- Gemecker vom Spielfeldrand ist keine Außenpolitik
Unabhängig davon, wie man den Krieg der USA und Israels gegen den Iran beurteilt, muss sich Europa die Frage stellen: Wollen wir, dass das Regime in Teheran aus dieser Konfrontation gestärkt hervorgeht oder nicht? Und wenn nicht: Wie lässt sich dieses Ziel erreichen?
Seit Beginn des Iran-Krieges wird viel über Donald Trumps Motive spekuliert. Eine These lautet: Trump sei von Israel in diesen Krieg regelrecht „hineingezogen“ worden. Es ist ein Vorwurf, der direkt auf das amerikanisch-israelische Verhältnis abzielt – und alles andere als neu ist. Im Gegenteil: Der Vorwurf, die USA würden sich von Israel am Nasenring durch die Manege ziehen lassen, hat eine lange Tradition. Auch in Sicherheits- und Geheimdienstkreisen, wo sich oft traditioneller Antisemitismus mit einer Vorliebe für die islamische Welt mischte.
Schon in der frühen CIA etwa versuchten sogenannte „Orientalisten“, Präsident Truman von einer Anerkennung des Staates Israel abzuhalten. Ihre Begründung: Ein gutes Verhältnis zur arabischen Welt sei ungleich wichtiger. In die gleiche Richtung argumentierten noch 2006 in ihrem Buch „The Israel Lobby and U.S. Foreign Policy“ die Politologen John J. Mearsheimer und Stephen M. Walt, die sich der neorealistischen Schule der internationalen Beziehungen zurechnen.
Ähnliches ist heute nicht nur aus den Demokraten nahestehenden antiisraelischen Kreisen zu hören, sondern auch aus Teilen der MAGA-Bewegung. Unter anderem die rechten Influencer Tucker Carlson und Candace Owens – deren Israelskepsis längst in offenen Antisemitismus umgeschlagen ist – werfen Trump vor, einen Krieg für Israel und gegen die eigenen Interessen zu führen. Als Reaktion darauf hat sich Trump wiederum in erfreulicher Klarheit von beiden distanziert.
Israels Sicherheit war einmal deutsche Staatsräson
Der Vorwurf, die USA würden sich von Israel instrumentalisieren lassen, ist aber nicht nur nicht neu, er ist mit Blick auf Donald Trump auch schlicht falsch. Trump vertritt nämlich seit Jahrzehnten eine harte Linie gegenüber dem Iran. Schon 1987 forderte er in einer Rede in New Hampshire, die USA sollten den Iran wegen dessen antiamerikanischer Politik angreifen. Und 2011 kritisierte er Barack Obama für dessen lasche Iran-Politik und betonte, der Iran dürfe niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen.
In Hinsicht auf die Islamische Republik und deren Atomprogramm war Trump also immer konsistent. In den Krieg gegen Teheran musste Trump daher nicht erst von Netanjahu „hineingezogen“ (bzw. mit märchenhaftem Epstein-Kompromat dazu erpresst) werden. Vielmehr haben sich erstmals ein amerikanischer Präsident und ein israelischer Premier gefunden, die bereit sind, in dieser Sache am selben Strang zu ziehen. Abgesehen davon: Was wäre eigentlich so schändlich daran, einen Krieg „für Israel“ zu führen?
Israel ist nun einmal ein Verbündeter der USA, und Verbündeten steht man im Bedrohungsfalle normalerweise bei. Vielleicht will Trump ganz einfach nicht, dass ein befreundetes Land, die einzige westliche Demokratie im Nahen Osten, von iranischen Atomraketen vernichtet wird. Es läge sicher nicht im Interesse der USA, dass Israel von der Landkarte getilgt wird. Es dürfte auch nicht im Interesse Europas liegen. Immerhin war Israels Sicherheit einmal deutsche Staatsräson. Heute scheint die Staatsdoktrin nach Kanzler Friedrich Merz zu lauten: Wir stehen fest an der Seite Israels, es sei denn, unsere Spritpreise steigen; dann ist der Spaß vorbei.
