Idlib - Behauptung, Reaktion, Eskalation

Russlands Präsident Putin und der türkische Präsident Erdogan haben sich auf eine demilitarisierte Zone in der syrischen Provinz Idlib geeinigt. Doch die Rebellenhochburg bleibt ein Spielball der Mächtigen. Ein Einsatz der Bundeswehr könnte ein Brandbeschleuniger sein

Einige Personen durchsuchen die Trümmer nach den Luftangriffen der syrischen Regierung. Die syrische Regierung hat zusammen mit ihrem Verbündeten Russland Menschenrechtlern zufolge die schwersten Luftangriffe auf die Rebellenprovinz Idlib seit einem Monat geflogen. Der südliche Teil der Provinz und auch der Norden der angrenzenden Region Hama seien von etwa 90 Bombardements erschüttert worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am 08.09.2018.
Bombardements auf Idlib: Die letzte Hochburg der Rebellen ist zum Spielball der Großmächte geworden / picture alliance

Autoreninfo

Michael Lüders ist einer der profiliertesten deutschen Nahostexperten. Der promovierte Islamwissenschaftler war viele Jahre Redakteur bei der Zeit und ist heute freier Publizist und Politikberater. Lüders, geboren 1959 in Bremen, hat zahlreiche Bücher über den Nahen Osten verfasst, zuletzt „Armageddon im Orient“ (C. H. Beck, München 2018)

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Porträt Michael Lüders

Erinnert sich jemand? Am 7. April 2018 erhoben die Mitglieder der syrischen Zivilschutzorganisation „Weißhelme“ den Vorwurf, in der Region Ost-Ghouta, in der letzten von „Rebellen“ gehaltenen Stadt Duma östlich von Damaskus, hätte ein Hubschrauber ein Fass mit Chemikalien abgeworfen. Das Timing war bemerkenswert: Zu diesem Zeitpunkt hatten Truppen des syrischen Diktators Baschar al-Assad die Region fast vollständig zurückerobert. Warum also hätte das Regime gerade in dem Moment Giftgas einsetzen sollen, wohl wissend, welche Reaktionen es damit provozieren würde? Dessen ungeachtet drohte Washington, unterstützt von Paris und London, mit Vergeltungsmaßnahmen für diesen vermeintlichen Giftgasangriff. Die Lage drohte gefährlich zu eskalieren, als US-Präsident Donald Trump am 10. April leichtfertig twitterte: „Russland hat erklärt, alle Marschflugkörper abzuschießen, die auf Syrien abgefeuert werden. Mach dich bereit, Russland, denn die werden kommen, schön und neu und ‚smart’! Ihr solltet nicht die Partner sein von einem mit Gas mordenden Tier, das seine Leute umbringt und das genießt!“

Wenige Tage später bombardierten die USA, Frankreich und Großbritannien tatsächlich drei Ziele in Syrien, ohne jedoch größere Schäden anzurichten und vermutlich in Absprache mit Moskau. Der Angriff fand wohl vor allem deswegen statt, damit Trump sein Gesicht nicht verliert. Denn hinter den Kulissen hatte es zwischenzeitlich offenbar hektische diplomatische Aktivitäten gegeben, auch von Seiten des Pentagons. Im Gegensatz zum Präsidenten war den Militärs sicherlich bewusst, dass die Russen tatsächlich zum Gegenschlag ausholen könnten. Daraus hätte dann schlimmstenfalls der Dritte Weltkrieg erwachsen können. Für einen kurzen Moment erlebte die Welt ein Krisenszenario wie seit der Kubakrise 1962 nicht mehr.

Der Krieg in Syrien ist ein Stellvertreterkrieg

Diese Episode unterstreicht, dass der Krieg in Syrien sehr gefährlich und noch lange nicht vorbei ist. Auch deswegen nicht, weil die maßgeblichen Akteure im Westen ihre Niederlage im dortigen Stellvertreterkrieg gegen Moskau, Teheran und auch Peking nach wie vor nicht eingestehen mögen. Die sehen in Assad ihren Interessensvertreter. Denn um nichts anderes geht es in Syrien: um einen geopolitisch begründeten Kampf um Macht und Einfluss, auf dem Rücken der Syrer. Dieser Zusammenhang wird in den hiesigen „Leitmedien“ selten benannt – für sie ist der Krieg in Syrien in erster Linie vom skrupellosen Assad-Regime und seinen russischen Verbündeten plus Iran zu verantworten. Die suchten gemeinsam den verzweifelten Schrei der Bevölkerung nach Freiheit zu ersticken. Der Westen, grundsätzlich werteorientiert, sei moralisch verpflichtet, diesen Freiheitskampf zu unterstützen und einen Regimewechsel herbeizuführen – zugunsten der „Zivilgesellschaft“.

