- Anatomie eines Systems
Das US-Justizministerium veröffentlicht die „Epstein Files“ – zuletzt drei Millionen Seiten, 180.000 Bilder und mehr als 2000 Videos. Die Akten könnten die Frage beantworten: Wie ist es Jeffrey Epstein gelungen, sein System zu bauen? Epstein bot nicht Geld, sondern Zugang.
Am frühen Abend des 6. Juli 2019 landet ein Privatjet aus Paris auf dem Flughafen Teterboro in New Jersey. An Bord: Jeffrey Epstein. Was er nicht weiß: FBI-Agenten und eine Task Force des NYPD, die auf Straftaten gegen Kinder und Jugendliche spezialisiert ist, warten bereits. Die Behörden haben eine „silent hit notification“ eingerichtet – ein unsichtbarer Alarm, der ausgelöst wurde, als Epstein die Grenze überquerte.
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Das ist das Beste , was zu diesem Thema in der deutschen Presse bislang zu lesen war, sachlich, umfassend recherchiert, ohne moralische Überheblichkeit. Sehr gut!
Selbst bei einem Moralkodex unterhalb der Null-Linie, ist so ziemlich Alles an der Causa Epstein widerwärtig. In diesem Kontext daher überhaupt von "moralisierender Überheblichkeit" zu fabulieren, ist so ziemlich das Absonderlichste was ICH bislang dazu gelesen habe, Frau Sehnert. Im übrigen gibt es im Leben tatsächlich eine Menge abstoßender Dinge, die zwar nicht justiziabel, aber deswegen nicht weniger widerwärtig und von daher abzulehnen sind, selbst dann wenn man nur über ein Minimum an Anstand verfügt.
Aber vielleicht sind ja auch diese Fotos eines britischen Ex-Prinzen, kniend neben einem offensichtlich hilflosen oder ohnmächtigen Mädchen nur Schnappschüsse über eine Erste-Hilfe-Übung......so wegen der Moral und so......
ob ich diese Dimensionen von außen oder innen bemerkt hätte.
Es ist doch aber klar, dass unsere Moderne nicht mehr nur den exclusiven Zugang von Adligen zu ihrem dann auch noch eigenen Harem kennt?
Es gab die sexuelle Revolution und Ihre verständliche Entrüstung wäre in den 1960ern vielleicht mit dem von Wilhelm Reich geliehenen Satz "Der Einbruch der sexuellen Zwangsmoral" bedacht worden.
Ich finde den Artikel auch sehr informativ und empfehle noch Hintergrundinformationen auf Wiki.
Epstein wurde trotz fehlender Qualifikationen evtl. von Alan Greenspan angestellt, weil der Leute suchte, die arm waren, clever und begierig, reich zu werden, wenn ich das richtig gelesen habe.
Sogesehen passte Epstein wegen seiner Ambitionen, nicht wegen seiner Qualifikationen?
Aber seine Gefährtin kam aus einer Elite.
Warum reichten die beiden einander nicht?
Deshalb frage ich bei Epstein nach evtl. Einnahme von Steroiden, egal was und bei Frau Maxwell nach evtl. frühem Missbrauch.
ÜBERDIMENSIONIERUNG?
Die Causa Epstein ist so widerwärtig, dass jedem Anständigen die Luft wegbleibt. Eine Formulierung zu wählen, wie "Es gab kein Geld, aber dafür ZUGANG" ist von daher zwar legitim, aber ein Witz an Verharmlosung angesichts dessen, was im Sodom und Gomorrha des Herrn Epstein Gang und Gäbe war. Deshalb liebe Autorin, es gab keinen "ZUGANG", sondern Mädchen aus Fleisch und Blut! Mit einem Leben und einer Seele, von der vermutlich nach dem "Eintauchen" in Epsteins Welt nicht mehr viel übrig blieb.
Und nein, es ist mir dahingehend auch völlig egal, wo da genau juristische Grenzen verlaufen und wo sich eventuell "praktische" Grauzonen für Täter & Täterinnen ergeben, wegen der "Unschuldsvermutung" und so weiter. Es gibt im Leben einen Anstand u. eine Moral, eine nicht zu überschreitende Grenze, die man im Umgang mit Schwächeren zieht! Gesetz hin, Gesetz her! Es gibt im Leben nämlich eine Menge Abschaum u. Abgründe, die zwar nicht justiziabel sind, aber deshalb nicht weniger abscheulich! Basta!
sondern die Kontaktanbahnungen zu wichtigen Entscheidungsträgern. Und deren Mittelsmännern. Und Freundeskreisen. Und Bekanntenkreisen.
Das ist eine eigene Welt mit eigenen Regeln und Ritualen. Vergleichbar vielleicht mit dem Adel des Mittelalters.
Es ist ein gelungener Artikel, danke dafür!
Ich habe durchaus verstanden was gemeint ist, Herr Wissenbach. Aber diese Rhetorik ist ein Stilmittel von vielen, um die perverse Monströsität dieser verachtenswerten Machenschaften eines Herrn Epstein, seiner Helferinnen und Günstlinge zu verharmlosen. Unangebracht und inakzeptabel. Es gibt Artikel, die in ihrer Tonaltät eher an Buchhaltung erinnern als an das Herzstück des eigentlichen Themas. Dieser ist so einer.
Man mag sich gar nicht ausmalen, was einzelne *Freunde* Epsteins auf seiner Insel alles angerichtet haben. Und es geht in alle Kreise, ob in die Wirtschaft, den Adel, Staatsdiener und in selbst Präsidenten haben mitgemischt. Und manche wussten vielleicht wirklich nichts, wollten einfach nur zu den *Großen* dazu gehören und wieder andere haben ihre kranken Phantasien ausgelebt und dieser Verbrecher hat, denen das Feld bereitet. Und ich bin persönlich überzeugt davon, nicht wenige wurden erpresst und haben politische oder geschäftliche Entscheidungen getroffen, die von Epstein verlangt wurden. Nur glaubt jemand, er war der Anführer, der Leader? Ich glaube das nicht. Da haben noch andere die Strippen im Dunkeln gezogen. Epstein war da derjenige, den man sehen durfte und sollte. Und wer weiß warum man so lange weggeschaut hat. Auch Richter und Staatsanwälte haben perverse Adern und wollen dazu gehören und sind deshalb erpressbar. Wo waren damals die Eltern der missbrauchten Mädchen?
Der Epstein-Komplex hat zwei Teile: »shallow Epstein« und »deep Epstein«. In »shallow Epstein« geht es um die sexuelle Libertinage von Leuten, die zu viel Geld haben, um es nicht auch für Nutten auszugeben. In »deep Epstein« geht es um systematisch organisierte Pädophilie und ebenso systematisch organisierte Vertuschungsmorde - mit dem Ziel, maximal erpressbare Führungspersonen zu erschaffen. »Deep Epstein« offenbart einen Grad an moralischer Entsicherung und Verwahrlosung innerhalb der westlichen Eliten, dass alle großen Verschwörungstheorien der letzten dreißig Jahre in neuem Licht erscheinen: 9/11 als vorsätzliche Inszenierung, der Maidan 2014 als Startpunkt einer vorsätzlichen Kampagne, um Russland in einen europäischen Krieg zu verwickeln, die Corona-Pandemie als vorsätzliche Inszenierung zur Durchsetzung eines Krisen-Keynesianismus und eines Kontrollstaats: als neoliberaler Putschversuch. Alle diese Behauptungen verlieren mit »deep Epstein« ihren Ruch, a priori absurd zu sein.
