Normandie
Denkmal am Strand am Ort der Landung der amerikanischen Soldaten an der Kueste bei Sainte-Mere-Eglise, Utah Beach / picture alliance / IPON | Stefan Boness

Historische Parallelen zu Vorkriegszeiten - Sind wir auf dem Weg in den Dritten Weltkrieg?

Die antagonistischen Großmächte bekriegen sich noch nicht direkt. Ein Wettbewerb der Drohungen hat allerdings längst eingesetzt – und es lassen sich gewisse Parallelen zu den Vorkriegszeiten vor 1914 und 1939 erkennen. Droht ein Dritter Weltkrieg?

Michael Gehler

Autoreninfo

Prof. Dr. Michael Gehler ist Inhaber des Jean-Monnet-Lehrstuhls am Institut für Geschichte der Universität Hildesheim

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Angesichts zunehmender Bedrohungen befassen sich Politikwissenschaftler wie Historiker vermehrt mit der aktuellen internationalen Lage. Und sie kommen zu bemerkenswerten Schlüssen. Odd Arne Westad erkennt in seinem jüngsten Buch „Der kommende Sturm“ in der Welt der Multipolarität alarmierende Parallelen zur Vorkriegszeit von 1914, und dies aufgrund der Eskalationsgefahr durch ein Aufeinandertreffen der Großmächte in regionalen Konflikten. Niall Ferguson sieht die USA an mehreren Fronten herausgefordert und die aktuelle Lage als die „gefährlichste“, seit er forscht. Paul Kennedy will schon vor Jahrzehnten den Niedergang des US-Imperiums vor Augen gesehen haben. 

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Jens Böhme | Sa., 25. April 2026 - 17:59

Die Annahme, dass eine regelbasierte Friedensordnung Ordnung und Frieden auf ewig schafft, fusst in der Phantasie der Geburt des Neuen Menschen. Der Neue Mensch ist/wird bedürfnislos, unendlich solidarisch und neidfrei sein. Die westliche Idee des glücklich minimalistisch lebenden Menschen scheitert spätestens an den Grenzen an anderer Lebensvorstellungen. Den Südsudanesen zu erklären, deren täglich künstliche Milchnahrung und Tütenreis vom Care-LKW strebe der solidarische Europäer auch an, um Gleichheit und Gerechtigkeit herzustellen, fruchtet nur in Faulobstpolemik.

soistes | Sa., 25. April 2026 - 19:59

Timmy passiert. Stirbt er oder rettet in Backhaus & gewinnt seine Regierung nochmal in Meck Pomm.

Wenn nicht ist Hildesheim massiv betroffen vom Völkerrecht. Ich vermute wenn wir die Energiewende nicht schaffen & Hildesheim bis 2029 nicht vollständig von Windrädern umzingelt ist und es nicht schafft bis dahin Hühner, Schweine & Kühe zu melken, schlägt das "differenzierte Völkerrecht" mit kompletter Fressefreiheit für die Ostkokaine gnadenlos zurück, bis der Bacon of Hope Gebetsteppich über New York am Broadway seinen üblen Verlauf nach Europa nimmt.

Und danach ist alles zu spät, wenn "Gas Gerd" kein Gas aus Russland auftreibt & die Restbestände meistbietend an die Asiaten veräußerst.

Ich hoffe unser derzeit amtierender Bundespräsident kann das alles noch von Berlin aus Glätten. Ansonsten ist Ironie off & Schluss mit lustig!

Weil nach dem März kommt der April, bekanntlich macht der was er will. Vermutlich kommt danach die Faulobstpolemik.

Wir werden sehen was passiert!

