Flagge des „Britischen Territoriums im Indischen Ozean“ an einer Häuserwand
Flagge des „Britischen Territoriums im Indischen Ozean“ an einer Häuserwand / picture alliance / CHROMORANGE | Michael Piepgras

Großbritannien übergibt Chagos-Inseln an Mauritius - Der hohe Preis postkolonialer Außenpolitik

Die britische Regierung gibt strategisch wichtige Inseln im Indischen Ozean an Mauritius ab, mietet die dortige Militärbasis für Milliarden zurück und verkauft dies als Triumph des Völkerrechts. Doch die juristische Begründung ist dubiös, die moralische Pose verlogen.

Autoreninfo

Shantanu Patni studiert Osteuropa-Studien an der Freien Universität Berlin. 

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Im Mai 2025 unterzeichnete die britische Regierung unter Premierminister Keir Starmer ein Abkommen von beispielloser Absurdität: Sie übertrug die Souveränität über die Chagos-Inseln – ein Archipel im Indischen Ozean – an die Republik Mauritius. Die größte Insel des Archipels, Diego Garcia, auf der sich eine gemeinsam mit den Vereinigten Staaten betriebene Militärbasis befindet, mietete Großbritannien für 99 Jahre zurück. 

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Thomas Hechinger | Di., 17. Februar 2026 - 10:55

Ich bin dafür, das Chagos-Archipel an Dänemark abzutreten. Das kennt sich mit der Verwaltung vergessener kleiner Inseln gut aus.

Markus Michaelis | Di., 17. Februar 2026 - 12:56

wichtig finde ich, mit welchen Begründungen das geschieht. Mir ist das Völkerrecht da nicht so ganz klar. Einerseits sollen Grenzen, so wie sie sind, unantastbar sein. Aber fast alle Grenzen sind über Kriege, durch externe Mächte und andere Dinge zustande gekommen, die man eigentlich ablehnt. Dann sollen Grenzen wieder neu verhandelt werden, basierend auf Volksbegriffen, Gruppenzugehörigkeiten, Ethnien, Kultur, was man eigentlich auch ablehnt, da man andererseits als hohe Wahrheit sehen will, dass alle Menschen gleich sind und alles schon immer so im Austausch war, dass man Völker nicht wissenschaftlich definieren kann. Kolonialismus im 19. Jh wird als die größte Ausbeutung der Menschheit gesehen, auf der der Reichtum des Westens beruht, außer es geht gerade nicht um Migration, dann ist die industrielle Produktion in Europa im 19.Jh die größte Unmenschlichkeit, auf der der Reichtum der Reichen beruht. Mir scheint das alles unausgegoren, was denn nun die wahren Grundwerte sein sollen.

sehr netten jungen Akademiker from Maurititius kennengelernt.
Wo?
Natürlich in London.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Chagossianer auf den US-Amerikanern "sitzen bleiben wollen" und dann natürlich lieber die Briten wählen.
Deshalb ist es gut, dass England hoffentlich seine ehemaligen Kolonien gegen US-amerikanische Interessen verteidigen hilft, denn Mauritius könnte das nicht selbst?
Das könnte noch ein langer Prozess werden, in dem die europäischen Kolonialmächte ihren ehemaligen Kolonien auf deren Wunsch weiter beistehen müssen.
So auch Dänemark und die EU in Bezug auf Grönland.
Das kostet, aber man profitierte früher auch sehr von den Kolonien.
Wie kann das sein, dass die USA derartige "Bremsklötze" für eine selbstbestimmte Welt werden?

Bernhard Homa | Mi., 18. Februar 2026 - 00:05

Der entscheidende Punkt steht unkommentiert im Artikel: Der Beschluss der UN-Generalversammlung, der GB zum Rückzug auffordert. Damit ist die Sache völkerrechtlich gelaufen und der Autor kann sich seine übrigen Argumente sparen. Denn GB + Westen können nicht einerseits ständig die UN-Charta hochhalten und sich dann selbst nicht dran halten, wenn es gerade "unpassend" ist.
Im Übrigen ist die "ehemalige Weltmacht" halt genau das: ehemalig, und nur noch Beiboot der USA. Das Problem "westlicher Eliten" ist eher, dass manche davon noch immer den Zeiten ungestörter Machtpolitik im Stil des Hochimperialismus nachtrauern – und der Autor erweckt mit seinem Artikel den starken Eindruck, ebenfalls von derartig weinerlichem Phantomschmerz ergriffen zu sein.

Peter William | Mi., 18. Februar 2026 - 15:55

Einst eine stolze Seefahrernation um Einfluss und Macht ringend und kämpfend. Jahrhundertelang im Clinch mit Frankreich um die Normandie, Nordamerika und andere Ländereien geben sie sozusagen ohne Not Land her um es kostspielig wieder zu pachten. Ich nehme ganz stark an das Mauritius keine nennenswerte Marine besitzt...

Regeln werden nur befolgt wenn jemand in der Lage ist für deren Durchsetzung einzustehen, dass moralische Blabla westlicher (grüner oder woker) Eliten ist nicht nur nervig, es bleibt vor allem folgenlos! Es juckt niemanden außerhalb eurer Blase.

Eher beschäftigt sich die britische Regierung mit der Verfolgung unerwünschter Meinungen im Internet und der Unterdrückung von 1000en, wenn nicht gar 10000en Vergewaltigungen von sogenannten grooming gangs. RAPE Gangs!

Das muss man sich mal vorstellen... einen Sündenbock für den Epstein Fall hat Starmer dafür aber schnell gefunden.

die höchsten Beitrage für die UN zahlen die Industriestaaten. An zweiter Stelle liegt sogar China wie ich eben erfuhr. Das ändert genau 0 am ersten Satz, irgendwann verstehen das auch die Grünen.

Die UN entscheiden regelmäßig gegen diejenigen die sie bezahlt. Wieso lasst ihr das mit euch machen? Wieso? Wieso finanziert ihr eine Organisation die euch und eure Interessen bekämpft?

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi., 18. Februar 2026 - 21:44

Antwort auf von Peter William

über die Welt war, wenn Sie mich fragen.
Amerika war eine einzige große Kolonie verschiedener europäischer Mächte.
Hatte das deutsche Reich überhaupt Kolonien in Amerika?
Jetzt muss Europa Sicherheit und politische Stabilität in der Welt nach vorne bringen.
Das kann uns gelingen, wenn wir Respekt zeigen.