Der Iran befindet sich seit dem 7. Oktober 2023 im permanenten Kriegszustand mit Israel
Für die USA ist die Sicherheit Israels mindestens ebenso wichtig wie für die EU die Sicherheit der Ukraine. Die Europäische Union unterstützt die Ukraine mit Geld und Waffen sowie durch den Boykott russischer Energielieferungen. In einem Krieg, von dem viele Experten glauben, dass er militärisch nicht zu gewinnen sei. All das mit erheblichen Konsequenzen für die heimischen Volkswirtschaften. In diesem Sinne könnte man sagen, die Unterstützung der Ukraine liege nicht im europäischen Interesse – und weite Teile der europäischen Öffentlichkeit sehen das auch so. Die Parallelen zur amerikanischen Debatte über den Iran-Krieg liegen auf der Hand.
Dennoch gibt es gute Gründe, die Ukraine nicht fallen zu lassen. Das gilt mutatis mutandis auch für das amerikanische Verhältnis zu Israel. Der Iran befindet sich allerspätestens seit dem 7. Oktober 2023 im permanenten Kriegszustand mit Israel. Teheran unterstützt die Hamas in Gaza, die Hisbollah im Libanon und die Huthi im Jemen mit Geld, Logistik und Waffen, um den jüdischen Staat über diese Stellvertreter zu schwächen, während man selbst in Ruhe weiter an seinem Atomprogramm arbeitet – und den jüdischen Staat gelegentlich selbst mit Raketen beschießt. In dieser Situation ist es für Israel nur logisch, die Wurzel des Übels anzugehen, statt endlose Mehrfrontenkriege gegen Irans Proxys zu führen. Und es ist auch logisch, den größten Verbündeten um Unterstützung zu bitten, solange in Washington eine verständnisvolle Regierung am Ruder ist, die diese Bedrohungsanalyse teilt und überdies ihre eigenen Gründe hat, gegen den Iran vorzugehen.
In den sozialen Medien ist die Häme mit Händen zu greifen, mit der man den USA und Israel eine Niederlage geradezu wünscht. Aber auch viele bedächtigere politische Kommentatoren, die zu dem Schluss kommen, dass der Iran aus der Konfrontation gestärkt herausgehen wird, scheinen das nicht mit dem Ausdruck des Bedauerns zu tun oder genau vor einem solchen Ergebnis zu warnen, sondern mit einer oft kaum verhohlenen Genugtuung darüber, dass Trump und Netanjahu nun endlich die Grenzen ihrer Arroganz aufgezeigt bekommen; oder dass man nun mal wieder sehe, dass es nur mit Diplomatie, Völkerrecht und endlosen Verhandlungen gehe; oder dass die westliche Hegemonie an ihr Ende kommt und der Globale Süden sein Haupt in Würde erhebt.
Die Kriege in Gaza und im Libanon würden ohne die Anstifter in Teheran gar nicht stattfinden
Dabei stellt sich doch, ganz unabhängig davon, für wie sinnvoll, rechtmäßig oder moralisch vertretbar man den amerikanisch-israelischen Einsatz hält, die einfache Frage: Will man, dass der Iran „gewinnt“, dass das islamistische Regime seine Macht konsolidiert oder sogar noch ausbaut? Manche Staaten, wie etwa Spanien, haben sich bereits klar entschieden: Ja, wir wollen, dass der Iran gewinnt. Die linke spanische Regierung stellt sich ganz offen an die Seite der Machthaber in Teheran. Andere europäische Länder sind in ihrer Parteinahme nicht so eindeutig, aber indem sie ihren Luftraum für die USA schließen, tun sie damit de facto ihre Präferenz kund.
In Europa stößt das amerikanisch-israelische Vorgehen auf mehr oder weniger offene Ablehnung. Auch wird der amerikanisch-israelische Alleingang kritisiert, ohne dass die Bündnispartner überhaupt informiert worden seien. Aber mit wem hätte Trump sich denn besprechen sollen? Mit der EU oder mit den Nato-Partnern? Spanien oder Irland wären dann sicher gleich in Teheran petzen gegangen. Welche Hilfe hätte Israel auch von einer EU zu erwarten, die soeben durch den Mund ihrer Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Israel aufgefordert hat, den permanenten Raketenbeschuss aus dem Libanon passiv hinzunehmen? Die Souveränität des Libanon dürfe nicht verletzt werden, sagte von der Leyen. Aber ein Staat, der Angriffe auf das Nachbarland von seinem Territorium aus nicht unterbindet, ist entweder Kriegspartei oder nicht souverän. In Wirklichkeit würden die Kriege in Gaza und im Libanon ohne die Anstifter in Teheran gar nicht stattfinden. Aber das will man in Europa nicht begreifen.