Klaus Funke | Sa., 25. April 2026 - 22:35

Das heißt, er wird nur aus Schaden klug, indes hält dies nur maximal eine oder zwei Generationen an. Wenn die Überlebenden tot sind, ist mit ihnen alles vergessen. Das lehrt die Geschichte seit über dreitausend Jahren. Man wird es wieder versuchen, den Krieg nach dem Osten zu tragen, und man wird sich wieder eine blutige Nase holen. Fatal ist, dass es die Verursacher selten persönlich trifft. Merz will seinen Großvater rächen, das ist seine ganz persönliche Sache. Und er ist dumm genug, das tatsächlich "anzuleiern". Er wird verlieren und mit ihm Deutschland zum dritten Mal, doch diesmal vernichtend - man erinnere sich des Brecht Gedichtes vom großen Karthago, das drei Kriege führte. In der Tat, wir werden erleben, was unsere Väter und Großväter erlebt haben, sofern sie es überlebt haben. Dann wird ein paar Jahre gejammert und geschworen, nie wieder eine Waffe in die Hand zu nehmen, und hernach ist wiederum alles vergessen, und es geht von vorne los. Und der Deutsche bleibt der Dumme.

Hans Süßenguth-Großmann | Sa., 25. April 2026 - 23:52

Die EU lässt sich von den USA in Konflikte drängen, die ihr nichts bringen, ihre Ressourcen aufzehren und ihren Wohlstand vernichten.
Aktuell sehe ich abgesehen vom Ukraine Krieg, den es nur gibt weil wir ihn bezahlen, die Möglichkeit, dass China und die USA durch die Iran Sanktionen, in echte militärische Auseinandersetzungen kommen. Taiwan denke ich, wird so und so chinesisch. In der internationalen Diplomatie wird es ja, de jure als Teil Chinas betrachtet. Niemand erkennt Taiwan als selbstständigen Staat an.
Im übrigen stimme ich Herrn Funke zu, man lernt nichts dazu bzw. hat man alles vergessen. Ich lese gerade die Briefe meines Vater aus den WK II und aus derNachkriegszeit.

Dagmar Lubig | So., 26. April 2026 - 10:33

Antwort auf von Hans Süßenguth…

und stehen was Nahost betrifft in regen Kontakt, wobei Russland draußen vorgelassen wird, und das gibt Hoffnung auf eine baldige Lösung.

Übrigens, wer sollte an einem III.Weltkrieg ein Interesse haben?
Die drei Weltmächte sind es bestimmt nicht, nur bei Iran wäre ich mich nicht so sicher. Tatsache ist, China ist zu Iran auf Distanz gegangen.

Chris Groll | So., 26. April 2026 - 08:59

"Die bereits stark geschwächte EU besitzt zwar noch einen einigermaßen
funktionierenden moralischen Kompass"
Wo ist diese EU moralisch?

Mehr möchte ich nicht schreiben, da ich sonst wieder gecancelt werde. Ich kenne die Algorithmen nicht, die eine Cancelung auslösen.

Zum Schluß noch ein Zitat von Ayn Rand:
"Ich kann alles akzeptieren, nur nicht das, was anderen am leichtesten fällt: das Unentschiedene, das Beinahe, das Uneigentliche, das Kuddelmuddel."

Walter Buehler | So., 26. April 2026 - 10:50

Kriegsverursacher sind nicht nur die großen Staaten und Völker, deren militärische Macht als Imperialismus für alle offensichtlich ist. Weltkriege entstehen auch aus dem kleinteiligeren lokalen "Nationalismus".

Irgend eine Bevölkerungsgruppe inszeniert sich dabei als Opfer eines Nachbarvolkes und beansprucht für sich das Recht, gegen ihre Nachbarn mit Gewalt vorzugehen. Als romantischer "Freiheitskampf" kann dieser "tapfere" kleine Nationalismus in den Medien große Resonanz finden und kann propagandistisch "populär" gemacht werden.

Das kann zu einem Weltkrieg führen, wenn sich eine andere große Macht zum Schutzherrn der "Freiheitskämpfer" erklärt und so den "kleinen" Krieg zum "großen" Krieg ausweitet.

