- Ausstieg aus dem Opferkult
Deutschland sollte aufhören, Geld in eine Gesellschaft zu pumpen, die Gewalt glorifiziert. Stattdessen könnte es seine historische Erfahrung nach 1945 nutzen, um den Palästinensern bei der Entradikalisierung und Befriedung ihrer Gesellschaft zu helfen.
Das Agieren Deutschlands im Nahostkonflikt als unglücklich zu bezeichnen, wäre eine Untertreibung. Unter der Ampelregierung gelang es Außenministerin Annalena Baerbock, so ziemlich jede israelische Intervention in Gaza zu kritisieren und deren Abbruch zu fordern. In jedem einzelnen Fall lag sie dabei falsch. Auch betonte die Regierung das Leid der Palästinenser deutlich mehr als das der Israelis, insbesondere der Geiseln.
Der Großen Koalition unter Friedrich Merz, dessen Überzeugungen eine gewisse Dehnbarkeit nicht abzusprechen ist, gelang schließlich das Kunststück, die schlechte Israelpolitik der Vorgängerregierung noch zu unterbieten. Das gelang ihr, indem aus heiterem Himmel ein Waffenembargo gegen Israel ausgesprochen wurde, das in erster Linie den Effekt hatte, der Hamas die Hoffnung auf den Sieg zurückzugeben.
Wenn Deutschland sich von Israel distanziert, so die Hoffnung der Terroristen, kann die globale Isolierung des jüdischen Staates vielleicht doch gelingen. Also erlahmte ihr Interesse an Verhandlungen, und sie kämpften noch Monate weiter, bevor ein politischer Führer den Frieden (oder zumindest einen Waffenstillstand) brachte, den man in Deutschland gerne verachtet, der aber in Wahrheit bei seinen wichtigsten Überzeugungen immer den Kurs gehalten hat: Donald Trump.
Hamas-Tunnelsystem auch mit EU-Geldern finanziert
Doch zurück zu Deutschland. Aus irgendeinem Grund will Berlin unbedingt eine Rolle im künftigen Nahen Osten spielen. Dabei spricht die Vergangenheit nicht dafür, dass das eine gute Idee wäre. Das Tunnelsystem der Hamas wurde auch maßgeblich mit EU-Geldern finanziert, wobei die EU-Gelder zu einem großen Teil deutsche Gelder sind, neben den Überweisungen, die direkt aus dem Bundeshaushalt stammen. Die deutschen Steuerzahler haben somit also die Terrorinfrastruktur der Hamas mitfinanziert.
Das Land, das mit dem Holocaust den millionenfachen Mord an Juden zu verantworten hat, sollte eigentlich keine Bewegungen unterstützen, deren Ziel eine zweite Endlösung der Judenfrage ist. Und doch ist in der Vergangenheit genau das geschehen. Es gibt auch keinen Grund, davon auszugehen, dass es in Zukunft anders laufen würde. Darum wäre der konstruktivste Beitrag, den Deutschland leisten könnte, die Palästinenser gar nicht mehr zu unterstützen. Da jede denkbare Version eines Staates Palästina ohne demokratische Grundrechte auskommen würde – ohne Religionsfreiheit, ohne Gleichberechtigung der Geschlechter, ohne freie Presse und ohne unabhängige Justiz –, sollte es ohnehin nicht schwerfallen, Distanz zu diesem islamistischen Musterstaat in der Mache zu halten. Außer der Ansatz der deutschen Hilfe wird völlig neu gedacht.
Entgiftung einer radikalisierten Gesellschaft
Tatsächlich gibt es eine Sache, in der Deutschland wirklich mit seiner Erfahrung eine einzigartige Rolle spielen könnte: bei der Entgiftung einer radikalisierten Gesellschaft. Nach 1945 gelang in der Bundesrepublik ein erstaunlich sanfter Übergang von einer extremistischen in eine demokratische Gesellschaft. Natürlich gab es auch viele ungesühnte Verbrechen, es gab Vertuschung und Ignoranz, aber unterm Strich ist es eine erstaunliche Erfolgsgeschichte, wie ein Volk dauerhaft befriedet wurde, das zuvor noch die ganze Welt mit seinem Hass in Brand gesteckt hatte.