Indem vor allem die USA, aber auch Teile der EU, insbesondere Paris und London, die „Opposition“ bewaffnen und/oder finanzieren, gemeinsam mit den arabischen Golfstaaten und der Türkei. Dass diese „Oppositionellen“ in erster Linie aus Dschihadisten bestehen und die vielbeschworene „Zivilgesellschaft“, das ewige Mantra gerade „liberaler Interventionisten“, in Syrien längst keine politische Rolle mehr spielt, ist dabei ohne Bedeutung. In Deutschland huldigen vor allem die Grünen besagtem Mantra. Nur am Rande sei erwähnt, dass insbesondere die religiösen Minderheiten nach wie vor mehrheitlich hinter Assad stehen oder ihn zumindest dulden. Nicht aus Liebe zu dem Diktator, sondern aus Sorge vor dem, was ihm folgen könnte: die Herrschaft islamistischer Fanatiker. Manchmal ist die Pest der Cholera vorzuziehen.

„Gute“ Amerikaner gegen „böse“ Russen

Am vergangenen Montag haben sich Russland und die Türkei auf die Einrichtung einer von Moskau und Ankara überwachten „Sicherheitszone“ in Idlib verständigt. Dort sollen keine bewaffneten Kämpfer geduldet werden. Damit ist der befürchtete Großangriff auf die Region erst einmal abgewendet. Ungeklärt bleibt die Frage, was mit den mehr als 10.000 Dschihadisten aus dem Umfeld Al-Qaidas geschehen soll. Sie haben keinerlei Anlass, ihre Waffen abzulegen. Die Trumpfkarte „Giftgas!“ bleibt ihnen. Und warum sollten sie annehmen, dass ihre Finanziers und Waffenlieferanten sie fallen lassen werden?  Gleichzeitig unterstreicht der Deal zwischen Moskau und Ankara, dass der Weg zu einer politischen Lösung in Syrien derzeit nicht über Washington führt, erst recht nicht über Brüssel oder Berlin. 
Mit der Rückeroberung Idlibs hätte der Westen seinen Stellvertreterkrieg in Syrien erst einmal verloren. Er heizt ihn allerdings auf anderer Ebene erneut an, sichtbar in der immer härteren Konfrontation zwischen Israel und dem Iran auf syrischem Boden. Also gilt es, den Preis für die Rückeroberung so hoch wie möglich anzusetzen und sich eine Hintertür für weitere militärische Optionen offenzuhalten.

Ein Verdacht könnte einen Weltkrieg auslösen

Entsprechend erklärte John Bolton, Sicherheitsberater des US-Präsidenten und ein Scharfmacher wie auch Außenminister Mike Pompeo, am 22. August: Sollten bei den Kämpfen in Idlib Chemiewaffen eingesetzt werden, würden die USA „entschlossen reagieren.“ An dieser Haltung dürfte auch die jüngste Vereinbarung zwischen Putin und Erdogan nichts ändern, die sich in der Praxis erst noch bewähren muss. 

Noch einmal zur Erinnerung: Im Falle Ost-Ghoutas reichte die bloße Behauptung der „Weißhelme“, die hierzulande als humanitäre Helfer verehrt werden (ihre große Nähe zu Dschihadisten fällt dabei unter den Tisch), um schlimmstenfalls  den Dritten Weltkrieg auszulösen. Wohlgemerkt, der Verdacht genügte: bis heute ist nicht geklärt, wer für den mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Ost-Ghouta verantwortlich ist. Ein abschließender Bericht der UN-Organisation für das Verbot chemischer Waffen OPCW über die dortigen Vorgänge liegt bislang nicht vor – der 26seitige Zwischenbericht vom Juli ist sehr zurückhaltend in seiner Beurteilung. Man muss kein Fantast sein, um sich vorstellen zu können, dass dieses Schema auch in Idlib funktioniert: Behauptung, Reaktion, Eskalation.

