- Europäisches Kampfflugzeugprojekt: Bruchlandung absehbar
Das deutsch-französisch-spanische Future Combat Air System (FCAS) sollte als Symbol für Einheit, Stärke und strategische Unabhängigkeit Europas stehen – doch nationale Interessen, Industriekonflikte und unterschiedliche militärische Anforderungen bringen das Milliardenprogramm ins Wanken.
Eigentlich sollten seit über einem Monat deutsche und französische Ingenieure in ihren Büros sitzen, um am Kampfjetdemonstrator, einer Art elektronischer Plattform für den militärischen Übungsbetrieb, zu arbeiten. Die Rede ist von dem geplanten Superflieger Future Combat Air System (FCAS) oder, wie die Franzosen sagen, Système de combat aérien du futur (SCAF). Wenn man sich dieser Tage in Berlin, Paris oder Madrid, denn auch die Spanier machen beim Rüstungsprojekt der Zukunft mit, nach dem Stand des Projekts erkundigt, schaut man entweder in enttäuschte Gesichter oder man erntet ein Schulterzucken. Es steht nicht gut um FCAS, das von Anfang an vor allem ein Projekt der Politik war und damit ein Symbol für Europas Einheit und Stärke sein sollte.
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Der Beitrag klingt stark danach, dass ein "Insider" den Ausstieg aus dem Projekt gedanklich vorbereitet. Was verwundert ist der Umstand, dass erneut das Thema "Eignung für den Einsatz auf Flugzeugträgern" entscheidend ist. Wie der Verteidigungsminister deshalb darauf kommt, das Projekt sei entscheidungsreif, bleibt unklar. Vielleicht hat sein Chef bereits mit seiner neuen politischen Freundin anderes im Sinn.
Es ist so, dass nationale französische Interessen schon immer eine gewichtige Rolle spielten. Das hat viel mit dem Selbstverständnis der Grand Nation zu tun, das durch den desolaten Zustand der französischen Wirtschaft, die Überschuldung, den internationalen Bedeutungsverlust und jetzt auch noch durch die faktische Unregierbarkeit ziemlich ramponiert wird.
Hauptgrund für das Scheitern ist jedoch, dass es ein überambitioniertes Projekt der überambitionierten politischen Eliten war. Wenn dann noch die Generäle zwei völlig verschiedene Flugzeuge haben wollen ist das Scheitern nur ein logische Konsequenz.
Statt linke NGOs mit Geld zuzuwerfen sollte Berlin das Deutsch-französische Jugendwerk massiv fördern und ausbauen. Denn mit dem gegenseitigen Verständnis für nationale Eigenheiten ist es nicht mehr weit her. Sie sind in der Historie begründet und spielen immer noch eine Rolle, auch wenn die politischen Eliten das nicht wahr haben wollen und für überwunden halten.
Vielleicht liege ich falsch, aber hat jemals ein militärisches Projekt mit Frankreich zu einem Erfolg geführt????
Ich glaube nein.
Zu groß sind die Unterschiede! Frankreich will und wir sollen Zahlen!!! Entweder wir bauen unsere Rüstungsgüter selber (Panther, UBoote usw) oder mit einem verlässlichen Partner. Mit Links des Rheins klappt es nicht, außer unsere Politik will das und träumt weiter von einer Achse!
Es ist bezeichnend, dass der Flieger in Frankreich SCAF heißt, anstatt FCAS wie überall sonst, weil die feinen Franzosen (also die gleichen Franzosen, die von uns wollen, dass wir ihre Schulden bezahlen) mal wieder zu arrogant sind, Englisch zu sprechen. Die krampfhafte Zentralisierung Europas funktioniert einfach nicht, die Völker wollen es nicht. Schon gar nicht mit einem planwirtschaftlichen Kampfjetprojekt, das sich als Fass ohne Boden entpuppen wird.
