- Kompromat als geopolitisches Instrument
Polens Ministerpräsident lässt mögliche Verbindungen zwischen Jeffrey Epstein und russischen Geheimdiensten untersuchen. Was bislang als moralischer und medialer Skandal verhandelt wurde, rückt damit in den Bereich staatlicher Sicherheitsinteressen.
War Epstein mehr als ein Verbrecher? Die Frage klingt absurd. Ein verurteilter Sexualstraftäter, der sich in seiner Zelle (mutmaßlich) das Leben nahm, bevor ihm der Prozess gemacht werden konnte – was sollte daran unklar sein? Doch in Warschau wird diese Frage mittlerweile anders gestellt. Polens Ministerpräsident Donald Tusk hat angekündigt, mögliche Verbindungen zwischen Epstein und russischen Geheimdiensten untersuchen zu lassen. Damit rückt erstmals eine sicherheitspolitische Einordnung in den Vordergrund.
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Die Idee mit dem Kompromat ist ja an sich nicht schlecht, aber die USA brauchen dafür kein Russland und keinen Putin. Whitney Webb hat in einem zweibändigen Werk (»One Nation under Blackmail« – gibt's inzwischen auch auf Deutsch) recht plausibel nachgezeichnet, dass solche Kompromate in den USA schon seit den 1940er Jahren einen langen Vorlauf in Gestalt einer »sordid union between Intelligence and Organized Crime« haben. Das wäre das eigentliche Schlangennest, das ausgehoben werden müsste, und darum wirkt Tusks Zeigefinger wie ein bloßer Verdrängungsreflex, mit dem instinktiv eine Beschädigung des polnischen Amerikabilds abgewehrt werden soll.
Nicht, dass nicht auch Putin den Nutzen solcher Kompromate kennen würde. Aber der Epstein-Fallout wird sich durch solches blame game nicht vom strukturellen und organisatorischen Haupt-Ermöglicher solcher Zustände ablenken lassen. Der Fisch stinkt vom amerikanischen Kopf her, und der dickste Mief weht aus Langley, nicht aus Moskau.
Was wenn Russland oder andere Staaten diesbezüglich ein gegenteiliges Verfahren anstreben würden ???
Macht es die Sache besser oder wäre es nicht von vorne herein besser, rigoros aufzuklären, egal jetzt wer wirkliches Licht ins Dunkel bringt ???
Meine ganz private Küchentisch-VT ist nach wie vor, dass Putin Trump 'in der Hand hat'..., mit irgendwelchen 'Schmuddel-Videos' o.ä..
Nur so lässt sich das einseitige Verhältnis - heißt die faktische Dominanz Putins... - der beiden bereits seit Trump's erster Amtszeit erklären... - und plötzlich macht auch alles 'Sinn'... ... ..., diesbezüglich. Sehr komisch. 🤔
Beweise habe ich natürlich NICHT. Hätte ich welche wäre ich höchstwahrscheinlich schon tot - gestorben in meiner Zelle... ... /🤔
Der mir bisher nicht sonderlich geläufige Begriff klingt natürlich viel vornehmer und unverfänglicher als Ausspähung oder die Suche nach den Leichen im Keller von Freund wie Feind. Jedenfalls egal welcher Motivation folgend, so hätte die astreine, in jeder Beziehung anschlussfähige sowie verwendbare Buchführung des sich mittels Suizid aus der Affäre ziehenden Herr Epstein so ziemlich jedem Agenten und dessen Behörde alle Ehre gemacht;). Umso erstaunlicher sind die wie die Autorin Mrs. Davidson explizit ausführt Reaktionen bzw. unterschiedlichen Schlüsse, die man bezüglich solcher fast manisch anmutenden Sammelwut daraus zieht. Zumal allein schon der Gedanke oder Wissen, dass irgend wer ein "Dossier" über mich verfasst hat, ließe bei mir doch sämtliche Alarmglocken auf einmal losgehen. Nicht so bei unseren westlich geprägten Empörlingen, die in den Files nicht anderes sehen als die Fantasien eines wichtigtuerischen dirty old man und seiner möglichen Kumpane. Gehen Sie weiter.....MfG
Naja, kommt ja auch aus dem Russischen. Man sollte überlegen, ob die vielen Files alle nur auf eine Sammelwut zurückzuführen ist oder ob man bewusst und gewollt als eine Art *Dossier* vorrätig hielt, für den Fall der Fälle. Und das Epstein der Strippenzieher war glaube ich nicht. Er war der Mann, der nach außen hin auftrat, der mit Helfershelfer Netzwerke schaffte und damit Abhängigkeiten, Erpressungsmaterial, damit Einfluss in Wirtschaft und Regierungsapparate und Justiz (Starmer in GB z.B.) schaffte. Und ich habe nie an Selbstmord geglaubt und jetzt tauchen plötzlich Bilder/Videos auf, die eine Tötung möglich lassen werden.
Epstein und Giswell waren die handelnden sichtbaren Personen, die wahren Strippenzieher bleiben noch im Dunkeln. Und das es Putin sein könnte ist lächerlich. Das er vielleicht das System ausgenutzt hat, ja, das halte ich für möglich. Mal sehen welche Deutschen ihre perversen Phantasien mit Epstein ausgelebt haben. Unsere Medien sind ja noch sehr zurückhaltend.
Ach Frau Davidson, dann mal los , für eine Motorrad Marke in der ihr Name zu finden ist gab es mal eine Springer Gabel.
Nachdenken am Fleischtopf durchaus erwünscht.
Es ist unbestritten, dass die osteuropäischen Länder sehr viel wacher,aufmerksamer und kritischer gegenüber Russland sind als vor allem Deutschland. Bei den Polen,aber auch den Balten wirken die langen Jahre der russischen Besetzung und Unterdrückung nach und die Bedrohung durch Russland wird als real eingeschätzt. Man kennt die Methoden, mit denen die ganze Gesellschaft durchdrungen worden ist, noch zu gut und es ist eine historischer Erfahrung, dass eigene Landsleute mit Eifer den Russen zuarbeiteten. Es ist also durchaus nachvollziehbar, dass Tusk hier Fragen stellt.
Natürlich kann Epstein seine Kontakte zu den Reichen und Mächtigen zweckfrei und nur zum eigenen Vergnügen gesammelt haben, so wie andere Oldtimer. Genauso wahrscheinlich ist es, dass er sinistre Zwecke verfolgte. Er selbst kann keine Angaben mehr machen, seine Lebensgefährtin wird sich hüten und die Akten sind sicherlich längst von wirklich belastendem Material gesäubert worden. Die ganze Wahrheit bleibt im Dunkeln
Das "Muster" ist auch im Fall Marsalek/Wirecard erkennbar. Hochstapler leben in ihrer eigenen Gedankenwelt. Thomas Mann hat‘s gut beschrieben. Selbst einige der ansonsten meist sehr rationalen Norweger sind dafür offenbar empfänglich.