Bundeswehr-Einsatz wäre ein Brandbeschleuniger

Geschichte (wohl auch Zeitgeschichte) wiederholt sich bekanntlich nicht als Tragödie, sondern als Farce. Offenbar gilt das auch in der Politik. Vertreter von CDU/CSU, FDP und der Grünen sind der Auffassung, im Falle eines Chemiewaffeneinsatzes in Idlib sollte sich auch die Bundeswehr an militärischer Vergeltung beteiligen. Zwar hat der wissenschaftliche Dienst des Bundestages unmissverständlich klargestellt, dass ein solcher Einsatz grundgesetzwidrig wäre – doch was interessieren Fakten, wo Meinung gefragt ist. Das gilt umso mehr, als Deutschland einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen anstrebt und somit geradezu verpflichtet ist, den Schulterschluss mit Washington, London und Paris zu suchen. 

Idlib ist deswegen so gefährlich, weil dort erneut Washington und Moskau militärisch aufeinanderstoßen könnten. Im Windschatten lauert Israel, das mittlerweile fast täglich Ziele in Syrien angreift. Ein gefährlicher Einsatz, dem Russland und der Iran nicht auf Dauer tatenlos zusehen werden. Vor diesem Hintergrund nach einem Bundeswehr-Einsatz zu verlangen, zeugt, gelinde gesagt, von der Lust an Brandbeschleunigung. Und nicht zuletzt von umfassender Ignoranz gegenüber den Verhältnissen vor Ort. Dazu unterstreicht das Vorhaben die gefährliche Naivität von Politikern, besonders denen der Grünen. Zutiefst davon überzeugt, Vertreter einer überlegenen Moral zu sein, propagiert die Partei einen naiven Menschenrechtsdiskurs, der geopolitische Scharaden nicht ansatzweise zu erkennen vermag. In Berlin fehlt es nicht an transatlantischen Opportunisten und selbsterklärten „Gutmenschen.“ Es bräuchte aber, gerade in diesen Zeiten, Staatsmänner und  -frauen vom Schlage eines Helmut Schmidt. Das Personal im Bundestag ist jedoch viel zu sehr mit sich selbst befasst, auf kleinteilige Innenpolitik fokussiert, um die drohende Gefechtslage im Nahen und Mittleren Osten zu erkennen, geschweige denn nüchtern einzuordnen.

Zuletzt ist von Michael Lüders erschienen: „Armageddon im Orient. Wie die Saudi-Connection den Iran ins Visier nimmt“, Beck-Verlag 2018 

Klaus Funke | Di, 18. September 2018 - 11:47

Bravo, Herr Lüders. Wieder einmal ins Schwarze getroffen, wobei man ergänzen müsste: Ins schwarz-grüne Herz! Ins schwarz-grüne Herz von verantwortungslosen und zugleich ahnungslosen deutschen Politikern. Genau: Innenpolitische Scharmützel zur Ablenkung - der Fall Maaßen hat jedes Maß verloren - weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Und unsere Frau vdL stolpert durch die militärpolitische Landschaft wie eine ferngesteuerte Barby-Puppe. Wenn Laien das Sagen haben und dann noch glauben, sie wäre wer. Merkel ist das alles egal. Sie setzt ab und zu Duftmarken als vermeintlich stärkste Frau der Welt. Ansonsten will sie weiter nichts als Kanzlerin sein. Die Welt und ihr anvertrautes Volk kümmert sie nicht. Empathielosigkeit ist ihr Markenzeichen. So gesehen könnte es schon sein, dass wir aus Ignoranz und Gedankenlosigkeit in einen Krieg hineinstolpern. Einen Krieg, in dem wir für andere (USA, Frankreich England)mit Menschen, Material und viel Geld bezahlen werden. Ein Scherbenhaufen.