Auch die palästinensische Gesellschaft steckt voller Hass. Und voller Lügen, was ein ebenso großes Problem ist, da der Hass von diesen Lügen angeheizt wird. Es beginnt mit ihrem Gründungsmythos, der Nakba. Es hätte nie eine Vertreibung mehrerer Hunderttausender Araber im Jahr 1948 gegeben, wenn die arabische Seite damals einfach den ihr von der UN zuerkannten Staat gegründet hätte. Stattdessen entschied sie sich, lieber einen Krieg gegen den jungen Staat Israel zu führen, dessen Ziel ein Völkermord an den Juden war.
Dieser Genozid fiel wegen des israelischen Sieges aus. Die Palästinenser (die es im heutigen Volksbegriff damals noch gar nicht gab) ignorieren diesen Kontext vollkommen, weswegen sie auch keine Debatte über die eigene Verantwortung an ihrem damaligen Leid führen. Das wäre in etwa so, als würden die Deutschen die Bombardierung Dresdens als Ereignis betrauern, das ohne Vorgeschichte stattgefunden hat.
Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen
Deutschland könnte den Palästinensern also wirklich helfen, aus diesem selbstgerechten Opferkult auszubrechen. Es hat schließlich bewiesen, dass sich ein Land kritisch hinterfragen und die eigene Geschichte aufarbeiten kann, bevor es in eine bessere Zukunft aufbricht. Dafür ist es aber notwendig, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, statt immerzu nur dem Gegner alle Schuld zuzuschieben. Selbst für den 7. Oktober, der ein ewiger Schandfleck in der palästinensischen Geschichte sein sollte, fehlt jede Art von Scham und Reue. Stattdessen werden die Vergewaltiger und Massenmörder, die ganze Familien zu Tode folterten, als Helden gefeiert. Wenn aber eine Kultur das pure Böse bejubelt, statt es bannen zu wollen, ist sie weder nach innen noch nach außen friedensfähig.
Ob eine Deradikalisierung gelingen würde, ist längst nicht sicher. Aber es wäre den Versuch wert, und kein anderes Land außer Deutschland wäre so gut dazu geeignet, die Palästinenser auf diesem Weg zu begleiten. Deutschland ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie eine fanatische Gesellschaft in den Kreis der zivilisierten Nationen zurückfand. Es braucht kein deutsches Geld in Gaza, es braucht Deutschlands Expertise in der Aufarbeitung und Anerkennung eigener Schuld, in der Deradikalisierung der Bevölkerung und im Entwerfen einer positiven und friedlichen Vision für die eigene Zukunft. Das sollte es sein, was Friedrich Merz anbietet – statt weiterhin Geld zu schicken.
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Geld gibt's, wenn überhaupt, erst nach Entwaffnung und der Auflösung der Hamas.
Und wenn, dann dann, wenn diejenigen zurück gehen, die das Land aufbauen sollten und ihre Kinder erziehen und unterrichten.
Westliche Erfahrungen haben die Geflohenen ja zu genüge sammeln können.
Oder meint jemand er selbst, oder gar die Deutschen sollten dort hin und aufbauen ???
Das gleiche sollte im übrigen für die Ukraine und Syrien gelten.
Geld was es auf Pump generiert hat zum Schaden seiner Bürger, denn die müssen es irgendwann zurückzahlen, in alle Welt zu verschleudern…… und das auch noch an Terroristen, die nicht aufhören werden die Israelis zu bekämpfen
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik
Ich muss dem Autor widersprechen. Der Hass der deutschen auf die Juden war in einem Großteil der Bevölkerung nach meinen Kenntnissen nicht so tief verwurzelt, wie der Hass der Palästinenser auf diese. Es gab keine Feiern des gesamten dt. Volkes über neue Mordmaschinen wie z. B. in Auschwitz. Nach meiner Kenntnis war das einem Großteil der Menschen nicht bekannt, wurde von der Regierung nicht publiziert.
Die Nazis konnten ihre Ideologie ganze 12 Jahre verbreiten, der Hass gegen die Juden wurde in Palästina seit 1948 geschürt und mit der Hamas-Regierung in die Schulen getragen, mit frdl. Unterstützung der UN und dt. Geld. Die auf israelischem Gebiet lebenden Menschen wurden dort nicht vertrieben, die arab. Staaten forderten sie zur Flucht auf, weil man Israel zerstören wollte.
