Foto: Donald Trump spricht lächelnd an einem Rednerpult vor blauem Hintergrund.
Donald Trump bei der ersten Sitzung des Friedensrats am 19. Februar 2026 / picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein

Erstes Treffen von Trumps „Friedensrat“ - Warum Europa nicht mäkelnd abseits stehen sollte

Trumps „Friedensrat“ ist ein Bruch mit der gewohnten Diplomatie-Routine: Schluss mit endlosen Resolutionen, stattdessen Umsetzung, Kontrolle und handfeste Zuständigkeiten. Während Europa über Mandate und Moral debattiert, droht es, Einfluss zu verlieren – und am Ende trotzdem zu zahlen.

Florian Hartleb

Autoreninfo

Dr. Florian Hartleb ist Professor für International Relations an der Modul-Universität Wien sowie Autor des im Herbst 2025 erschienenen Buchs „Teenager-Terroristen. Wie unsere Kinder radikalisiert werden – und wie wir sie schützen können“.

 

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Trumps erster „Friedensrat“ ist politisch ein ungewöhnlicher, aber nicht unlogischer Versuch, ein festgefahrenes Problem aus der diplomatischen Endlosschleife zu holen und auf ein Prinzip umzustellen, das in Krisen oft fehlt: Umsetzung statt Symbolpolitik. Im Kern signalisiert das Format, dass Friedenspolitik nicht nur aus Verhandlungen und Resolutionen besteht, sondern aus Zuständigkeiten, Sicherheitsgarantien, Geldflüssen, Kontrolle von Lieferketten, Verwaltungsaufbau und messbaren Schritten – also aus „Staatlichkeit auf Zeit“, die verhindern soll, dass ein Konflikt nach der nächsten Eskalation wieder von vorn beginnt. Genau darin liegt auch der Pro-Trump-Punkt: Er setzt auf ein Management-Modell, das Druck erzeugt, Verantwortlichkeiten sichtbar macht und Zusagen in konkrete Pakete übersetzt. Viele mögen seinen Stil ablehnen, aber sein Instinkt, dass „Frieden“ ohne Logistik, Governance und Finanzierung ein Wort bleibt, ist schwer zu widerlegen.

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Klaus Funke | Do., 19. Februar 2026 - 16:40

Trump hat erkannt, die UNO kommt auf ihrem bisherigen Weg nicht mehr weiter, sie wird weniger ernst genommen und verliert an Einfluss. Und so beschreitet er, unkonventionell wie er ist, neue Pfade und testet Möglichkeiten aus. Außerdem macht er dabei, weil er nun mal ein Immobilienkaufmann ist, Geschäfte und verdient Geld. Warum auch nicht, schließlich ist im Kapitalismus alles käuflich. Moral im herkömmlichen Sinne stört da nur. Ich denke, Trumps Ansatz könnte Erfolg haben. Natürlich werden die USA durch solche Methoden immer reicher und mächtiger. Aber das stört mich nicht, wenn unterm Strich etwas Positives herauskommt. Nur unsere deutschen Politiker wollen es nicht begreifen und steigen dadurch immer weiter ab auf der internationalen Bühne. Es ist tatsächlich so, wie Sahra Wagenknecht einst sagte, wir haben weltweit die dümmsten und unfähigsten Politiker. Noch zwei weitere Jahre und wir sind wirklich in die Regionalliga abgestiegen.

...ich glaubs auch langsam - Sorry! 🤡

PS: und im übrigen waren es die USA, die spätestens seit Trump I die UNO strategisch aktiv demontiert und geschwächt haben... - um jetzt IHR 100%-EIGENDOMINIERTES Friedenslösungssystem zu installieren... ..., und genau wie Sie so schon ehrlich schreiben: "Außerdem macht er dabei, weil er nun mal ein Immobilienkaufmann ist, Geschäfte und verdient Geld. Warum auch nicht, schließlich ist im Kapitalismus alles käuflich."

...weil er nun mal Geschäftsmann ist... - na klar... 🤪 🤡

Ich fasse es nicht, was Sie hier schreiben, Herr Klaus Funke... - Tut mir leid!