Wilhelm Maier | Di, 18. September 2018 - 15:01

In reply to by Klaus Funke

"Ein Scherbenhaufen" bleibt danach...Wenn überhaupt...
«Ich weiß nicht [, welche Waffen in einem dritten Weltkrieg zur Anwendung kommen]. Aber ich kann Ihnen sagen, was sie im vierten benutzen werden: Steine.-
so Albert Einstein.

wolfgang spremberg | Di, 18. September 2018 - 11:51

sagte Jörg Lau (ZEIT) : Wertegebundene Außenpolitik ist abwegig.
ABWEGIG. Ein starkes Wort von Helmut Schmidt.
Besonders abwegig ist es , wenn deutsche Soldatinnen und Soldaten in Syrien, Irak, Mali, Afghanistan für "Werte" Gesundheit und Leben riskieren und junge Männer aus diesen Ländern, gut versorgt, in Deutschland in der Sonne sitzen und einen Kaffee schlürfen. In all diesen Ländern gibt es angeblich "Gute", die von "uns" unterstützt werden. Da gehören diese jungen Männer hin.
Danke für diesen Beitrag . Ein Lichtblick in diesen niveaulosen Zeiten.

Olaf Metzger | Di, 18. September 2018 - 12:03

Das die Türkei diesmal ganz offiziell waffen geliefert hat..... sitze da nicht irgendein journalist im knast der das thema vor jahren schonmal aufgedeckt hat ?Ich finde das Irritierend das ein NATO Partner Islamischen Milizen beliefert, und dann noch weiter hofiert wird. Deutschland sollte sich seine Partner besser aussuchen. Heute kann ich verstehen wenn man in den 1-2 Wk stolpern konnte. Unfähiges Führunspersonal scheint eine D spezialität zu sein.

Klaus Schmid | Di, 18. September 2018 - 12:15

Frau Merkel hat es leider immer noch nicht verwunden, damals gegen den Irak nicht mitmachen zu können - Schröder hatte das verhindert, wofür Merkel sich in Washington entschuldigte.
Und außerdem ist das eine weitere tolle Gelegenheit den deutschen Bürgern ein Ei ins Nest zu legen - nach Energiewende, Euro-"Rettung" und Migranten-Import.

Robert Müller | Di, 18. September 2018 - 13:05

Man könnte noch ergänzen, dass kürzlich einige hundert von denen, plus Familie, in den Westen ausreisen dürften. 50 nach Deutschland.

Christa Wallau | Di, 18. September 2018 - 14:04

... Helmut Schmidt."

Ja, das ist wohl wahr, Herr Lüders!
Eine große Wahrheit haben Sie da gelassen ausgesprochen.
Derartige Persönlichkeiten sind aber nirgends in Sicht. Schmidt hatte den Krieg erlebt und den Aufbau nach dem Krieg. Menschen mit seiner Lebenserfahrung und seinem Weitblick befinden sich heute nicht mehr in politischen Ämtern und sind auch sonstwo in Deutschland rar geworden.
Stattdessen haben Karrieristen, Ideologen und naive Phantasten in Politik, Medien, aber auch zunehmend im Bankwesen und in der Wirtschaft die Herrschaft übernommen.
Sog. "einfache Menschen" besitzen heute mehr
gesunden Menschenverstand als diejenigen, die sich als "Elite" vorkommen.
Unsere maßgeblichen Politiker verstehen weder etwas von Innen- noch von Außenpolitik.
Woher denn auch? Man muß sich nur mal ihre
Sozialisation und ihre Ausbildung anschauen, dann weiß man Bescheid.
Armes, dummes Deutschland!- mehr fällt einem dazu nicht mehr ein.

Joachim Wittenbecher | Di, 18. September 2018 - 14:52

Der Krieg in Syrien ist schlimm. Dies ändert nichts daran, dass es sich nicht um einen NATO-Bündnisfall handelt und auch kein UN-Mandat vorliegt. Die Sache ist es nicht Wert, dass deutsche Soldaten gefährdet werden. USA/F/GB sind im übrigen Atommächte und können sich glaubhaft wehren, sollte der Angegriffene (Assad) sich militärisch zur Wehr setzen. Deutschland ist keine Atommacht (das soll so bleiben) und kann eine etwaige militärische Antwort Assads nicht aus eigener Kraft bekämpfen. Wir wären sofort von der Hilfe anderer abhängig. Denkt eigentlich niemand bei den früheren Pazifisten, den Grünen, an die Möglichkeit, dass Deutschland eine Reaktion im Inland erfahren könnte, wenn es auf dem Territorium anderer Staaten militärisch eingreift?