Abgesprochen hat sich Trump allerdings mit Saudi-Arabien und den Golfstaaten. Deren Lobby ist in Washington übrigens mindestens so stark wie die israelische, und sie haben mindestens so stark auf einen Krieg gegen den Iran gedrängt wie Israel, und drängen heute auf dessen Fortführung. Sie wollen nämlich keinen Nahen Osten mit einem hegemonialen Iran.
Wenn also die verbliebenen europäischen Regierungen, die außenpolitisch noch ein paar Tassen im Schrank haben und der Überzeugung sind, dass der Iran auf keinen Fall über Atomwaffen verfügen dürfe – Deutschland und Großbritannien gehören wohl dazu –, sollten sie sich jenseits der bequemen Position, dies sei „nicht unser Krieg“, ein paar Gedanken dazu machen, wie dieses Ziel denn erreicht werden könnte. Diplomatische Initiativen, um den Iran vom Ausbau seines Atomprogramms, der Unterstützung von Terrorgruppen (die nicht nur Israel bedrohen, sondern auch im Westen wirken) und dem Abschlachten seiner eigenen Bevölkerung abzubringen, haben bisher jedenfalls nichts gefruchtet.
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Was wollen die USA im Iran? Einen Regime-Change? Nein. Die USA wollen einen potenzielle Konkurrenten ausschalten und sich das Erdöl sichern. Nur darum geht es. Israel verbrämt diese Ziele mit Ideologie und Religion. Den USA ist es noch niemals um eine Verbesserung der Menschenrechte oder des täglichen Lebens gegangen, den USA ging es immer um Landnahme und um wirtschaftliche Präferenzen. (West)Europa sollte sich in seiner Gesamtheit davon fernhalten. Aber die EU wird bekanntlich von inkompetenten und halbirren Führern geleitet, dort lebt man in dem Wahn ein Konstrukt von European-United-States zu schaffen. Eine Wahnidee, die niemals funktionieren wird. Deshalb ist die Frage nach einer Unterstützung der USA im Iran-Konflikt der Drang nach einem Weltkrieg, bei dem man dann gleich die Russen i. d. Knie bekäme. Doch die Russen bücken sich bekanntlich nur, um sich die Schuhe zuzubinden. Nein, der Irankrieg ist ausschließlich eine Sache der USA u. von Israel. Da sollten wir uns raushalten
Was wollten die USA 1941 in Europa? Was wäre aus Deutschland geworden ohne die ordnende Hand der Amerikaner? Die einen hohen Blutzoll gezahlt haben?
Das Argument Öl ist obsolet, die USA haben selbst genug davon. Es geht eher wie in Venezuela darum China den billigen Kauf iranischen Öls zu erschweren.
Der Iran ist in seiner derzeitige Verfassung kein Konkurrent, sondern eine Gefahr, vor allem für Europa. Es gibt bei CICERO einen hochinformativen Podcast, wie sehr die Islamisten, vor allem aus dem Iran, unsere Gesellschaften durchdrungen, wenn nicht schon unterwandert haben. Aber die Mullahs sind eben auch eine militärische Gefahr.Gerade für Europa.
Ich gebe zu, dass in Brüssel ein eklatanter Mangel an geopolitischer Kompetenz, an Kompetenz insgesamt, herrscht. Aber die irren, die westliche Zivilisation hassenden Führer sitzen in Teheran. Derzeit im Bunker. Und das ist gut so.
Die USA waren ab 1941 in Europa?? Ich dachte, es wäre 1944 gewesen, als sie die zweite Front eröffneten. Und sie taten das bekanntlich nur, damit die Russen nicht ganz Europa einnehmen sollten. Und ein hoher Blutzoll? Den hatten die Russen mit über 24 Millionen. De USA haben "nur" 418.500 Tote zu beklagen gehabt. Deutschland zum Vergleich 7.700.000 Tote. Ansonsten will ich zu Ihrem Kommentar nichts weiter sagen. Lesen Sie nur weiter die BILD. Leider haben sie unfreiwillig ein Statement über den Bildungsstand und das Meinungsspektrum unserer Landsleute im Westen gegeben. Pardon, aber uns trennen tatsächlich noch immer Welten. Trotzdem, bleiben Sie kritisch.