Haben Sie etwa noch Illusionen? Glauben Sie an Irgendwas? Trump führt uns die Realität vor, weiter nichts. Es ist schon lange her, dass ich die marxistischen Klassiker gelesen habe, aber ich erinnere mich. Und Marx hat Recht, seine Analyse stimmt genau. Wir erleben jetzt das Praktikum, nachdem die Theorie vorbei ist. Ich habe keine Hoffnungen und auch keine falschen Hoffnungen mehr. Ja, ich schreibe die Wahrheit, meine Wahrheit natürlich. Ich beschönige nichts und mache mir nichts vor. Und ich stehe zu jedem Wort, das ich schrieb wie einst Pontius Pilatus "Quod scribsi - scribsi!"

Eben dies hat Trump längst erfasst, und der UNO nun in Gänze den Rücken gekehrt, und sein eigenes Projekt ins Leben gerufen.
Würde der Trump mit Waffen seine Geschäfte machen, womit man am besten in Kriegen aller Art sehr gut verdient, würde er die UNO weiterhin hochhalten.
Aber nein, der Trump mag keine Kriege, er ist ein Geschäftsmann, ein Macher der mit maximalen Forderungen daher kommt um eine Vehandlungsbasis zu schaffen um zum einem gutem Ergebnis für die USA zu kommen, immer mit den Gedanken im Hinterkopf, dass USA die größte Weltmacht zu bleiben hat!
Die Art, wie er es macht, die ist für uns Europäer gewöhnungsberdürftig, aber das war die USA Politik eh immer wieder. Aber, das Ziel ist diesmal Befriedung, und das wollen wir Europäer auch, oder etwa nicht?

waren es in erster Linie die USA(!) welche in den letzten 20+ Jahren die UNO aktiv und zielgerichtet demontiert und im Handeln geschwächt haben..., muss man mMn dazu sagen, wenn es um USA <> UNO geht...

Sie, die USA, dulden bzw. akzeptieren neben sich keine zweite globale Ordnungs'macht', schon garnicht auf Augenhöhe... - logisch, wenn man sich als globaler Hegemon positioniert - ganz offen ja übrigens... >> Auch das gehört zur Bewertung der Gesamtsituation zwingend dazu betrachtet, wäre meine Meinung...

Thomas Veit | Do., 19. Februar 2026 - 18:15

"Der Preis der „reinen Lehre“ kann also sein, dass man später in ein fertiges Modell einsteigt, ohne es geprägt zu haben."

Wer sich mit den Statuten des 'Friedensrates' mal befasst hat erkennt schnell, dass es da nix 'zu prägen gibt'. Das gesamte Konstrukt ist zu 100% auf Donald Trump persönlich zugeschnitten: Trump ist der (ungewählte) Vorsitzende, Neuwahlen oder.ä. sind nicht vorgesehen, Trump persönlich! nimmt Mitglieder auf, Trump persönlich 'entlässt' Mitglieder, die 'Aufnahmegebühr' geht auf ein Konto über welches alleine 'der Vositzende' bestimmt... ...

Wer DA mitmachen DARF! ..., ist vollständig im Trump-Popo angekommen... ... - aber sicher! Urban... /🤣🤣🤣

Sorry, wenn das nicht dem derzeitigen Cicero-Forum-Zeitgeist entsprechen sollte... - ich entschuldige mich aber schon mal vorab... /😉

Peter William | Fr., 20. Februar 2026 - 11:16

Der Text sagt ausschließlich etwas über den Autor aus meiner Meinung nach. Ich halte nichts von ihnen und sie sind für mich der fleischgewordene Grund für den Niedergang des Westens.

Besser-Wessi der in jedem Topf seine Finger haben will.

Deutschland muss überhaupt nichts zahlen wenn es die Regierung nicht will. Ihr wollt aber Mächtige spielen und überall mitmischen...

"Wenn getanzt wird, will ich führen,
auch wenn ihr euch alleine dreht.
Lasst euch ein wenig kontrollieren.
Ich zeige euch, wie es richtig geht.
Wir bilden einen lieben Reigen,
die Freiheit spielt auf allen Geigen.
Musik kommt aus dem Weißen Haus
und vor Paris steht Micky Maus."

und weiter:
"Ich kenne Schritte, die sehr nützen,
und werde euch vor Fehltritt schützen.
Und wer nicht tanzen will am Schluss,
weiß noch nicht, dass er tanzen muss.
Wir bilden einen lieben Reigen,
ich werde euch die Richtung zeigen."

>> Passt perfekt auf Heute...!! /😉🤣