- Was amerikanische Politiker heute zu Fall bringt
Jahrzehntelang galten Skandale als Karrierekiller. Heute scheinen manche Politiker hingegen nahezu unverwundbar. Der Grund liegt weniger in den Vorwürfen als im Machtkalkül der jeweils eigenen Partei.
Kaum ein Land lebt mit politischen Skandalen so selbstverständlich wie die Vereinigten Staaten. Was sich in den vergangenen Jahren verändert hat, ist weniger die Zahl als ihre Wirkung, denn immer häufiger überstehen Politiker Vorwürfe, die früher das Ende ihrer Karriere bedeutet hätten. Der Politikwissenschaftler Brandon Rottinghaus von der University of Houston hat dieses Phänomen in seinem Buch „Scandal: Why Politicians Survive Controversy in a Partisan Era“ untersucht und dafür fünf Jahrzehnte an Präsidenten-, Gouverneurs- und Kongressskandalen ausgewertet. Sein zentraler Befund: Politiker überstehen einen Skandal heute vor allem dann, wenn die eigene Partei hinter ihnen steht – sowohl die Wählerbasis als auch die Führung. Bleibt dieser Rückhalt bestehen, lässt sich selbst schweres Fehlverhalten oft aussitzen. Bricht dieser weg, wird aus einem Skandal schnell das Ende einer Karriere.
-
Monatsabo (im 1. Monat) 2,00 €
Das Abo kann jederzeit mit einer Frist von 7 Tagen zum Ende des Bezugzeitraums gekündigt werden.
Der erste Monat kostet 2,00 €, danach 9,80 €/Monat.
Ohne Abo Lesen
Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.
warum deutsche Politiker, vor allem solche, die dem linken Spektrum angehören, so immun gegen Rücktrittsforderungen sind, selbst wenn ihnen Verfehlungen nachgewiesen wurden.
Ich habe für mich eine Antwort gefunden, warum es heute fast keinen Politiker mehr zum Rücktritt zwingt, wenn ihm politische oder ganz persönliche Verfehlungen nachgewiesen wurden oder offenkundig auf der Hand liegen. Ja sicher hat eine Partei die maximal hinter ihrem Spitzenpolitiker steht da Einfluss. Aber vor allem ist es bei den jüngeren fehlende Charakterbildung und bei älteren Politikern reiner Machterhalt., die ihn dazu treiben, sein schlechtes Gewissen einfach auszublenden und stur mit dem Kopf durch die Wand seine Position durchzuboxen, alle anderen für schuldig zu erklären und sich selbst zum Opfer.
Und einen nicht unerheblichen Teil hat auch die sog. vierte Gewalt im Staat - die Presse - bei uns in Deutschland einen erheblichen Teil Mitschuld, dass solche charakterschwachen Geister nicht zum Rücktritt gedrängt werden. Vieles würden wir heute noch nicht wissen, würde heute noch als *Schwurbelei* abgetan, gäbe es nicht freie Medien und unerschrockene Podcaster.
