Jens Stoltenberg
Allein auf hoher See: Norwegens Finanzminister Jens Stoltenberg / picture alliance / NTB | Lise Aaserud

Friedenspreis für Donald Trump? - Norwegen in der Nobelpreis-Zwickmühle

US-Präsident Trump wünscht sich den Friedensnobelpreis. Besonders für den norwegischen Finanzminister und Trump-Vertrauten Jens Stoltenberg wird das zum Problem. Denn politischer Druck auf das Preiskomitee verbietet sich. Aber ein übergangener Trump könnte sich mit Zollerhöhungen rächen.

Autoreninfo

Jens Mattern ist freier Auslandskorrespondent für Polen, das Baltikum und Skandinavien.

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Für die Verhandlungen um einen Waffenstillstand im Vietnamkrieg erhielt US-Außenminister Henry Kissinger im Jahr 1973 den Friedensnobelpreis. Die Verleihung war umstritten, schon damals wurde Kissinger als Sicherheitsberater von Präsident Richard Nixon für Entscheidungen wie das Flächenbombardement des asiatischen Landes verantwortlich gemacht – zwei der fünf Komitee-Mitglieder in Oslo traten darum zurück. Auch der Ausgezeichnete selbst zeigte offiziell Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Verleihung und nahm den Preis nicht persönlich entgegen. Sein Gegenüber, der nordvietnamesische General Le Duc Tho, lehnte ihn ganz ab. 

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Karl-Heinz Weiß | Fr., 22. August 2025 - 12:28

Norwegen mit gerade mal 5,5 Millionen Einwohnern und einem Staatsfonds-Vermögen von rund 1,8 Billionen Dollar soll plötzlich der Nabel der Welt sein ?
Obama entpuppte sich als außenpolitischer Fehleinschätzer und nun soll der Putin-Versteher und Gaza-Riviera-Planer Trump mitten in zwei Kriegen den Friedensnobelpreis erhalten ? Die eleganteste Lösung wäre, die Preisverleihung 2025 ausfallen zu lassen. Ansonsten hat nicht nur die norwegische Königsfamilie ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Ernst-Günther Konrad | Fr., 22. August 2025 - 14:03

Nein, so nicht. Wofür denn? Erst wenn durch seine Vermittlung in UA und/oder Israel ein stabiler Frieden zustande käme, dann natürlich sollte man ihn in der Auswahl berücksichtigen. Vorher aber nicht. Aber nur weil er evtl. Putin und Selenskij an einen Tisch bringt und was genau in Israel wirklich bewirkt, rechtfertigt das nicht seine Nominierung. Ich bin mit einigem Einverstanden was Trump macht, .Aber das geht eindeutig zu weit. Das hat narzisstische Züge und würde den Preis entwerten. Sollte Trump wirklich Zölle wegen seiner Nichtnominierung erhöhen, wäre das ein Armutszeugnis für ihn und ich denke mal, das würde ihm auch Zuspruch seiner Wählerschaft kosten. Das er gerne Andeutungen macht und auch gerne mal um die Ecke herum droht, wissen wir ja. Ein Großmaul ist er manchmal schon Aber das er so dumm ist, diesen Preis quasi zu erpressen, das mag ich nicht glauben. Jedenfalls wäre er bei mir unten durch, wenn er das auf diese Weise durchsetzen würde. Mal abwarten was noch passiert.

Stefan | Fr., 22. August 2025 - 14:06

Obama, Arafat, jetzt Trump.
Wahre Engel was den Frieden betrifft.
Mahatma Gandhi können sie nicht das Wasser reichen.
Wer ist der nächste Kandidat ???
Wladimir Putin ???