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Es ist absurd, dass die transnational gedachte EU sich einseitig für den osteuropäischen Nationalismus engagiert. Dieser wird sich nämlich nicht auf Russland begrenzen lassen.

werter Herr Buehler, wenn es sich doch nur um einen russischen Nationalismus handelt?

Ubrigens, die EU ist rechtlich ein Staatenbund, ergo rechtlich und politisch eine supranationale Organisation, lediglich mit transnational gedachten Wirtschafts -und Handelspolitik usw., die der Angleichung der Lebensverhältnisse innerhalb dieses Staatenbundes dienen sollen.

Sie haben Recht, "supra"-national wäre wohl richtiger als "trans-" national, wobei aber nach meinem Eindruck von vielen wichtigen oder "willigen" Akteuren mit der EU ein "Vielvölkerstaat" nach dem Muster der USA angestrebt werden soll.
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In Osteuropa sehe ich in fast allen ehemaligen Ostblockstaaten und in der ehemaligen UdSSR einen starken Nationalismus (Polen, Estland, Litauen, Russland, Serbien, Kroatien, Ungarn, Slowakei, Ukraine usw.), der sich zwar momentan hauptsächlich gegen Russland (bzw. gegen die russischen Bevölkerungsteile) richtet, aber sich auch - wie das Beispiel Polen zeigt - durchaus jederzeit gegen andere Nachbarstaaten wenden kann, wenn es opportun erscheint.

Das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen in einer gemeinsamen politischen Struktur Europas scheint mir mit diesen nationalistischen Gruppen nicht einfach zu sein.

Dagmar Lubig | So., 26. April 2026 - 14:39

Antwort auf von Walter Buehler

Sie werwechseln Patriotismus mit Nationalismus.

Ich befürworte diesen geschichtlich gewachsenen Patriotismus der kleinen Länder, denn der bewahrt uns hoffentlich vor einem Superstaat, wo die Großen den Kleinen vollends ihren Willen aufzwingen werden, diesmal aber ohne die Kriegsführung.
Da müsste man blöd sein, um dieses "Spiel" nicht zu durchschauen, ergo das Problem in der EU sind die Großen.

... zwischen Patriotismus und (gefährlichem) Nationalismus an.

Ich halte wie Sie die Respektierung und Achtung der kleinen Staaten in der EU ebenfalls für wichtig, weil sie auf Identität, Geschichte und Heimat achten und insofern Patriotismus vorleben können.

In meiner Aufzählung der osteuropäischen Länder mit starkem Nationalismus sind aber Polen, Russland, Serbien, Kroatien, Ungarn, Slowakei, Ukraine durchaus große Staaten. Außerdem sind nicht alle davon in der EU.

Meiner Einschätzung nach hat aber der Nationalismus in diesen Ländern die Tendenz, die Vormundschaft über Nachbarländer oder Teile der Nachbarländer anzustreben. Patriotismus ist dagegen in meinem Sprachgebrauch nicht gegen die Nachbarn gerichtet.

Aber ich bin kein Politikwissenschaftler, nix für ungut!

Dagmar Lubig | So., 26. April 2026 - 18:08

Antwort auf von Walter Buehler

es ist festzuhalten, dass sich Deutschland ganz besonders gegen Russland, samt deren Bevölkerung besonders hervorgetan hat, viel mehr als die von Ihnen genannten Länder, die Sie in einer abwertender weise als osteuropäisch bezeichnen, als gäbe es immer noch den Osblock.
Der Begriff Mitteleuropa, zu dem beispielsweise auch Deutschland gehört, der will Ihnen nicht über die Lippen kommen.

Übrigens, Polen richtet sich, außer Russland, gegen kein anderes Land, lässt sich aber keine Übergriffigkeiten von Deutschland, welches die EU dominiert gefallen, und erinnert post wendend dieses Land an seine Schuld am Vernichtungskrieg und der anschließenden Neuordnung.

Walter Buehler | So., 26. April 2026 - 12:32

... ist nach dem letzten Satz für Herrn Gehler unvermeidbar.

