Corona und Brexit in Großbritannien - Johnson wäre ein leichtes Opfer, doch Labour zerlegt sich lieber selbst

Der britische Labour-Chef Keir Starmer hat größte Schwierigkeiten, seine Partei zu einen. Beim Brexit und bei Corona ist sie gespalten – und Vorgänger Jeremy Corbyn hat ihm mit dem Antisemitismus-Skandal eine offene Wunde hinterlassen, die nicht heilen will. 

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Keir Starmer hat es als Chef der Labour-Party derzeit nicht leicht / picture alliance/dpa/PA Media | Uk Parliament/Jessica Taylor

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Tessa Szyszkowitz ist Londoner Korrespondentin des österreichischen Wochenmagazins Profil. Im September 2018 erschien „Echte Engländer – Britannien und der Brexit“. Foto: Alex Schlacher

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„Da schreibt einer: ‚Zionistische Schlampe!‘“, sagt Margaret Hodge indigniert, „du sollst wissen, wie sehr wir dich verabscheuen“. Dann zitiert die jüdische Labour-Abgeordnete weiter mit monotoner Stimme aus einer langen Liste von antisemitischen Hassmails, die in den vergangenen Wochen in ihrer Inbox gelandet sind: „Das Hakenkreuz ist das richtige Symbol für Israel, es ist ein faschistischer Staat.“

Dass sie Post für Israel bekommt, findet die Britin, deren Familie aus Deutschland und Österreich stammt, fast ebenso daneben wie den Inhalt. Die 76-jährige Abgeordnete, die für ihre Verdienste für das Vereinigte Königreich von Königin Elizabeth II. zu „Dame Margaret“ ernannt wurde, ist antisemitische Angriffe seit langen Jahren gewohnt. Im Gespräch mit Cicero bekennt sie: „Allerdings kamen sie früher nur von der extremen Rechten, der ‚British National Party‘. Heute erhalte ich solche E-Mails oft aus den eigenen Reihen von der harten Linken.“ 

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