Sderot
In Sderot, nahe der Grenze zum Gaza-Streifen / picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Leo Correa

Frieden per Dekret? - Israel setzt nur begrenzte Hoffnung in Trumps Friedensrat

Während US-Präsident Trump mit seinem „Board of Peace“ Frieden im Nahen Osten verordnen will, sind in Israel viele Menschen skeptisch, ob internationale Kontrolle reale Sicherheit verschafft.

Autoreninfo

Tal Leder lebt als Journalist und Dokumentarfilmer in Israel.

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Mit einer Mischung aus Diplomatie, politischem Kalkül und internationaler Bühne versucht der US-Präsident Donald Trump seit 2025, seinen Einfluss im Nahostkonflikt wieder in den Vordergrund zu rücken. Diesmal nicht nur als republikanischer Machtpolitiker, sondern als Architekt eines neuen institutionellen Rahmens für den jahrzehntelangen Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern, insbesondere im Gazastreifen. Ausgangspunkt dieses Vorstoßes ist Trumps Überzeugung, dass frühere Friedensinitiativen weniger an fehlendem politischen Willen als an mangelnder Durchsetzungskraft gescheitert sind: zu viele Akteure, zu diffuse Verantwortlichkeiten, zu wenig Kontrolle über die Umsetzung vor Ort.

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Ernst-Günther Konrad | Di., 27. Januar 2026 - 13:37

Ich hoffe nicht, die Skepsis beruht nur auf dem Umstand, dass auch die israelische Regierung eben nicht alles dran setzen wird endlich Frieden zu machen. Natürlich ist dieser Jahrtausende alte Konflikt zwischen diesen Religionen/Völkern, der 1948 eben nur durch Landnahme und die damalige britische geopolitische Entscheidungen den Ursprung des Dilemmas in der Neuzeit begründet, nicht gleich zu lösen. Das bräuchte mehrere Generationen. Nur alles was die Waffen schweigen lässt muss auch gefördert und genutzt werden durch miteinander reden endlich diesen Wahnsinn zu beenden. Da müssen alle mitmachen. Und wenn es dieser Rat hinbekommen sollte okay. Und wenn nicht? Dann war es jeden Versuch wert. Deshalb nicht alles von vorne herein schlecht reden oder mit totaler Skepsis überziehen. Alle müssen wollen, sonst wird das nichts.

Thomas Veit | Di., 27. Januar 2026 - 15:36

Antwort auf von Ernst-Günther Konrad

Glauben Sie, dass die Hamas ernsthaft wirklich wollen will...? Das wäre immerhin de facto ihre Auflösung...?

Bis jetzt ist sie ja nicht einmal ansatzweise entwaffnet... 🤔, und nur der Umstand der massiven militärischen Schwächung durch Israel, also dem Ergebnis der KRIEGSHANDLUNGEN seit dem 7. Oktober, ist es zu verdanken, dass sie im Augenblick(!) still hält... - meiner Einschätzung nach.

Vermutlich ist auch der Nachschub aus dem Iran und Syrien unterbrochen... ..., aber das ist alles nur eine Frage der Zeit, bis sie wieder erstarkt, ggf. eine Generation an Märtyrern.

Bevor nicht die Palästinenser offiziell Israel anerkennen und Israel das palestinänsiche Land aus dem illegalen Siedlungsbau zurück gibt, wir des keinen dauerhaften Frieden und Koexistenz geben - mMn unwahrscheinlich auf absehbar, beides.

Stimme Ihnen trotzdem insofern zu, dass man/Trump es durchaus probieren kann - viel 'kaputt machen' kann man da eh nicht mehr...

auch nur vordergründig um die 'IMMOBILIE GAZA', die er mit seinem Familie-Clan gerne entwickeln möchte... ...? Pläne dazu hat er ja sogar schon veröffentlicht... ...🤡 Könnte ich mir gut vorstellen... - belegen kann ich es natürlich nicht, außer dass er's selbst schon vorgeschlagen hat. Aber derartige wirtschaftlichen Interessen spielen bisher zumindest immer eine nicht unwesentliche Rolle bei Trumps 'Friedensengagements' - sollte man beachten: Ukraine, Venezuela, Grönland, Aserbaidschan... ... 🤔

Alles nur Zufall... ...! /Ironie 😉

Heidemarie Heim | Di., 27. Januar 2026 - 17:09

Davon abgesehen, dass die Juden in aller Welt dieser Mahnung schon immer Folge leisten mussten, insbesondere was ihr eigenes Überleben sowie das ihres Staates Israel betrifft, so gilt und galt das auch für Verbündete wie Feinde. Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie viel Vertrauen o. Hoffnung als Jude oder Jüdin, außer in mich selbst, ich überhaupt noch in der Lage wäre aufzubringen angesichts der eigenen Geschichte von Verfolgung, Hass bis hin zum Willen meiner Feinde, mich und mein Land von der Erde zu tilgen. Es übersteigt ehrlich gesagt meine Fantasie. Ich glaube erst gestern fand man den Leichnam der letzten Geisel des von der Hamas und ihren Unterstützern gemachten größten Massakers an jüdischen Zivilisten nach Auschwitz, dessen wir heute gedenken. Ganz andere Dimension gemessen an dem was wir damals angerichtet haben? Das mag sein, doch ist es m.E. eine Illusion das dadurch entstandene Misstrauen sowie den gegenseitigen Hass mit egal welcher Abmachung zu "befrieden". Shalom!