Diese Resignation kann und will ich mir im Interesse meiner Kinder und Enkel nicht leisten.

Was meine Großeltern und meine Eltern im WK I und II erlebt haben, war schlimm genug.

Ich halte es daher für die Kernaufgabe jeder patriotischen Politik, Kriegsvermeidung und Stärkung des Friedens anzustreben, auch wenn man sich gezwungen sieht, einen Krieg nicht verhindern zu können.

Die Prinzipien der deutschen Politik im Herzen Europas sind am Holsten-Tor in Lübeck eindrücklich festgehalten:

Concordia domi foris pax.

(„Eintracht innen, draußen Friede“)

Urban Will | So., 26. April 2026 - 12:44

letztendlich nur eine Abfolge von Kriegen,zwischen denen immer wieder unterschiedlich lange Friedenszeiten herrschten, in denen man dann ja letztendlich nur seine Wunden leckte und sich auf den nächsten Krieg vorbereitete.
Wann ein Krieg ein „Weltkrieg“ ist, sei mal dahingestellt. Seit der Entwicklung von Massenvernichtungswaffen (gg Ende des und diesen beendet habenden Zweiten Weltkrieges) gab es zumindest keinen wirklichen Krieg mehr – also einer den Weltkriegen vergleichbarer – zwischen den Mächten, die solche Waffen haben. Soviel Vernunft existiert. Kleinere Kriege wird es immer geben, das sehe ich als „Naturgesetz des Menschen“,so sehr ich das bedauere.
Ich denke aber nicht, dass ein „Weltkrieg“ in der Form, wie wir sie kennen, droht.
Wohl bekämpft man sich auf andere Art: Cyber, Wirtschaft, was weiß ich. Aber dabei sterben keine Millionen von Menschen und es wird wohl unvermeidlich bleiben,bis vielleicht doch irgendwann die Vernunft über die Macht- und Wohlstandsgier siegen wird

Ingbert Jüdt | So., 26. April 2026 - 17:15

Die Hobbessche Welt, in der wir heute leben, war keine schicksalhafte Unvermeidlichkeit! Tatsächlich ist sie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung gewesen, nachdem der »freiheitlich-demokratische Westen« sich nach 1990 selbst zum Sieger der Weltgeschichte und zum Maßstab des politisch Guten erklärt hat, der in der Welt keine Partner, sondern bloß Nachzügler kennen wollte.

Herr Gehler nimmt mit Trump und Netanjahu zwar auch westliche Akteure in seine Schurkenliste auf, lässt aber leider außer Betracht, dass die eigentliche Weichenstellung mit dem bewaffneten Unilateralismus der Regierungen Bush Jr. stattfand, der keine gleichrangigen Mächte neben den USA dulden mochte – insbesondere kein Russland, dass sich weigert, bloß Satellit der westlichen Hemisphäre sein zu wollen.

Dass der Westen damals nicht auf dem Weg zu mehr Demokratie, sondern in eine erneuerte Imperial Presidency war, könnte man eigentlich wissen – es wird aber notorisch aus dem »Wir-sind-die-Guten«-Weltbild verdrängt.

friedlichen, antirassistischen Landes nach dem versuchten Einmarsch Russlands in die Ukraine im geopolitischen Streit verlassen- mit der Ampel und der Geschrei-Diplomatie und den Waffenlieferungen der Ampel-Regierung (und dessen Tolerierens).
Und ist jetzt zu 100 % Kriegspartei mit Propagandafernsehen, Propagandapolitiker (...) mitsamt einer Russophobie, die so unerträglich wurde, dass ich es nicht mehr mit meinem Gewissen verantworten konnte noch einen Cent Steuern zu bezahlen. Und lebe jetzt in einem friedenssuchenden europäischen Land!
27 Millionen + 1 Million mit deutscher Munition= unfassbar. unerträglich, unbelehrbar

Ich verabscheue mein Land immer mehr vor diesem ignorierten Vorwand.