Ich habe keine Ahnung, was die Bildzeitung zum Irankrieg schreibt. Ich weiß nur, dass die Amerikaner nach dem Angriff auf Pearl Harbour im Dezember 1941 Japan den Krieg erklärt haben, darauf hin hat Hitler seinerseits den USA den Krieg erklärt. Natürlich ging es später auch um die Eindämmung der Russen, schlimm genug, dass sie den Osten halten konnten, dass sich der Eiserne Vorhang senkte. Die Folgen sind heute noch spürbar. Viele Ostdeutsche verklären die Grossmachtambitionen Putins ja gern. Grozny, Georgien, Syrien, Ukraine, alles nicht so schlimm.
Ja, es ging den Amerikanern in ihren Kriegen immer auch um die Konsolidierung und Ausweitung ihrer Einflussphären. Das taten und tun Großmächte nun mal, seit den Zeiten der Hethiter und Ägypter vor gut 3600 Jahren, deren Briefwechsel wir kennen. Viel geändert hat sich seither nicht.Aber da wir eh nur am Spielfeldrand stehen, sollten wir uns nicht so echauffieren. Wir überlassen den Mächtigen das Spielfeld doch ganz gern. Ist bequemer.
Wie arrogant, Herr Funke!“… haben Sie (Frau Sehnert) unfreiwillig ein Statement über den Bildungsstand… unserer Landsleute im Westen gegeben“! Was ein Glück, dass wir Sie mit Ihrem tollen Bildungsstand „gewonnen“ haben. Ja, uns trennen noch Welten, wenn man so überheblich und arrogant schreibt, wie Sie es (sehr oft) tun! Was ein Glück, dass es auch Menschen aus dem Osten gibt, die nicht so denken wie Sie. Sie müssen sehr frustriert sein, wenn Sie so wüten. Nur weil jemand hier im Forum eine andere Meinung vertritt als Sie, müssen Sie so abartig reagieren? Ich kann mir vorstellen, wie Ihre Antwort auf meine Meinung aussehen wird. Aber ich kann damit umgehen!
Liebe Frau Hachenburg, schließe mich diesem Kommentar an.
Mein Gott, was ist bloß mit Ihnen und den anderen Damen hier im Forum los? Vertragen Sie Kritik nicht? Oder andere Meinungen? Oder kultivieren Sie den Ost-West-Konflikt in neuer Weise? Man merkt man an Ihren Reaktionen und Argumentationen, dass die jahrelange Berieselung von BILD bis SPIEGEL ihre Spuren hinterlassen haben. Wir im Osten haben einen Staat zum Teufel gejagt. Sie sind hernach auf diesen Zug aufgesprungen und haben mit Kohl an der Spitze die arme, kleine DDR ausgeweidet wie eine Weihnachtsgans und sich dadurch sogar einen zeitweiligen kleinen Aufschwung verschafft. Altbundesbürger und Ex-DDR´ler werden niemals Freunde werden, auch in 100 Jahren nicht. Sie glauben an die USA und lieben Israel - wir nicht. Wir verstehen Russland, lieben es aber nicht so wie wir jede Autokratie anzweifeln. Und wir fallen auf westliche Redensarten, Versprechungen, Lügen und Beteuerungen nicht mehr herein. Auf alle Fälle ist Ihr Geschichts- und Politik-Verständnis revisionsbedürftig. QED
Ostdeutsche lieben Russsen, wie Westdeutsche US-Amerikaner?
Nun denn, ich liebe beide...
Danke Frau Sehnert für diesen Kommentar. Das gleiche wolle ich auch schreiben.
Die USA haben einen hohen Blutzoll bezahlt um Deutschland zu befreien (eine Befreiung, die viele Deutsche gar nicht wollten). Der russische Blutzoll war noch um ein vieles größer.
Der Grund warum Europa untergehen wird ist der, daß sich die Europäer so verhalten wie sie es tun. Sie fördern "Islamisten" und lassen sie in den westlichen Ländern schalten und walten wie sie wollen. Spanien, was jahrhundertelang vom Islam besetzt war und erst mühsam zurückerobert werden mußte, hat daraus gar nichts gelernt. Und es war durchaus nicht die glorreiche Zeit, wie uns heute der medialpolitische Komplex weismachen will.
Israel wird schon seit vielen Jahren aus dem Libanon von der Hisbollah beschossen. Auch zu der Zeit, als wir das Land besuchten. Eine vdLeyenEU die sich anmaßt, Israel zu ermahnen ist eine Unverschämtheit.
