- Europa und Nahost sprechen nicht dieselbe Sprache
Europa setzt im Umgang mit dem Iran auf Dialog und Verhandlungen. Doch Teheran verfolgt eigene strategische Ziele, die mit westlichen Vorstellungen nicht zu vereinbaren sind. Ohne eine Mischung aus Diplomatie und einer glaubwürdigen Drohkulisse wird aus Naivität schnell Appeasement.
Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehört zum außenpolitischen Selbstverständnis vieler westeuropäischer Staaten die Überzeugung, dass sich Konflikte am besten durch Gespräche einhegen lassen. Wo immer sich ein diplomatisches Fenster öffnet, muss es genutzt werden – besonders im Nahen Osten und dort vor allem im Verhältnis zur Islamischen Republik Iran. Vom Atomabkommen bis zu neuen Gesprächsformaten zieht sich dieser Ansatz wie ein roter Faden durch die europäische Außenpolitik: Stabilität entstehe eher durch Verhandlungen als durch Konfrontation.
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Die Einengung auf den "europäischen Politikansatz" erschließt sich mir nicht ganz. Ist die Trump-Drohkulisse nicht auf ganzer Linie gescheitert ? Die Golf-Anrainerstaaten haben bereits die Konsequenzen gezogen: wer den USA vertraut (und US-Stützpunkte erlaubt), ist verlassen. Israel hat die Terrorgruppen in Gaza und im Libanon viele Jahre kolossal unterschätzt und versucht diesen Fehler mit brachialer Gewalt rückgängig zu machen. Das Ergebnis sind zig-tausende neue Kämpfer für diese Gruppen.
