Modri Merz
Narendra Modi, Premierminister von Indien, und Friedrich Merz während der ersten größeren Asien-Reise des Kanzlers seit Amtsantritt / picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Friedrich Merz in Indien - Berlin und Neu-Delhi: Asymmetrische Annäherung

Der Indien-Besuch von Bundeskanzler Merz kommt zu einem Zeitpunkt seltener strategischer Übereinstimmung: Berlin sucht neue Partner, Neu-Delhi neue Spielräume. Die zentrale Belastungslinie der künftigen Beziehungen ist Indiens Verhältnis zu Russland.

Autoreninfo

Shantanu Patni studiert Osteuropa-Studien an der Freien Universität Berlin. 

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Asienpolitik westlicher Staaten beginnt üblicherweise in Tokio oder Peking, den vertrauten Fixpunkten der industriellen Weltordnung. Dass Friedrich Merz diesmal Indien zu seinem ersten Ziel gemacht hat – und dies mit ausgesprochenem strategischen Nachdruck –, ist eine symbolische Abweichung, die in Neu-Delhi nicht unbemerkt geblieben ist. Dort ist man sich sehr wohl bewusst, dass es die krisengeschüttelte Lage Deutschlands und des europäischen Kontinents ist, die Berlin dazu drängt, sich enger an Indien heranzubewegen. Der demografische Riese gilt in Europa offenbar nicht länger als ein Land der „Zukunft“, sondern als ein Akteur, der in der Gegenwart angekommen ist und politisch ernst genommen werden muss.

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Karl-Heinz Weiß | Mi., 14. Januar 2026 - 17:44

Bahnt sich im Verhältnis zu Indien nicht Vergleichbares wie zur Volksrepublik China an - jahrelanger Technologietransfer mit anschließender Verdrängung aus den Märkten ? Die Strategie "Made in India" mit steigenden Quoten lässt dies erwarten. Modi setzt nach Medienberichten offenbar mehr auf Nationalismus als auf "Gandhi“, ebenso auf preisgünstiges russisches Öl als auf Ukraine-Vermittlung. Merkel hatte sich (wie auch zahllose Deutsche CEO) von den "Chancen in China" blenden lassen. Heute fährt ein "guter Chinese" ein chinesisches Auto, natürlich mit selbstentwickeltem E-Antrieb und selbstentwickelter IT. Dank dem durch hochmütige deutsche Manager verursachten "Diesel-Skandal" besteht hier ein komfortabler Vorsprung.

IngoFrank | Mi., 14. Januar 2026 - 18:06

Wird der Handel mit Indien intensiviert. Vor allem mit veredeltem Erdöl in Form von Diesel ?
Natürlich aus von Indien vorher importierten Rohöl aus Russland ….. und schon hat Buntland die den Boykott russischen Erdöls
umgangen und Geld spielt ja bekanntlich in D keine Rolle mehr, da alles Sondervermögen 👍
Tja alles nur noch mit Ironie zu ertragen ….
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik

Ernst-Günther Konrad | Do., 15. Januar 2026 - 10:11

Die Inder werden auf den Lügen Kanzler nicht hereinfallen. Glaubt dieser Betrüger wirklich, die Inder wüssten nicht, was in unserem Land passiert? Glaubt dieser Merz wirklich, er könne Einfluss auf Indien nehmen, dass sich diese von Russland abspalten lassen? Anstatt sich um sein Volk zu kümmern, ist Merz wieder nur in der Welt unterwegs, um zu blenden, den Eindruck zu erwecken, Deutschland hätte was zu bieten, hätte noch den Stellenwert in der Welt, den es mal hatte. Das Ausland ist erstaunt, überrascht, erschüttert und teils auch schadenfreudig wenn es sieht, was unsere Politiker aus dieser Wirtschaftsnation gemacht haben und wie sie unser Vaterland immer weiter in den Abgrund fallen lassen. Merz will weiter ablenken, sich um die Welt kümmern und der Global Leader spielen. In Wirklichkeit aber, ist er allein im Bällebad der Weltpolitik und wirft ein Land nach dem anderen aus dem Bällebad heraus. Indien wird sich nicht von ihm vereinnahmen lassen, so viel steht fest.

Brigitte Miller | Do., 15. Januar 2026 - 15:04

bei Welt TV youtube Thema:
"MANSOUR: Doppelmoral! – Darum schweigt die politische Linke zu den Protesten im Iran" von der teilnehmenden Christina Stumpp, abgeordneten Vizegeneralsekretärin der Union:
Staunenswertes:
"in Gesprächen spürt man, dass die Menschen froh sind, dass wir mit Friedrich Merz wieder einen Kanzler haben, der wieder eine Rolle in Europa spielt, der weltpolitisch eine starke Rolle spielt und auch einnimmt, er hat sich ja heute auch noch einmal klar positioniert aus Indien heraus und sich auch noch einmal äh klar geäussert zum Iran dann auch
und es zeigt einfach auch dass die Menschen wollen, jetzt sagt einer zu mir , aussenpolitisch sind wir mittlereile so gut aufgestellt, also aus der Bundesregierung heraus mit Joe Wadephul und einem Bundeskanzler , der in Europa ne starke Rolle spielt und gleichzeitig auch versucht, in Europa eine Lösung herbei zu führen usw.usf.