Auch ich danke Frau Sehnert für Ihre beiden mutigen Kommentare. Genau meine Meinung. 👍👍
Vielen Dank für diesen Artikel, der das europäische politische Kasperle-Theater entlarvt, in dem Israel die Rolle des Krokodils zugewiesen wird. Die konsequente linkspopulistische Änderung der europäischen Politik der letzten Jahrzehnte von einer pragmatisch interessenorientierten zu einer Politik, die den individuellen Moralvorstellungen ideologisch verbohrter Politiker aus dem medialen Windkanal folgt, macht Europa weltweit zum Gegenstand von Verachtung und Hass. Da sie die Herzen der Europäer - vor allem der Deutschen - durch scheinbare moralische Überlegenheit erwärmt, lässt sich mit ihr hervorragend Politik machen. Die klassische infantile Täter-Opfer-Definition und der Selbsthass der westlichen Zivilisation weisen ausgerechnet mörderischen Staaten und Organisationen mit Iran und Hamas sowie islamistischen Immigranten einen (unverdienten) Opferstatus zu.
Wenn der Wille zur Selbstbehauptung fehlt, geht eine Zivilisation unter. In unserem Fall aber in moralischer Anmut.
solange es Ziel des Irans ist und bleibt, den Staat Israel zu vernichten und von der Landkarte auszulöschen, wenn nicht heute, so dann morgen, solange habe ich volles Verständnis für die Position Israels, sich angemessen verteitigen zu können. Wie dies letztlich geschehen soll, ist ebenfalls allein Sache Israels. Eine Abstimmung mit seinen Freunden darüber wäre natürlich sinnvoll und anzuraten.
Nur ein rechtlich abgeicherter Vertrag zwischen Israel und dem Iran, der diesem Ziel glaubhaft abschwört, könnte daran etwas ändern.
Wie der Iran innenpolitisch regiert wird und mit seinen Gegnern umgeht, kann für Israel leider kein Grund dafür sein, den Iran anzugreifen, auch nicht Irans Absicht, Atomwaffen zur eigenen Sicherheit besitzen zu wollen. Über letzeres hätten dann andere Nationen zu befinden.
Oder wie glaubhaft ist ein Schwur seitens einer islamfundamentalistischen Regierung, die sogar religiös bedingt ein Rechtsprinzip beinhaltet, die sogenannte Taqiyya, zur Not zu lügen und zu täuschen? Und die nicht nur die eigene Bevölkerung abschlachten oder eine vergewaltigte Frau am nächsten Kran aufhängen lässt, sondern ihren Freunden von der Hamas ermöglicht hat jüdische Bürger/innen zu massakrieren und als Geiseln zu nehmen. Mit solch einem Regime, womöglich irgendwann im Besitz von Atomwaffen, möchten Sie einen durch wen oder was rechtlich abgesicherten Vertrag schließen?
Und dies noch unter der Vorgabe/Versicherung, dass man sich künftig aus deren Innen-oder Außenpolitik heraushält.
Da haben unsere Diplomaten und Politiker, die kurz bevor die Ukraine angegriffen wurde noch Herrn Putin besuchten, wohl einen gravierenden Fehler gemacht. Sie hätten sich eine schriftliche sowie rechtsverbindliche
Neuvertragsauflage des Budapester Abkommens geben lassen sollen! MfG
Das Kriegsgeschehen, wo es um Tod und Vernichtung geht, mit einen Fußballspiel zu vergleichen, wo wir am Rand stünden, zuschauten, uns womöglich amüsierten, das hat ein übles Geschmäckle und ist bösartiger Zynismus. Und es entstammt dem biederen deutschen Kleinbürgertum, wie es schon Goethe im "Faust" beschrieb: "Nichts Bessres weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei, wenn hinten, weit in der Türkei, die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus,
Und sieht den Fluss hinab die bunten Schiffe gleiten; dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried und Friedenszeiten." Nein, Herr Way, thats not my way. Ich verstehe, was Sie sagen wollten, doch es scheint mir misslungen. Was Sie hier absonderten, das ist typisch deutsche Arroganz. Es ist schnoddrig, zynisch und abzulehnen. Ich lehne diesen Krieg ab, den die USA aus hegemonialen und Rohstoffinteressen führen. Und Israel? Ich will nicht diffamiert werden...
