- Der Hochmut des Elfenbeinturms
Das Auswärtige Amt lädt zur „Indien-Kompetenz“ – und ein Göttinger Professor verweigert den Dialog. Seine Absage ist kein „ziviler Ungehorsam“, wie er behauptet. Sie ist ein Zeugnis links-akademischer Selbstgerechtigkeit.
Es beginnt mit einer E-Mail vom Referat „AP04“ des Auswärtigen Amtes. Was für die meisten Wissenschaftler ein Angebot zum Dialog wäre, ist für den Göttinger Historiker Ravi Ahuja der Auslöser für eine öffentliche Inszenierung der Verweigerung. In einem Beitrag für den Tagesspiegel begründet er wortreich, warum er dem Ruf zur Vernetzung der „Indien-Kompetenz“ nicht folgen wird. Was Ahuja zum „zivilen Ungehorsam“ in der Tradition Gandhis verklärt, entpuppt sich bei genauerer Lektüre als eine Mischung aus gekränkter Eitelkeit, historischer Verzerrungen und einer gefährlichen Blindheit gegenüber den Notwendigkeiten staatlichen Handelns.
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Real hat Europa doch gar nicht mehr die Kraft, sein Weltbild global durchzusetzen. Es ist doch anders herum eher so, dass selbst bei kleineren Playern und regionalen Mächten Europa nicht mehr richtig ernst genommen wird.
Was die Geisteshaltung angeht, scheinen es mir eher die wahrscheinlich mit Herrn Ahuja verbundenen Kräfte, die sich selber universell, weltoffen, am Menschen orientiert etc. sehen, die ein normatives Menschenbild haben, dass sie alternativlos als global-universell-zeitlos für alle ansehen.
Die Situation in der Welt scheint mir eher so zu sein, dass Europa nur noch eingeschränkt als Player wahrgenommen wird, dass aber viele der anderen Strömungen und Regionen noch nichts eigenes, kein eigenes neues Gleichgewicht gefunden haben, sondern ihre Selbstdefinition, Richtung, Halt, Weltbild immer noch aus den alten Schlachten gegen Europa beziehen.
Vielleicht sollte man mit all der neuen Kraft jetzt auch selber laufen lernen.
Details der indischen Innen- und Aussenpolitik sowie der demokratischen und gesellschaftlichen Feinheiten in diesem großen Land hat (Indien) - so wie ICH! - steht man doch mMn ziemlich ratlos vor diesem Artikel... - oder geht es ihnen anders... ...?
Herr Shantanu Patni - der Autor - rechnet hier offensichtlich ziemlich radikal mit dem Göttinger Historiker Ravi Ahuja ab... ...? Was fällt einem (ungebildet Ossi) dazu ein?
1. Indien ist weit weg... (bisher...😉)
2. Von WO? aus ein Intellektueller seine Thesen in die Welt sendet ist mMn vollkommen irrelevant; natürlich kann ein 'Denker im weitesten Sinne' in Westeuropa leben und trotzdem in seiner Theorie! von der „westliche Randzone der asiatischen Landmasse“ sprechen... - ob das inhaltlich passt steht auf einem anderen Blatt..., ABER seinen aktuellen Aufenthalt 'auf dieser Randzonen-Landmasse' sollte man ihm, dem Wissenschaftler, nicht vorwerfen - das ist billige Polemik mMn kontra Meinungsfreiheit, Herr Patni.
[Fortsetzung folgt...]
3. War die Göttinger Uni schon immer 'ein Hort linker Denkmuster und antiimperialistischer Doktrin'... (so in etwa zumindest...) und hält sich im linken Universum wohl für den intellektuellen Nabel Deutschlands...; insofern sind einige Ausführungen des Herren Patni glaubhaft - überprüfen kann es der gemeine Cisero-Leser ohne interne Kenntnisse 'der Göttinger Uni-Verhältnisse' aber wohl nicht... - ich jedenfalls nicht.
Mein 'Küchentisch-Bauchgefühl' sagt mir, dass 'die alleinig seelig machende Wahrheit' wohl höchstwahrscheinlich in der Mitte der beiden Argumentationswelten zwischen Patni <-> Ahuja ,ist, wieso oftinsolchen Fällen. Einige Punkte der Herrn Ahuja scheinen mir zumindest nicht ganz aus der Luft gegriffen... ...!? 🤔
>> Vielleicht kann aber hier jemand doch noch besser aufklären...?
Wenn es denn Hochmut war, der den steuerfinanzierten Herrn Professor zu seiner Absage bewegte! Die Verweigerung eines Dialogs ist eher ein Zeichen von Engstirnigkeit. Es ist leider so, dass die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer an den Universitäten eine sehr ungute, unwissenschaftliche Entwicklung genommen haben. Ahuja ist nach seinem CV eher Soziologe denn Historiker. Gerade die Soziologie ist ist ja ein Hort linker Gesinnung, vor allem in Göttingen. Es zählen nicht mehr Fakten, sondern Haltung, die zur allgemeingültigen Gewissheit, sogar Wahrheit erklärt werden. Das ist eine unwissenschaftliche Herangehensweise.Da stellt sich schon die Sinnfrage:ist das noch universitäre Forschung und Wissenschaft? Muss das finanziert werden?Natürlich ist es,wie der Autor schreibt, eine kulturelle Verarmung,wenn kleine Fächer verschwinden. Weder Historik noch Soziologie sind kleine Fächer, sie bilden weit über den Bedarf aus. Wenn man das noch Ausbilden nennen will!
Defund the Elfenbeinturm!