Sehr geehrter Herr Wittenbecher,

leider denkt wohl keiner an die Folgen im Inland bzw. sie sind ihm egal. M.E. hat Deutschland militärisch in Syrien nichts verloren. Wie Sie sagen: kein UNO-Mandat, kein Nato-Bündnisfall. Nicht einmal eine deutsche Minderheit.

Rudolf Schick | Di, 18. September 2018 - 15:26

Seit Jahren werden die sogenannten guten Rebellen - die Freiheitskämpfer- finanziert von der westlichen Wertegemeinschaft unterstützt- als gebe es einen Unterschied zu IS. Die syrische, russische und (möglicherweise) Iranische Armee, und besonders die Kurden haben den IS bezwungen - und was haben USA, Frankreich und GB dazu beigetragen? Das Giftgastheater hat den letzten Recht an Glaubwürdigkeit verspielt. Wenn die Bundesregierung jetzt hier mitspielen wollen, dann bleiben bei der nächsten Wahl nicht mehr viel Optionen übrig und die Grünen sind hier völlig von der Rolle!

was ihre Auftraggeber vorschreiben. Die USA Waffen und Öllobby. Es sind die gleichen Gesichter, die den Führer anhimmelten.

Reinhold Schramm | Di, 18. September 2018 - 16:04

Allenfalls könnte die Rüstungsindustrie und deren Aktionäre ein Interesse am fortgesetzten militärischen Konflikt haben. Aber wohl weniger die an Rohstoffen und Bodenschätzen interessierten Industrien und Konzerne.

Es ist doch heute allgemein bekannt, dabei weniger bei der europäisch-amerikanische Drogenmafia, beim Anbau von Heroin und dessen preiswerten Export aus Pakistan, Iran, Irak, Syrien und Afghanistan, dass gewaltige Mengen an Bodenschätzen in den noch unerschlossenen Regionen Asiens zu heben wären.
Aber dafür bedürfte es auch einen stabilen Frieden in Syrien. Mit fast Hundert islamischen Kampfverbänden, die sich auch noch gegenseitig bekämpfen, kann man diesen gewaltigen Reichtum in der Region nicht friedlich und einvernehmlich heben.

Ministerin von der Leyen, wie auch die Oliv-Grünen, sie sollten nicht vom ''Aufbau von Mädchenschulen'' (mit der Bundeswehr) schwafeln, sondern sich auf die Erfordernisse der Ökonomie konzentrieren und auf den Abzug der Bundeswehr!

Wilhelm Maier | Di, 18. September 2018 - 16:30

"Lust an Brandbeschleunigung" haben Sie
Herr Lüders, geschrieben. Und schon ist der Teufel los: Der mutmaßlich israelisch-französische Luftschlag am 17. September ereignete sich in der Kernzone des russischen Einflussbereichs in Syrien.
Israelische Jets hätten sich hinter dem russischen Flugzeug versteckt und zum Zeitpunkt, als es zur Landung ansetzte, den Angriff auf Ziele in der syrischen Provinz Latakia begonnen. Die russische Maschine mit 15 Militärs an Bord wurde demnach von der syrischen Luftabwehr S-200 abgeschossen.
Provokation oder Kriegsspiele von Kriegs-lüstigen?
Für israelische Luftwaffe im Himmel über Syrien wird es ab jetzt bestimmt gefährlicher.
Und VdL möchte doch so gerne dabei sein...
Na ja, Politik macht`s möglich.
Danke für die ausführliche Erklärung.

Marc Helmig | Di, 18. September 2018 - 16:40

Nachdem sich die Vorhersagen von Herrn Lüders bezüglich eines westlichen Militärschlags gegen den Iran (Prophezeit in seinem Meisterwerk „Iran: Der falsche Krieg. Wie der Westen seine Zukunft verspielt“) bisher - anscheinend leider - nicht bewahrheitet haben, so lässt sich nun Saudi-Arabien als neuer Aggressor identifizieren:
„Armageddon im Orient. Wie die Saudi-Connection den Iran ins Visier nimmt“. Das Ende der schiitischen Expansion durch das Mullah-Regime in Teheran muss ich wohl verpasst haben, bspw. den Befehl von Qassem Soleimani seine al-Quds Einheiten zurückzubeordern oder die Einstellung der Waffenlieferungen an die Hizbullah, den Rücktransport von Raketen im Irak, Jemen etc. pp
Dann kann man natürlich auch israelische Luftangriffe verurteilen und im Stellvertreterkrieg Iran vs. Saudi-Arabien das Königshaus als wie angesprochen alleinigen Aggressor identifizieren. Wobei, "Ein Verdacht könnte einen Weltkrieg auslösen", vielleicht ist es dann doch wieder der Westen..