Europa am Spielfeldrand zu verorten ist nicht zynisch,es ist die Beschreibung der Realität. In Europa fehlt es an geopolitischer Kompetenz. Zu unterschiedlich sind die Interessen und Regierungen, siehe die Sozialisten in Madrid, die sich dem menschenverachtenden Regime im Iran anbiedern. Europa ist bedeutungslos. Genau wie Deutschland auf der internationalen Bühne bedeutungslos ist, wenn auch Merz versucht das Gegenteil zu inszenieren. Weil man eben nichts von Macht- und Geopolitik versteht.Typisch deutsche Arroganz ist es sich moralisch zu empören, wenn es mal dreckig wird, was Machtpolitik nun mal mit sich bringt. In einem
lichten Moment hat Merz erkannt,dass wir die Drecksarbeit andere machen lassen,der lichte Moment war aber schnell wieder vorbei.
Derweil freuen sich die Mullahs ein Loch in den Bauch, wenn der neue Bürgermeister New Yorks(!)auf den Koran schwört.
Natürlich können Sie diesen Krieg ablehnen, die Argumente hierfür sollten aber schon besser und nicht ad personam sein.
Aber Ihr Kommentar kommentiert sich selbst. Ich sage dazu nichts.
bezieht sich auf die Trainer am Spielfeldrand?
Positiv gesehen, negativ auf Zuschauer, weil es ihn evtl. ärgert?
immer mal auf Bismarcks Kunst des Möglichen verwiesen. Und da zählen die Aktionen gegen den Iran nicht dazu. Man macht ein "Fass auf", bringt so und soviel Unbeteiligten erhebliche Nachteile, verursacht eine veritable Krise und verlangt, dann noch Beifall. Israel ist nicht unantastbar und Kritik an Israel ist nicht mit dem Holocaust gleich zu setzen. Israel ist einer Umgebung, die sich nicht mit seiner Existenz nicht anfreunden kann, das ist Fakt. Aber mit Trümmerwüsten an seinen Grenzen, wird das Verhältnis auch nicht besser. Rabin soll in Hinblick auf die Palästinenser gesagt haben "Macht sie reich", Rabins Schicksal ist bekannt.
Die Regierung Netanjahu will das ganze WestjorDANLAND besiedeln. Was soll mit den " "schon länger dort Lebenden`" denn werden?
Der Schuss, "Krieg im Iran" ging nach hinten los.
Ihr Kommentar, lieber Herr Way, ist fair und ausgeglichen. Endlich jemand im weiten deutschen Medienuniversum, der versucht, Trump und sein Vorgehen zu verstehen. Ich finde es erschreckend, wie unisono die meisten Medien berichten: Trump schrecklich, Netanjahu böse und kriegsgeil. Der Trump will nur dies und das für sein Land, und natürlich sich selbst. Ich glaube, keiner kann in die Köpfe dieser beiden Männer sehen. Außer natürlich die vielen Experten, von denen wir ja jede Menge haben. Abends in den überflüssigen Talkshows zu sehen und hören. Der von mir sehr geschätzte Eric Gujer, Chefredakteur der NZZ, hat auch ausgleichend und fair über diesen Krieg und insbesondere Trump geschrieben. Ansonsten im deutschen Blätterwald nur Bashing, Häme, beschämende Recherche. Danke für diesen fairen Beitrag!
des Westens, wird man nichts substanziell ändern. Am Ende des Kalten Krieges 1 standen verhANDLUNGEN die, die Existenz des Gegners anerkannten und dann war Koexistenz. Der Rest der Welt akzeptiert die Politik der bewaffneten Einmischung nicht. Und außerdem sind die Probleme der Welt umfassender, als das Verhältnis Iran vs Israel.
Trumps Slogan, eigentlich Amerika ist das Größte und der Rest kommt dann "ferner lieven",
wird sicherlich nicht ungeteilte Zustimmung finden. Ich denke China muss seine Rolle als Gegenpart annehmen, das die Welt wieder ins Gleichgewicht kommt.
Liebe Frau Heim,
dass Verträge auch gebrochen werden können, ist mir doch klar. Dass Vertragsbrüche und Lügen sich aber nicht nur fundamentalistische Regierungen leisten, dürfte auch Ihnen klar sein. Ich erinnere an die Zusagen der USA, die zur NATO-Osterweiterung nach Ende der UDSSR gegenüber Russland gemacht wurden. Und ist nicht auch unser Bundeskanzler ein Meister des Wortbruchs?