Wie soll der jahrzehntelange Hass im gesamten palästinensischen Volk in wenigen Jahren ausgemerzt werden? Die Jubelarien nach dem bestialischen Massaker, auch in Europa, lassen sich nicht in Toleranz umwandeln.
der Forderung, der ich ausdrücklich zustimmen möchte, KEIN deutsches oder europäisches Steuergeld mehr in diese Region zu investieren!!
Die Akteure und Interessenvertreter sind dort ganz andere, idR wohlhabende Staaten - zuallererst die reichen arabischen Länder, dann direkt dahinter die USA und Israel selbst. Die EU/D spielt nicht umsonst dort keine Rolle mehr..., egal wer da hin reist und moralisch irgendwelchen Schmarrn von sich gibt.
Lasst Trump sich seinen Nobelpreis dort in Ehren verdienen... - Ich gönne es ihm, sollte das klappen, was ich jedoch persönlich bezweifle...
Wir haben dort nichts zu suchen 6nd auch keine zweifelhafte moralische Aufbauarbeit zu leisten >> "Am deutschen Wesen..."
Ihre Parallelität zu Deutschland 1945 unser gesellschaftlichen Entwicklung hier sei dem Kriegsende zu den Verhältnissen heute in Gaza u.a. umstrittenen Gebieten dort halte ich überhaupt und grundsätzlich für VÖLLIG FALSCH, Herr Böss!! >> Vollständig an den Fingern herbei gezogen... ...
Die Lage in Palästina scheint mir nicht, dass ein "völkisches Empfinden" Zugezogene auslöscht, sondern dass über bedauerliche Jahrtausende -> zwei Völker sich teils gegenseitig das Existenzrecht absprechen?
Deshalb leuchtet mir der Vorschlag von Herrn Prof. Wolffsohn eines gemeinsamen Bundesstaates zwar ein, aber es können nicht weitere Jahrtausende des Kampfes folgen, bis man sich auf dessen Modalitäten geeinigt hätte?
Etwas Gemeinsames bedarf doch grundsätzlicher gegenseitiger Anerkennung?
Wenn ich das richtig verstanden habe, will aber ein palästinensischer Staat unter Führung der Hamas genau das nicht vollziehen?
Umgekehrt ermächtigt das Israel m.E. unter keinen Umständen, die Palästinenser zu vertreiben.
Herr Böss besteht auf Araber?
Auch wenn sich die Palästinenser selbst so sehen sollten, muss das nicht richtig sein.
Die Palästinenser sind eine GENUINE BEVÖLKERUNG dessen, was einst Israel war und allerdings in meinen Augen nicht Palästina.
Nicht jeder Muslim ist ein Araber?
Deutschland und Israel und den Versuch, Israel davor zu bewahren, zum Täter zu werden.
Israel ist souverän und ich traue Israel auch zu, dass es auf die Einwände der Welt hört.
Deutschland muss sich aber nicht an Israels zu evtl. "Taten" sich wandelnden Handlungen beteiligen.
Andererseits bin ich dann evtl. wieder ganz bei Herr Böss, dass sich Deutschland als besiegte Nation und ehemals Täter nun nicht jedem Opfer hilfreich zur Seite stellen muss, im Sinne einer Opfermentalität oder besser gesagt, eben hilfreich und damit nicht verstärkend in seinen Irrtümern und Fehlern.
Kurz, ich weiss also nicht, was genau die Regierung Merz nun hätte anders machen müssen?
Ich finde die Koalition in ihrem Handeln ausgewogen.
Ich könnte aber auch schreiben und tue es hiermit, dass Herr Böss Artikel so komplex und facettenreich geschrieben ist, dass ich mir nicht sicher bin, ihn verstanden zu haben.
Mein Kompliment
oder vielleicht aus den Haaren gesogen?
Diejenigen, die Deutschland nach 1945 bis 1960 einnordeten sind tot oder steinalt. Zudem hat Deutschland heute nicht einmal Fachkräfte, die u.a. von Deutschland finanzierte Hamas-Tunnel zurückbauen könnten.
