Trauernde nehmen an der Beerdigung von Palästinensern teil, die bei einem Angriff der israelischen Armee getötet wurden
Trauernde nehmen an der Beerdigung von Palästinensern teil, die bei einem Angriff der israelischen Armee getötet wurden / picture alliance/dpa/AP | Abdel Kareem Hana

Israel-Gaza-Krieg - Hamas stimmt Teilen von Trumps „Friedensplan“ zu

Die Terrororganisation Hamas akzeptiert Teile des US-Friedensplans zum Gaza-Krieg. Der US-Präsident fordert von Israel einen Stopp der Bombardements. Möglicherweise kommt es schon am Sonntag zu Gesprächen.

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 US-Präsident Donald Trump fordert Israel zu einem sofortigen Ende der Bombardierung des Gazastreifens auf, um die Geiseln aus der Gewalt der islamistischen Hamas freizubekommen. Kurz zuvor hatte die Terrororganisation Teile seines Plans, etwa die grundsätzlich eine Freilassung aller Geiseln, akzeptiert. Zugleich aber forderte die Hamas weitere Verhandlungen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu deutete an, einlenken zu wollen. Deutschland, Frankreich und Großbritannien begrüßten die jüngsten Entwicklungen im Nahost-Konflikt.

Derzeit sind noch 48 Geiseln in der Gewalt von Islamisten, darunter auch deutsche Staatsbürger. 20 der Entführten sind nach israelischen Informationen noch am Leben.

Trump schrieb am frühen Freitagabend (Ortszeit) auf der Plattform Truth Social, das Israel  sofort die Bombardierung von Gaza einstellen müsse, damit die Geiseln sicher und schnell befreien werden könnten. Man befinde sich aber bereits in Gesprächen über die auszuarbeitenden Details.

Israelischer Bericht: Kein Spielraum für Nachverhandlungen

Der israelische Sender i24news hatte kürzlich berichtet, aus israelischer Sicht gebe es für Nachverhandlungen keinen Spielraum – die Hamas könne den Plan nur annehmen oder ablehnen. Netanjahu hatte für den Fall einer Ablehnung die Fortsetzung des Gaza-Kriegs angekündigt.

Trump hatte den Plan für ein Ende des Gaza-Kriegs am Montag während eines Treffens mit Netanjahu in Washington vorgestellt. Die USA vermitteln in dem Konflikt. Netanjahu hatte dem Plan bei seinem Besuch zugestimmt. Auch international war er auf positive Reaktionen gestoßen. Rechtsextreme Koalitionspartner Netanjahus reagierten dagegen mit scharfer Kritik.

Von der Terrororganisation hieß es nun in ihrer am Freitagabend veröffentlichten Antwort, sie sei grundsätzlich bereit, alle lebenden und toten Geiseln freizulassen. Voraussetzung sei die im Friedensplan vorgesehene Entlassung von palästinensischen Häftlingen aus israelischen Gefängnissen.

Berichten zufolge geht die Hamas davon aus, dass sie nicht in der Lage sein wird, alle 48 Entführten innerhalb von 72 Stunden zu übergeben. Sie hat demnach in der Vergangenheit gegenüber Vermittlern erklärt, dass sie nicht wisse, wo sich einige der Geisel-Leichen befinden.

Israels Armee soll sich laut dem von Trump am Montag vorgestellten Plan außerdem auf eine vereinbarte Linie zurückziehen, um die Geiselfreilassung vorzubereiten. Danach soll Israel rund 250 zu lebenslanger Haft verurteilte palästinensische Gefängnisinsassen freilassen sowie etwa 1.700 nach dem 7. Oktober 2023 Inhaftierte.

Einlenken möglich

Netanjahus Büro teilte in der Nacht mit: „Angesichts der Reaktion der Hamas bereitet Israel die sofortige Umsetzung der ersten Phase von Trumps Plan zur unverzüglichen Freilassung aller Geiseln vor." Israel werde weiter eng mit dem Präsidenten und seinem Team zusammenarbeiten, „um den Krieg gemäß den von Israel festgelegten Grundsätzen zu beenden, die mit der Vision von Präsident Trump im Einklang stehen."

Netanjahus Mitteilung enthält allerdings keinen Hinweis auf Trumps Aufforderung an Israel, die Angriffe im Gazastreifen unverzüglich einzustellen. Erläutert wird auch nicht, was die Umsetzung der ersten Phase von Trumps Plan konkret bedeutet. Es ist allerdings ungewöhnlich, dass Netanjahus Büro während des jüdischen Ruhetags Sabbat, der von Freitagabend bis Samstagabend dauert, eine Erklärung abgibt.

Gespräche am Sonntag?

Derweil teilte der israelische Sender Kan mit, dass Israel eine Delegation zu Gesprächen über den Friedensplan von US-Präsident Donald Trump nach Ägypten schicken werde. Das Team solle innerhalb eines Tages abreisen. Der israelische Sender Channel 12 berichtete, dass die Verhandlungen am Sonntag beginnen könnten. Eine offizielle Bestätigung aus Israel gab es dazu zunächst nicht.

Mehrere israelische Medien berichteten, dass auch der US-Sondergesandte Steve Witkoff in die Region kommen werde, um an den Gesprächen teilzunehmen. Laut Channel 12 will Israel kurze Verhandlungen und zunächst auch nur über den Punkt der Freilassung der Geiseln sprechen. Andere strittige Aspekte will das Land demnach erst später besprechen. 

dpa

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