Impf-Offensive - Frankreichs „Generalmobilmachung gegen das Virus“

Frankreich macht vor, wie es laufen kann. Nicht verbrauchte AstraZeneca-Dosen werden seit dem Wochenende von niedergelassenen Ärzten in ihren Praxen verimpft. 220.000 waren es allein am Samstag. Bis Mitte April soll es zehn Millionen Erstimpfungen geben. 

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Impfzentrum in der Sportarena von Lyon / dpa

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Kay Walter arbeitet als freier Journalist in Frankreich

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Kay Walter

„Solange sich in den Kühlschränken die Impfdosen stapeln, solange wird es auch keinen erneuten Lockdown geben“, sprach der Präsident. Der Ankündigung vorausgegangen war dem Vernehmen nach ein Wutausbruch von Emmanuel Macron im Kabinett. Grund: die schlechte Impfquote im Land, derzeit sogar noch (etwas) schlechter als in Deutschland.

Genau das aber dürfte sich jetzt ändern. Und zwar sehr, sehr schnell. Denn seit dem Wochenende können in Frankreich die Hausärzte ihre Patienten impfen. Ab dem kommenden Wochenende dann auch die Apotheker, Hebammen und Krankenschwestern. Eben alle, die auch sonst Grippeimpfungen oder Ähnliches vornehmen. Premier Jean Castex spricht von einer „Generalmobilmachung gegen das Virus“. 

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Ernst-Günther Konrad | Mi, 10. März 2021 - 09:08

Macron hängt innenpolitisch am seidenen Faden. Die vielen Proteste und auch sicher die eigene erkannte administrative Unfähigkeit haben ihn scheinbar geweckt. Genau so muss es gehen. Nicht labern, sondern machen. Aha. Es werden nur die geimpft, die es wollen und machen dürfen es alle, die sonst auch impfen. Das nenne ich mal praktikabel. Mir als Impfgegner ist nur eines wichtig. Weder einen gesetzlichen Impfzwang noch denselben durch gesellschaftlichen Druck herbeigeführt, dann gönne ich jedem sein Vakzin. Ich wünsche allen, die an das Vakzin glauben von ganzem Herzen ihre Impfung(en).
Nein, ein Vergleich mit DE ziehe ich jetzt nicht. Dazu besteht mittlerweile sogar in den sonst so regierungstreuen und den alternativen Medien inzwischen genug Kritik. Was bei uns hier läuft kann jeder selbst erleben, der seiner gewünschten Impfung hinterher läuft.

Die Kosten trägt man doch immer selber über Krankenkassenbeiträge, ob nun privat - wie ich - oder gesetzlich versichert. Zahlen Sie nicht für Ihren Arztbesuch oder Medikamente bereits jetzt schon, falls sie in Ermangelung an Impfstoff am Virus erkrankt sind? Oder gilt dann auch für Sie, nicht geimpft, selber zahlen? Ist man neuerdings beitragsbefreit, wenn man geimpft ist? Zahlen Geimpfte mit Folgeschäden dann auch selber die med. Betreuung der möglichen Impfschäden?
Danke, dass Sie mir zugestehen selber zu entscheiden, mich impfen zu lassen oder nicht. Nur verstehe ich Ihren Hinweis auf die Kosten eben nicht. Ihr Kommentar ist ein einziger Widerspruch in sich selbst.

Werner Peters | Mi, 10. März 2021 - 10:18

Inzwischen machen es (fast) alle Länder um uns herum besser als Deutschland. Nur weil die Einbeziehung der Haus- und Betriebsärzte ein faktisches Eingeständnis des Scheiterns von Frau Merkel bedeutet, hat die Kanzlerin das bisher abgelehnt. Auf Kosten vieler. Aber das zählt ja nicht.

ursula keuck | Mi, 10. März 2021 - 11:21

Wir werden in Deutschland an unserem radikal, ideologischen Regulierung- u. Bürokratiewahn selbst zu Tode foltern.
Hauptsache wir retten die gesamte Welt, mit unserer barmherzigen Mutter Theresa: "M".

