Mark Carney und seine Fans im Europaparlament
Mark Carney und seine Fans im Europaparlament / picture alliance/dpa/AP | Pascal Bastien

Im Zollkampf mit den USA - Kanadas Premierminister Carney sucht Unterstützung in Straßburg

Kanada will seine Abhängigkeit von den USA verringern und setzt dabei auf neue Handelsbeziehungen mit Europa und dem Indopazifik. Premierminister Mark Carney wirbt in Straßburg für eine engere Partnerschaft. Für die EU ist das Chance und Mahnung zugleich.

Autoreninfo

Max-Emanuel Hampel studierte Politikwissenschaft und Philosophie in Passau und Bari. Derzeit absolviert er ein Praktikum bei Cicero.

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Nachdem die Gespräche zur Beilegung des Zollstreits zwischen Washington und Ottawa im August gescheitert sind, droht der Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada weiter zu eskalieren. Entgegen der Europäischen Union, die sich angesichts der amerikanischen Zollpolitik bislang nur wegduckte und wenig Geschick bei Verhandlungen bewies, gibt sich Kanadas Premierminister Mark Carney im Konflikt mit Donald Trump kämpferisch. In gewohnter Manier ließ Trump nicht lange auf etwaige Maßnahmen warten. Seit Ende August gelten deswegen für kanadische Waren branchenübergreifend US-Zölle von bis zu 50 Prozent, worauf Kanada Anfang September mit eigenen Gegenmaßnahmen reagierte. Aus dem ohnehin angespannten Verhältnis entwickelte sich mittlerweile ein offener Handelskonflikt, der sich auf immer mehr Branchen ausweitet.

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Walter Bühler | Do., 1. Oktober 2026 - 09:36

... meistens aus einer fast schon komischen Selbstüberschätzung der eigenen Kraft.

Die alte, ziemlich irreale politische Elite in Deutschland und Europa hat immer die Backen aufgeblasen, aber de facto erstaunlich wenig zur inneren Einheit und zur einheitlichen Kultur im Staatenbund geleistet.

Noch immer hat das demokratische Demokratie-Prinzip "One man one vote" in der EU keine Geltung.

Die politischen Akteure sahen und sehen sich nämlich immer noch primär als Funktionäre ihrer nationalen Parteiorganisation, und haben das schwere Handicap ihrer heimischen Parteien-"Demokratie" in die ganze EU implementiert. Da die extrem gut dotierten EU-Parlamentsplätze werden als Belohnungen an verdiente Alt-Genossen vergeben.

Nein, Herr Hampel, diese EU wird sich zwischen den USA, China, Indien, der Türkei und Russland keinen neuen Handlungsspielraum verschaffen können.

Das sind unter der gegenwärtig herrschenden Schicht in der EU nur Traumgespinste.

Herbert Schultz-Gora | Do., 1. Oktober 2026 - 19:13

...wonach Westeuropa von den US-Sicherheitsgarantien abhängig ist, verschwindet.

Was mir im Cicero derzeit fehlt, sind Überlegungen und Konzepte für die Ära nach Trump.
Da ich mich in der US-Innenpolitik nicht auskenne, wünsche ich mir Recherchen und Konzepte bzgl. beider großer US-Parteien, welche Menschen und Gruppierungen mit welchen Inhalten und Konzepten bereit sind, die Zeit nach Trump zu gestalten.

Oder rechnet man damit, daß er sich an der Macht hält...?
Die Faszination scheint doch ziemlich groß... endlich mal jemand, der sagt, was er denkt (...und fühlt).