- Gibt es eine deutsche China-Strategie?
Während sich in London hochrangige Delegationen aus den USA und China über die Beilegung ihres Handelskonfliktes geeinigt haben, bleibt die Bundesregierung in ihrer Haltung gegenüber dem Reich der Mitte seltsam unbestimmt.
Der Koalitionsvertrag der noch jungen Bundesregierung hält auch einige Sätze zum Verhältnis zu China parat. „Einseitige Abhängigkeiten“ sollen abgebaut, und eine „Politik des De-Riskings“ verfolgt werden, um Resilienz zu wahren. Das klingt selbstbewusst, ist aber alles andere als ein Ausweis eigener Stärke. Denn während rhetorisch schon mit den Muskeln gespielt wird, spricht die Handelsentwicklung eine ganz andere Sprache. Im zweiten Monat in Folge stiegen die China-Exporte nach Deutschland um mehr als 20 Prozent. Das ist insofern beachtlich, als im gleichen Zeitraum Chinas Importe aus Deutschland schrumpften. Mit anderen Worten, während der deutsche und europäische Markt aus chinesischer Perspektive weiterhin an Attraktivität gewinnt, ist dies umgekehrt nicht der Fall.
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Der Abstieg Deutschlands und Europas ist unaufhaltsam. Die EU und die Medien helfen tatkräftig dabei mit. Während Erstere mit dem Green Deal und der Abkehr von fossilen Energien alle produzierten Produkte stark verteuert, wird in China ein Kohlekraftwerk nach dem anderen gebaut und liefert billige Energie, mit denen die Kopien der westl. Produkte billiger hergestellt werden. Für den Export spielen auch Gifte, gefährliche Produktmängel und anderes keine Rolle. Derweil loben die deutschen Medien die chin. Innovationen z. B. bei den E-Mobilen, die dort oft mit Verbrennern kombiniert sind.
In vielen wichtigen Bereichen, wie z. B. den Medikamenten-Grundstoffen, ist Europa auf China angewiesen, weil die Produktion im eigenen Land wg. der Kosten eingestellt wurde und das Know-how inzw. verloren ging. Dabei gibt es keine Kontrolle darüber, was im fernen Land wirklich produziert wird.
Man will den chin. Markt nicht verlieren und öffnet dafür den eigenen bis zur vollst. Abhängigkeit.
"Diese Ausprägung einer komplexen und anspruchsvollen Chinakompetenz ist hierzulande jedoch vollständig unterbelichtet. Stattdessen gibt es eine stereotype und oberflächliche Berichterstattung der Massenmedien."
Diese Feststellung trifft leider zu. Solange Sinologie als Hochschulfach in Deutschland als "Orchideenfach" gilt, wird sich wenig ändern. Angesichts der Bedeutung Chinas in der Welt ist es nicht zu verstehen, dass es keine renommierten Chinainstitute in Deutschland gibt.
Die haben einfach keinen Plan, was und wie sie mit dem Riesenreich umgehen sollen. Das ist nicht seltsam, dass ist die Realität. Wie hat Merkel immer gesagt. Sie fahre auf Sicht. Und genau das tat die Ampel und das tut auch jetzt diese Lügenregierung. Und warum haben sie keinen Plan? Nun, sie wissen eben auch nicht, ob und wie sie China noch brauchen werden, von dem sie ohnehin schon stark abhängig sind. Die Chinesen breiten sich überall aus, erweitern ihre Märkte, haben uns genug ausspioniert und lehnen sich genüsslich zurück und sehen uns zu, wie wir unsere Wirtschaft immer weiter kaputt machen, mit EU-Bürokratie, nationaler Bürokratie, energiepolitischem Harakiri und Abschaffung dessen, was man mal Demokratie nannte. Es ist schon sehr interessant. Immer wieder liest man in dem Msm, wie schlecht es China gehen würde, wie weit sie schon vor einem Abgrund stünden, das Xi schwächeln würde. Und dann lese ich hier: „ Auch China wurde seit der Öffnungspolitik wieder wohlhabend. “ Komisch.
Gibt es ein ausformuliertes nationales, deutsches Interesse bezüglich des Handels mit China. Nachdem man die Automobilindustrie, Teile des Maschinenbaus und der große Teile der Pharmazie nach China transferiert hat, habe ich eher den Eindruck, dass die Interessen der Investoren mit den nationalen Interessen gleichgesetzt werden. Ich finde allerdings, dass Konzerne die übermäßig in kommunistischen ud anderen Diktaturen investieren, dieses Risiko gefälligst selber tragen sollen und nicht die Heimatmärkte in Geiselhaft nehmen sollten. Für Fehlallokationen in volkswirtschaftlichen Größenordnungen gibt es die Marktbereinigung. Andererseits kocht China auch nur mit Wasser und ist von den westlichen Märkten extrem abhängig, wenn auch die USA und die EU ihre Karten eher schlecht ausspielen. Haben sie was gegen billige Technik? Möchten sie Zölle zahlen? Vielleicht bauen die Chinesen ja ein paar Werke in Osteuropa. Wir könnten ja U-Boote in Australien bauen.