Zu diesem Thema verweise ich nur auf den Artikel von Frau Phyliss Chessler vom 18.10. bei Achgut: "Herr Präsident, die Hamas ist nicht wie die Maffia"
Mehr ist dazu nicht zu sagen.
Deutschland bekam Wiederaufbau-Hilfe NACHDEM es sich entnazifiert hatte, bzw. dies konsequent durchzog.
Im Vergleich zu Gaza heute ist es aber so, als hätte die NSDAP nach '45 weiterhin die Alleinherrschaft beansprucht, das Dritte Reich weitergeführt und trotzdem Hilfe v d Alliierten gefordert. Damals wäre niemand so blöd gewesen wie Deutschland heute, diese auch noch zu geben.
Es ist wie es ist. Deutschland wird auch unter den dummen Unionisten linksgrünwoke regiert und die wollen die Hamas weiterhin an der Macht, wollen die Palästinenser weiterhin als „unterdrücktes“ Volk.
Das Deutschland dieser Tage kann den Palästinensern eigentlich gar nicht helfen. Zwar haben wir uns nach dem Krieg entnazifiziert, aber ich glaube, wenn man genauer forschen würde, käme zum Vorschein, dass es auch ab 33 nur wenige echte Nazis gab und der Rest feige Mitläufer waren. So ist es auch heute. Viele schauen zu, wie Juden im Lande wieder gegängelt und geschlagen werden. Wir haben nichts gelernt. Traurig.
der Holocaust Keule, die Ihr Autor hier wieder demonstrativ hervorhebt, sondern weil ich der Ansicht bin, dass wir mit Millionen Juden im Land erheblich besser fahren würden als mit Millionen Arabern. Die sind zumeist gebildeter, friedfertiger, fleißiger, und somit für uns wesentlich nützlicher, so ganz nebenbei stechen sie uns auch nicht mit Messern ab.
Leicht gesagt, schwer getan für eine Bevölkerung, die noch nie etwas anderes zuwege gebracht hat, als "Opfer" zu sein. Und sich in dieser Rolle seit Jahrhunderten so kommod eingerichtet hat, daß im Laufe ihrer Geschichte nichts von dem stattgefunden hat, was Voraussetzung dafür wäre, daß ein Staat "Palästina" auch nur die leiseste Chance hätte, etwas anders zu werden ,als ein weiterer dysfunktionler arabischer Staat. Das war im Falle Deutschlands anders. 1945 war jede Menge an Substanz vorhanden, auf der man aufbauen konnte, auch an demokratischen Traditionen. Die "Palästinenser" haben jedoch unter türkischer Herrschaft nie das Bedürfnis empfunen, "Staat" zu werden. Die Idee ist ihnen erst gekommen, als die im selben Siedlungsraum ansässigen Juden dank britischer Doppelzüngigkeit den ihren bekamen. Seither haben die "Palästinenser" jede Chance, vermasselt -angefangen mit 1948, als sie und ihre arabischen Brüder lieber Krieg gegen Israel anfingen als ihr "Palästina" zu schaffen.
aus humanitären Gründen gekoppelt an die Bereitschaft, ihre eigenen geflüchteten Landsleute wieder aufzunehmen. Und ja, es schrieben schon einige hier, natürlich auch gekoppelt an der nachweislich erbrachten Entwaffnung. Merz setzt gerade die Politik weiter fort, die alle anderen vor ihm auch betrieben haben. Man will sich ein gutes reines Gewissen *erkaufen*, so wie wir das überall tun. Und mit wessen Geld bzw. Vermögen, das er nicht hat? Auch diesmal wird man nicht kontrollieren können, wohin die Gelder fließen. Bei reiner Sachleistungen könnte man die genau dorthin begleiten lassen, wo man sie hin haben will. Aber was schreibe ich denn. Man will ja gar nicht genau wissen, ob es am Ende nicht doch nur die Hamas Schergen bekommen. Und solange sich das Volk nicht von diesen Mördern und Verbrechern befreien will, würden die von mir auch nichts bekommen. Aber auch das hilft der AFD weitere Stimmen zu bekommen, von denen, die es hier bräuchten und stattdessen länger arbeiten sollen.
