Rupert Lowe
Rupert Lowe will kompromissloser sein als Nigel Farage / picture alliance / Sipa USA | SOPA Images

Großbritanniens Rechte verliert die Geduld - Farage reicht nicht mehr

Rupert Lowes „Restore Britain“ will das sein, was Reform UK angeblich nicht mehr ist: kompromisslos. Die Zersplitterung rechts von seiner Partei lässt Nigel Farage vergleichsweise moderat erscheinen – doch die neue Konkurrenz könnte ihm den Weg nach Downing Street verbauen.

Autoreninfo

Shantanu Patni studiert Osteuropa-Studien an der Freien Universität Berlin. 

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Es hätte Nigel Farages Triumph werden sollen. Vergangene Woche verkündete der Reform-Vorsitzende die Zusammensetzung seines Schattenkabinetts – Robert Jenrick als Schatzkanzler, Richard Tice als stellvertretender Premierminister, Zia Yusuf für Inneres, Suella Braverman für Bildung. Alles Namen, die Regierungserfahrung mitbringen oder zumindest Westminster von innen kennen.

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Heidemarie Heim | So., 1. März 2026 - 14:59

Ich bin keine Kennerin der britischen Politik und ihrer maßgeblichen Personen, doch Ihre Schilderung der Umstände werter Herr Patni,und weshalb trotz bestem Willen nichts vorangehen kann in einem Land u.a. mit Reformen, dafür ist nicht nur Das Vereinigte Königreich ein Beispiel.Denn selbst wenn man es an die Regierung schafft, braucht es meist eine Koalition mit mindesten einem der Unterlegenen und dadurch bedingt Kompromisse,Abstriche am eigenen gefassten Programm usw. wie man es z.Zt. bei uns auch ohne große Kenntnisse beobachten kann. Bis dann halt wie Sie bemerken ein Punkt erreicht ist, dass man von Anpassung und Wattebäuschchen-Rhetorik rund um die immer mehr im Raum befindlichen Elefanten die Geduld verliert und sich "schmissigeren;)" Märschen anschliesst. Was wie Sie zu Recht sagen aber auch als Schuss ins eigene Knie enden kann und der lachende aber schwache oder blasse Dritte weitermachen kann wie bisher. Statt Win win Lose lose für alle Beteiligten. MfG

Markus Michaelis | So., 1. März 2026 - 19:15

Ja, beides sind natürlich relevante Fragen, die man im Blick haben muss (wie vieles andere auch). Es sind aber glaube ich nicht die entscheidenden großen Fragen. Entscheidender für viele westliche Gesellschaften scheint mir die Frage, ob sie in näherer Zukunft überhaupt noch im hergebrachten Sinne (mit Mehrheiten) demokratisch regierbar sind. Im Moment scheint es mir, dass sie in verschiedene Richtungen und Orientierungslosigkeiten zerfallen, die sich gegenseitig zunehmend ausschließen und von denen keine mehr mit ihrem Lager an tolerierten politischen Wettbewerbern auf Mehrheiten kommen kann.

Ich würde daher weniger Energie darauf verwenden andere als untolerierbare Extremisten zu überführen. Das bringt glaube ich nichts. Die größere Frage ist: gibt es überhaupt noch genügend gemeinsame Sichtweisen und Ziele, und falls ja, welche könnten das sein.