Von daher sollten auch gegenüber dem Iran zunächst Verhandlungen stattfinden, bevor risikoreich dreingeschlagen wird. Keine dieser ist zu viel.
Auch wiederhole ich, dass es LEIDER kein Grund sein kann, den Iran wegen des Besitzes oder Anstrebens von Atomwaffen anzugreifen, solange nicht auch ALLE anderen Länder zum Verzicht solcher bereit sind. Ob allerdings die Welt ohne Atomwaffen sicherer würde, wage ich zu bezweifeln.
Auch als Freund Israels kann ich nicht anders argumentieren.
eine ebensolche Antwort von mir.
Für Merz kann ich nicht sprechen, wahrscheinlich nicht einmal für die Bundesrepublik, vielleicht ist es mein ostpreussisches Erbe?
Bitte nehmen Sie es als eine Äußerung vom Spielfeldrand, genauer von einer Zuschauerin.
Ich will nicht, dass der Iran verliert, nicht gegen Israel und erst recht nicht gegen die USA.
Die Politik der USA im und gegen den Iran reicht doch allmählich?
Schlimm war schon der Bruderkrieg Irak gegen den Iran.
Wie orientiere ich mich da?
Es ist nicht einfach, in der Gegend durchzublicken.
Sehr hilfreich das Interview von Prof. Wolffsohn "Wem gehört das Heilige Land", das ich etwa zur Hälfte sah.
Also als Laie*:
Kleinasien ist nicht von Arabern besiedelt.
Von denen aus hat sich aber der Islam ausgebreitet, was ich ähnlich wie beim Christentum bewerte.
Prof. Wolffsohn preist fast den Iran, so dass ich nicht verstehe, dass Israel den Iran den USA evtl. "ausliefert".
Die Gegend ist eine sehr frühe "Wiege der Menschheit".
Sehe ich so...
ist daher:
Wie steht Israel als m.E. afrikanisches Land zu Europa und folgend zu Kleinasien und den Arabern?
Gibt es zugespitzt nur Krieg und Zerstörung oder eine trilaterale Lösung von Europa, Turk/Arabien und Afrika?
aus dem Blickwinkel "Prussens" heraus:
Die Problematik Europas als der Verbindung von hier Griechenland(Zeus), dem Meer(Kleinasien) und Phönizien(Europa) könnte sein, dass sich Griechenland setzt, die Wassergebiete noch nicht zur Ruhe gekommen sind und Phönizien evtl. auf Israel "gepolt" wird.
Dabei trägt der Libanon in Nuce die Konstellation des Gesamtkontinents in sich, also Christen, Muslime und afrkanische Einflüsse.
Die Araber wiederum denken sich den Turkvölkern überlegen und Das Land des Zeus, des Göttervaters wird vom Ende gedacht, von Griechenland?
Der Anfang wäre m.M.n. Prussen, prussai, etymologisch Gesicht?
Das ist untergegangene Zeit.
Dennoch empfehle ich der EU, den Staat Libanon mitsamt religiösem Multikulti zu unterstützen und zu schützen, zunächst mal vor Europa, aber auch den Turkvölkern und zuletzt Israel.
Ich könnte mir denken, dass man diese Entwicklung Prussen(Europa), Turk/Araber und Afrikaner archäologisch, kulturell etc. nachweisen kann.
Soviel zum Spielfeld...
aber die Balten sehe ich eher als Urvölker Skandinaviens.
So gesehen sind Prussen dann doch eher Germanen, aber friedfertig.
Ich finde, dass dieses späte Lied "Ännchen von Tharau" sehr viel prussisches Empfinden bewahrt.
Das Christentum, das der Deutsche Orden in Prussen implementierte, hatte als "Herrschaftsform" keine Chance dort, wohl aber als "Liebesreligion" und also eher als evangelische Religion.
Es ist kein Wunder, dass Prussen z.B. in Person von Immanuel Kant das Christentum überschreitet, transzendiert.
Als Herrschaft wird Kant das niemals beabsichtigt haben.
Ich setze also auf die Vernunft in uns allen und den gestirnten Himmel über uns allen.
Eigentlich setze ich auf die Liebe als Kraft des Universums, als universelle Kraft also.
Bin mal gespannt, wer und wie man mir das widerlegen möchte...
