Eine Oper für den Schah - Mit Feuersglut und mächt’gem Schwert

Als Benno Ohnesorg erschossen wird, sitzt der Schah von Persien wenige Meter weiter in einer Aufführung der „Zauberflöte“. Und das ist kein Zufall

Demonstranten im Sitzstreik werden am 02.06.1967 vor dem Rathaus Schöneberg in Berlin von der Polizei beobachtet. Die Demonstranten protestierten gegen den Besuch des persischen Herrschers Schah Reza Pahlevi / picture alliance

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Als am 2. Juni 1967 um 20.30 Uhr die Kugel eines Berliner Zivilpolizisten den Studenten Benno Ohnesorg in den Hinterkopf trifft, sitzen nur 300 Meter vom Tatort entfernt die politischen Repräsentanten und ihr Staatsgast, der Schah von Persien, im Charlottenburger Opernhaus. Mit ihren Gattinnen erleben sie ein Highlight der Opernliteratur, die erste Arie der Königin der Nacht aus Mozarts „Zauberflöte“. Eine Frau, die sich um die Macht betrogen glaubt, fordert einen jungen Prinzen auf, für sie zu kämpfen. Der Prinz willigt ein. Es ist der Beginn eines tödlichen, am Ende mit Gewalt ausgetragenen Konflikts.

20 Uhr. Nachdem die Gäste das Opernhaus betreten haben, wird es von innen verschlossen. „Wir hatten Angst, die würden uns besetzen“, erinnert sich der Haus­inspektor später an die von ihm angeordnete Verriegelung. Er meint damit einige Hundert demonstrierende Studenten, die sich einer vergleichbaren Menge entschlossener Polizisten gegenübersehen. Als um 20.05 Uhr im Saal die Nationalhymnen verklungen sind, erteilen draußen die Polizeiführer den Räumungsbefehl.

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