daß sie sich so gern einen militärischen Krieg (ökonomisch läuft's schon) der Natostaaten gegen den Iran wünschen, dessen Ausgang die Unterwerfung desselben zum Ziel hat?Was geht Sie überhaupt die regionalen Machtkämpfe der Staaten im Nahen Osten, wo sie sich doch hier im fernen Abendlande ihr Brot verdienen?

Ihre Ironie im Kommentar ist inhaltlich zynisch und kriegshetzerisch, verdeutlicht zugleich ihren imperialen Standpunkt. Das was sich in Syrien abspielt ist das Produkt imperialistischer Ansprüche der USA + EU an die Welt. Staaten, die sich nicht umstandslos ökonomisch benutzen lassen, stattdessen eigene Ansprüche machtpolitisch verfolgen wollen, werden für ihren "eigennützigen Starrsinn" zu Schurkenstaaten erklärt und letztendlich militärisch sanktioniert, wenn es ökonomisch nicht funktioniert hat. Noch wird der Iran (wie zuvor Nordkorea, aber auch Venezuela) mit ökonomischen Mitteln befehdet, das nur weil es Rußland gibt, eine relevante mitmischende militärische Weltmacht.

für ihren Kommentar.
Nur noch die Anmerkung zu der Feststellung "der Militärschlag gegen den Iran blieb aus", dieser Krieg gegen den Iran ist schon lange geplant und man versucht seitens der "Guten" mit vielen Nadelstichen die Situation zum eskalieren zu bringen. Warum man sich noch nicht traut ist die veränderte Situation im Nahen Osten durch das eingreifen der Russen und im Hintergrund der Chinesen. Einfach den Plan "7 Länder in fünf Jahren" mit der Wirklichkeit vergleichen und man sieht, dass der Iran das letzte Glied in dieser Aufzählung ist.

Kostas Aslanidis | Di, 18. September 2018 - 20:10

USA, GB, Frankreich und einige Ja sager, die Islsmfaschisten huldigen, ist Menschenverachtend. Lautet Amris werden bejubelt. Einfach Krank. Die Rechnung wird schon kommen. Abwarten

Dieter Zorn | Di, 18. September 2018 - 20:41

Ein klasse Artikel, der in aller Kürze das Szenario um Syrien korrekt beschreibt. Leider sind unsere Leidmedien mal wieder nicht dazu in der Lage. Was von ARD und ZDF dazu täglich an Volksverdummung, resp. westlicher Propaganda, gesendet wird, ist einfach abenteurlich. Man muss die Frage schon mal stellen: Wie können die dort tätigen "Journalisten" das eigentlich mit ihrem Gewissen vereinbaren. Aber, ich hatte ganz vergessen: Wir sind die Guten. Das reicht als Entschuldigung.

Sonja Menzel | Do, 20. September 2018 - 10:52

Ich lese auch seine Bücher. Oft frage ich mich, warum ich viele zutreffende Argumente hier nur bei cicero finde - Maulsperre für Journalisten wie Lüders bei unseren sogenannten Leitmedien? Die Kriegsgeilheit einer van der Leyen u.a. ist bekannt. Als Gutmensch helfe ich 3 syrischen Familien, die einen schlimmen Fluchtweg hinter sich haben, immer in anderen Ländern abwarteten in der Hoffnung, es gäbe bald wieder Frieden. Aber, die Kinder brauchten Schulen - also auf nach Europa. Nach Deutschland. Sie flohen nicht vor Assad, auch, wenn sie wissen, dass sie das hier sagen müssen, sie flohen vor der ISIS, erlebten Grausamkeiten und verloren nächste Angehörige durch diese menschlichen Monster, die sich nun auch in Idlib feige hinter der Zivilbevölkerung verkriechen u. der Westen kündigt jetzt schon wieder Giftgaseinsätze an ...er wartet regelrecht darauf - wissend, diese Monster haben welches?