- „Wir leben in der Zeit der Monster“
Das Jahr 1989 gilt vielen als historischer Wendepunkt. Der Politologe Ivan Krastev sieht das anders. Im Interview spricht er über eigentliche Epochenbrüche, postsozialistische Gesellschaften – und die Frage, wie „entspannt“ Demokratien heute noch sein können.
Ivan Krastev stammt aus Bulgarien und ist einer der bekanntesten und produktivsten Politologen Europas. Er lehrt am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien und ist Autor zahlreicher Bücher. Sein Werk „Das Licht, das erlosch“ war ein Bestseller.
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Man kann viel über die letzten achtzig Jahre philosophieren. Das schwache Russland suchte Partner in der neuen Weltordnung - Europa war das Ziel. NATO und EU waren nie erfreut über Russland. Russland hingegen versuchte die Bedingungen in NATO und EU bei Beitritt zu diktieren. Diese Eheanbahnung war weder als Liebes- noch Zweckheirat gedacht. Beide Seiten akzeptierten den anderen nicht. Vielleicht war es auch nur als Ringelpietz mit Anfassen konzipiert.
war ich gerade mal 6 Jahre alt, ich kenne diese Zeit praktisch nur aus Erzählungen, wer nimmt in diesem Alter schon politische Hintergründe wahr bzw. kann diese verstehen?
Ein riesiger Unterschied besteht für mich jedoch darin das die Menschen Osteuropas, behaupte ich einfach mal, 1989 einen Aufbruch in eine unbekannte neue Welt mit Euphorie begegneten. Heute scheint es praktisch ausschließlich um die Wahrung von Besitz und Ansehen zu gehen. Die wenigsten, vielleicht kann das aber eher über das hohe Alter der Durchschnittsbevölkerung erklärt werden, wollen eine Änderung.
Ein System welches sich bei ändernden Bedingungen der Welt um sich herum jedoch nicht diesen anpasst geht unter, zwangsläufig, immer. Etwas mehr Mut und Tatendrang wären angebracht damit diese Änderungen antizipiert und somit gestaltet werden können. Niemals in der Geschichte, ich nehme mal den Wiener Kongress als markantesten Versuch, hat eine Rückkehr in ein altes System langfristig funktioniert, ich kenne keinen!
das Märchen von Dornröschen zeigt das Denken der Eliten auf, wenn man die "böse Fee" (Russland) oder das "Böse an sich" (die AfD) auslädt und negiert meint man, es wird alles gut. Leider ist es nicht so, die Entwicklung stagniert und wir sehen uns den Problemen von vor hundert Jahren gegenüber ( Vorkriegszeit der 30er Jahre), es hat sich nichts geändert.
Für das spezielle Problem Europa sehe ich, dass der Feind für das Binnenverhältnis gebraucht wird, ansonsten ist der Zusammenhalt recht fraglich. Auch bemerkenswert ist es, wenn Europa den Nationalismus dort unterstützt wo es passt, obwohl er in D schon fast "Nazi" ist und die richtigen demokratischen Akte, die Farbrevolutionen und andere Aufstände sind, Wahlen sind dann meistens "antidemokratisch" Rumänien, Georgien usw. weil die "Falschen" gewählt werden.
Was will man eigentlich auf der Welt? Ob China demokratisch wird oder nicht ist mir egal.