Heidemarie Heim | Mi, 10. März 2021 - 12:13

Danke lieber Herr Walter, dass Sie uns Trost spenden mit der Feststellung "Noch ist Frankreich impfstrategisch schlechter aufgestellt als wir, die viertgrößte Volkswirtschaft auf dem Globus"! Heute morgen der nächste Schlag ins Kontor. Chile hat angeblich Israel als Impfweltmeister vom Spitzenplatz verdrängt. Und kurz lief auf N-TV, plötzlich war`s wieder weg?! im Live-Ticker, dass unser Oberexperte und Talkshow-Veteran Prof. Dr. Lauterbach, eine zu frühe Einbindung unserer Hausärzte beim Impfen mit Skepsis betrachtet! Wie auch andere schon äußerten wäre man sich der Einhaltung der Prioritätenlistung und der möglicherweise zu erbringenden bürokratischen Dokumentationen zu 100% nicht sicher! Aber vielleicht wird dem deutschen wie dem französischen Wähler und Bürger dadurch so langsam klar, was es bedeutet wenn ihre Regierungen und die EU-Institutionen in der Bewältigung einer schon vor 10 Jahren durch Epidemiologen ANGEKÜNDIGTEN Krise ein Totalversagen an den Tag legen! MfG

Ernst-Günther Konrad | Mi, 10. März 2021 - 14:03

In reply to by Heidemarie Heim

Inzwischen das fünfte Landesverfassungsgericht hat Corona Verordnungen aus dem Sommer 2020 für verfassungswidrig erklärt, dazwischen lagen etliche Verwaltungsgerichtsurteil, die teilweise Maßnahmen aufhoben. Jetzt, im März 2021 kommen solche Urteile. Was nützt es den Menschen? Richtig. Nichts. 10 000 Klagen gegen Corona Maßnahmen legen derzeit die Gerichte lahm, bis was entschieden ist, befindet sich DE bereits am Boden. So wie Macron seine Bürger fürchten muss, habe ich bei uns Deutschen erhebliche Skepsis. Viele wollen gegeißelt und malträtiert werden, so scheint es mir. Täglich Gejammer auf höchsten Niveau und die Betroffenen machen was? Nichts. Am Wochenende sind Wahlen. Der Bürger könnte die Politik abstrafen. Doch werden sie es tun? Ich habe den Kant'schen Zweifel in mir.
Warten wir es ab. Nach dem Wahlwochenende kommt erstmal wieder Lockdown. Übrigens: Gibt es auch eine deutsche Mutation oder hat das Virus Flugangst oder Einreiseverbot? Bleiben Sie weiter klar im Denken.

Yvonne Stange | Mi, 10. März 2021 - 16:00

In reply to by Heidemarie Heim

... da wendet sich gerade das Blatt. Soviele Neuinfektionen, trotz Impfung. Ja wie kommt das denn?? In Chile ein ähnliches Bild. Der 4. Lockdown steht vor der Tür....

Habe mir gerade die Infektionsraten angeschaut. Ja, Israel hat trotz der sehr gut durchgeführten Impfkampagne einen Inzidenzwert über 200! Jedoch schlägt das Virus und die zunehmend leichten bis schweren Verläufe nun bei den jungen Israelis, über 2 Millionen zwischen 16-39 Jahren, die sich nicht impfen lassen zu. Mehrheitlich in orthodoxen und arabischstämmigen Kreisen. Bei den über 60jährigen und älter mit Impfung, ging die hohe Zahl schwerer Verläufe mit und ohne Todesfolge, signifikant zurück! So lange keine ausreichende Herdenimmunität gewährleistet ist, kann sich das Virus und seine Mutationen austoben. Besonders wenn wie kürzlich geschehen, etwa 5000 Gläubige, von denen ein Großteil die Impfung nicht in Anspruch nimmt, sich dicht an dicht zum Gebet versammeln. Wir liegen in unserem Landkreis seit mehr als 14 Tage weit unter 50 und aktuell unter 25, die Gefährdetsten sind alle geimpft und seit Tagen keinerlei Todesfälle gemeldet. Das lässt mich doch noch hoffen!;) LG

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