltet wurde, wird langsam an die Oberfläche gespült werden, noch aber diktieren die Anti-Trump Medien den Narrativ.

Christian Glöckl | Di, 12. Juni 2018 - 21:36

Iran verpflichtete sch auch zu nichts.. es gab keinen unterschriebenen Vertrag...nur eine Absichtserklärung...ohne Unterschrift

Peter Lieser | Mi, 13. Juni 2018 - 10:58

Man hätte auch eine andere Auswahl an Zeitungen, Magazinen und Statements treffen können.

Thorsten Rosché | Mi, 13. Juni 2018 - 12:44

Wen hat die Bundesregierung schon alles aufgewertet, trotz Hitlerbärtchen in den Medien und Beschimpfungen übelster Art, mit Scheck im Gepäck und Kopftuch z.B. im Iran.

Bernd Muhlack | Mi, 13. Juni 2018 - 13:16

Bekanntlich wurde im September 1938 das sog. Münchner Abkommen geschlossen. Nein, es gab weder Twitter noch Facebook oder sonstiges Gedöns, jedoch machte Hitlers Kommentar relativ schnell weltweit die Runde: "Unsere Gegner sind Würmer, ich sah sie in München!" --- Möge der Annäherung von Nordikea an den Rest der Welt mehr Erfolg beschieden sein!!!